Soooo müde….

Die Kinder sind im Bett und ich fall auf die Couch. Nicht, dass sie außergewöhnlich anstrengend gewesen wären. Aber ich fühl mich seit einigen Tagen wie von einer Panzerkolonne überfahren. Meine Energie reicht bis ca. 9 Uhr vormittags. Danach schleppe ich mich mit größter Mühe durch den Tag. Frühjahrsmüdigkeit? Vitaminmangel? Vorzeitige Wechseljahre?

Meine Erschöpfung gepaart mit dem kräftestrotzenden Enthusiasmus meiner Kinder ist keine angenehme Mischung. Ich wünschte, ich könnte eine begeisterungsfähigere Mutter sein. Als heute Amelie mit dem Wunsch ankam, Rahmen für ihre Schwimm-Urkunde zu basteln, erntete sie ein gequältes Lächeln und ein gepresstes Ja. Innerlich fiel ich in Ohnmacht. Aber ich wollte heute wenigstens eine Sache pädagogisch richtig machen. Mein Ja führte zu Begeisterungsstürmen und ich ließ mir den dritten Kaffee ein. Ich hatte noch keinen Schluck getrunken, schon standen die Mädels mit ihren Scheren und Kleber parat. Sicher hätte ich irgendwo eine Anleitung zum Rahmenbasteln. Aber der Grobmotoriker in mir meinte, ich könne das auch so. Also pi mal Daumen abmessen, aufzeichnen, Kinder ausschneiden lassen, Kleber draufklatschen und passt….nicht. Amelie schaute mich mit ihren großen, blauen, traurigen Kinderaugen an. „Haha, da hab ich mich wohl vermessen. Kinder, wollt ihr nicht lieber auf die Gasse und Fahrrad fahren und Mama das hier richten lassen?“

Anscheinend hatten meine Kinder ihr Vertrauen in meine Bastelfähigkeiten verloren und waren aus der Tür, ehe ich bis drei zählen konnte. Endlich konnte ich einen Schluck von meinem kalten Kaffee nehmen. Wütend bearbeitete ich den Karton mit der Schere. Eindeutig gehöre ich nicht zu den bastelbegabten Müttern. Mir fehlen dafür Geduld und Geschick. Bei mir muss es ratzfatz gehen. Und ratzfatz klebte ich die Rahmenstücke fluchend und schief zusammen. Sie sahen aus, als wären sie von einem debilen Schimpansen gebastelt worden. Egal, ich hatte es geschafft, klopfte mir mit klebstoffverkrusteten Händen auf die Schultern und schleppte mich durch den Rest des Tages.

Morgen Vormittag streiche ich alles von meiner Liste und werde nur das tun, worauf ich wirklich Lust habe.

Vielleicht eine Runde Nähen? Es warten ein Stapel verlockenden Stoffes und ein paar neue französische Schnittmuster auf mich.

Oder auf der Couch rumliegen und Kaffee trinken? Mit einem Stapel Bücher neben mir?

Ein paar Fenster putzen? Halt! Das gehört zu den Dingen, die ich mir morgen strikt verbiete.

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