Bücher, Rezepte, Schreiben, USA

Ich schreib ein Buch. Fei echt jetzt!

Der Trockner summt und erinnert mich an den Wäscheberg, der zusammengelegt werden muss, wenn meine Familie weiterhin saubere Socken haben möchte. Auf dem Herd blubbert Milchreis, mit dem ich heute Mittag bei meinen Mädels punkten kann. Ich bin heute mal wieder nicht zum Yoga gekommen, was eigentlich täglich auf meiner To-Do-Liste steht, aber das ich immer zugunsten anderer Dinge streiche. Kaffeetrinken zum Beispiel. Macht auch fit.

Mitten in meinen völlig profanen und unspektakulären Alltag platzt die Nachricht vom SCM-Collection-Verlag: „Schreib mal ein Buch“. Tatsächlich erhielt ich vor einigen Wochen eine Buchanfrage. Ich fiel erstmal tot um. Dann lachte ich. Ich, ein Buch schreiben! So etwas können doch nur kettenrauchende, vom Weltschmerz zerfressene, intellektuelle Freaks. Dann folgte ein Treffen mit der Programmleiterin des Verlags. Und ich stellte erschrocken fest: Die meinen das ernst!

Ich schwanke immer noch zwischen Euphorie und ungläubiger Fassungslosigkeit. Der Traum, ein Buch zu schreiben, schlummert heimlich in mir, seit ich schreiben gelernt hatte. Mit sieben Jahren lernte ich, dass man Worten eine Form geben kann. Ich fand das so aufregend, dass ich mich daheim mit Papier, Stiften und Kleber hinsetzte und mein erstes Buch verfasste. Es war ein selbst illustrierter Räuberroman und ging über vier Seiten. Diese klebte ich zwischen zwei Kartonseiten und bezog das Cover mit einem türkis-rot-karierten Stoff. Mein erstes Buch. Es hatte genau drei Leser. Mich, meine Mutter und meinen Vater. Ich war so stolz!

Dieser Blog ist in den letzten fünf Jahren zu einem kleinen Raum gewachsen, in dem ich wunderbare Menschen kennengelernt habe, mich ausdrücken darf und immer wieder erlebe, dass Worte aufrütteln, ärgern, beglücken, inspirieren und sicher auch manchmal langweilen. Vor fünf Jahren saß ich in einem Hotelzimmer in Boston und sagte zu Armin: „Ich würde gerne einen Blog über unsere Amerika-Reise schreiben. Für Freunde und Familie.“ Und Armin richtete mir noch in derselben Stunde diesen Blog ein. Als ich die ersten Zeilen schrieb, stieg ein eigenartiges Gefühl in mir hoch, an das ich mich auch heute noch ganz genau erinnere. Die Freude über eine lang zugeschüttete Gabe, die wieder zum Leben kam. Seitdem schreibe ich. Und dass das jetzt alles tatsächlich in einem Buch mündet, soweit hätte ich nicht zu träumen gewagt.

Mein Buch (mein Buch, hahaha!) wird leider keine Fortsetzung meines ersten Räuberromans. Aber es geht um meine Herzenssache: Essen, Tischgemeinschaft, Genuss, Gastfreundschaft und wie Gott unseren Bedürfnissen am Tisch begegnen kann. Jedes Kapitel wird mit einem passenden Rezept abgerundet.

Nach diesem kurzen Exkurs in die Welt der Literatur wende ich mich jetzt wieder Milchreis und Wäsche zu. Ich bin ja kein kettenrauchender, vom Weltschmerz zerfressener Freak, sondern einfach nur Hausfrau und Mutter mit einem ganz profanen und momentan ziemlich glücklichem Leben.

6 Gedanken zu „Ich schreib ein Buch. Fei echt jetzt!“

  1. Liebe Veronika,
    wieder mal so ein wunderbarer Blogeintrag! Dein Stil UND Deine Themen lassen mir das Herz aufgehen. Dsehalb habe ich Deinen Blog auch nach meiner Nominierung für den Liebster Blog Award vorgestellt. Du bist also jetzt auch „nominiert“. Schau mal hier, wenn Du magst: http://ulrike.schomerus.me/
    Fühl Dich frei damit zu machen was Du willst, ich jedenfalls freue mich auf weitere Blogeinträge und Dein Buch 😉

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  2. Hej,

    das ist ja super!!! Ich freu mich schon auf dein Buch!
    Mein Mann macht für den SCM öfter mal Buchcover, das wäre der Hammer, wenn er das für dein Buch machen würde!!! 😉

    Liebste Grüße,
    Hanna

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