Warum Mittelmaß besser als sein Ruf ist

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Gestern Abend war mein letzte Veranstaltung für dieses Jahr. Ein Eltern-Mutmach-Abend in einem kleinen Ort. Ich redete über Entschleunigung. Slow Family.
Hättest du mir vor zehn Jahren prophezeit, ich würde irgendwann vor anderen Menschen sprechen, hätte ich schallend gelacht. Nie im Leben hätte ich mir das zugetraut. Never never EVER. Eher wäre ich zur Wurzelbehandlung gegangen. Vor 15 Jahren besuchte ich sogar einmal eine VHS-Veranstaltung zum Thema „Wie überwinde ich meine Bühnenangst?“ Jene wurde durch den Kurs nicht gelindert, sondern sogar noch verstärkt.

Aber wie es so ist im Leben, manchmal tun sich Türen auf, durch die man früher nicht freiwillig gegangen wäre. Und ich konnte dies auch nur mit viel Unterstützung von Freunden. Der Rest war Übungssache und heute genieße ich es sogar vor Menschen zu sprechen. Das ist übrigens meine kleine Hoffnungsgeschichte.

Da stand ich also gestern vor diesem wunderbaren Publikum – alles junge Mütter (wo waren die Väter?) mit prallvollem Leben – und ich löste mich für einen kurzen Augenblick von meinem Skript.

„Wir sind alle nur Mittelmaß!“ rief ich ihnen zu. Für eine Sekunde wich aller Sauerstoff aus dem Raum. Panik! Panik! Panik! Bin ich zu weit gegangen?

Im nächsten Moment hörte ich ein kollektives Aufatmen. Eine Frau lachte erleichtert. Eine andere flüsterte hörbar: „Ich darf einfach nur Mittelmaß sein.“ Eine Last wich. Angespannte Schultern sackten nach unten. Rücken richteten sich auf.

Ich lachte mit und sprach: „Wir sind alle nur mittelmäßige Eltern, mittelmäßige Ehepartner, mittelmäßige Menschen.“

Was im ersten Moment fast wie eine Beleidigung klingt, ist eigentlich eine Befreiung, nicht wahr? Es ist ein radikaler Schritt, in einer Kultur – ja, auch der christlichen – die so von Leistungs- und Konkurrenz – und Perfektionismusdenken vergiftet ist, sich selbst im Mittelmaß einzurichten. Damit stemmen wir uns gegen ein Höher, Schneller, Besser.

Ja, liebe Veronika, machst du es dir mit dieser Aussage nicht zu bequem? Gibst du auf?

Nein. Wirklich ganz und gar nicht. Da kommt mir folgender Satz von Tomas Sjödin in den Sinn: „Das Leben, das man führen möchte, e…

4 Kommentare zu „Warum Mittelmaß besser als sein Ruf ist

  1. Ach, deine Gedanken tuen mir immer soooo gut: :-))
    Leider bin ich ja ein totaler Holzkopf mit Technik. Ich würde mir soo gerne
    deine Lieste runterladen.
    Kann aber hier auf deiner Seite nicht erkennen, wie ich das mache, oder wo. :-))
    Ganz lieben vorweihnachtlichen Gruß aus Köln

  2. Liebe Veronika
    Obwohl ich mich bei Steady angemeldet habe, kann ich nicht die ganzen Artikel lesen. Meist enden sie mitten in einem Satz. beim neusten Artikel so: „Das Leben, das man führen möchte, e…

    Was mache ich falsch? danke.

    1. Liebe Irina,

      Danke, dass du dich meldest. Ich werde versuchen, so gut es geht, dir zu helfen. Erfahrungsgemäß brechen beim Handy oft die Beiträge ab. Weniger am Laptop.
      Ansonsten solltest du darauf achten, dass du als Browser Chrome verwendest. Und den Adblocker ausschaltest.

      Wenn das alles nichts nützt, dann schau dir mal diese beiden Links von STeady an, wo sie Hilfestellung geben:

      https://help.steadyhq.com/de/articles/6265716-checkliste-bei-problemen

      https://help.steadyhq.com/de/articles/6265684-warum-du-javascript-aktivieren-musst-um-steady-zu-verwenden

      Liebe Grüße
      Veronika

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