Klangwechsel – Teil 2

Ich hatte ja versprochen über meinen neuen Tagesablauf zu berichten. Leider bin ich keiner der Menschen, die auf Schmalspurveränderungen stehen. Hier an einem Schräubchen drehen, da etwas verschieben. Nein, ich bin der radikale Brutalo-Typ. Ein bisschen Reisen? Nichts für mich. Ich kündige alles und backpacke ein Jahr um die Welt. Ein bisschen Schreiben? Das funktioniert ebenfalls nicht bei mir. Ich brauche die bedrängende Verbindlichkeit eines Blogs, um dran zu bleiben. Mal ein bisschen auf eigene Faust abnehmen? Nein. Ich mach das per Coaching und regelmäßiger Kontrolle von außen. Mal ein bisschen gemütlich asiatisch kochen? Nein. Ich kaufe Wok, Kochbücher, Zutaten. Und dann gibt es Pad Thai und Currys, bis uns der Asia-Kram zum Hals raus hängt. Ein kleines Beet im Garten umgraben? Nein. Ich stürze mich voll und ganz ins Gärtnern, kaufe mir Bücher, pflanze und jäte und gieße und pflege und lerne und ernte.

Ich habe es tatsächlich an den meisten Tagen (Heimatbesuch ausgenommen) geschafft, früh um 6 Uhr aufzustehen. In meinen Sportklamotten hatte ich sicherheitshalber schon geschlafen, um am frühen Morgen keine Ausflüchte zu haben. Dann eine halbe Stunde durch die Wiesen joggen. Ein absolut erhebendes Gefühl. Warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Dann ein Rundgang durch den Garten, bei dem ich verschiedene Kräuter pflücke, um mir anschließend einen Tee aufzubrühen. Duschen, Bibel lesen, Gedanken und Listen aufschreiben. Frühstück machen (heute gabs selbstgemachtes Zimt-Honigbrot mit selbstgemachtem Nutella. Ich bin ein Streber, ich weiß).

Mit diesem Vorlauf starte ich völlig anders in den Tag als sonst. Erfrischt. Stark. Mit guter Laune. Fühlt sich einfach besser an, als von den Kindern irgendwann völlig schlaftrunken aus den Träumen gerissen zu werden und einen Kaltstart hinlegen zu müssen. Statt einem mürrischen „Guten Morgen“ und „Lasst mich doch bitte noch fünf Minuten schlafen!!!“ begrüße ich nun meine Familie am Morgen völlig knitterfrei mit einem trällernden „Einen wunderschönen guten Moooorgen“.

Und abends? Es fällt mir noch sehr schwer, um 22 Uhr schlafen zu gehen. Mein inneres kleines Kind schreit auf: „Aber ich bin doch noch gar nicht müde!!“

„Halt die Klappe und schlaf jetzt!“

Aber das innere Kind nölt weiter bis Mitternacht. Dann gibt es Ruhe.

 

4 Kommentare zu „Klangwechsel – Teil 2

  1. Hört sich echt gut an, ich bin auch eigentlich ein Morgen-Mensch und liebe es, wenn es morgens noch so ruhig ist und sonst alles noch schläft. Wenn mein kleiner Bauchbewohner größer ist, möchte ich das auch mal testen! 🙂

    1. Hanna, mir geht es genauso. Früher war ich eine Nachteule und hab bis zwei Uhr (mittags *hüstel*) geschlafen. Und jetzt liebe ich auch den frühen Morgen, wenn alles noch schläft und ich „meine“ Zeit in vollen Zügen genießen kann. Alles Gute Dir und Deinem Baby!!

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