Tag 9 – Das neue Normal

Das hier ist das neue Normal. Wir pendeln uns ein. Auf unserer Kreativ-Liste sind fast alle Punkte abgehakt, es könnte also in den nächsten Wochen eng werden und der Tag wird kommen, an dem ich bei akuter Langeweile einfach nur noch müde die Terrassentür öffnen werde und die Kinder mit sanfter Gewalt für ein paar Stunden nach draußen bugsiere.

Aber noch regiert in mir ein großer Anteil Mitleid, so dass ich mir fast täglich kleine Nettigkeiten einfallen lasse, um meinen Mädels das neue Normal zu versüßen: Picknicks im Wald, Gesellschaftsspiele bis zum Abwinken, Basteln, Modellieren, Filme gucken, Backen und Bücher beim Buchladen ums Eck bestellen (bitte, meine lieben Leser*innen: die meisten Buchläden liefern aus – kauft eure Bücher dort, damit unsere Buchhändler auch nach der Krise noch existieren).

Die Lesung aus „Hoffnung leuchtet“ am Sonntag hat mir unendlich viel Freude gemacht – Danke an alle, die sich dazu geschaltet haben! Danke auch für alle Buchbestellungen! Falls Du über das Kontaktformular meines Blogs bestellt hast und bis heute keine Antwort erhalten hast, dann probiere es bitte noch einmal (oder über Insta / FB). Manchmal hat WordPress Schluckauf und übermittelt die Mails nicht, wie ich zu meinem Schrecken feststellen musste!

An vielen Tagen findest Du mich im Garten. Weil ich dort meine Nerven am besten ruhigstellen kann. Hier ist alles normal. Wie immer. Nichts hat seine Umlaufbahn verlassen.  Ich pflanze Gemüse und betoniere Randsteine und stecke die Hände in die Frühlingserde und mein Herz freut sich an dem jungen Kohlrabi und den Möhrensamen, die noch im Erdreich schlummern. Über mir flattern Ringeltauben auf der Suche nach Nistmöglichkeiten, Falken rufen. Wir werden im Sommer Obst und Gemüse haben.

Mein kleiner geschützter Mikrokosmos ist eine Insel im tobenden Meer. Das weiß ich und neben der Dankbarkeit schleicht auch immer ein schlechtes Gewissen mit. Ich sorge mich um die Flüchtlinge auf Lesbos, sie sind ein leichtes Opfer für das Virus. Ich sorge mich um die Einsamen, die Alten, die Existenzbedrohten, die Kranken, die Überforderten. Oh, ihr seid präsent in meinen Gebeten, in meinen Gedanken.

Werden wir zum alten Normal zurückkehren?

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Ein Kommentar zu „Tag 9 – Das neue Normal

  1. Es ist so wunderbar für mich. Gerade eben sagte ich mir “ wann kommt wieder was von Veronika, es wäre schön von ihr zu hören“ ich greife nach meinem Smartphone und just in diesem Moment kommt d Nachricht ein neuer Eintrag ist vorhanden. Was für eine Freude für mich! 😍😊
    Vielen Dank für DEINE Bilder, ihr seid schon sehr weit mit der Vegetation. Bei uns im Erzgebirge blüht noch ein Rest an Schneeglöckchen, Krokusse u d Osterglocken stehen in voller Pracht. Früh haben wir noch Minusgrade d sich tagsüber verfliegen. Die Sonne kämpft sich mit Macht durch.
    Das ist gerade wie mit unserer Situation in der wir alle stecken. Das Licht muss durchscheinen, d Oberhand gewinnen das dunkle, kalte vertreiben. Das wünsche ich uns allen, dass wir uns von Gottes Herrlichkeit anleuchten lassen, wenn uns d Dunkelheit überfällt.
    Wir im Erzgebirge haben unsere Schwibbögen wieder rausgeholt, damit sie leuchten. Um ein Zeichen zu setzten, ein Hoffnungszeichen!🕯Lasst uns alle wieder leuchten! 🌞
    Viele, viele liebe Herzensgrüße an Dich Veronika, Kerstin S.

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