Freitags-Futter: Tomaten und Salz

Der Tag hat heute soviel besser angefangen als der gestrige. Jedes Familienmitglied war extrem um Frieden und Harmonie bemüht. Ein Kind machte sogar pflichtbesessen sein Bett. Ein anderes putzte sich ohne Widerrede die Zähne. Und ich räumte die Rafaello-Papierchen weg. Das Leben kann manchmal so herrlich sein. Vor allem an einem Freitagmorgen, wenn das Wochenende nicht mehr weit ist und der Garten voller Tomaten und Äpfel hängt.

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Küche und Strickzeug waren diese Woche mein Ankerpunkt, mein Therapeut, meine Oase, wenn mir das Leben um die Ohren flog. Ich hatte nie viel Zeit. Aber wenn Amelie heim kam, dann setzte ich mich mit ihr hin, sie erzählte und aß und ich strickte nebenbei ein paar Runden. Danach verkrümelte ich mich in die Küche und stellte mich der Tomatenflut. Überall kullern die Dinger hier rum. Im Keller. In Vesperdosen. Im Kühlschrank. Auf Tischen. Lange habe ich nach einer Methode gesucht, wie ich Tomaten unkompliziert, lecker und schnell verarbeiten kann. Denn: Der Mensch verträgt nun mal nur eine gewisse Menge an Tomate-Mozzarella.Und dann ist auch mal wieder gut.

Meine Ratz-Fatz-Tomaten-Einfrier-Methode

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Zutaten:

  • Tomaten. Viele!
  • Knoblauchzehen
  • Kräutersalz (Rezept folgt)
  • ein bisschen brauner Zucker
  • Olivenöl. Viel!
  • nach Belieben: Chili, Oregano

Die Tomaten vierteln, den Strunk entfernen. Auf ein Backblech legen. Ungeschälte Knoblauchzehen nach Belieben dazwischen platzieren. Ordentlich Olivenöl darüber verteilen. Mit Kräutersalz und Zucker würzen. Dann in den vorgeheizten Ofen. Da ich immer gleich zwei Bleche reinschiebe, wähle ich 160 Grad bei Umluft. Ich backe die Tomaten, bis sie schrumpelig geworden sind und die Schale beginnt braun zu werden. Dann raus damit, abkühlen lassen (oh, es duftet herrlich!).
Den gebackenen Knoblauch aus der Schale pressen und ab mit dem ganzen Kladderadatsch in Gläser. Ich fülle sie zu zwei Dritteln und friere sie ein (ich nehme neuerdings nur noch Gläser zum Einfrieren statt Gefriertüten – klappt prima, aber nimmt leider viel Platz in der Gefriertruhe weg).

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Brauchst du Tomatensauce? Glas auftauen, Inhalt pürieren, fertig. Aber du kannst sie auch anderweitig verwenden: In Minestrone, zu Fisch, zum Risotto, in Lasagne….

Mein Kräutersalz 
Dieses Rezept ist angelehnt an ein traditionelles italienisches Salz. Wichtig ist, dass die Kräuter frisch sind. Das Salz konserviert und intensiviert den Kräuter- Geschmack.

Zutaten:

  • 100g Salz
  • 10g frischen Rosmarin
  • 5g frischen Salbei
  • 1 große Knoblauchzehe

Die Kräuter sehr fein hacken, den Knoblauch pressen. Ich häcksle Kräuter und Knoblauch  in der Moulinette, bis alles eine schöne Paste ergibt. Dann mit dem Salz mischen und in ein Glas füllen.

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Im Kühlschrank hält sich das Salz ein paar Monate. Aber es ist schon immer nach zwei Wochen leer. Ich muss mir unbedingt einen großen Vorrat anlegen, denn nichts schmeckt so sehr nach Sommer und Italien wie dieses Salz!

 

 

8 Kommentare zu „Freitags-Futter: Tomaten und Salz

  1. Danke für den Text – er macht Mut, weil er so herrlich den Alltag mit allem, was dazu gehört (Stress, Freude, Aufräumen, wenig Zeit, Praktisches) abbildet und DARIN Mut und Freude macht!

  2. Boa. Ich liiiebe tomaten. Also erst seit nem jahr… mmmmm vl frier ich mir welche ein! Ich bin ja seit neuesten auf nem ökohausfrauendyitrip da kommt so ein rezept ganz gelegen:-)

  3. Mh, lecker! Selbstmachen ist toll :o)
    Ich war auf dem Markt neulich auch begeistert von den günstigen Tomaten, die uns da hinterhergeworfen wurden (nicht im wirklichen Wortsinn :D). Hab ’nen Fetasalat draus gemacht, auch lecker.

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