Einfache Adventszeit, Familie, Freundschaften, Gedanken, Weihnachten, What would Grandma do

Was wir 2022 unbedingt tun sollten

 

IMG_6091Gefühlt schreibt jeder Anfang Januar über Vorsätze. Tja. Ihr wisst ja, was ich von guten Vorsätzen halte. Ich schaffe es fünf Minuten, den Bauch einzuziehen. Spätestens Mitte Januar lasse ich ihn wieder hängen. In der Form, wie Gott  Schokolade  Wechseljahre ihn formten. Ich halte gar nichts von New Year, New Me! Ich bin ein Fan von New Year, Old me. 

In allen Lebenslagen hilft mein Leitsatz: What would Grandma do? Grandma hält nichts von Detox, sondern kocht dir eine Hühnersuppe und nimmt dir das Handy aus der Hand, mit dem du symbiotisch verwachsen bist. „Kind, jetzt iss erstmal was und verbring Zeit mit mir.“ 

Hühnersuppe und Menschen. Nähren und Nähe. Früh ins Bett gehen. Gute Bücher lesen. Die Vernunft in allen Lebenslagen walten lassen. Mit dem auskommen, was man hat. Kuchen essen mit Menschen, die man liebt. Briefe schreiben. 

Apropos Briefe schreiben. Zum neuen Jahr kitzelt es mich in den Fingern, alten Besitz los zu werden. Kennt ihr das?

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Ich habe seit meiner Kindheit alle Briefe aufgehoben, die ich jemals erhalten habe. Drei große Boxen füll(t)en sie. Das war ein Vergnügen zwischen den Jahren, jeden Brief nochmal in die Hand zu nehmen, manche davon zu lesen, Vergessenes wieder aufleben zu lassen und dann auszusortieren. Zeitzeugnisse sind dabei. Der Briefwechsel in den 80er Jahren mit einer Brieffreundin aus der DDR, die ich dann mit 15 Jahren (!!) alleine mitten in den Umbruchswirren in ihrer „Platte“ besuchte. Der Austausch mit einer Freundin 1993 über Klimawandel, Solingen und Neonazis (hat sich wenig geändert seit damals). Die Briefe, die mir meine Eltern in alle Welt sandten. Und meine allerersten Emails, die ich mir Ende der 90er Jahre am klobigen Arbeitscomputer ausdruckte, weil ich sie wie wertvolle Briefe behandelte. 

Manche Absender sind mir heute noch liebe, teure Menschen. Da schließt sich der Kreis. Hier, dreißig Jahre später. Dankbar, dass sie geblieben sind. Menschen, mit denen ich mir keine Briefe mehr schreibe, aber für die ich anderweitig Platz mache in meinem Leben. 

Pflegen wir in der Schnelllebigkeit der modernen Kommunikation die altmodischen Wege: Laden wir an unseren Tisch ein, backen wir einen Kuchen, rufen wir an, interessieren wir uns für das Leben des anderen. Denken wir an Geburtstage, schreiben wir Postkarten aus dem Urlaub. Sind wir zur Stelle, wenn wir Trost und Hühnersuppe vorbeibringen können. Verabreden wir uns für einen Abend oder ein ganzes Wochenende. 

Räumen wir 2022 ein Eckchen in unserem Leben frei, das wir für die Menschen reservieren, die uns lieb und teuer sind. Verschieben wir es nicht auf später.

Grandma wäre stolz auf uns! 

 

(P.S.: Wenn du mehr von „Grandma“ lesen willst, dann empfehle ich dir meinen Insta-Account @whatwouldgrandmado)

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So fängt der Januar schön an. Wiedersehen mit einer Freundin, die 17 Jahre in der Versenkung verschwunden war. 

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Silvester mit meiner Freundin Sally…..

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….und mit meiner Familie.

Aufatmen im Advent, Einfach Advent, Einfache Adventszeit, Gedanken, Glaube, Weihnachten

Spazierengehen mit Bonhoeffer

Aus den Schornsteinen steigen dicke Wolken auf, die sich scharf gegen den eisigen Morgenhimmel abzeichnen. Die Sonne lockt nach draußen. Sie täuscht uns. Die Kälte ist ein Erschrecken. Aber auch eine Wohltat, wenn man zu lange Zeit im überheizten Raum zubrachte. Dann trinkt man die kalte Luft wie einen edlen Wein.

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Jeden Tag gehe ich mindestens eine halbe Stunde nach draußen, egal bei welchem Wetter. Den Schweinehund nehme ich an die Leine und zerre ihn hinter mir her. Auf meinen Spazierwegen ist Zeit, um meine Gedanken auf Wanderschaft zu schicken. Sie arbeiten immer zuerst ihre Listen ab: „Hast du an den Rehbraten gedacht? Welchen Kuchen backst du deiner Tochter zum Geburtstag? Und wie kommst du an die Karten, die du unfrankiert und in völliger geistiger Umnachtung in den Briefkasten geworfen hast?“ Wenn sich der Nebel der Alltäglichkeiten gelichtet hat, wird es transzendenter. Haaaach. Dann stellen sich die ganz großen, grundlegenden Lebensfragen.

„Was ziehe ich Heiligabend an?“

Wenn diese Frage zufriedenstellend geklärt ist (Spoiler: Das ist sie nie), dann denke ich an Bonhoeffer. Den lese ich gerade täglich. Nur kurze Abschnitte, denn seine Kost ist eine hochkalorische. So hochkalorisch wie meine Aachener Printen, von denen ich mir täglich ein Eckchen abbreche. Aber zurück zu Bonhoeffer. Er schreibt:

„Große Gewaltige gibt es immer nur wenige, aber um so mehr kleine Gewaltige, die, wo sie nur können, ihre kleine Gewalt spielen lassen und die nur einem Gedanken leben: immer höher hinaus! Gottes Gedanke heißt anders; er heißt: immer tiefer hinab, in die Niedrigkeit, in die Selbstvergessenheit, in die Unansehnlichkeit. Und auf diesem Weg begegnen wir Gott, nirgendwo sonst.“

Wir erleben es gerade selbst, wie wir von Gewalten hin und her geworfen werden. Wie wir oft selbst zu Gewaltigen mutieren. Denn es ist doch nur allzu menschlich, auf Ohnmacht mit Aggression, auf Unsicherheiten mit grober Lautstärke zu reagieren.

Gott stellt alles auf den Kopf.

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Unser ganzes Wertesystem. Nicht nur ein bisschen. Er krempelt es um wie einen Weihnachtspulli von rechts auf links. (Ein Schelm, wer hier ein politisches Wortspiel vermutet)

Das Niedrige liebt er. Das Verlorene sucht er. Das Zertretene repariert er. Den Außenseiter nimmt er in die Mitte. Religiöse Eiferer hinterfragt er. Den Verbrecher segnet er.

Wie wäre es, wenn wir dieser Tage einiges auf den Kopf stellten? Um genau in dieser Abwärtsbewegung Gott zu treffen?

Wie wäre es, wenn wir…

….auf Ohnmacht mit trotziger Zuversicht

….auf unsere Feinde mit Segen (bless you, GEZ und AfD)

….auf unseren Stolz mit ehrlicher Selbstreflexion

….auf den Verschwörungscousin mit radikaler Liebe

…auf Schimpfen mit der Suche nach Lobenswertem

…auf Gesetzlichkeiten mit Humor

…auf ungebetene Belehrungen mit Stille

reagierten?

Gott hat sein größtes Wunder genau an dem Ort getan, wo es niemand erwartet hatte. In einem dreckigen Futtertrog.

Auch wenn es dieser Tage schwerfällt, weil uns so manches niederdrücken mag: Lasst uns Augen und Herzen weit aufmachen. Für eisige Schönheiten am Morgen und die Wahrheit, dass Gottes Liebe und Segen an den unmöglichsten Orten zu finden ist.

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Danke, dass ihr mit mir durch dieses Jahr gegangen seid. Mitten in dieser Pandemie ist dieser Ort wie ein kleines Lagerfeuer, an dem ich meine Geschichten und meine Gedanken mit euch teilen darf. Danke für jedes gute Worte, für jeden Kommentar, für jede Mail, für jede Unterstützung. Seid gesegnet, wo auch immer ihr seid. Feiert einander, feiert euch selbst, feiert den, der sich in den dreckigen Futtertrog gelegt hat.

Frohe Weihnachten!

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Einfach Advent :: Teil 4

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Meditation

Egal, ich lass das jetzt so!

Diese Karte hat mir vor langer Zeit eine Freundin geschenkt, als ich tief in meinem zweiten Buchprojekt steckte. Die Arbeit des Schreibens ist mir eine schwerfällige. Wenn es dann aber an die Überarbeitung geht, ans Korrigieren und Noch-bessere-Wörter-finden und Absätze streichen und Überschriften-finden, dann finde ich kein Ende. Dann blühe ich auf und höre die Vöglein singen und liebe das Leben wieder.

Es geht immer noch ein bisschen besser. Oder anders ausgedrückt: Ich wollte das perfekte Buch schreiben. Unter anderem auch, damit mir auf Amazon und anderen Portalen niemand weniger als fünf Sterne ans Revers heften würde. Denn weniger als fünf Sterne wäre mittelmäßig! Beschämend für einen High-Achiever wie mich. Ich muss mir selbst immer schon einen Schritt voraus sein, damit mich das Versagen nicht einholen kann.

Die Karte stellte ich mir auf den Schreibtisch und zwei Wochen später klappte ich meinen Laptop zu, warf die Hände in die Luft und rief: „Egal, ich lass das jetzt so!“

Ich hätte sicherlich noch viel mehr feilen können. Aber meine Buchprojekte lehren mich dies: An einem Punkt muss ich Frieden schließen mit allem Unfertigen und mit mir selbst. 

Und Frieden mit mir selbst bedeutet ja nicht, dass ich ihm erst Eintritt gewähre, wenn alles fein und sauber und richtig und ordentlich ist. Nein, wir dürfen Friedensmacher sein, mit uns selbst und unseren Mitmenschen und unserem Gott, auch wenn noch so vieles im Argen liegt. Gerade, wenn so vieles im Argen liegt!

Vielleicht hast du wie jedes Jahr nicht alles erledigen können vor den Feiertagen.

Vielleicht weißt du nicht wohin mit den vielen losen Enden deines Lebens in dieser Zeit.

Vielleicht hast du dir vorgenommen, diesen Advent besinnlicher und entschleunigter zu verbringen und es ist dir nur punktuell gelungen.

Vielleicht treibst du dich gerade unbarmherzig an, weil du an den Feiertagen alles fein und sauber und richtig und ordentlich haben willst. Du hast keinen Atem mehr. 

Vielleicht hattest du deine perfekte Vorstellung von der Adventszeit und das Leben kam deinen Plänen in die Quere. 

Vor zwei Stunden saß ich an der Nähmaschine. Ich nähte an einer Ordnerhülle für meine Große, die am Sonntag Geburtstag hat. Sie soll ein Fotoalbum erhalten, es ist schon fertig – wie immer ein Leitzordner voller wunderbarer, kostbarer Erinnerungen. Nun fehlte nur noch ein hübsche Hülle. Ich nähte in Rekordzeit und war sehr stolz, wie flink und kreativ ich doch war. Nur hatte ich die Rechnung ohne meine schlampige Eile beim Messen gemacht. Wie ich sie auch drehte und wendete, die Hülle war zu klein.

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Egal, ich lass das jetzt so!

Und glaube mir, es fällt mir schwer! Aber nun bekommt das Kind den Ordner ohne Hülle. Diese reiche ich irgendwann nach. Oder auch nie. Ihr ist es sicher weit weniger wichtig als mir.

Diese ganze Sache erinnert mich an mich selbst. Ich bin doch selbst eine unfertige Person, weit davon entfernt fein und sauber und richtig und ordentlich zu sein. Und das sage ich ganz ohne Selbstanklage, sondern mit der Akzeptanz, dass dieses eine Leben, das wir leben eine schöne Bescherung ist, ein Knäuel aus Freuden und Traurigkeiten, aus Zerbruch und Heilung, aus Chaos und Lachen. Und egal, an welchem Ende dieses Knäuels ich ziehe, es wird sich nie auflösen.

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Vor 2000 Jahren trugen die Hirten und Weisen und selbst Maria und Joseph ihr eigenes Knäuel zur Krippe, weil darin die Hoffnung lag und liegt, die ihre und unsere Unfertigkeit aushält und liebt und zu Ende bringt. Dieses Kind in der Krippe raunt dir zu: „Egal, lass das jetzt so! Ich kümmere mich darum. “


 

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Danke, dass Du und ich die letzten vier Wochen ein Stück weit gemeinsam gehen konnten. Nun wünsche ich Dir ein frohes und gesegnetes Weihnachten, an dem du das Unfertige in Frieden hinnimmst und nachts, wenn die Sterne am Himmel stehen hinaufblicken und sagen kannst:

Egal, ich lass das jetzt so. Kümmere du dich um den Rest. 


Inspiration

Du brauchst noch ein Last-Minute-DIY-Geschenk?

Ich klaue diese Idee aus meinem Heiligen-Alltag-Planer
(übrigens auch ein schönes Last-Minute-Geschenk ;))

Karamell-Zimt-Sirup

Du brauchst:
200 g Zucker
2 Zimtstangen
1 sterilisierte Flasche.

Zucker karamellisieren, vorsichtig 250 ml Wasser zugießen. Karamell bei großer Hitze loskochen, Zimstangen rein. 8-10 Minuten weiterkochen, rühren bis die Flüssigkeit sirupartig wird. In die Flasche füllen, Zimtstange dazu, fertig!

 

Fasten

Ich habe keine neue Fasten-Challenge. Aber ich werde auch die nächsten Tage meinen Medien- und Zuckerkonsum zügeln. Denn die letzten Wochen haben mir so unfassbar gut getan mit meinem Verzicht. Ich will den Verzichtsgedanken als Selbstfürsorge mit ins Neue Jahr nehmen und gute Regeln für mich aufstellen.

 

Entertainment-Ecke

 

Love is a gift!

 

Das hat nix mit Weihnachten zu tun, ist aber ein Klassiker für JEDE Jahreszeit.

Aufatmen im Advent, Einfach Advent, Einfache Adventszeit, Fasten, Fun, Gedanken, Weihnachten

Einfach Advent :: Teil 3

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Meditation

Vor einigen Tagen las ich irgendwo: Das alte Jahrzehnt geht zu Ende.

WHAT???

Diese einfache Wahrheit sinkt erst jetzt in mein Bewusstsein! In meinem Alltagstrott übersah ich die simple Tatsache, dass sich eine Dekade dem Ende zuneigt und eine neue vor der Tür steht. Wo war ich vor zehn Jahren? Wo warst du vor zehn Jahren?

Ich lebte an einem anderen Ort.  Mit einem fröhlichen Baby im Arm und ungewisser beruflicher Zukunft im Herzen. Meine Tage fanden zwischen Wickelkommode, Kinderwagenrunden, Müttercafe und der Toilette statt (in der ich mich regelmäßig einschloss um a) zu heulen b) heimlich Schokolade zu essen und c) meinen Verstand zurecht zu rücken). Meine Welt war sehr klein geworden und die Welt dort draußen drehte sich ungerührt von meiner Müdigkeit und Ignoranz weiter.

In Italien bebte die Erde. Die Folgen der Finanzkrise belasteten die Wirtschaft und trotz Regulationsversuchen lernte der Mensch nichts aus den Folgen zügelloser Gier. Patrick Swayze starb und Barack Obama wurde zum Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. In Winnenden und Umgebung tötete ein Teenie 15 Menschen.

Und ich fragte mich: In welcher Welt wächst mein zartes unbekümmertes Baby auf?

Die Welt ist in den letzten zehn Jahren nicht besser geworden. Aber auch nicht schlechter. Sie ist in diesen Tagen das, was sie ist und schon immer war: ein Planet voller Menschen, die zerbrochen und erlösungsbedürftig und streitsüchtig und sehnsuchtsvoll und verbittert und hoffnungsfroh sind. Ein Planet, auf dem Menschen leben, die die Ärmel hochkrempeln und Lieder singen und Babies füttern und für Gerechtigkeit kämpfen.

Das war vor 2000 Jahren nicht anders. Nur dass die Hirten auf dem Felde keine Nikes trugen und das Geschehen rund um Betlehem nicht livestreamen konnten. Diese Menschen damals – die frierenden Hirten ohne große Zukunftsperspektiven, die Teenies aus Nazareth, die im Viehstall gerade Eltern wurden, ausländische Elite-Astronomen auf der Suche nach Wahrheit – reichen hinein in unser eigenes Leben. Denn uns verbindet eines mit ihnen: die Hoffnung.

Die Hoffnung auf eine bessere Welt. Auf die Ankunft des Einen, der alles erlöst hin zu einer neuen Erde, auf der nichts anderes herrschen wird als Friede.

Hoffnung ist nichts, was uns einfach in den Schoß fällt – sie ist ein aktiver Zustand. Zur Hoffnung muss du dich entschließen, wieder und wieder. In der Dunkelheit der Nacht. Im Voranstasten durch dein wildes Leben.

Hoffnung entfaltete sich paradoxerweise in Momenten und Phasen meines Lebens, in denen ich keine Hoffnung mehr sah. In denen ich aufgeben wollte. In denen ich zerschmettert am Boden lag. Dieses Durchschreiten von Talsohlen in tiefster Finsternis ist Geburtstort für neue Hoffnung. Dort, wo wir überhaupt nichts spüren können außer Verzweiflung. Dort, wo wir glauben, es wird nie mehr anders werden. Dort, wo alles zerbricht. An diesen Orten sind wir Gottes Herz immer am nähesten. An diesen Orten suchen wir ihn, klagen ihn an, klammern uns an ihn. Hoffnung ist keine rosa Wolke aus optimistischen Gedanken. Manchmal reicht Hoffnung nur von Minute zu Minute, von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag. Sie ist kein billiges Versprechen, dass am Ende alles gut wird, aber sie ist eine Kapitulation vor der Liebe Gottes, die mein Leben immer und immer wieder auf Seine Weise rettet.

Und der Retter ist nah. So nah, dass er deinen Herzschlag kennt und achtet. So nah, dass er mit dir auf der Toilette heult und die Tafel Schokolade teilt . So nah, dass er deine widersprüchlichen Gefühle aushält. So nah, dass er deine Sorgen von deinem Herz ablesen kann. So nah, dass er zusammen mit dir wütend ist über den Zustand der Welt. So nah, dass er das Flickzeug bereit hält, um diese Welt und dein Herz und deine Beziehungen zu reparieren. Wieder und wieder.

Heute. Und auch noch in zehn Jahren.

 

Inspiration

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Alternativen für Adventsstressoren
(Weihnachtsmärkte, Feiern, Bastel- und Backmarathons):

  • Macht einen Winterspaziergang durch den Wald
  • Stell ein Vogelfutterhaus auf und beobachte die Vögel
  • Holt Weihnachtsbücher raus und macht eine Vorlesestunde
  • Kocht gemeinsam
  • Lade Freunde ein und bestellt Pizza
  • Erzählt Geschichten aus eurer Kindheit: Wie war Weihnachten damals?
  • Geht abends raus und seht euch die Weihnachtsbeleuchtungen an
  • Mach einen Kinoabend daheim
  • Schaue alte Fotoalben an (von vor 10 Jahren!)
  • Geh durch deine Vorräte und pack Päckchen für bedürftige Familien (Infos für die Aktion im Heilbronner Raum hier)

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Less Mess

Ausmisten::

Jetzt magst du mich fragen: Bist du komplett wahnsinnig geworden? Vor den Feiertagen ausmisten?

Yes, my friend – auch wenn ich kein Marie-Kondo-Fan bin: Du hast richtig gelesen!

Schnapp dir einen Wäschekorb und gehe damit zügig durch die Zimmer: Alte Bücher und CDs, verstaubte Bastelarbeiten, kaputte Stifte, ausgemalte Malbücher, ungenutztes Spielzeug – sammle alles ein. Stell dir das Handy, gib dir eine halbe Stunde. Wenn deine Kinder bereits größer sind und damit vernünftiger, beteilige sie an der Aktion.
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Demnächst liegen neue Schätze unter dem Christbaum und sie können keinen Ehrenplatz einnehmen, wenn sie in der Masse unseres angehäuften Besitzes verschwinden.

Fasten-Challenge

Ich lade Dich zur Fasten-Challenge in der dritten Adventswoche ein und dieses Mal wird es richtig hart. Das ist eine Nummer für die Hardcore-Faster unter uns: Zucker.

Jedes Jahr kann ich an Heilig Abend Plätzchen und Lebkuchen nicht mehr sehen. Dieses Jahr will ich mir den Appetit aufheben und deshalb in  der folgenden Woche auf Süßes verzichten. Bist du dabei?

 

Entertainment-Ecke

Für alle Fans von Tatsächlich Liebe…..Where are they now?

 

 


Einfach Advent

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Einfach Advent :: Teil 2

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Meditation

Zu jener Zeit ordnete der römische Kaiser Augustus an, dass alle Bewohner des Römischen Reiches behördlich erfasst werden sollten. Diese Erhebung geschah zum ersten Mal, und zwar, als Quirinius Statthalter von Syrien war.  Alle Menschen reisten in ihre betreffende Stadt, um sich für die Zählung eintragen zu lassen.
Lukas 2, 1-3

Wie mag es Dir wohl seit dem letzten Freitag ergangen sein? Als wir uns schworen, wir würden unseren Advent entzerren, entschleunigen und ein wenig revolutionieren? Vielleicht hast du öfter innegehalten. Deinen eigenen Herzschlag gespürt, deine Gedanken gehört, die Menschen um dich herum gesehen. Vielleicht fällt es dir noch schwer, loszulassen.

Ich will dir von meiner Woche berichten.

Sie war voll, laut, hochemotional und stressig.

Alles war ganz anders, als ich es geplant hatte. Und mein Handy hat in der letzten halben Stunde zehnmal BING gemacht, weil ich die Vorbereitung unseres Hauskreisabends versemmelt habe. Gott sein Dank sind wir ein spontaner Haufen mit hoher Frustrationstoleranz.

Während sich draußen Väterchen Frost alle Mühe gibt, mich im Turbogang in Weihnachtsstimmung zu versetzen, tobt in diesen hübsch geschmückten vier Wänden der ganz normale Wahnsinn mit Sahnehäubchen:  Plätzchen backen, einen Kindergeburtstag wuppen, Englischvokabeln pauken, Wutanfälle abfangen, Tränen abwischen, Dreck wegwischen, Emails auf die lange Bank schieben, verloren gegangene Reithandschuhe suchen. Und sich zwischendrin literweise Erkältungstee hinter die Binde kippen. Die lieben Infekte haben sich die falsche Jahreszeit rausgesucht. Muttersein mit dem verrückten Mental Load in der Adventszeit ist eine Sache, die wir gerade noch so zusammen mit Vanillekipferln und Heidesand gebacken bekommen. Aber dann noch on top ein Infekt ist…. nun tja…..eine Zwangsentschleunigung.

Aber da gab es die Zwischenräume:

Als ich spontan auf dem Heimweg bei einer Freundin klingelte. Ich wollte ihr nur kurz ein Päckchen Plätzchen vorbeibringen und daraus wurden 20 Minuten, die wir mit einem sehr gehaltvollen Gespräch und Kaffee füllten.

Als wir den gestrigen Kindergeburtstag bei klirrendem Frost mit einem Lagerfeuer beschlossen und die abholenden Eltern zum Glühwein einluden. Alle blieben länger ……

Als ich früher ins Bett ging und in eines meiner Lieblingsbücher versank.

Als ich vorgestern durch den Garten ging und Zweige vom Kirsch-, Apfel- und Quittenbaum pflückte und sie in eine Vase an mein Küchenfenster stellte.

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Als meine Kinder beschlossen, ihre alten Flötenkenntnisse zu entstauben und Weihnachtslieder zu spielen, bis uns die Ohren abfielen.

Als wir nach einem vollen, anstrengenden Tag abends nicht den Fernseher einschalteten, sondern „Hilfe, die Herdmanns“vorlasen.

Als ich am Wochenende in meiner alten Heimat mit Armin einen ausgedehnten Waldspaziergang machte.

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Als ich an selbigem Nachmittag mit Geschwistern, Nichten und Neffen um den alten Esstisch meiner Eltern saß und meine Mutter Plätzchenteller füllte und saure Gurken und Leberwurstbrote auf den Tisch stellte.

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Als ich heute früh realisierte, dass mein Instagram-Fasten das großartigste Geschenk dieser Adventszeit für mich ist, weil mein Kopf Klarheit gewinnt, mein Leben trotz seiner Fülle ruhiger und mein Herz weniger gehetzt ist. (Diese kleine App hat mein Leben stärker kontrolliert als ich es wahrhaben wollte. Sie hat mich vom richtigen Leben zu oft ferngehalten, weil ich damit beschäftigt war, mein Leben bühnenreif für Insta zu präsentieren.)

Der Gedanke der Zwischenräume stammt nicht von mir, sondern von dem Kalender: Der Andere Advent. Dort kam am letzten Sonntag Quirinius, der syrische Statthalter zu Wort. Von ihm wissen wir kaum etwas, nur dass er wohl eine Menge um die Ohren hatte mit Zahlen und Verwaltung und Ordnungsfragen und Druck von oben.

Man legte ihm u.a. folgende Worte in den Mund:

Verliert euch nicht! Oder anders gesagt: Findet euch wieder. Die Aufgaben werden nicht verschwinden. Aber die Zwischenräume könnt ihr weiten. Dass genug Raum ist für dich. Wie Gott dich gewollt hat. Mensch mit menschlichem Antlitz. Mit einem Herz, das hüpft vor Liebe. Mit Seele, richtig Seele. Und wachsendem Mut, den Frieden auszurufen und dass ein guter Stern über allem steht. 

Trotz bester Vorsätze passiert es uns, dass wir uns verlieren in den verwirrenden und engen Gassen unseres Adventsalltags. Wir dürfen aufhören, uns deshalb zu stressen, uns zu verurteilen. Es passiert uns allen. Aber gehen wir nicht achtlos an den kleinen Lücken vorbei, die sich auftun. So wie in engen Gassen sich manchmal ein kleiner Platz auftut, der einlädt zum Verweilen. Richtig schöne kleine Plätze mit einem Café und Geranien in Blumentöpfen und einem Straßenmusikanten. Lass dich für ein paar Minuten nieder. Lausche der Musik. Bestelle einen starken Kaffee und bitteschön auch das Stück Torte das dich anlacht. Nein, und lass das Handy stecken. Das ist kein Moment, den du mit der Welt teilen musst, denn er ist nur für dich.

Sauge dich voll mit Gottesgüte. Weite deinen Zwischenraum.

Und dann stürz dich wieder ins Getümmel.

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Backen::

Backen kann ein wunderbarer Zwischenraum sein. Mach dir Musik an, schenke dir einen Kaffe ein. Aber zu kompliziert und ausgefallen sollte es nicht sein, sonst verliere ich sofort die Lust. Auf eine Generalsanierung der Küche nach einer Backaktion kann ich ebenfalls verzichten. Und du sicher auch.

Ich verrate dir mein Lieblingsrezept, für das ich eine neue Methode gefunden habe:

Heidesand
250 g Butter
200 g Zucker
1 ordentliche Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
375 g Mehl

Zerlass die Butter in einem Topf bis sie braun wird. Abkühlen lassen (darf ruhig noch warm sein, aber nicht heiß). Dann mit Zucker und Salz cremig rühren. Am Ende esslöffelweise das gesiebte Mehl unterrühren.

So. An dieser Stelle formt man normalerweise Rollen, legt sie in den Kühlschrank und nach 3-4 Stunden schneidest du Scheiben ab und backst sie. Hier verliere ich die Nerven. Denn Heidesand bröselt. Und ich bin keine Feinmotorikerin. Du verstehst das Problem?

Ich verarbeite den Teig sofort ohne Kühlung: Nimm eine walnussgroße Portion, rolle sie zu einer kleinen Kugel, leg sie aufs Backblech und drück sie platt. Voila. Sozusagen eine Kreuzung aus alter deutscher Backtradition und amerikanischer Cookieherstellung.

Bei 170 Grad ca. 20 Minuten backen.

Dieser Heidesand ist GÖTTLICH!!

 

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Hand aufs Herz. Unsere Kinder ertrinken in Spielzeug („Mama, ich hab mal gezählt: wir haben jetzt 39 Schleichpferde!“). Wir können entweder verstärkt spielzeugfrei schenken oder gut erhaltenes Spielzeug z.B. in der Verwandtschaft zu Weihnachten weiter verschenken.

Hier meine spielzeugfreien Geschenketipps für Kinder:

  • Gutschein für Restaurant, Kino, Ballett, Theater, Zirkus
  • Zeitschriften-Abo
  • Gutschein für eine Übernachtungsparty
  • Gärtnerset (Samen, Schaufel, Pflanztöpfchen)
  • Schlittschuhe
  • Blumenpresse
  • Stirnleuchte
  • Rucksack
  • Bastelsachen: Knete, Fimo, Washi-Tape, Farben, Kalligraphie-Stifte, Stickset, etc.
  • Schal, Hausschuhe, Mütze, Handschuhe
  • Fotobuch
  • Taschenmesser, Schnitzmesser
  • Hängematte
  • Vogelfutterhäuschen
  • TrinkflascheIMG_2280_edited-1

 

Fasten-Challenge::
Ich lade dich zur  Challenge in der zweiten Adventswoche ein: Social Media.

Ich!kann!es!nicht!genug!empfehlen!

Deine Zwischenräume werden sich nicht mehr mit gehirnaufweichendem Scrollen füllen, sondern mit Freiheit und Ruhe. Versprochen!

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Motto der Woche

Erfreue dich an den Zwischenräumen::

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Entertainment-Ecke

 

 


 

Einfach Advent

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Einfach Advent :: Teil 1

IMG_0003_edited-1Endlich, endlich, endlich ist es soweit!

Schon die ganze Woche bombardiert mich mein Kopf mit Ideen und Texten für mein neues Blogprojekt. Ich freu mich ja so, dass du dabei bist! 

Und weil wir Advent dieses Jahr ganz einfach feiern wollen, leg jetzt dein Nudelholz, die zu entwirrende Lichterkette, den Terminplaner zur Seite, mach dir eine Tasse Tee und setz dich zu mir. Sperr die Kinder ins Spielzimmer, schließe die Tür, um das Küchenchaos nicht im Blick zu haben, stell das Telefon aus. Jetzt ist deine Zeit.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, den Advent wirklich zu feiern, zu entschleunigen und zu entrümpeln. Ganz viel Zeit will ich mit Freunden, mit Gott, mit den schönen Vorbereitungen verbringen. Und dann werde ich doch wieder von einer Flut an eigenen Erwartungen, Perfektionismus, Terminen, Erledigungen, Konsum davon geschwemmt und gerate drei Tage vor Weihnachten ins Zuckerkoma mit begleitender Hysterie.

Vielleicht geht es dir ähnlich. Wollen wir gemeinsam aussteigen? Uns den Advent zurückholen? Zumindest zeitweise? Es dieses Jahr wirklich ein bisschen anders machen?

Natürlich können wir nicht komplett aussteigen, aber wir können uns kleine Nischen schaffen. Termine streichen oder erst gar nicht zusagen. Konsum minimieren. Ein bisschen hier und da fasten. Daheim bleiben. Uns nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich vorbereiten. Erwartungen auf ein realistisches Maß zurückschrauben.

Lasst uns eine adventliche Gegenkultur schaffen. Eine kleine Adventsrevolution!

Lass uns hier jeden Freitag vor Weihnachten treffen, Tee trinken, tief ein- und ausatmen, den Blick aus Wesentliche lenken und das Unwichtige wie altes Lametta abschütteln.

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Meditation

Einige Tage später beeilte sich Maria, ins Bergland von Judäa zu kommen, in die Stadt, in der Zacharias lebte. Als sie das Haus betrat und Elisabeth begrüßte, hüpfte Elisabeths Kind im Bauch seiner Mutter, und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt. (…) Etwas drei Monate blieb Maria bei Elisabeth und kehrte dann nach Hause zurück. 

Lukas 1, 39-41 / 56

Maria hatte vom Engel Gabriel erfahren, dass sie schwanger ist. Ein Teenager ist sie, an der Schwelle zur Frau. Altersmäßig nicht weit entfernt von meiner großen Tochter, die am liebsten den ganzen Tag mit Schleichpferden spielt und Geschichten hört. Ich muss mir das immer in Erinnerung rufen: Maria war fast noch ein Kind! Würde der Engel Gabriel heute einem 14-jährigen Teenager mit dieser Message erscheinen, wäre die Reaktion wohl so: „Alter, warte! Lass uns 1 Clip für TikTok machen!“

Gott mutet Maria das zu: eine Verheißung, die sich nicht immer leicht tragen lässt, die übersetzt für ihren Alltag viel Kummer und Anstrengung und Furcht bedeutet. Er wartet nicht, bis sie verheiratet, versorgt und ein finanzielles Polster angespart hat. Mitten hin wirft er sie ins Unfertige.

Ihre erste Handlung: Sie sucht sich eine andere Frau als Stütze. Ihre Cousine Elisabeth, die ebenfalls schwanger ist. Bereits im sechsten Monat. Sie bleibt drei Monate bei ihr und erfährt dort Trost und Zuspruch.

Ich bin jemand – und du vielleicht auch – die sich enorm schwer tut, um Hilfe zu bitten. Ganz im Gegenteil, in schwierigen Situationen tendiere ich dazu, mich zu isolieren. Als ich mit meinen Mädchen schwanger war, und auch die Zeit danach, schaffte ich alles alleine. Natürlich hatte ich einen Mann an der Seite, aber der war den Großteil des Tages auf Arbeit. Großeltern und Familie lebten weit entfernt. Wir waren neu am Ort. Und die ersten zarten Freundschaftsbande wollte ich nicht mit Hilfsanfragen zerreißen. Mir fehlte eine Elisabeth. Ein Ort, an dem man mich kannte. An dem ich mich fallen lassen konnte. Eine weise, ältere Vertraute, mit Güte in den Augen und Zuspruch auf der Zunge.

Ich habe heute nur eine Handvoll Freunde. Mein sogenanntes Home-Team. Die Art Freunde, die ich um 2 Uhr nachts anrufen kann, wenn die Bude brennt. Es sind nicht mehr als drei oder vier. Oder vielleicht auch nur zwei. Und das finde ich schon viel. Das sind Menschen, von denen ich ziemlich alles weiß und die so ziemlich alles von mir wissen. Und wir lieben uns trotzdem oder gerade deswegen.

Gute, gelingende Beziehungen sind ein totales Gegengewicht zu dem Schneller-Höher-Weiter unserer Zeit. Denn Beziehungen brauchen genau das Gegenteil: Zeit – Tiefe – Beschränkung.

Maria hat drei Monate bei ihrer Cousine verbracht. Ein Vierteljahr. Wer gelingende Beziehungen führen will, muss Zeit investieren. Sich auf eine oder zwei Personen konzentrieren und nicht auf 20.

Alles, was wir nicht mit Zeit oder Geld oder anderen wirtschaftlichen Messbegriffen benennen können, sind die echten Geschenke. Sie sind es, die Ewigkeitsrelevanz besitzen: Liebe, Freundschaft, Güte, Gerechtigkeit, Erbarmen, Fürsorge.

In der Adventszeit möchte ich immer tausend Leute einladen, Karten an alle, alle Menschen schicken, an jeden denken…(in der leisen, egoistischen Hoffnung, dass diese Menschen auch mir etwas Aufmerksamkeit zukommen lassen). Vielleicht braucht es auch hier: Zeit – Tiefe -Beschränkung. Vielleicht konzentrierst du dich dieses Jahr nur auf eine Person. Vielleicht musst du dieses Jahr toxische Bindungen kappen. Dir dein eigenes Hometeam suchen.

Ich glaube tatsächlich: Wenn ich eine Person im Blick behalte, dann habe ich die ganze Welt im Blick.

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Inspiration

Möchtest du an Weihnachten nicht alleine sein? Dann klink dich bei der Aktion „‚Keiner bleibt alleine“ ein. Tritt der Facebookgruppe bei, um Gastgeber zu finden.
Oder werde selbst Gastgeber für Mitmenschen, die Weihnachten sonst alleine in ihrer Bude hocken würden.

 

Übermorgen ist erster Advent. Stichtag für den Adventskalender. In den letzten Jahren haben diese Dinger Dimensionen angenommen, die den Wert eines Weihnachtsgeschenkes schon fast übersteigen. Ganz ehrlich? Eine Kleinigkeit pro Türchen genügt. Oder ein billiger Adventskalender vom Discounter deiner Wahl.Wenn du aber deine Kreativität an einem Adventskalender austoben willst, dann verschenke Zeit.

Neben Kleinigkeiten stecke ich meinen Kindern Zeit-Gutscheine in den Adventskalender.

Beispiele:

  • Weihnachtsmarktbesuch
  • Punschtrinken mit Vorlesestunde
  • Eine Rückenmassage
  • Gemeinsam einen Weihnachtsfilm anschauen
  • Bratäpfel zum Abendessen
  • Eine halbe Stunde länger aufbleiben
  • Freunde zum Adventskaffee einladen
  • Abendspaziergang mit Weihnachtsbeleuchtung-Gucken
  • Plätzchenbacken
  • Spieleabend
  • Girlande basteln
  • Gemeinsam musizieren
  • u.v.m.

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Tja, und dann steht ja schon Nikolaus vor der Tür. Auch hier werden schon lange die üblichen, kleinen Nikolausgaben vom allgemeinen Konsumrausch verdrängt und die Kinder mit ZUVIEL überschüttet. Auch wenn andere Kinder mehr bekommen und unser eigener Nachwuchs dann jämmerlich jammert, so steht uns allen etwas mehr Bescheidenheit gut an.Ein Stiefel reicht. Schoko-Nikolaus, ein paar Plätzchen und Lebkuchen, eine Tüte Süßigkeiten. Vielleicht noch ein Non-Foodartikel Bäm! Fertig.

Bei uns dieses Jahr im Stiefel:

Der echte Nikolaus
Nikolaus-Fruchtgummi 
Pflanzwürfel „Lebkuchenbaum“ 


Less Mess

Fasten-Challenge::

Fasten ist Entrümpelungskur für Kopf und Herz. Und da wir ja dieses Jahr Adventsgegenkultur betreiben wollen, lade ich dich ein zu Deinem ganz eigenen Fasten. (Ich selbst verkneife mir Instagram ab dem 1. Advent, und freu mich noch gar nicht drauf…)

Unsere Challenge in der ersten Adventswoche:

„Ich kaufe keinen neuen Dekokram.“
(Auch wenn er mich auf dem Adventsmarkt noch so anlacht.)

Ich bin sicher:  Ruhe wird in dein Leben fließen inklusive neuer Kreativität. Ohne den inneren Zwang, jemand anderen kopieren zu müssen. Ohne das nagende Gefühl, nicht zu genügen. Du wirst deine eigenen Gedanken hören. Und vielleicht sogar Gottes Stimme – beide müssen nicht mehr mit dem Lärm der Welt konkurrieren.

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Wenn es hektisch wird, krame ich wieder meinen Tagesplaner raus mit dem ich mich strukturieren und ganz bewusst kleine Nischen für mich einplane. Du kannst ihn hier ausdrucken.


Motto der Woche

Nutze, was du hast::

Was könntest du in der Adventszeit mit dem machen, was du bereits zu Hause hast?Getrocknete Orangenscheiben. Moos. Tannenzapfen. Rote Beeren. Kleine rote Äpfel. Walnüsse. Fichtenzweige. Alte Kuchenformen. Ausstecherle. Rotes Band. Alte Gesangbücher. Marmeladengläser. Filz. Salzteig. Schöne Äste. Zimtstangen. Holzkisten und -schubladen. Efeu. Wolle. Bilderrahmen.

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Entertainment-Ecke

Ich bin bekennender Fan der Landfrauenküche im Bayerischen Fernsehen. Im Advent gibt es eine Sonder-Edition. Entweder immer Montags im BR um 20.15 Uhr oder in der Mediathek.

Flashmobs haben ihre besten Tage lange hinter sich, aber diesen schaue ich mir jedes Jahr in der Weihnachtszeit wieder an und heule ein bisschen:

https://www.youtube.com/watch?v=SXh7JR9oKVE

Und auch dieses Video hat alle Jahre wieder seinen grandiosen Auftritt:

Christmas is the best…even at its worst:

 


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Dressember, Einfache Adventszeit, Familie, Rezepte

Anfang Dezember

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Leute, ich fass mich heute kurz. Es stehlen einem schon genug Leute die kostbare Zeit im Advent. Werbefritzen zum Beispiel. Und Vereinsmeier. Jeder schreit hier und kauft mich und lest das und back jenes. Ich möchte nur kurz ein bisschen auf die letzten Tage zurückblicken.

Momentan gehöre ich mal wieder zu den Lerchen, die es sehr früh aus dem Nest treibt. Während das ganze Haus noch schläft und nur die Katze um ihr Frühstück bettelt, hole ich Schreibzeug und mein wunderbares, katholisches (!) Andachtsheft heraus, um eine Weile über einem Bibeltext zu meditieren. Bevor der Tag und Weihnachtsirrsinn an mir zerrt, mache ich Raum für denjenigen, um den es in dieser Zeit geht. Ganz nebenbei lerne ich auch noch so einiges über Maria und Papst Benedikt. Wenn ich über meinen beschränkten Tellerrand schaue, lerne ich von dem Anderen, den ich normalerweise fest in einer Schublade verschlossen habe. 

Weniger belehren. Mehr lernen. Zuhören. Raum machen.

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Danke euch Lieben, die bisher für meine Dressember-Aktion gespendet haben. Bisher habe ich ein Viertel der angepeilten Spendensumme zusammen. Ich werde euch also noch ein bissl in den Ohren liegen mit meinem Anliegen! Wer möchte, darf die Summe hier gerne noch ein bisschen in die Höhe treiben. Danke, Danke und DANKE!

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In meinem Heimatort war wieder Adventsmarkt. Wie immer ganz wunderweihnachtlich schön. Der Hof erstrahlte im Lichter-Glanz mit einer dicken Schicht Wehmut. Meine Eltern wohnen hier nicht mehr. Es bleibt nur Erinnerung.  Um so dankbarer bin ich, wenn ich jedes Mal bei einem Besuch bei meinen Eltern ein kleines vertrautes Stück unseres Zuhauses erbe. Dieses Mal ein Eierschränkchen, das schon meine Großeltern benutzten. Nun hängt es in unserer Küche und erinnert mich an unsere alte elterliche Küche.

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Gestern trudelte ein Adventskoffer in unser Haus. Das ist hier am Ort eine kleine Tradition, in die wir mit aufgenommen wurden. Was haben wir uns gefreut, als wir ihn öffneten und all die liebevollen Gaben begutachteten, von der wir eine aussuchen durften. Wir legten ein kleines Geschenk hinein und reichten den kleinen roten Koffer weiter. Er ist ein Symbol dafür geworden, dass wir irgendwie ein bisschen angekommen sind.

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Seit Jahren will ich unbedingt Rugelach backen, aber erst heute habe ich mir tatsächlich dafür die Zeit genommen. Weil Christina, bei der ich vorhin zu Besuch war, unbedingt das Rezept haben möchte, hinterlasse ich es unten zum allgemeinen Nachbacken. Echt Leute, die Rugelach sind ziemlich das Beste, was jemals meinen Backofen verlassen hat!

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Ich stelle fest, dass ich jetzt doch eure Zeit gestohlen habe. Lies das, back jenes, spende hier! Sorry, dass ich heute trotz bester Vorhaben so eine elende Labertasche war. Dafür werde ich mich für den Rest der Adventszeit kurz halten. Versprochen. Damit wir alle ein bisschen Ruhe finden in dieser lauten Zeit.

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Rezept Rugelach (aus dem Buch Christmas Cooking in New York)

Für den Teig: 

280 g weiche Butter
240 g Frischkäse
1 Prise Salz
320 g Mehl

Butter und Frischkäse cremig rühren. Salz und Mehl beigeben und das Ganze zu einem glatten Teig verkneten. 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung: 

220 g fein gehackte Zartbitterschokolade
180 g brauner Zucker
1 EL Zimt
80 g flüssige Butter
nach Belieben eine Handvoll Rosinen

Schokolade mit dem Zucker und Zimt vermischen. Den Teig 2mm dünn auswellen und die flüssige Butter darauf verteilen. Dann in Dreiecke mit 8 bis 10 cm Seitenlänge schneiden (geht super mit dem Pizzaschneider). Die Schoko-Zimt-Zucker-Mischung darauf verteilen und mit Rosinen bestreuen.

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Teigdreiecke zu kleinen Croissants aufrollen und leicht krümmen. Die Rugelach auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Für die Glasur: 

1 Eiweiß
1 TL Wasser
50 g Puderzucker
1 TL Zimt

Das Wasser mit dem Eiweiß vermengen und die Rugelach damit einpinseln. Puderzucker und Zimt darüber streuen. Die Rugelach im Ofen ca. 15 Minuten goldbraun backen.

Und bitte vor Verzehr unbedingt ganz abkühlen lassen (und nicht wie Frau Smoor sich mit drei heißen Rugelach den Gaumen versengen).

 

 

 

 

 

 

Einfache Adventszeit, Familie, Hobbies, Musik, Nähen, Weihnachten

Ende November

Hier bin ich wieder – wie jedes Jahr Ende November in einem Wirbelwind aus Geburtstagen, Adventsmarktvorbereitungen und ersten Anzeichen von Weihnachts-Extase. Hände, Kopf und Herz sind bis an den Rand gefüllt mit so vielen guten Dingen, so dass anderes hinten runter fällt. Eine Keller-Aufräum-Akton zum Beispiel, die ich seit sechs Monaten vor mir her schiebe. Oder meine Pilates-Stunde heute Abend. Vier Tage lang habe ich ein vor Aufregung blubberndes Kind bändigen müssen und heute einen Vogel-Geburtstag geschmissen (meine Jüngste wählt jedes Jahr ein Tiermotto aus). Mir steht jetzt der Sinn danach, den übrig gebliebenen Oreo-Keks zu futtern und die Füße hochzulegen. Pilates muss heute ohne mich stattfinden. Und der Keller bleibt halt noch mal ein paar weitere Wochen im Zustand der totalen Anarchie.

Aber ist es zu fassen, dass es sieben Jahre her ist, seit mein kleines Kindchen entschlossen auf die Welt geschossen kam? Jawoll. Entschlossen geschossen. Das sagt auch schon alles über ihre Persönlichkeit aus.

Gestern hat sie entschlossen OHNE mich alle Muffins für ihre Klasse dekoriert. Ich zog mich heimlich zurück und habe ihr Geburtstagskleid zu Ende genäht. Als ich es fertig in den Händen hielt, schüttelte ich frustriert den Kopf. Viel zu groß! Das passt ihr vielleicht mit 12! Als sie es heute früh begeistert über den Kopf zog, musste ich erschrocken feststellen, dass es ihr passt. Geht es nur mir so, dass man das jüngste Familienmitglied im Kopf unbewusst klein hält?

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Jetzt also kein Sport, nur Couch. Morgen geht’s hier eh wieder rund. Dann heißt es: Adventsmarkt vorbereiten. Die Nähmaschine surrt und produziert Seilkörbchen. Zwischendrin halte ich mich mit meinem israelischen Lieblings-Instantkaffee wach (Danke Chrissi für das beste Israel-Mitbringsel der Welt- abgesehen von Krembo und Za’tar).

Und in den winzigen Zeitnischen zerre ich Tannenzweige ins Haus, wuchte Dekokartons aus der Garage und übe Weihnachtslieder am Klavier. Über allem liegt der Klang von Nat King Cole und Dean Martin, die mir in Endlosschleife „Merry Christmas“ wünschen.

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Aufatmen im Advent, DIY, Einfache Adventszeit, Familie, Weihnachten

Dinge, die wir im Dezember lieben

…Geheimnisse. Zimmertüren, die sonst sperrangelweit offen stehen, bleiben verschlossen. „Komm bloß nicht rein“, ruft eine panische Amelie, wenn ich mich ihrem Zimmer nähere.

…Tee. Jeden Morgen mache ich Amelie eine große Thermoskanne voll Tee, den sie dann später in ihrer Klasse verdealt. Sie liebt Spekulatius-Tee, Schoko-Chai und Bergkräuter-Tee. Jeden Nachmittag, wenn um vier Uhr die Dämmerung einsetzt, machen wir eine weitere Tee-Stunde.

img_4889…Karten schreiben. Jedes Jahr am 1. Dezember behaupte ich laut: „Dieses Jahr geb ich mir keinen Weihnachtskarten-Stress!“ Spätestens zu Nikolaus habe ich einen Stapel Karten besorgt oder selbst bedruckt. Ich sitze am Esstisch, ganz altmodisch mit Adressbuch und Füllfederhalter, und verweile mit jeder Karte bei einer Person, die ich gern habe.

…Backen. Diese Woche hab ich einen großen Brotbacktag eingeschoben und ein paar Laibe Sauerteigbrot für die Feiertage eingefroren. Eine letzte Fuhre schlesische Pfefferkuchen haben heute die Kinder alleine gebacken. Ich staune….sind sie wirklich schon so groß, dass ich kaffeetrinkend und zeitungslesend daneben sitzen kann und keinen Finger rühren muss (bis aufs Aufräumen natürlich)??

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…Kürbis, Kohl, Bohnen, Wurzelgemüse – am liebsten alles zusammen in Eintöpfen. Das wärmt von innen heraus und „erdet“ mich.

…Das Buch „Hannah Coulter“ von Wendell Berry, das wir für unseren Book-Club lesen. Ich habe es im Sommer für mich entdeckt und lese es jetzt begeistert und heulend zum zweiten Mal.

…Pläne machen fürs neue Jahr. Gute Pläne. Große Pläne.

…Geburtstagspläne schmieden und Einladungen schreiben und von Geschenken träumen. img_4886

…Heimliche Näh-Sessions am Abend. Amelie wünscht sich neue Leggins. Mit diesem Schnittmuster geht das ratz-fatz und die Leggins sitzen wie angegossen.

…Gemeinsam in alten Fotoalben blättern.

…bei Frost durch den Wald joggen.

…Geschenkpapier bestempeln. Das hält meine gelangweilte Josefine auf Trab. img_4904

…Vorfreude auf gemeinsame Zeit mit Schwiegereltern, Eltern und Geschwistern.

…Üben fürs Krippenspiel – und dabei die Aufregung der Kinder beobachten.

…Die Lichterketten IM Haus. Wir haben uns dieses Jahr gefragt, warum wir eigentlich Lichterketten außen anbringen, wo wir sie gar nicht sehen. Ja, warum eigentlich?? Also haben wir sie innen aufgehängt. Mein Favorit: Lichterkette im Schlafzimmer.

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Und was liebt ihr im Dezember?

 

Einfache Adventszeit, Freitags-Futter, Gedanken

Freitagsfutter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich “gefüttert”?

Montagabend Book-Club.

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Sally stellt ein Buch vor, das sie regelmäßig im Advent liest. Dann hält sie es hoch und fragt: „Wer möchte es ausl….“ „ICH!“

Nun lese ich täglich in „Watch for the Light“. Unter anderem kommen in dem Buch Bonhoeffer, Donne, Aquinas, Nouwen und Yancey zu Wort. Ich sauge jeden einzelnen Satz wie eine Verdurstende auf. (Und dabei stelle ich wieder fest: Schreiben ist keine unnütze Sache!).

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Vorgestern las ich diesen Augenöffner:

„How are we to carry out all the tasks laid upon us; how are we to plan our next year; how shall we find the strength both for securing our economic needs and in reaching out to the needs of others? But as important as these questions are, it is more important to remember the ancient question ‚why‘.“ Philip Britts

Wir sollten innehalte und aufhören zu fragen: „Wie soll ich das alles schaffen“ und stattdessen nach dem „Warum“ zu fragen. 

Warum tue ich das?

Warum brauche ich das alles? Brauche ich das alles?

Warum ist mein Kalender so voll?

Warum bin ich so gehetzt?

Warum muss alles ins Detail geplant sein? Muss alles ins Detail geplant sein?

Warum treibe ich jeden Tag meine Kinder an?

Warum bin ich unzufrieden mit meinem Mann?

Warum bin ich unzufrieden mit mir selbst?

Aus den Warums fließen die Antworten, die uns zeigen, wie irrelevant vieles ist. Wir können Dinge getrost aus unseren Kalendern und Listen purzeln lassen. Ohne Verlust.

In den Warums erkennen wir, dass das Leben unperfekt bleiben und sich immer gegen unsere Optimierungs-Bemühungen sträuben wird.

Die Warums zeigen mir, dass ich immer und immer wieder meine Hände öffnen und loslassen muss. Um sie mir füllen zu lassen mit Dingen, die ganz anders aussehen als erwartet.

Wir können Weihnachten für uns klein und für andere groß machen. Kleine Geschenke. Weniger Spielzeug. Weniger auf dem Plätzchenteller. Mehr in die „Brot-für-die-Welt“-Tüte. Weniger auf den Listen. Mehr Zeit. Weniger Schreien. Mehr Umarmungen.