Gedanken, Schreiben

Zurücktreten!

Ich komme gerade keine Zeile weiter. An meinem Buch. Seit einer halben Stunde starre ich auf das Word-Dokument und stelle fest, dass ich mich festgefahren habe. Ich stecke in einer Sackgasse. Ich weiß, was ich sagen will und welche Geschichten ich erzählen möchte. Aber mein verknotetes Gehirn produziert gerade nur Gestammel. Also, einen Schritt zurück. Tief durchatmen. Und stattdessen einen Blogeintrag schreiben. Vielleicht platzt später der Knoten in meinem Hirn.

Was tun, wenn wir im Alltag festgefahren sind, keinen Zentimeter mehr weiterkommen? Sei es in Beziehungen, in unserer Arbeit, in der Erziehung unserer Kinder, in der Begrenzung unserer Kräfte und Zeit. Früher (und manchmal auch heute noch) wollte ich dann immer mit dem Kopf durch die Wand. Sofort andere Lösungen finden, mehr Energie aufwenden, alles daran setzen, eine Versöhnung, einen Durchbruch, einen Erfolg zu feiern. Das geht selten gut. Weil ich zu wenig Abstand habe. Als würde ich zwei Zentimeter vor einem Plakat stehen und verzweifelt versuchen, den Text zu lesen. Aber ich sehe ihn nicht! Da könnte stehen: „Heute Groß-Demo gegen kambodschanischen Imperialismus“ oder genau so gut „Open Air mit den Sex Pistols, Vorband ABBA“ oder „Verlieren Sie noch heute 20 Kilo!“

Wenn es heute nicht mehr weiter geht: Lasst uns einen Schritt zurücktreten, durchatmen, Pause machen, ein Nickerchen einplanen, ein bisschen stricken, nähen, lesen, spazieren gehen. Das will ich tun. Und dann finde ich den Ausgang aus meiner Schreib-Sackgasse. Wahrscheinlich stehe ich direkt davor. Nur so nahe, dass ich ihn nicht erkenne.

Ein Gedanke zu „Zurücktreten!“

  1. Danke! Gerade gestern habe ich diesen Beitrag gebraucht in Bezug auf meine Auseinandersetzungen mit meiner pubertierenden Tochter. Wenn zwei so dickköpfige Persönlichkeiten aufeinanderprallen, da fliegen schon mal die Fetzen. Ich habe gemerkt, dass es gar nichts bringt, sich da in den Konflikt hineinzusteigern, sondern erst mal auszusteigen, durchzuatmen und zu schauen, was da eigentlich gerade mit mir passiert. Warum, frage ich mich, verbeiße ich mich da immer wieder, obwohl ich weiß, dass es dadurch nur noch schlimmer wird?

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