


Letzte Woche war dieses Zimmer gefüllt mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Wir suchten die Nähe des brennenden Ofens, teilten Geschichten, Tee und Plätzchen. Spielten Kartenspiele, schmückten den Baum. Seitdem denke ich über Orte nach, die wie dieser wärmende Ofen sind. Das können Lieblingsbücher sein, der Küchentisch bei der Oma, das Bett mit den vielen Kissen. Eine Kirche, ein Verein, eine Parkbank, eine Kneipe.
Ein wärmender Ofen für mich ist seit vielen Jahren dieser Blog, wo ich so viel mit euch teilen darf. Danke für eure Treue, für das Mitlesen und eure lieben Mails! Das ist Balsam. Wirklich.
Vielleicht magst du zu Weihnachten einen kleinen Platz an diesem „Ofen“ verschenken (oder dir selbst gönnen!). Mit einem Geschenkabo (wähle zwischen einem Monat für 4 Euro und einem Jahr für 36 Euro) kannst du jemandem eine Freude machen. Und damit meine Arbeit unterstützen.
Schreibt mir gerne in die Kommentare oder per Mail, welche Themen ihr euch für 2026 wünscht. Was darf gleichbleiben, was sollte sich ändern? Ich bin für jedes Feedback dankbar.






Vor ein paar Tagen klappte ich meinen Arbeits-Laptop zu. Ende, Finito, Urlaub, Hurra! Endlich konnte ich mich meinem DIY-Fieber hingeben. Ich hatte natürlich nicht alles abgearbeitet, einiges wanderte auf meine To-Do-Liste für den Januar. Bis dahin werde ich nicht mehr daran denken, die Aufgaben sind in der hintersten, dunkelsten Ecke geparkt, wo sie niemanden stören, bis ich sie wieder ans Licht eines grauen Januartages zerren werde.
Nicht um alles lässt sich am Jahresende eine saubere Schleife binden. Vielleicht haben wir gerade noch auf den letzten Drücker die Steuererklärung für 2024 abgegeben, vielleicht sogar daran gedacht, eine neue Mülltonne für 2026 zu bestellen und ein Geschenk für die außerordentlich engagierte Lehrerin zu besorgen. Aber anderes bleibt liegen. Und was war mit all den guten Absichten, mit denen wir vor 12 Monaten in ein neues Jahr starteten? Sind unsere Hoffnungen und Aussichten verblichen? Vielleicht stehen wir gerade wieder am selben Ausgangspunkt: Wir haben zu viel Geld ausgegeben, zu viel Zucker gegessen, zu viel am Handy gesessen.
Wir sollten den Ausblick auf das kommende Jahr nicht mit klobigen Vorsätzen, sondern mit herrlichen Plänen schmücken! *
Uns einen Raum schenken – und wenn es nur ein Wochenende ist – wo wir aufatmen können. Wir selbst sein können. An unser inneres Kind anknüpfen. In diesem Jahr war das für mich das Foto-Retreat mit Esther und anderen Frauen auf einer Selbstversorgerhütte. Ich will mir auch 2026 etwas schenken, das mit Natur, Wandern, Kunst, Abenteuer zu tun hat. Einmal im Jahr nehme ich Geld in die Hand – das ich an anderer Stelle gespart habe – und investiere in etwas, das mir die überschäumende Freude am Leben zurückgibt.
Daran musste ich letzte Woche denken, als am Bondi Beach 16 feiernde Menschen erschossen wurden. Verdammt, das Leben kann so kurz sein.
Im Schatten dieser Ereignisse überlegte meine israelische Work-Awayerin, ob sie zur offiziellen Chanukkahfeier in die Stadt gehen sollte. Einen ganzen Tag lang quälte sie sich mit dieser Frage. Bis ich sie mir vorknöpfte:
„Du gehst zur Feier – das ist ein Akt des Widerstands. Basta.“
German Direktheit rules.
Heute ist die längste Nacht des Jahres in der nördlichen Hemisphäre. Die Sonne hat ihren niedrigsten Stand erreicht und in dieser Minute versinkt sie bereits wieder hinter dem Horizont. Eine lange Nacht steht uns bevor.
Vielleicht war das ganze Jahr eine lange Nacht für dich. Oder du hast immer wieder mit sporadischen Dunkelheiten zu kämpfen. Der Gedanke an Weihnachten lässt dich nicht in Vorfreude ausbrechen. Du fragst dich, ob du ernsthaft feiern kannst, wenn das eigene Leben und die ganze Welt in Flammen steht. Das Leben kann uns ganz schön beuteln, uns Hoffnung und Freude aus dem Leib reißen.
Dürfen, können, sollen wir feiern? Herrliche Pläne schmieden? Uns auf eine kleine, dumme Sache im nächsten Jahr freuen?
Ich kann dir darauf keine endgültige Antwort liefern, die musst du dir schon selbst geben. Aber wenn du meine Meinung hören willst: Ja, ja und ja.
Wenn wir den Dunkelheiten zum Trotz unsere Kerzen anzünden, Freundlichkeiten verteilen, die uralten Lieder von Erlösung singen, Geschichten teilen, auf göttliche Intervention setzen, Zukunft träumen, dann sind das nicht nur symbolische Handlungen. Sie sind Holzscheite, die wir auf ein kleines Feuer werfen, das die Dunkelheit verschiebt.
Gott hat damals vor 2000 Jahren auch Zukunft geträumt: Was passiert, wenn ich die Hürden zwischen mir und den Menschen abbaue? Was, wenn ich mitten unter ihnen wohnen? Als Zimmermann. In einem Landstrich, der mehr Krieg als Frieden erfahren hat und erfahren wird.
Er träumte nicht davon, eine neue Religion zu gründen, sondern den Menschen eine neue Richtung zu zeigen, ihnen die Liebe zu geben, nach der sie sich sehnen. Und der Dunkelheit Widerstand zu leisten.
Meine israelische Volontärin ist schließlich mit der S-Bahn in die Stadt gefahren und hat mit 80 anderen Menschen auf der Straße Chanukkah gefeiert. Hinterher sagte sie: „Ich will mich in Deutschland als Jüdin nicht verstecken.“ Auf der Feier hatte sie einen Chanukkah-Leuchter bekommen – zu Hause stellte sie ihn neben den Leuchter, den sie selbst gebastelt hatten. Für ein paar Abende zündeten wir die doppelte Anzahl Kerzen und den Adventskranz an.
In ein paar Tagen feiern wir – das ist ein Akt des Widerstands. Basta.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein gesegnetes, trotzig-rebellisches Weihnachten. Und ruhige Tage bis wir uns im neuen Jahr hier wiedersehen.

*Als Inspiration fürs herrliche Pläneschmieden kann ich dir das Halbzeitprogramm von Campus für Christus empfehlen!

JA! Und wie herrlich ist denn dein Linoldruck in Kombi mit der Aquarellfarbe?!
Fröhliche Weihnachten Veronika!
Mögen Dir viele kleine Scheite Dein inneres Feuer wärmen, Du weise Seele mit dem guten Herzen ❣️
Wie habt Ihr bis zu sechzehn plus zwei Kerzen auf einem Chanukka-Leuchter untergebracht? Ganz im Ernst: Im familiären Kontext beim Feiern mit Freunden ist es üblich, daß jede/r ihre / seine Chanukkia zündet. Da kann dann einiges an Lichtern zusammenkommen.
Ja, genau….feiert schön. 🙂
Ganz liebe Grüße aus Köln
Susanne 😉