Revolution an der Nähmaschine

IMG_9124_edited-1Ich nähe.

Mit ratternder Nähmaschine und verwirrenden Schnittmustern und einem Schrank voller Stoff. Ich nähe Kissenbezüge und Leggins, Hoodies und Kleider, Vorhänge und Taschen. Hätte mir das jemand vor 10 Jahren prophezeit, wäre ich lachend vom Stuhl gefallen.

Im Gymnasium hatte ich bis zur sechsten Klasse Handarbeitsunterricht, was heute hoffnungslos zurückgeblieben klingt (und meiner Meinung nach unbedingt wieder auf den Lehrplan gehört). Es wäre eine Untertreibung zu behaupten, ich wäre eine gute Schülerin gewesen. Ich konnte gerade mal den Faden durchs Nadelloch fummeln, aber alles andere war für mich Raketenwissenschaft. Unsere Handarbeits-Lehrerin hatte mehr Falten im Gesicht als jeder Plissee-Rock. Wahrscheinlich hatte sie schon vor dem Krieg unterrichtet. Vor dem 1. Weltkrieg wohlgemerkt. Sie war ganz alte Schule: Das Nähen stellte auf keinen Fall eine vergnügliche Tätigkeit dar, sondern eine Disziplin, die man sich mit Gehorsam, Schweiß und Genauigkeit erkämpfen musste. Mit Schaudern denke ich an den Kissenbezug, den ich in der sechsten Klasse nähen musste. Wir bekamen alle den gleichen langweiligen beigefarbenen Stoff, dessen Farbe Erbrochenem ähnelte. Ich kämpfte mit der uralten Nähmaschine, meine verschwitzten Hände krampften sich um den Stoff, der Wellen warf, anstatt glatt und sauber hinter dem Nähfuß wieder aufzutauchen wie bei all den anderen braven Mädchen. Ich gab auf, kassierte eine schlechte Note und meine Mutter bekam zu Weihnachten Gott sei Dank kein hässliches Kissen mit schiefen Nähten und klaffendem Hotelverschluss. Nach diesem Debakel war mir klar, dass ich niemals in die Fußstapfen meiner Mutter treten würde, die das Schneiderhandwerk gelernt und sich ihr umwerfendes Brautkleid selbst genäht hatte. Ich war heilfroh, nie wieder an die Nähmaschine zu müssen.

Bis ich mit meinem zweiten Kind schwanger war.

Ein seltsames Hormon entfaltete seine Wirkung in mir und ich befürchtete, wenn ich nun kein Kissen für mein Baby nähte, würde es mit großen Defiziten heranwachsen. Es waren die Jahre, in denen der DIY-Hype noch in den Kinderschuhen steckte. Ich hatte aber urplötzlich das entfesselte Verlangen, mich an eine Nähmaschine setzen zu müssen.

In der Bücherei lieh ich mir ein Buch über Patchwork aus und wollte unbedingt den Kissenbezug auf Seite 18 nähen. Warum verspürte ich erst jetzt dieses Verlangen nach Handarbeit? Ich bin wohl einfach der klassische Spätzünder. Ich hatte als eine der Letzten in meiner Klasse die Periode bekommen, meinen ersten Freund mit 17, die Rebellion kam mit 21 und wie man den Ölstand am Auto testete, lernte ich mit 30. Ein Wunder, dass ich mein erstes Kind schon mit 34 bekam und nicht erst mit 44!

Da saß ich nun mit meinem dicken Bauch an der Nähmaschine meiner Mutter – die wie ein Rasenmäher klang. Also die Nähmaschine, nicht meine Mutter! Vor mir lag ein Berg Stoffreste, ein textiler Querschnitt des 20. Jahrhunderts: Spitze aus den 30ern, biederes rot-weiß aus den 50ern, psychedelisches Polyester aus den 70ern. Ich wählte rosa und blaue Farbtöne und legte noch etwas zarte Spitze daneben. Dann schnitt ich Vierecke zu und nähte eines an das andere. Es ging langsam, aber ich fand Gefallen an der gleichmäßigen Tätigkeit. Ich mochte das laute Rattern der Maschine und wie Schritt für Schritt aus einer Idee und Stoffresten, die Jahrzehnte in einer Kiste gelegen hatten, etwas Neues entstand. Mit Engelsgeduld erklärte mir meine Mutter jeden Nähschritt und ich konnte alles umsetzen. Ohne dass der Stoff Wellen warf! Nach einem halben Tag war der Kissenbezug fertig und ich war so stolz, dass ich jedem, den es interessierte oder auch nicht, den Kissenbezug unter die Nase hielt: „Das habe ich gemacht. ICH!!!“. Gott sei Dank war meine Familie nachsichtig mit ihrem schwangeren Mitglied.

Ein halbes Jahr später besaß ich Tochter Nr. 2 und eine eigene Nähmaschine. Nach dem Kissenbezug war ich überzeugt, ich hätte den Gipfel meiner Fähigkeiten ausgeschöpft. Aber das stimmte nicht. Mit jedem weiteren kleinen Nähprojekt, das ich mir vornahm, erweiterte ich mein Können. Ich war fasziniert davon und bin es noch heute, dass aus einem Haufen unförmigen Stoffes und Fadens etwas entsteht, das meine Kinder zumeist gerne tragen.

Das Nähenlernen zeigte mir, dass ich immer mehr kann, als ich mir selbst zutraue. Seit dem Nachmittag mit meiner Mutter und ihrer Nähmaschine habe ich mich oft neu herausgefordert: Brotbacken, einen Garten anlegen, Vorräte einkochen, Schreiben. Ach ja, und meine Strickkünste habe ich auch neu aktiviert. Meine leidvolle Sockenstrick-Episode aus der 6. Klasse möchte ich euch an dieser Stelle ersparen.

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Was für mich heute Leidenschaft mit Mehrwert ist, war für unsere Vorfahren eine Notwendigkeit. Bis sich in den 50er und 60er Jahren die Frauen mit der Anschaffung moderner Haushaltsgeräte von einem Großteil der Hausarbeit befreiten, um außer Haus arbeiten gehen zu können. Es war die Zeit neu anbrechenden Wohlstands und jeder wollte daran teilhaben. Schleichend wurden Heim und Haus zu reinen Orten des Konsums und man vergaß, wie man einen Knopf annäht oder Reinigungsmittel herstellt. Wir Frauen wollten Befreiung und haben uns nur in eine neue Art der Versklavung begeben. Was für ein schlechter Handel war das im Grunde? Wir haben unsere Haushalte gegen Karrieren eingetauscht, weil uns Unabhängigkeit und Wohlstand versprochen wurde. Wir haben damit aber auch den Geruch aufgehenden Brotteiges und den natürlichen Rhythmus unserer Kreativität, das umsichtige Prägen unserer Familie und unsere Wahlfreiheit eingetauscht. In letzter Zeit ahnen einige von uns, dass wir einer Illusion aufsaßen und sehnen uns, einen Schritt zurückgehen zu können. Von Generation zu Generation wurde uraltes Wissen und Können weitergegeben und wir waren eine der ersten, die nichts mehr damit zu tun haben wollten. Es hätte unserer Selbstverwirklichung und der eigenen Individualität im Wege gestanden. Mit dem Patchwork-Kissenbezug wuchs in mir das Gefühlt, etwas Wertvolles wiederentdeckt zu haben, was ich beinahe weggeworfen hätte.

Ich blieb aus freien Stücken daheim bei meinen Kindern, ich wollte unser eigenes Brot backen und den eigenen Joghurt machen, ich wollte unsere eigenen Sachen reparieren, wenn sie kaputt gingen. Ich wollte altes Kräuterwissen reaktivieren und anwenden, Apfelmus kochen und Gurken einwecken. Und natürlich nähen. Das klingt so abgefahren, so altbacken, so….hoffnungslos zurückgeblieben. Aber ich steh fröhlich dazu.

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Viele Frauen entscheiden sich für einen anderen Weg und das ist in Ordnung, so lange es wirklich ihr Weg ist und sie ihn nicht wählten, weil sie unter gesellschaftlichem Druck einknicken.

Ich werde durchaus belächelt. Warum sollte ich mir die Mühe machen, eine Leggins zu reparieren, wenn ich diese billig im Dreier-Pack bei KiK bekomme? Warum sollte ich einen Sauerteig vier Tage lang züchten und dabei hüten wie eine hochsensible Prinzessin auf der Erbse, wenn der Bäcker direkt ums Eck liegt? Und warum sollte ich Vorhänge nähen, wenn ich sie beim Schweden meines Vertrauens nachgeschmissen bekomme? Ich hätte einige Antworten parat, aber eine liegt mir ganz zuvorderst auf der Zunge: Weil ich Lust am Schaffen habe. Am Anfang ist da nichts außer ein paar alter Fetzen Stoff, einer vagen Idee, ein wenig Mehl. Und dann – aus dem Wenigen, aus dem Nichts – entsteht ein Kleid, ein Blogeintrag, ein Brot. Es ist die Schöpferlust, die in uns allen gärt und oft allem rationalen Denken widerspricht. Warum sollte ich ein neues Lied schreiben, wenn das vor mir schon Beethoven, Bach, die Beatles und Beyonce getan haben? Warum sollte ich einen Blogeintrag verfassen, wenn das Tausende ebenfalls und oft sogar besser tun? Warum sollte ich ein Brot backen, wenn ich es kaufen kann? Warum sollte ich ein weiteres Buch verfassen, wenn es ein Hemingway, ein Tolstoi, eine Arendt mit soviel Grandesse taten?

Weil ich nicht anders kann. Meine Schaffenslust ist eine Macht, die größer ist als meine Zweifel. Weil es mich lebendig macht. Weil es mir unendlich viel Freude bringt.

Ich glaube, dass wir alle die Schöpferlust in uns tragen. Weil wir ein Abbild Gottes sind. Der große Schöpfer, der aus dem Nichts Galaxien, unsere Erde, die unerforschten Tiefen des Meeres, Koalabären, Nacktmulle und das menschliche Nervensystem geschaffen hat. Und siehe, es war sehr gut.

Mit jedem Akt der Kreativität haben wir Anteil an dem Sehr Gut Gottes. Und deshalb ist es völlig egal, ob andere es besser können. Ob meine Handarbeitslehrerein missbilligend den Kopf angesichts meiner schiefen Nähte schüttelt. Ob sich meine Bücher verkaufen oder nicht. Nähen macht mich lebendig und ich stelle mir vor, wie Gott darüber vor Freude tanzt. Ich glaube tatsächlich – und erklärt mich ruhig für verrückt – dass ich mit jeder Naht, mit jedem Brot, mit jedem gesaugten Teppich Gott ehre.

Unsere Rückeroberung der Nähmaschinen, Stricknadeln, Küchen und Gärten ist eine Revolution, eine Zurückweisung des entfesselten Konsums und der hilflosen Abhängigkeit von unserer Industrie. Eine Zurückweisung der Idee, wir Frauen wären nur dann glücklich, wenn wir einer vorgeschriebenen Karriere folgten.

Für mich ist Nähen der neue Lobpreis. Kochen eine Hymne an meinen Gott. Gärtnern meine Stille Zeit.

Weil ich von einem Gott gemacht wurde, der gutes Sauerteigbrot und Menschen, unsere Schöpferlust und Patchworkkissen liebt.

17 Kommentare zu „Revolution an der Nähmaschine

  1. Aber sowas von absolut. Toll geschrieben und direkt aus meinem Herzen. Wieviel ist uns verloren gegangen. Lasst es uns wieder entdecken und als die Frauen leben als die uns Gott geschaffen hat.

  2. Und wer, ihr Lieben, besiegt dann Krebs, löst politische Konflikte und kämpft für die Einhaltung der Menschenrechte? Gott hat uns als Hausfrauen erschaffen? Wenn das stimmt. Wenn der Rückzug ins private Biedermeier-Glück die Antwort sein soll auf die Herausforderungen unserer Zeit, dann gnade uns Gott. Versteht mich nicht falsch, ich backe, wecke, koche und bastle auch gerne. Aber ich gehe auch gerne zur Arbeit. Liebe meine finanzielle Unabhängigkeit. Und lebe meinen Töchtern ein Frauenbild vor, dass, wie ich glaube, uns als Frauen und Weltbürgerinnen weiterbringt, mehr erfüllt und auf Dauer auch glücklicher macht als dieses Ich-lebe-nur-für-meine-Familie-Ding. Sonst endet man als Wawuschelmutter, immer jammernd und Marmelade kochend am Herd. Während die anderen die tollsten Abenteuer erleben. Also, seid mutig und geht Marmoffel jagen!

    1. Nein, Gott hat uns nicht als Haufrauen erschaffen. Schrecklich, wenn wir alle in EINE Schablone gepresst würden. Die Diskussion hier auf dem Blog ist bereits alt….aber ich greife sie gerne nochmals auf: Wenn wir nicht das stärken, was in uns vorhanden ist, dann sind wir bloßer Spielball gesellschaftlicher Konventionen. Ich sehe das bei sovielen Frauen in meinem Umfeld, die wirklich lieber daheim blieben – es auch oft in finanzieller Hinsicht könnten – aber sich dann doch zwischen Job und Haus und Kindern völlig aufreiben lassen. Ich möchte meinen Töchtern nicht irgendein Bild vorleben, sondern in erster Linie echt sein und sie ermutigen, später ebenfalls ihren ganz eigenen Weg zu gehen. Egal, wie die gesellschaftlichen Konventionen gerade sein mögen. Du argumentierst, dass häusliches Leben eine Flucht ist. Ich sage, dass die häusliche Arbeit eine ganz eigene Dynamik freisetzt, die Veränderung, Befähigung und eine Gegenkultur zum grenzenlosen Wirtschaftswachstum und Konsumterror bewirkt. Und ja, ich habe Freundinnen, die außer Haus arbeiten….sie unterrichten, beraten, bauen, planen, heilen. Sie sind großartig.
      Übrigens war ich heute früh Brombeeren pflücken und werde nachher Marmelade kochen. Später werde ich mit meiner Tochter ihre Angstmonster jagen. Das sind meine heutigen Abenteuer als Wawuschelmutter.

      1. Bin ganz Deiner Meinung, liebe Vroni, bei allem, was Du über Kreativität und den Gegenentwurf zur Konsumkultur sagst.
        Aber: Wo sind dabei die Männer? Müssen die weiter den gesellschaftlichen Konventionen entsprechen, 24/7 (berufliche) Leistung erbringen? Abwesend sein aus der Familie und bei all den wunderbar kreativen Tätigkeiten, die Du beschreibst? Ich denke, wir alle – Männer genau wie Frauen – brauchen Befreiung aus unserer irrwitzigen Wachstums-, Leistungs- und Konsumwelt. Damit in Familien und in jedem Menschen tatsächlich das Leben in all seiner Fülle wachsen kann!
        Vielleicht geht es ja auch gar nicht um den Gegensatz bezahlter Beruf – Freiheit zu Hause, sondern darum, dass jede/r möglichst ausgiebig die Dinge tun kann, die er/sie mit Leidenschaft tut. Da wäre so ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle oder sowas wie das Familieneinkommen der ÖDP keine schlechte Idee, oder?
        Jedenfalls ein schönes Wochenende Euch!

      2. Gute Gedanken. Ja, ich denke auch mit Sorge an die Männer. In meinem Umfeld stemmen viele mit letzter Kraft ihren anspruchsvollen Job und die Anforderung daheim. Das Thema treibt mich seit langem rum und ich frage mich, welchen Preis wir für unser abgesicherteres konsumgesteuertes Leben zahlen.

    2. Hm, ich hatte den Text eher dahingehend verstanden, der eigenen Berufung zu folgen. Egal, ob dieser Ruf in die eigenen vier Wände oder in die Hirnforschung führt. Nur, wenn er in die eigenen vier Wände führt, dann sollte dies eben auch Wertschätzung erfahren, denn es ist eine wertvolle und wunderbare Arbeit. Ich habe sechs Jahre studiert, eine vierjährige Fachausbildung obendraufgesetzt und ich weiß mich zu diesem Zeitpunkt bei meiner Familie am richtigen Ort. Das macht mich aber nicht zur Wawuschelmama. Die Wawuschels konnte ich nämlich schon als Kind nicht leiden. Und auch ich kenne viele, die in einem ungeliebten Beruf dümpeln, um einem Wohlstandsideal nachzujagen und ihre Kinder ganztägig außer Haus geben, obwohl ihnen die Seele schmerzt.

  3. Ja! Ja! Und nochmals Ja!
    Es ist fast so, als würde ich lesen, wie es bei mir war 😊.
    Einen grünen Daumen hab ich zwar immer noch nicht, aber dafür koche, bastle, nähe und stricke ich sehr gerne. Und das, obwohl ich während meiner Grundschulzeit die gleiche traumatische Erfahrung wie du gemacht habe. Es kam einem Weltwunder gleich, wenn ich eine Nadel vom Nadelspiel ohne Fehler zu Ende strickte. Und dann hab ich tatsächlich meine Ausbildung an der Nähmaschine gemacht. Irgendwie seltsam, aber wahrscheinlich lag es mir doch im Blut. Es musste nur geweckt werden…

    Und auf jeden Fall möchte ich alle Mama’s ermutigen, wenn es finanziell irgend möglich ist, zuhause zu bleiben. Denn wir haben Kinder anvertraut bekommen, die wir mit Gottes Hilfe für die Ewigkeit formen dürfen.
    Es liegt ein großer Segen darin, Zeit für meine Kinder zu haben und in die Familie zu investieren. Und das kann ich nur, wenn ich nicht zwischen Arbeitsplatz und Haushalt irgendwo Zeit für meine Familie ‚einplanen‘ muss. Natürlich ist mir bewusst, dass es manchmal nicht anders möglich ist. Aber es geht für Christen gar nicht darum, etwas in der Welt sein zu wollen oder Bestätigung von Menschen zu erhalten, die mir gar nicht wirklich nahe stehen. Sondern so zu leben, wie Gott es will! Lest dazu einfach mal aus dem Brief an Titus, Kapitel 2, die Verse 3-5.
    Ich bin gerne zuhause bei meinen Kindern geblieben und hatte auch nie das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben. Sondern wusste mich an den Platz gestellt, den Gott für mich vorgesehen hat und war glücklich damit!

  4. Liebe Veronika,
    Mir gefällt der Gedanke sehr, dass ich mit meinem kreativen Tun, mit meiner Hand-Arbeit, mit dem was ich schaffe Gott anbeten und Er sich darüber freut! – Es tat mir grad gut Deinen Text zu lesen! Vielen Dank! …und jetzt setz ich mich an meine Nähmaschine! Vielen Grüße Kerstin

  5. Liebe Veronika,

    danke für diesen wundervollen Beitrag. Es ist zu spüren, wie Du mit dem Herzen schöpferisch und kreativ bist. Hausfrau und Mutter zu sein ist ein Geschenk und schöpferisch tätig zu sein, öffnet das Herz! Alles Liebe für Dich und danke, dass Du uns an Deinen Gedanken teilhaben lässt, sie regen stets zum Nachdenken an. Liebe Grüße Theresia

  6. Vielen Dank für diesen tollen Blogeintrag.
    Ich habe einige Gedanken von mir, darin wieder gefunden, dass in uns dieses Schaffen liegt, z.B.
    Ich schätze am Selbermachen auch sehr, dass man eben eigene Erfahrungen macht, es manchmal auch Zeit braucht und man sich so manche Tricks und Kniffe erarbeitet.
    Es klappt einfach nicht auf Anhieb, etwas super gut gleich hin zu bekommen. Man muss vieles erst einmal austesten. Und man beschäftigt sich intensiv mit dem Material. Das macht es für mich auch aus.

  7. Liebe Veronika,

    ich kann noch das Buch „Muttertier: Eine Ansage “ von Birgit Kelle aus dem Adeo Verlag empfehlen. Es ist wunderbar geschrieben und wirklich lesenswert. Alles Liebe Theresia

    1. Oh, der Titel hat mich immer ziemlich abgeschreckt…. Und die Autorin entbehrt – zumindest auf Facebook – nicht einer gewissen Polemik…Also, ich zögere noch 😉 Vielleicht les ich mal rein – Danke für den Tipp.

  8. „Für mich ist Nähen der neue Lobpreis. Kochen eine Hymne an meinen Gott. Gärtnern meine Stille Zeit.“ – Das klingt gut. So habe ich es noch nicht gesehen. Das merke ich mir.

    Können wir das Fortführen? Kinder zum KiGA bringen…, Wäsche falten…, Da fällt mir ein: Eine Bekannte sagte mal, bei jedem Wäschefalten betet sie für die Person, für die sie gerade die Wäsche faltet. So wird auch diese (für mich) langweiligste aller Tätigkeiten zelebriert. Danke für die Erinnerung.

  9. Ich habe einige Tage lang überlegt, ob ich einen Kommentar zu diesem Eintrag schreiben soll. Aber mich jetzt doch entschlossen…
    Liebe Veronika, ich habe deinen Blog vor zwei Jahren entdeckt und ihn sehr schnell schätzen gelernt! Viele wertvolle Gedanken, tolle Bilder, Fragen, die mich zum Nachdenken einladen und ich habe mich sehr gefreut, als ich letztes Jahr :heiliger Alltag“ geschenkt bekam. Was für ein Segen eine Brille zu bekommen mit der man den grauen Alltag ein bisschen wie mit Gottes Augen sehen kann!
    Trotzdem musste ich mir in den letzten Monaten immer mal wieder eine Pause von deinem Blog auferlegen. Nicht, weil das was du schreibst weniger interessant wäre als zu vor, sondern weil er mich einfach so schmerzlich daran erinnert wie weit entfernt mein eingenes Leben von dem ist, was ich hier lese.
    Ich bin Mama vierjähriger Zwillinge und arbeite in Vollzeit. Nein, das liegt nicht daran, dass ich dem gesellschaftlichen Druck nicht standhalten würde, der Frauen heutzutage weismacht, dass Karriere ein Muss ist – das liegt daran, dass ich unsere Familie ernähren muss und meinem Mann eine Ausbildung. Das ist nicht das Leben, was ich mir heraus gesucht habe und ich Kämpfe jeden Tag und ich überlege immer wieder nach Alternativen, aber ich finde keine. Ich muss einfach durchhalten bis mein Mann mit der Ausbildung fertig ist, arbeiten kann und die Last gleichmäßiger verteilt ist…
    Aber gerade ein Eintrag wie dieser macht mich traurig, denn ich vermisse Demut! Demut dafür, dass ein Leben in dem Zeit bleibt, um Brot selbst und backen usw. Nur so wenig eigener Verdienst und ganz viel Gnade ist. Es mag sein, dass es Frauen gibt, die zu Hause bleiben möchten und es nicht tun, obwohl sie es könnten, weil sie einem vermeintlichen Diktat folgen. Aber vergesst doch bitte all jene Mütter und auch Väter nicht, die das gern tun würden, aber einfach nicht können! Die ebenso gern nähen würden oder Baumhäuser bauen, deren Lebensumstände es aber nicht zulassen!

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