Was tun, wenn die Welt zu schwer wird?

Heute passiert nicht viel mit mir. Würdest du jetzt hiersitzen, dann fändest du mich hineingelümmelt in mein kleines Eck auf der großen grauen Couch. Ein leergetrunkener Kaffeebecher und ein paar Schokokrümel neben mir zeugen davon, dass ich mit meinen Fastenvorhaben nicht besonders konsequent war.

Aber bevor ich weiterschreibe, bedanke ich mich: Bei jedem, der sich bisher über die Bezahlschranke als Mitglied eingetragen hat. Glaube mir: Das macht was mit mir! Diese monetäre Anerkennung holt meine Blogschreib-Motivation aus dem stillen Kämmerchen, wo sie vor sich hinstaubte und -stöhnte, setzt sie auf einen Plätzchen an der Sonne und putzt sie ordentlich sauber. Ich habe meine Liste mit Schreibideen bis zum Rand gefüllt, so dass ich von jetzt bis 2027 nonstop bloggen könnte. Und freue mich, wenn du 2027 immer noch dabei sein wirst, wenn die ersten von uns Omas und Opas werden.

Die letzten Nächte waren meist kurz. Was teils an meiner Arbeit lag, aber auch an diesen elenden Menopausen-Hormonen, die den Körper früh um halb fünf wie ein Drill-Seargent aus dem Bett prügeln und stramm stehen lassen. In solchen Phasen gönne ich mir diese kleinen Lümmelphasen auf der Couch früh um halb 8, wenn die Kinder aus dem Haus sind und nur noch das Ticken der Uhr und das Rauschen der Spülmaschine zu hören sind. Vor meinem Fenster schütteln die Kirschbäume ihr Kleid aus. Unberührt von den Gewalten der Welt machen sie das, was sie immer machen. Müssten nicht auch sie innehalten? Schlapp und braun werden und die Köpfe hängen lassen? Nein, sie unterbrechen meine inneren Klage-Monologe: „Schau her. Ich, die Welt, bin immer noch schön!“

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