Wie sag ich’s den Kindern?

Glauben als Familie (mitten in der Dekonstruktion) leben

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„Machen wir heute Abend eine Andacht?“

Es ist Sonntag. Ein wenig regnerisch, ein wenig trüb. Drinnenbleibwetter, das es uns leicht macht, uns an unser Sonntagsritual zu erinnern. Wir holen die verstaubte Gitarre aus dem Arbeitszimmer, suchen zwei Lieder aus dem zerfledderten Liederbuch aus, mein Mann und ich lesen eine kurze Familienandacht vor. Ich bin die einzige, die die Töne beim Singen trifft und das gemeinsame Gebet fällt spärlich aus. Es entwickelt sich eine lebhafte Diskussion. Alle Fragen dürfen gestellt werden. Und mehrere Male muss ich mit „Ich weiß es nicht“ antworten. Aber immerhin geben mir diese 15 Minuten das Gefühl, dass wir unseren Kindern etwas von unserem Glauben mitgeben. So spärlich es auch ist.

Im Judentum ist die Familie die erste Gemeinde. Die Keimzelle. Das tröstet mich sehr, seitdem wir vor vielen Jahren aus der Freikirche ausgestiegen sind. Immer wieder werde ich auf Veranstaltungen gefragt, in welche Gemeinde wir denn gehen. Manchmal antworte ich: „Wir praktizieren das wie unsere jüdischen Mitmenschen – bei uns ist die Familie die Gemeinde.“ (Aber meistes reagiere ich mit: „Wir gehen in die evangelische Landeskirche.“ Das ruft genauso viel Befremdung wie die vorige Aussage hervor.)

In den letzten Jahren ist uns eine Sache wichtig geworden: Unseren Kindern einen gesunden, gelassenen Glauben mit auf den Weg zu geben ohne angst- und krankmachende Dogmen. Und ihnen den Glauben nicht zwangszufüttern. Ich habe zu oft beobachtet, wie Kinder regelrecht auf den Glauben gedrillt werden. Sie geben schlaue Antworten auf Glaubensfragen, kennen sich in der Bibel genauso gut aus wie auf ihrer Lieblings-App. Aber alles klingt ein wenig zu einstudiert, zu automatisiert, zu indoktriniert.

Ein Kommentar zu „Wie sag ich’s den Kindern?

  1. Für mich gehört Rosamunde Pilchers „Wintersonne!“ In die Vorweihnachtszeit. Ich liebe es wie sich die Protagonisten in schwierigen Lebenssituationen zusammenfinden, um nicht alle in zu sein und zusammen Weihnachten feuern. Habe ich bestimmt schon fünf Mal gelesen. 🙂

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