Familie

Lumpenpuppe

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Eigentlich wollte ich heute Abend gar nicht bloggen. Sondern es mir auf dem Sofa mit den Kochprofis und einem Glas Milch gemütlich machen. Später wollte auch noch eine Packung Rafaellos dazu stoßen, aber die ist mit meinem Mann durchgebrannt (bitch!).

Nun hocke ich aber hier wie eine Lumpenpuppe, die man ständig gegen die Wand geworfen hat und nun leicht lädiert daher kommt. Ach ja, und just in diesem Moment steht ein völlig hysterisches Kind neben mir, weil es sich einbildet, eine tödliche Nuss-Allergie zu haben. Ach, was soll’s: ich blogge einfach weiter und ignoriere die Hysterie. Mein Leben ist heute eine Freakshow von vorne bis hinten. Und ich bin der Ober-Freak, der sein Kind angesichts seiner Ängste mal überhaupt nicht ernst nimmt. Ich habe nämlich heute morgen Punkt 6:59 Uhr beschlossen, meine Bemühungen darum, eine gute Mutter zu sein, aufzugeben. Da half auch keine dritte Tasse Kaffee, kein süßlicher Motivationsspruch, kein Gebet.

Mir ist heute sogar mal dieser Satz über die Lippen gesprungen: „Wartet nur, wenn ihr mal selbst Kinder habt!!“ Vielleicht habe danach bitter aufgeschluchzt.

Ach ja, selbst solche Tage haben irgendwann ein Ende. Und DAS ist heute der einzige Trost. Es sei denn mein Mann taucht gleich mit den durchgebrannten Rafaellos auf. Das wäre auch ganz ok.

 

 

8 Gedanken zu „Lumpenpuppe“

  1. Oh, du liebe, so ist es bei mir heute auch. Ich hab’s auch gerade aufgegeben, der Tag ist vorbei, morgen kommt ein neuer. Gute Nacht und falls du die Raffaellos noch triffst, ignorier sie. Die können dir leider auch nicht helfen… Heute musst du vielleicht mal alles an Jesus abgeben.

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  2. Aua. Solche Tage kenne ich. Ich habe viel zu viele davon und hoffe immer, die Kinder erinnern sich später mal aufgrund irgendeiner partiellen Amnesie nur an die anderen 😅.
    Morgen wird es besser.

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  3. Ich bin heute auch eine Lumpenpumpe und am Dauerheulen. (bei mir gibts leider keine Rafellos… nicht mal Chips!)
    Dafuer troestet mich dein Post umsomehr. Danke! Und mir wurde auch als Kind oft angedroht „Warte nur, bis du selber Kinder hast!“ 🙂 Obs was geholfen hat? Keine Ahnung… 🙂

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  4. Liebe Veronika,
    ich Danke Dir so für Deine Begabung mit Worten zu spielen- ich liebe es!!!!
    Ich Danke Dir auch für deine Offenheit und Ehrlichkeit- es tut so gut!
    Meine Alltagswelt sieht etwas anders aus- aber ich kann so viel von Deinem Blog mitnehmen- weil wir beide Gottes Kinder sind und trotzdem in dieser Welt mit allem drumrum drinstecken und jeden Tag gefordert, herausgefordert, überfordert (auch von uns selbst) sind.
    Meine Tochter ist 13 und wir haben den ersten Pubertätstornado letzten Winter hinter uns- da habe ich mich wie in die Achterbahn gesetzt gefühlt- obwohl ich Achterbahnen hasse- und ich konnte nicht aussteigen.
    Momentan ist es ruhiger- aber ganz anders wie davor- und so wird es auch nie mehr werden.
    Ich habe eine Jugendliche an meiner Seite wo ich die richtige Mischung zwischen Halt geben und Sagen und Laufen und Springen lassen jeden Tag zusammenstellen muss…
    Dazu eine Teilzeitstelle mit vielen Frauen ( psychologisch herausfordernd) und einen Mann mit Depressionen/Burnout.
    Darum ganz besonders vielen dank für Deinen Humor und Deine Ehrlichkeit:-)))!

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