Ich bin nur Hausfrau und Mutter…WHAT?

„Ich bin….naja…Hausfrau…und Mutter“. Egal ob auf dem Amt oder auf Parties: Wenn es um meine berufliche Tätigkeit geht, dann quetsche ich mühsam diese Antwort heraus. Und hoffe, dass meine Gesichtszüge nichts von meiner peinlichen Berührtheit verraten. Dann lenke ich das Gespräch ganz schnell auf den Beruf meines Gegenübers, von dem ich hoffe, dass er mehr zu bieten hat. Architekt oder Journalist oder Nachrichtensprecher oder Dirigent oder Minenentschärfer.

Hinterher frage ich mich ernsthaft, warum ich mich für meinen Beruf…meine Berufung…schäme. Oder sogar schon fast entschuldige! Ich haue mir mit der flachen Hand an die Stirn und murmele vor mich hin:“Was ich tue ist wertvoll. Was ich tue ist wertvoll. Wo wäre die Gesellschaft, wenn es keine Mütter gäbe? Am A….!“

Und dann merke ich, dass es nicht nur um den gesellschaftspolitischen Aspekt geht. Sondern um meinen Selbstwert. Um das was ich bin, was ich liebe, was ich gut kann. Wenn ich mich und mein Muttersein abwerte, mir Schuldgefühle einreden lasse, weil ich ja „nur“ daheim bin, dann gerät mein Selbstwert in gefährliche Schieflage. Dann nämlich erkenne ich immer weniger, dass ich Wertvolles leiste (und nur weil ich kein messbares Ergebnis am Ende des Tages vorweisen kann, heißt das noch lange nicht, dass mein Tun nutzlos ist!). Was tue ich HEUTE Wertvolles als Mutter und Hausfrau?:

  • Ich spiele mit Josefine Puzzle und imitiere nebenbei lebensecht Tierlaute. Wenn ich so weiter mache, wird meine Tochter Zoologin…
  • Ich kümmere mich um meinen Garten. So dass neben Pommes und Pizza auch mal Biogemüse seinen Weg auf unseren Tisch findet!
  • Ich fahre Amelie zum Turnen.
  • Ich lege die Beine hoch und versuche was Ermutigendes für andere Mütter zu schreiben. Ganz nebenbei surfe ich auch bei Facebook, Pinterest und Google Reader vorbei. Natürlich nur zu Recherchezwecken.
  • Ich putze das Bad. Und das Klo. Würg.
  • Ich bete für meine Kids. Und meinen Mann. Das ist soo cool!
  • Ich schüttele die Sofakissen auf. Das brauche ich für mein inneres Gleichgewicht…

Das was ich tue ist lebensspendend. Vielleicht nicht immer auf den ersten Blick. Aber das, was ich finde, wenn ich mein Tun näher betrachte, übertrumpft alle vordergründigen Nichtigkeiten wie Kloputzen und Chauffeur-Tätigkeiten. Ich wende mich dem Leben zu, ich pflege es, ich stutze es zurecht, ich mache Fehler, ich stehe wieder auf, ich kämpfe wie eine Löwin und bin gerädert wie ein Marathonläufer.

Was ich aus meinem Hausfrauen- und Mütterdasein gelernt habe, ist das:

Wenn ich all meine fürsorglichen Dinge tue ohne Erwartung einer Gegenleistung, dann habe ich den wahren Kern der Liebe getroffen.

And it’s always about love, right?

2 Kommentare zu „Ich bin nur Hausfrau und Mutter…WHAT?

  1. …weißt Du Schatz…sieh´s doch mal so…es ist auf jeden Fall wertvoller als Datenbanken zu erstellen…. :)!!

    …ja ich verfolge Deinen Blog..Du hast etwas vergessen zu schreiben…Du bringst andere zum Lachen….auch das ist viel wertvoll….ob das jetzt als Chefredakteurin der Cosmopolitan tust…oder als Mutter…oder als Datenbankroboter….als Kollegin oder Freundin..als Ehefrau…Hausfrau…spielt keine Rolle….am Schluss zählt das Ergebnis…5 Minuten oder auch mal 5 Stunden….lachen mit Vroni….

    1. Oh je, die Datenbanken!! Hatte ich vollkommen verdrängt…AAHHH 🙂
      Danke für dein Feedback Gerlinde! Wir haben schon ewig nichts mehr voneinander gehört…Lass uns mal telen. Möchte unbedingt wissen, wie es dir geht!! Miss ya!

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