DIY, Haushalt, Listen, Rezepte

Ein altmodischer Rezepteordner

Was soll ich bloß kochen?

Diese Frage ist ein bisschen wie das Volle-Kleiderschrank-Dilemma: Wir stehen vor einem gut gefüllten Kleiderschrank und uns ereilt ein Blackout. „Was soll ich bloß anziehen?“ Und dann greifen wir doch wieder nach dem Altbewährten, während 99% unserer Kleidung weiterhin vor sich hinstaubt.

Wenn du zu der Minderheit der regelmäßig kochenden Gesellschaft gehörst (35 Millionen Bundesbürger*innen kochen täglich), dann kennst du dieses panikartige Gefühl, das dich ereilt, wenn in 30 Minuten ein Essen auf dem Tisch stehen soll und du reflexhaft die altbewährten Nudeln ins Kochwasser wirfst und Tomatensauce erwärmst. (Hey! No shame. Nudeln mit Tomatensauce sind immer DIE Rettung. Aber bitte nicht jeden Tag).

Ich habe ein Ritual: Sonntagabend plane ich auf Papier die Mahlzeiten für die Woche. Ja, in dieser Hinsicht bin ich hoffnungslos analog…and I love it!

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Um es mir noch viel einfacher zu machen, habe ich mir eine Liste mit Mahlzeiten erstellt, die alle von uns gerne essen. So brauche ich nur diese zur Hand nehmen und das herauszupicken, was der Jahreszeit und unseren Vorräten entspricht. Es ist ja auch hier wie beim Kleiderschrank. Nachdem ich jahrelang alles mögliche ausprobiert habe, falle ich nun auf gute, bewährte Basics zurück.

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Je nach Lebensphase überarbeite ich die Liste, denn was eine Zweijährige einst verabscheute (Thai Curry), findet diese mit 12 Jahren ausgesprochen lecker. So flogen erst letztens die Rezepte für Lachslasagne und Forelle in Orangensauce aus dem Ordner („Mama, wir essen jetzt auch keinen Fisch mehr!“ Seufz).

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(Ich habe sogar eine Liste von Gerichten angelegt, die ich gerne mal ausprobieren möchte und habe hinter jeder Zeile vermerkt, in welchem Kochbuch bzw. auf welcher Homepage dieses Rezept zu finden ist.)

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Aber zurück zu meinem Rezepteordner. Den haben wir 2005 zur Hochzeit bekommen. Der Zahn der Zeit hat ihn zernagt, wie auch so manches dummes Eheideal. Seit JAHREN wollte ich den Ordner von Grund auf neu ordnen. Ich verkündige hiermit: 

Ich habs getan!

Altes weggeschmissen, das ich sowieso NIE NIEMALS kochen würde (Eingelegte Kohlrabi-Stängel!) und alle digital gelagerten, bewährte Rezepte ausgedruckt. 

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Den zerfledderten Ordner schmiss ich weg und fischte einen alten, aber noch gut erhaltenen Versicherungsordner aus dem Keller. Naja, hübsch war der nicht. In einem Anfall von vorweihnachtlicher Überambition wollte ich ihm eine Patchworkhülle verpassen. Aber dann fiel mir dieses wunderschöne Stickbild meiner Mutter in die Hände, für das ich seit Jahren Verwendung suche. Ich fand das äußerst passend, denn nun ist der Ordner innen wie außen mit Familienerbe bestückt. Eine alte Jeans vervollständigte die Ordnerhülle. Auf der Rückseite prangt nun eine Tasche, in die ich Stifte und Karteikarten stecken werde für das schnelle Notieren neuer Rezeptideen. 

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Den Ordner habe ich in folgende Rubriken unterteilt:

  • Dips, Aufstriche und Soßen
  • Salate
  • Suppen
  • Vegetarisch
  • Fleisch/Fisch
  • Desserts
  • Brot
  • Kuchen
  • Haltbarmachung
  • Flüssiges
  • Snacks
  • Konditorei

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Man könnte einen Rezepteordner z.B. auch jahreszeitlich oder alphabetisch ordnen. Oder mit noch viel mehr Unterkategorien. 

Dieses System hilft mir,  meinen mentalen Koch-Load extrem zu verringern. Ich freu mich schon auf den nächsten Sonntagabend, wenn ich mich mit meinem Ordner zurückziehe und das Essen für die neue Woche plane! 

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Verrate mir: Was ist dein / euer absolutes Lieblingsessen?

 

Familie, Rezepte

Buntes Durcheinander

Heute kleckse ich meine Themen über die Seite wie Jackson Pollock Farbe auf die Leinwand. Bunt durcheinander. Das Leben kommt halt nicht immer hübsch geordnet daher, sondern es drängt sich mir auf, wirbelt mich davon, spuckt mich wieder aus und dann schüttle ich mich wie ein nasser Hund, der nicht weiß, wie ihm geschah.

Ich atme tief aus, denn ein großer Berg Arbeit ist geschafft, mein neues Buchmanuskript habe ich fertig bearbeitet. Und bevor ich erneut tief einatme – übermorgen beginnt ein neues Schuljahr! – ein kurzer Rückblick über die letzten Tage:

Ein Punkt stand noch auf unserer Sommerliste, den wir unbedingt abhaken wollten: T-Shirt-Stencil-Druck. Wir sind ganz große Fans und sind jedes Mal beglückt über die völlig individuellen Ergebnisse. Dieses Mal ging es ins Tierreich, ganz klar. Wild and Free.

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Mein zweites Gartenjahr neigt sich mit Trompeten und Fanfaren dem Ende entgegen. Was ich hier treibe, sind Experimente, denn ein Schattengarten ist absolut nicht das, was das Gemüse in rauen Mengen reifen lässt. Umso überraschter bin ich über die ersten Erfolge! Ich nehme meinen Korb, gehe einmal durch den Garten und das Essen steht praktisch schon fast auf dem Tisch. Unsere Tomaten verarbeite ich immer noch gerne nach dieser Methode. Und der Blumenkohl? Der wächst uns schon zu den Ohren raus.

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Meine Eltern feierten Diamantene Hochzeit. 60 Jahre gemeinsame Wegstrecke liegt hinter ihnen. Ihre Hochzeitsbilder in Schwarz-Weiß, aus einem anderen Jahrhundert. Wie glamouröse Filmstars sehen sie aus. Mein junger, junger Vater mit seiner vorwitzigen Haartolle und dem umwerfenden Lächeln, das von seinem Mund in die Augen und in jede Falte fließt. Meine fotogene Mutter mit ihrem glatten Gesicht, eine klassische Schönheit mit dunklen Haaren. Nichts verrät, dass sie ein Leben als Landwirtsleute wählen, ihre Posen, ihr Stil, ihre Jugend passen eher nach Berlin oder Hamburg oder München statt in die fränkische Provinz. Damals hatte ein Fotograf der Zeitschrift Quick eine ganze Fotostrecke meiner Eltern angefertigt, vom Hofleben bis hin zur Hochzeit. Denn mein Vater hatte die romantische Idee gehabt, den Namen meiner Mutter mit Dünger in ein Gerstenfeld zu schreiben. Es war eine Idee aus einem Moment heraus geboren. Nichts ahnend, dass sie weit größer werden würde, als er geplant hatte. Denn die Saat ging auf, der Name wuchs. Grüner und fetter wuchs sie an den Stellen, wo der Dünger in den Boden gesickert war. Als der Frühsommer nahte, konnten Menschen nah und fern von der Liebe meines Vaters lesen. Im Feld. Den Namen meiner Mutter.

Und so wurden sie im Sommer 1959 für kurze Zeit berühmt.

Damals waren sie zu zweit. Heute sind wir weit über dreißig Personen. Und die waren alle am vergangenen Wochenende da. Um eine Ehe zu feiern und zu ehren, die Leben und Segen hervorgebracht hat.

…auch wenn sich dieses Leben so manches Mal recht seltsam gebärdet…. (siehe letztes Bild)

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Bilder, Ernährung, Garten, Nähen, Rezepte, Slow Living

Sommer ohne Klimbim. Und mit Eisrezept.

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(Shorts: kostenlose Schnittmuster hier und hier)

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Vogeltränke Marke Eigenbau: Alte Blumenampel plus Blumentopfuntersetzer.

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Wir haben zwei Gänge runtergeschaltet.

Man merkt es auch hier. Die Einträge tröpfeln nur noch zeitweise. Mich zieht es momentan wenig in Richtung Laptop, sondern mehr in den Garten, zu meinen Kindern, an die Nähmaschine, in die Küche, auf die Couch mit einem guten Buch. Die Sommergangart sollte doch immer eine langsamere sein, denn diese Tage fliegen vorüber, wenn wir ihnen keinen gebührenden Platz in unserem Leben einräumen.

Früher war der Sommer für mich mit Druck verbunden. In diese kurze Zeit soll alles gequetscht werden. Angefangen von Grillfesten über Schwimmbadbesuche hin zu Einweckparties und Camping. Ach, der Sommer. Er lässt sich auch daheim einfangen und feiern. Ganz ohne Klimbim. Und wenn uns unser Planer nur kleine Zeitfetzchen zuweist, dann sind wir im Garten zu finden. Wo wir spielen und ausruhen, pflanzen und Vogeltränken bauen, Knoblauch ernten und Eis essen.

Es sind doch immer wieder die kleinen Dinge, die den größten Wert besitzen.

Noch drei Schulwochen liegen vor uns. Ich weiß nicht warum, aber dieser Sommer ist ein ganz besonderer für mich. Das liegt wohl daran, dass es der erste Sommer seit drei Jahren ist, in dem wir nicht permanent Baustelle haben. Mein Buchmanuskript habe ich raus. Es kehrt Ruhe ein. Und dabei fühle ich mich an manchen Tagen wie ein Sprinter, der bereits die Ziellinie überquert hat, aber dessen Beine nicht sofort zum Stehen gekommen sind. Sie laufen noch, finden Stück für Stück die langsamere Gangart. Und dann dürfen sie anhalten. Sich hinlegen. Ausruhen.

Ich habe noch ein kleines Eisrezept für euch. Wir lieben es gerade ganz abartig. Habt ihr Blaubeeren? Dann nix wie ran an das ….

….Joghurt-Blaubeer-Eis! (reicht für 5-6 Eis am Stiel)

Zutaten:

80g Blaubeeren oder andere Beeren
Agavendicksaft
1 EL Zitronensaft
230g griechischer Joghurt (10% Fett)
2 EL Honig

Beeren, Agavendicksaft nach Belieben und Zitronensaft in einem kleinen Topf langsam aufkochen. Ca. 4-5 Minuten köcheln lassen, pürieren, abkühlen.

Joghurt mit Honig vermengen. Dann abwechselnd Joghurt und Beerenpüree in Eisformen schichten. Stiele rein. 4-5 Stunden ins Gefrierfach bzw. in die Kühltruhe.

Fertig!

Ernährung, Familie, Gedanken, Glaube, Rezepte

Neues Leben und mein Sauerteigbrot-Rezept

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Jemand legt ein Stück Brot in meine Hände. „Neues Leben für dich“.

Mit einem Kreuz aus Rosenöl auf der Stirn, einem Stück Brot und Traubensaft im Magen fahre ich im Dunklen nach Hause, wo für den Rest des Abends die Nerven mehr und minder blank liegen.

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Ich brauche neues Leben so sehr, ein Auferstehen, jeden Tag. Wo finde ich es heute, an einem Montagmorgen? Wenn mich doch bereits beim Aufstehen der Tag überrollt: Das dreckige Bad. Der gähnend-leere Kühlschrank. Das Dachbodenprojekt. Ein vorzubereitender Kindergeburtstag. Termine am Nachmittag. Ein vernachlässigter Blog. Kindersorgen.

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Wo habe ich das neue Leben, das mir jemand gestern behutsam in die Hand drückte?

Schlummert es im Kern meiner gottgeschenkten Identität, der unangetastet von den Mühlen des Alltags in mir liegt? Mitten im Getöse des Montagmorgens – denn von der Realität des Lebens können wir nicht davonlaufen. Aber ich kann hinhören, wer diesen Kern in mir zum Klingen bringt. Immer wieder die unscheinbare Auf-Erstehung üben, wenn ich auf die leise Jesus-Stimme höre:

Leg das Handy zur Seite und schau mit mir den Sonnenaufgang über der frostigen Wiese an. 

Gib mir mal kurz deinen Terminkalender. Wollen wir gemeinsam das Wichtige vom Unwichtigen trennen?

Dein Kind wird schon 8? Du bist sicherlich wahnsinnig sentimental, so wie ich dich gemacht habe. Das darfst du mit jeder Faser deines Seins feiern. Lass uns gemeinsam Ideen sammeln. 

Ich will mit dir zusammen den neuen Dachboden erträumen. 

Das Bad machst du nachher sauber…..du hast doch gerade viel mehr Lust zum Schreiben. 

Mach heute deinen Mittagsschlaf. Wozu hab ich Schlaf erfunden?

Magst du mit mir in die Küche kommen und Brot backen? Nein, nicht das schnelle Brot. Das langsame, das Zeit braucht. Hektik verdirbt es. Achtsame Liebe lässt es wachsen. Ha, bin ich nicht ein Meister der Sinnbilder? Scherz. Mach langsam – mittendrin. Genau wie das Brot. 

Und dann backe ich mein Sauerteigbrot. Das, welches meine Kinder lieben.

Rezept Vronis Sauerteigbrot
(frei nach dem Rezept „San Francisco Sourdough Bread“ aus „Brot genießen„)

Erstmal brauchst du Sauerteig. Den kannst du kaufen, falls du nur selten Brot backst. Oder setzt ihn selbst an. Sauerteig ist kein großes Geheimnis, auch wenn immer alle Welt so tut. Es gibt unzählige Varianten – ich mach meinen mit Buttermilch.

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So. Jetzt blubbert dein Sauerteig schön vor sich hin und du meinst, du könntest sofort loslegen mit dem Brotbacken. Ätsch. Falsch. Du hast nämlich erst den Sauerteigansatz, mit dem du reifen Sauerteig herstellst. Gib nicht auf. Alles easypeasy.

Nimm 2 Löffel von deinem Sauerteigansatz, vermische ihn mit 200 g Roggenmehl und kipp 200 ml warmes Wasser drüber. Verrühren, abdecken, 18 Stunden an einem warmen Ort stehen lassen.

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Jetzt endlich kann es losgehen! Schürze umbinden, Motivation hochschrauben, Musik an.

Du brauchst heute: 

1 kg Bioweizenmehl (Type 550)
200 g Dinkelvollkornmehl
600 ml Wasser
400 g reifen Sauerteig (hast du dir ja jetzt hart erarbeitet)
20 g Salz

Fange morgens an, damit du am späten Nachmittag das warme Brot aus dem Ofen holen, sofort das Endstück abschneiden und fett mit Butter bestreichen kannst!

Zutaten alle vermengen und 5-10 Minuten lang kneten. Dann zärtlich wie ein Baby in eine mit Öl eingefettete Schüssel legen, zudecken. Nach einer Stunde nimmst du dein Baby wieder vorsichtig heraus, ziehst es in die Länge und Breite, faltest es wieder zusammen und legst es wieder zurück in die Schüssel. Diesen Vorgang nach einer Stunde wiederholen. Dann nochmal eine halbe Stunde gehen lassen.

Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen und in zwei gleich große Stücke teilen. Diese zu zwei ovalen Teiglingen formen (dieses Video erklärt prima, wie man’s professionell macht). Auf ein mit Backfolie ausgelegtes Backblech legen, abdecken und zweieinhalb Stunden gehen lassen.

Den Backofen auf 250 Grad vorheizen. Ein Gefäß mit Wasser in den Ofen stellen. Den Teig mit einer Rasierklinge oder scharfem Messer diagonal einschneiden. Das Blech mit den Teiglingen in den Ofen schieben und 15 Minuten backen. Dann die Hitze auf 215 Grad reduzieren, das Wasser entfernen. In weiteren 30 Minuten fertig backen.


Das beste, wirklich ALLERBESTE, was ihr mit einem Sauerteigbrot anstellen könnt, ist ein in der Pfanne gebratenes Käsesandwich. Egal, ob selbst gebacken oder gekauft. Nehmt zwei Scheiben Brot, legt euren Lieblingskäse drauf, klappt es zusammen (ich leg gerne noch ein paar dünne Scheiben Birne oder Pfirsich dazwischen). Butter in die heiße Pfanne geben und das Brot darin bei mittlere Hitze von beiden Seiten solange rösten, bis der Käse geschmolzen ist.
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Ihr werdet nie wieder etwas anderes essen wollen. Versprochen. Und scheiß auf die Kohlehydrate (Würde Jesus das sagen? Sicher.)

Familie, Garten, Haushalt, Hobbies, Nähen, Renovierung, Rezepte

In Arbeit

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Ich fühle mich seit unserer Reise sehr beflügelt. Was immer sehr gefährlich ist. Dann stürze ich mich nämlich ohne Rücksicht auf mich selbst in die Arbeit. Ist ein Projekt abgeschlossen, wartet bereits das nächste. Ach, aber ich mache das ja auch alles so gerne. Vor mich hinpuzzeln. Am Haus werkeln. Pflanzen. Backen. Mein eigener Chef sein. Schreiben. Arbeit wegwuppen.

Bis ich dann aus der Puste komme und mich mit einem Eistee in den Schatten verziehe. Ach, der Juni kann so schön sein. Arbeit und Pausen macht er beide süß.

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Ertrinkt ihr auch in Kirschen? Endlich kommt wieder mein Weckautomat zum Einsatz. Damit wir im Januar den Juni essen können.

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Die letzten Renovierungsarbeiten gehen schleppend bis gar nicht voran. Aber am Samstag haben wir uns am Riemen gerissen. Spachteln, bis der Arm abfällt!

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Unser derzeitiges Lieblingsgetränk: Selbstgemachte Limonade nach diesem Rezept. Und Pfefferminz-Melisse-Eistee. (Einfach frische Pfefferminze und Melisse mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen, absieben und kalt stellen. Nach Belieben mit Ahornsirup süßen).

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Josefine wollte ihr Bett am Fenster stehen haben. Was zur Folge hatte, dass ALLE Möbel umgeräumt wurden und ich den Raum neu gestaltete.
Der Sessel ist übrigens ein Erbstück des Hauses, der traurig-verlottert im Keller stand. Ich hab ihn neu beziehen lassen und freu mich ganz irre an ihm!

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In Vermont habe ich in einem Trödelladen diesen angefangenen Quilt entdeckt und kurzerhand gekauft. Irgendjemand hat sich da viel Arbeit gemacht und aus welchen Gründen auch immer diesen wunderschönen Quilt nicht fertigstellen können. Ich konnte ihn dort nicht liegen lassen und überlege jetzt, was ich mit ihm anstelle…..

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Der Garten wächst und gedeiht und bringt bereits kleine Ernten. Aber es ist unser erstes Jahr – daher erwarte ich keine Rekorde. Der Boden ist noch nicht optimal….

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…und deshalb setze ich Brennesseljauche an.

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Endlich ist unser „Wasser-Eck“ fertig! Die Brombeerranken und Brennnesseln (s.o.) sind beseitigt, ein Fundament gelegt und der Wassercontainer angeschlossen.

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Schnelles Knuspermüsli für die Kinder a la frei Schnauze.

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Und für unser Sonntagmorgen-Frühstück: Banana Pancakes!

Ich habe eine neue Lieblingsmischung, mit der ganz hervorragende – und halbwegs gesunde – Pancakes aus der Pfanne hüpfen:

Pancake-Mix

360 g Weizenmehl
240 g Dinkel-Vollkornmehl
120 g Buchweizen-Mehl
6 EL Backpulver
2 TL Zimt
1 TL Salz

Alle Zutaten mischen und in einem verschließbaren Container aufbewahren.

Banana Pancakes (ergibt ca. 6 kleine Pancakes)

1 Ei, getrennt
180 g Pancake-Mix
240 ml Buttermilch
120 ml Wasser
1 reife Banane, in dünne Scheiben geschnitten
etwas Butter o. Öl

In einer Schüssel Eigelb, Pancake Mix, Buttermilch und Wasser mit einem Schneebesen verrühren. Eiweiß schlagen bis fester Eischnee entsteht. Eischnee und Banane vorsichtig unterheben.

Eine kleine Pfanne erhitzen, etwas Butter oder Öl hineingeben. Eine Kelle Teig in die Pfanne schöpfen. Wenn sich auf der Oberseite Blasen bilden, den Pfannkuchen wenden. Ein bis zwei weitere Minuten backen lassen.

 

Dressember, Einfache Adventszeit, Familie, Rezepte

Anfang Dezember

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Leute, ich fass mich heute kurz. Es stehlen einem schon genug Leute die kostbare Zeit im Advent. Werbefritzen zum Beispiel. Und Vereinsmeier. Jeder schreit hier und kauft mich und lest das und back jenes. Ich möchte nur kurz ein bisschen auf die letzten Tage zurückblicken.

Momentan gehöre ich mal wieder zu den Lerchen, die es sehr früh aus dem Nest treibt. Während das ganze Haus noch schläft und nur die Katze um ihr Frühstück bettelt, hole ich Schreibzeug und mein wunderbares, katholisches (!) Andachtsheft heraus, um eine Weile über einem Bibeltext zu meditieren. Bevor der Tag und Weihnachtsirrsinn an mir zerrt, mache ich Raum für denjenigen, um den es in dieser Zeit geht. Ganz nebenbei lerne ich auch noch so einiges über Maria und Papst Benedikt. Wenn ich über meinen beschränkten Tellerrand schaue, lerne ich von dem Anderen, den ich normalerweise fest in einer Schublade verschlossen habe. 

Weniger belehren. Mehr lernen. Zuhören. Raum machen.

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Danke euch Lieben, die bisher für meine Dressember-Aktion gespendet haben. Bisher habe ich ein Viertel der angepeilten Spendensumme zusammen. Ich werde euch also noch ein bissl in den Ohren liegen mit meinem Anliegen! Wer möchte, darf die Summe hier gerne noch ein bisschen in die Höhe treiben. Danke, Danke und DANKE!

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In meinem Heimatort war wieder Adventsmarkt. Wie immer ganz wunderweihnachtlich schön. Der Hof erstrahlte im Lichter-Glanz mit einer dicken Schicht Wehmut. Meine Eltern wohnen hier nicht mehr. Es bleibt nur Erinnerung.  Um so dankbarer bin ich, wenn ich jedes Mal bei einem Besuch bei meinen Eltern ein kleines vertrautes Stück unseres Zuhauses erbe. Dieses Mal ein Eierschränkchen, das schon meine Großeltern benutzten. Nun hängt es in unserer Küche und erinnert mich an unsere alte elterliche Küche.

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Gestern trudelte ein Adventskoffer in unser Haus. Das ist hier am Ort eine kleine Tradition, in die wir mit aufgenommen wurden. Was haben wir uns gefreut, als wir ihn öffneten und all die liebevollen Gaben begutachteten, von der wir eine aussuchen durften. Wir legten ein kleines Geschenk hinein und reichten den kleinen roten Koffer weiter. Er ist ein Symbol dafür geworden, dass wir irgendwie ein bisschen angekommen sind.

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Seit Jahren will ich unbedingt Rugelach backen, aber erst heute habe ich mir tatsächlich dafür die Zeit genommen. Weil Christina, bei der ich vorhin zu Besuch war, unbedingt das Rezept haben möchte, hinterlasse ich es unten zum allgemeinen Nachbacken. Echt Leute, die Rugelach sind ziemlich das Beste, was jemals meinen Backofen verlassen hat!

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Ich stelle fest, dass ich jetzt doch eure Zeit gestohlen habe. Lies das, back jenes, spende hier! Sorry, dass ich heute trotz bester Vorhaben so eine elende Labertasche war. Dafür werde ich mich für den Rest der Adventszeit kurz halten. Versprochen. Damit wir alle ein bisschen Ruhe finden in dieser lauten Zeit.

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Rezept Rugelach (aus dem Buch Christmas Cooking in New York)

Für den Teig: 

280 g weiche Butter
240 g Frischkäse
1 Prise Salz
320 g Mehl

Butter und Frischkäse cremig rühren. Salz und Mehl beigeben und das Ganze zu einem glatten Teig verkneten. 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung: 

220 g fein gehackte Zartbitterschokolade
180 g brauner Zucker
1 EL Zimt
80 g flüssige Butter
nach Belieben eine Handvoll Rosinen

Schokolade mit dem Zucker und Zimt vermischen. Den Teig 2mm dünn auswellen und die flüssige Butter darauf verteilen. Dann in Dreiecke mit 8 bis 10 cm Seitenlänge schneiden (geht super mit dem Pizzaschneider). Die Schoko-Zimt-Zucker-Mischung darauf verteilen und mit Rosinen bestreuen.

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Teigdreiecke zu kleinen Croissants aufrollen und leicht krümmen. Die Rugelach auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Für die Glasur: 

1 Eiweiß
1 TL Wasser
50 g Puderzucker
1 TL Zimt

Das Wasser mit dem Eiweiß vermengen und die Rugelach damit einpinseln. Puderzucker und Zimt darüber streuen. Die Rugelach im Ofen ca. 15 Minuten goldbraun backen.

Und bitte vor Verzehr unbedingt ganz abkühlen lassen (und nicht wie Frau Smoor sich mit drei heißen Rugelach den Gaumen versengen).

 

 

 

 

 

 

Familie, Rezepte

Honigsüß

IMG_3036_edited-1Die letzten Ferientage! Der freiheitsliebende Teil von mir möchte sich daran festklammern. Und der routineliebende Teil von mir sehnt sich ein wenig nach Strukturen, die der Schulalltag mit sich bringt. Aber nein, NEIN! Nichts ist so schön wie ausschlafen zu können – schreit die Erinnerung. Die Jahre des Schlafentzugs liegen nicht weit zurück. Ich kann ihre bittere Süße noch schmecken.

Heute morgen ist es kühl und die Hitze der letzten Monate ist nur noch eine schwache Erinnerung. Vorgestern zeigte sie sich nochmal. Wir packten spontan unsere Badesachen und fuhren an den See, den wir fast für uns alleine hatten. Das Wasser war ruhiger und dunkler als sonst. Die Luft roch nach September. Das Schwimmen war bittersüß. Ein letztes Mal für diesen Sommer.

Nächste Woche wird Josefine eingeschult. Wenn ich sie frage, welchen Kuchen ich ihr zur Einschulung backen soll, dann kommt wir aus der Pistole geschossen: Honigkuchen! Wie könnte sie ihn auch nicht lieben. Dieses Kind, das in alles Süße verschossen ist. Von der Birne über Honig hin zu Vanilleeis. Wir haben den Honigkuchen diesen Sommer oft gebacken. Und Josefine war immer dabei. Sie ist mein wandelnder Schatten, mein treuer Side-Kick in der Küche. Beziehungsmensch durch und durch, der immer wissen will, wie alles funktioniert.

Wie recht sie hat: Ein neuer Lebensabschnitt soll mit Süßem gefeiert werden. Mit etwas, das so lecker ist, dass wir uns hinterher alle zehn Finger abschlecken und verzückt den Bauch reiben und uns immer daran erinnern, dass dieser neue Lebensabschnitt mit dem Geschmack nach Honig begann.

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Rezept Honigkuchen 

Teig:

  • 150g Butter
  • 50g brauner Zucker
  • 175g Honig
  • 200g Mehl
  • 1 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/2 TL fein gehackter Rosmarin (ja, Rosmarin! Vertraut mir – er schmeckt Bombe im Kuchen. Wer mutig ist, nimmt einen ganzen TL)
  • 2 verquirlte Eier

Buttercreme:

  • 250g Puderzucker
  • 100g weiche Butter
  • 1 TL geriebene Zitronenschale
  • 2 EL Zitronensaft

Eine runde Backform mit 22 cm Durchmesser einfetten. Butter, Zucker und Honig in einem kleinen Topf solange vorsichtig erhitzen, bis sich alles aufgelöst hat. 15 Minuten abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- /Unterhitze).

Mehl, Backpulver und Zimt in eine Schüssel sieben. Den Rosmarin hinzufügen. Die Honig-Buttermischung sowie die Eier unterrühren bis ein glatter Teig entsteht.

In die Backform geben und ca. eine halbe Stunde backen. Vorsicht: er wird schnell braun. Also immer schön unter Beobachtung halten und ggf. die Temperatur runterschalten.

Für die Buttercreme den Puderzucker in eine Schüssel sieben. Butter, Zitronenschale und -saft dazu. Solange mit dem Handrührer oder Standmixer schlagen, bis eine lockere Creme entstanden ist. Auf dem abgekühlten Kuchen verteilen.

Ich garniere den Kuchen immer noch gerne mit ein paar hübschen Blüten aus dem Garten.

Guten süßen Appetit!

 

 

Familie, Garten, Gedanken, Hausrenovierung, Hobbies, Rezepte, Wochenende

Dies und das und jenes

Ich habe dieses Jahr ausnahmsweise mal keine Sommerpläne. Sonst war ich ja immer voller Tatendrang, wollte die Ferien mit allerhand Kreativem und Aktionsgeladenem füllen. Aber die Kinder sind nun größer, sie brauchen immer weniger meine Anstöße und Ideen. Sie brauchen mich nur, um ihnen ein weiteres Eis aus dem Gefrierfach zu holen und Spreißel aus den Fußsohlen zu entfernen.

Außerdem bin ich einfach nur kaputt, völlig erledigt und möchte die Füße hochlegen,  Bücher lesen, im See schwimmen gehen ( am liebsten frühmorgens, wenn die Haubentaucher mit ihren Küken auf dem Rücken spazieren schwimmen). Ich habe das starke Bedürfnis nach Alleinsein, gekoppelt mit der Sehnsucht nach neuen Kontakten hier im Ort. Hab ich bereits erwähnt, dass ich höchst ambivalent bin?

Armin und ich haben Konkurrenz auf der Beliebtheits-Skala unserer Kinder bekommen: Zwei Zwergkaninchen haben sich löwenzahnmümmelnd in ihre Herzen geschlichen. Und auch in meins. Muss ich ja zugeben. Ich dachte ja, dass ich resistent gegen den Charme dieser völlig nutzlosen Tierchen sei. Pfff, so ein bisschen Fell und schnüffelnde rosa Näschen und große Kulleraugen sind doch echt nicht……AAAAAAAAAAHHHHH, sie haben mich niedergestreckt mit ihrer Charme-Offensive!!

Als Ersatz für unsere dauerbeleidigte Katze Muffin, die nun endgültig die Biege gemacht hat, haben wir Amelie zwei Kaninchen geschenkt. Ich weiß nicht, ob wir uns Eltern damit auf Dauer selbst ein Bein gestellt haben, aber Hauptsache das Kind weint nicht mehr dieser intriganten Katze hinterher.

Ich stelle vor: Schnuffel und Zähnchen.

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Die Kaninchen werden also einen Teil des Sommers ausfüllen, da bin ich guter Hoffnung. Ab und zu wird uns der Weg auch in den Wald führen, wo wir frei und glücklich sind. Keine anderen Menschen, kein Lärm, keine Reizüberflutung…nur der Geruch nach Kiefernnadeln, Waldboden und gefiltertes Sonnenlicht auf unseren Köpfen. Dann gehen wir an unsere Stelle, wo wir seit Ostern an Eichhörnchen-Häusern bauen. Vielleicht wohnen aber auch Wichtel oder kleine Mäuse darin. Unsere Phantasie fügt bei jedem Besuch neue Bewohner und Szenarien dazu.

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Die Energie für Arbeiten am Haus liegt erstmal auf (Mango-)Eis und wir bewegen uns mit Mini-Schritten weiter. Ist völlig ok so, auch wenn die To-Do-Liste ellenlang ist. Ich hab jetzt erstmal mein Kräuterbeet nach langer Zeit fertig umrandet. Lange habe ich nach schönen Steinen gesucht, bis ich einfach mal in der Wildnis hinter unserem Garten gesucht habe und fündig wurde. Das Beet ist heute fertig geworden und fühlt sich an wie der erste hoffnungsvolle Schritt in Richtung Garten. Es müssen noch Hecken gerodet werden, die Wiese muss neu angelegt werden, ich hätte gerne Gemüsebeete und ein großes Beet mit Bauernblumen. Es liegt viel gute Arbeit vor uns, aber die darf auch noch eine Weile warten. Dieses Wochenende möchte ich aber schon mal einen Komposter aus Europaletten bauen. Der „Misthaufen“ in der Ecke unseres Gartens ist wahrhaft keine Augenweide.

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Diesen Sommer bin ich öfters wieder in der Küche. Meine Leidenschaft fürs Kochen und Backen ist neu aufgeflammt. Vielleicht schaffe ich es doch noch, ein bissl Marmelade einzukochen und Gurken einzuwecken. Sonst war der Vorratskeller Ende des Sommers voll mit Selbstproduziertem, aber bis jetzt reichte es zeitmäßig immer nur für einen kurzen Sprint zu Aldi und Konsorten.

Heute habe ich eines der letzten Schälchen Erdbeeren ergattert, bevor das Erdbeerhäuschen seine Pforten bis nächsten Mai schließt. Sie sind schon recht matschig und aroma-arm, aber ich musste doch noch unbedingt den Sommergarten-Salat aus meinem Buch „Willkommen an meinem Tisch“ zaubern. Ohne den ist nämlich für mich kein richtiger Sommer! Vielleicht kann ich ja demnächst statt Erdbeeren einfach Heidelbeeren oder Mangos verwenden? IMG_9884_edited-1

Den Rest der Woche werde ich paar Gänge rausnehmen und ein bissl Lebensfreude kultivieren.

Samstagabend bin ich dann ich Schriesheim bei einer Lesung mit Musik von Sally Grayson anzutreffen. Wer gerade in der Gegend weilt, ist herzlichst eingeladen ins Café Mittendrin, Kirchstraße 4. Beginn ist um 20 Uhr. Vielleicht treffe ich den einen oder anderen von euch dort? Ich würd mich riesig freuen!

Habt ihr einen Lieblingsort? Pläne für den Sommer? Projekte, an denen ihr nicht aus Pflicht, sondern Leidenschaft arbeitet? Was kommt bei euch gerade auf den Tisch?
Seid ihr gerne alleine? 

 

 

 

 

Bücher, Bilder, Familie, Garten, Gedanken, Nähen, Rezepte

9 Dinge

IMG_5523_edited-1IMG_7567_edited-1Den ganzen Tag lang habe ich an diesem Beitrag gebastelt. Hier drei Minuten getippt und dort ein paar Fotos geschossen. Normalerweise setze ich mich konzentriert hin und schreibe alles in einem Rutsch runter. Heute ist irgendwie anders, meine Zeit ist zerschnipselt wie Konfetti: Fahrten zum Kindi und Fußball, Creme-Rühren und Wäscheaufhängen, kleinere Projekte und Essenkochen. Es war ein guter Wochenanfang. Unspektakulär gut. Die Art von Alltag, die ich liebe.

  1. Ich lese endlich wieder mehr. Den größten Teil des Muttertags habe ich mit einem Roman auf der Couch verbracht und dabei ein schlechtes Gewissen gehabt. Ist das nicht der Inbegriff des Mütter-Dilemmas? Ich tue etwas, das mir sprudelige Freude verschafft und werde von einer Welle schlechten Gewissens fortgespült? Trotzig stapele ich Bücher im Wohnzimmer und auf meinem Nachttisch. Ohne Freude ist das Leben wie ein Teller voller Graupen mit Spinat.IMG_5525_edited-1IMG_5524

  2. Mein Arbeitszimmer ist fast fertig. Armins Werkzeug steht im Weg, denn ironischerweise ist in seiner Werkstatt kein Platz. Und meine Gardinenstangen lehnen am Schreibtisch. Ich bin immer noch unschlüssig, ob ich sie aufhängen soll oder wie unsere holländischen Nachbarn ein entspannteres Verhältnis zur Privatsphäre pflegen möchte. Wie gerne sitze ich hier am Schreibtisch und lasse mich vom Ausblick einlullen und warte auf neue Ideen. An meinem Nähtisch habe ich gestern das erste Stück fabriziert: ein Vorhang für das Schand-Eck in meiner Küche. IMG_5518_edited-1
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  3. Ich lerne mit Unfertigem zu leben. Darin liegt ein großes Stück Freiheit und Frieden. Ich bin nie fertig. Dieses Haus ist nie fertig, ebenso wenig wie unsere Kinder, unsere Partnerschaft oder meine Auseinandersetzung mit dem Glauben. IMG_5519

  4. Und doch! Ich widerspreche mir jetzt sofort. Es gibt Dinge, die fertig werden: Der Vorratskeller zum Beispiel. Ich habe den Vorratsschrank meiner Mutter bekommen. Dieses wunderbare, tonnenschwere Schreinerstück steht jetzt in unserem Keller. Die zweite Schublade unten rechts diente von alters her dem Schokoladenvorrat der Familie Baer. Manchmal stehe ich nachts vor der Schublade und will automatisch hineingreifen. Wie früher halt. Da sind jetzt aber nur trockene Haferflocken. Hm, gute Traditionen sollte man pflegen, oder?IMG_7556IMG_7555

  5. Eine Ecke des Vorratsschranks ist mit Kosmetikzutaten gefüllt: Shea- und Kakaobutter, ätherische Öle, Bienenwachs, etc. Das ist mein kleines, feines Hobby und heute hatte ich eine schnelle Viertelstunde Zeit, um eine reichhaltige Körperlotion zu mischen. Die braucht meine Haut ganz dringend nach Schwimmbad-Besuchen und Sonnenbädern. (1/4 Tasse Kakaobutter, 2 EL Sesamöl, 1 EL Avocado-Öl, 1 EL Kokos-Öl, 1 EL Bienenwachs. Alles im Wasserbad schmelzen und in eine Dose abfüllen. Fertig!)
    Und über dieses Deo freut sich der kleine Hippie in mir, der ein angespanntes Verhältnis zum Schwitzen hat.
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  6. Das Ekzem an meinen Händen ist nach langer Ruhezeit wieder ausgebrochen und treibt mich in den mittleren Wahnsinn. Sorry, dass ich über sowas Widerliches schreibe, aber diese aufplatzenden, juckenden Stellen lassen sich mit keinem Mittel bekämpfen. Außer Kortison. Hab aber darauf keinen Bock. Also weiterhin Selbstversuche?

  7. Es gibt wohl kaum etwas Schöneres für eine Mutter, wenn ihre Kinder Freunde finden. In diesem alten Wohngebiet gibt es viele junge Familien mit Kindern. Hätten wir gar nicht gedacht. Umso größer ist die Freude, wenn die Nachbarskinder neugierig und schüchtern vor der Tür stehen, um unsere Mädchen kennenzulernen. IMG_7571

  8. Gärtnern fällt diesen Sommer zum größten Teil flach. Auf dem Papier plane ich Hochbeete, aber dafür bräuchte ich eine unbeschäftigte Person, die mir diese zimmert. Solange das nicht passiert, züchte ich Zitronenbasilikum. Den habe ich letztes Jahr in Ligurien kennengelernt und bin ihm mit Haut und Haaren verfallen. IMG_5515_edited-1

  9. Die Müdigkeit weicht aus meinen Knochen.  Langsam komm ich wieder zu Kräften, weil ich nicht mehr powere bis zum Umfallen. Acht Uhr abends ist Feierabend. Also jetzt. Ich ziehe mich zurück auf die Couch und beobachte, wie auch die Natur vor unserem Fenster sich auf die Nacht vorbereitet und langsam zur Ruhe kommt. Alles hat seinen Rhythmus. Auch du und ich. IMG_5520_edited-1
Bilder, Familie, Freundschaften, Rezepte

Dies und das und eine Galette

Genug mit den Jammer-Posts! Ja, mein Alltag ist gerade herausfordernd. Und darüber vergesse ich gerne schnell all die guten, friedlichen, erhebenden Momente. Die gibt es nämlich auch. Ein fettes, glückliches Hurra an dieser Stelle!

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Am Wochenende hatten wir Besuch von unserer Lieblings-Rita. Ach, es geht doch nichts über Freundschaften, die schon ewig bestehen! Und weil Rita noch niemals Kürbisse geschnitzt hat, haben wir sie gleich in diese Tradition eingeweiht.

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Die letzten Tomaten, schluchz! Aus ihnen habe ich ein Tomaten-Tarte-Tatin gemacht. Meine Geschmacksnerven haben vor Freude Samba getanzt. Selten so etwas Leckeres gegessen! (Wenn ihr die Tarte machen wollt, verwendet einfach Blätterteig).

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Herbstzeit ist Strickzeit. Ich habe mein erstes Paar Socken gestrickt! Und Amelie hat endlich keine kalten Füße mehr…

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Zwischen Drama, Hausaufgaben und Chaos gibt es immer wieder Momente, in denen wir ganz versunken sind in Bücher, Basteln, Backen.

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Wunderbarer Überraschungsbesuch am Freitag von Heike Malisic! Ich hab unser Wiedersehen gefeiert. Mit einer Veggie Galette. Und da Heike mich bekniet hat, das Rezept zu teilen, tue ich das hiermit:

Galette mit geröstetem Gemüse (für 4-6 Personen)

Teig:

  • 250g Vollkornmehl
  • 1/2 TL Salz
  • 115g kalte Butter, gewürfelt
  • 60 g Creme Fraiche
  • 2 TL Zitronensaft
  • 40 ml eiskaltes Wasser
  • 1 TL Thymian

Füllung:

  • 3 mittelgroße Möhren, in Scheiben geschnitten
  • 2 Pastinaken, geschält und gewürfelt
  • 350g Kürbis (Hokkaido oder Butternuss), gewürfelt
  • 2 rote Zwiebeln, geviertelt
  • nach Belieben Rosmarin und Thymian
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Knolle Knoblauch
  • Salz und Pfeffer
  • nach Belieben 1 Packung Feta oder Ziegenkäse

Zubereitung:

Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Die Butter und den Thymian hinzufügen und mit den Händen grob verkneten, bis die Masse bröselig wird. In einer kleinen Schüssel Creme Fraiche, Zitronensaft und das Wasser vermengen und zur Mehlmischung hinzufügen. Das Ganze mit einer Gabel so weit wie möglich kneten. Den Teig wirklich nur ganz kurz kneten, dann in eine Folie gewickelt im Kühlschrank eine Stunde lang ruhen lassen.

 

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Das vorbereitete Gemüse auf ein Backblech geben. 2 EL Olivenöl, Kräuter, Salz und Pfeffer darüber verteilen. Mit den Händen alles gut vermengen.  Die Knoblauchknolle oben abschneiden, so dass die einzelnen Zehen offen sind. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln, in Alufolie wickeln und auf das Gemüse legen. Ca. 30 Minuten backen, zwischendurch das Gemüse ein paar Mal wenden. Aus dem Ofen nehmen und den Knoblauch in eine Schüssel drücken. Mit einer Gabel zermatschen, mit dem Gemüse und der Hälfte des Käses vermengen.
Den Ofen nicht ausschalten! Nun den Teig zu einem Kreis von ca. 30 cm Durchmesser auswellen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech platzieren. Die Gemüsemischung auf dem Teig verteilen, so dass ein fünf Zentimeter großer Rand frei bleibt. Den restlichen Käse auf dem Gemüse verteilen. Den Teigrand nur so weit über das Gemüse falten, so dass in der Mitte eine Öffnung bleibt.
Ca. 35-40 Minuten im Ofen backen.
Ich liebe diese Galette, weil sie so unfassbar vielfältig ist. Je nach Jahreszeit kann man Gemüse wählen, das gerade Saison hat. Tobt euch ruhig aus mit Gemüsesorten, Kräutern und Käse! Aber ganz ehrlich? Am liebsten mag ich die Galette mit Kürbis und Feta….