DIY, Haushalt, Listen, Rezepte

Ein altmodischer Rezepteordner

Was soll ich bloß kochen?

Diese Frage ist ein bisschen wie das Volle-Kleiderschrank-Dilemma: Wir stehen vor einem gut gefüllten Kleiderschrank und uns ereilt ein Blackout. „Was soll ich bloß anziehen?“ Und dann greifen wir doch wieder nach dem Altbewährten, während 99% unserer Kleidung weiterhin vor sich hinstaubt.

Wenn du zu der Minderheit der regelmäßig kochenden Gesellschaft gehörst (35 Millionen Bundesbürger*innen kochen täglich), dann kennst du dieses panikartige Gefühl, das dich ereilt, wenn in 30 Minuten ein Essen auf dem Tisch stehen soll und du reflexhaft die altbewährten Nudeln ins Kochwasser wirfst und Tomatensauce erwärmst. (Hey! No shame. Nudeln mit Tomatensauce sind immer DIE Rettung. Aber bitte nicht jeden Tag).

Ich habe ein Ritual: Sonntagabend plane ich auf Papier die Mahlzeiten für die Woche. Ja, in dieser Hinsicht bin ich hoffnungslos analog…and I love it!

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Um es mir noch viel einfacher zu machen, habe ich mir eine Liste mit Mahlzeiten erstellt, die alle von uns gerne essen. So brauche ich nur diese zur Hand nehmen und das herauszupicken, was der Jahreszeit und unseren Vorräten entspricht. Es ist ja auch hier wie beim Kleiderschrank. Nachdem ich jahrelang alles mögliche ausprobiert habe, falle ich nun auf gute, bewährte Basics zurück.

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Je nach Lebensphase überarbeite ich die Liste, denn was eine Zweijährige einst verabscheute (Thai Curry), findet diese mit 12 Jahren ausgesprochen lecker. So flogen erst letztens die Rezepte für Lachslasagne und Forelle in Orangensauce aus dem Ordner („Mama, wir essen jetzt auch keinen Fisch mehr!“ Seufz).

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(Ich habe sogar eine Liste von Gerichten angelegt, die ich gerne mal ausprobieren möchte und habe hinter jeder Zeile vermerkt, in welchem Kochbuch bzw. auf welcher Homepage dieses Rezept zu finden ist.)

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Aber zurück zu meinem Rezepteordner. Den haben wir 2005 zur Hochzeit bekommen. Der Zahn der Zeit hat ihn zernagt, wie auch so manches dummes Eheideal. Seit JAHREN wollte ich den Ordner von Grund auf neu ordnen. Ich verkündige hiermit: 

Ich habs getan!

Altes weggeschmissen, das ich sowieso NIE NIEMALS kochen würde (Eingelegte Kohlrabi-Stängel!) und alle digital gelagerten, bewährte Rezepte ausgedruckt. 

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Den zerfledderten Ordner schmiss ich weg und fischte einen alten, aber noch gut erhaltenen Versicherungsordner aus dem Keller. Naja, hübsch war der nicht. In einem Anfall von vorweihnachtlicher Überambition wollte ich ihm eine Patchworkhülle verpassen. Aber dann fiel mir dieses wunderschöne Stickbild meiner Mutter in die Hände, für das ich seit Jahren Verwendung suche. Ich fand das äußerst passend, denn nun ist der Ordner innen wie außen mit Familienerbe bestückt. Eine alte Jeans vervollständigte die Ordnerhülle. Auf der Rückseite prangt nun eine Tasche, in die ich Stifte und Karteikarten stecken werde für das schnelle Notieren neuer Rezeptideen. 

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Den Ordner habe ich in folgende Rubriken unterteilt:

  • Dips, Aufstriche und Soßen
  • Salate
  • Suppen
  • Vegetarisch
  • Fleisch/Fisch
  • Desserts
  • Brot
  • Kuchen
  • Haltbarmachung
  • Flüssiges
  • Snacks
  • Konditorei

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Man könnte einen Rezepteordner z.B. auch jahreszeitlich oder alphabetisch ordnen. Oder mit noch viel mehr Unterkategorien. 

Dieses System hilft mir,  meinen mentalen Koch-Load extrem zu verringern. Ich freu mich schon auf den nächsten Sonntagabend, wenn ich mich mit meinem Ordner zurückziehe und das Essen für die neue Woche plane! 

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Verrate mir: Was ist dein / euer absolutes Lieblingsessen?

 

DIY, Familie, Slow Living, Weihnachten

Du hast das gut gemacht UND Last Minute DIYs

Mach dir eine Tasse Tee, setz dich an deinen Lieblingsplatz, lass dich – wenn möglich nicht stören.

Ich hab dir nämlich etwas zu sagen:

Du hast das dieses Jahr gut gemacht.

Damit meine ich nicht unbedingt deine Leistung im Job und zu Hause oder dass du endlich den Bügelwäscheberg abgearbeitet oder fünf Kilo abgenommen hast. Nein, ich glaube, dass du in aller Unvollkommenheit versucht hast, das Beste aus der Situation zu machen. Du hast dich den Gegebenheiten immer wieder neu angepasst. Bist ins Homeoffice gegangen. Hast deine Kinder im Homeschooling betreut. Hast vieles jonglieren müssen. Und trotzdem versucht, die Stimmung aufrecht zu erhalten. Du hast dich um alleinstehende Freunde gekümmert. Um deine Eltern. Du hast dich zwischen Anforderungen zerrissen und trotzdem noch immer ermutigende Worte für andere gehabt. Es war (ist) schwer, mit anzusehen, wie Freunde in die Verschwörungsmaschinerie gerieten und dieser Riss durch Gesellschaft und Christenheit schmerzt dich. Gratulation, dass du einen kühlen Kopf bewahrt hast. Dass du für Politiker betest. Dass du der Wissenschaft mehr Vertrauen schenkst als selbsternannten Youtube-Experten.

Du hast das gut gemacht.

Manche von uns – so wie ich – kehren sich jetzt gerne nach innen. Halten ihre Ängste in Schach mit der ruhigen Arbeit ihrer Hände. Für diese Sorte Menschen habe ich ein paar Dinge, die mir in den letzten Wochen Freude gebracht haben. Aber wenn du nicht zum Team Selbermachen gehörst oder dich solche „Inspirationen“ enorm unter Druck setzen, dann lass es ohne schlechtes Gewissen sein. Weihnachten passiert auch ohne selbstgebackene Lebkuchen und handgeklöppelte Sterne und handgeschriebene Karten.

Gut. Nachdem wir das geklärt hätten, dürfen alle Bastel- und Backmuffel hier zum Ende runterscrollen (da kommt noch eine wichtige Ankündigung!).

Der Rest darf sich an DIY-Ideen und Linktipps ergötzen.

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Kinderleichte Weihnachtskarten mit Masking Tape

Ich liebe Weihnachtskartenschreiben (und möchte doch das Projekt meist mittendrin abbrechen, weil ich kein Ende finde und sich das Prozedere über Tage hinzieht!). Dieses Jahr habe ich eine Idee von Zuckersüße Äpfel umgesetzt. Kinderleicht. Falls du Blankokarten und Masking Tape daheim hast, kannst du direkt loslegen!

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Ofenanzünder
Uns waren die Anzünder ausgegangen. Ha! Wer hätte gedacht, dass man selber welche machen kann! Ich habe im Keller eine Box mit Wachsresten. Die kramte ich raus zum Kerzengießen und da kam uns die Idee zur Ofenanzünder-Herstellung.


Du brauchst:
– Eine Muffinform (am besten schon eine ältere, die du nicht mehr brauchst)
– Wachsreste
– Holzspäne, trockene Nadelbaumzweige und – zapfen, Zeitungspapier.

Aus dem Papier schneidest du Kreise aus, die so in die Muffinform passen, dass sie noch oben ein Stück rausschauen. Dann mit dem trockenen Material füllen und mit flüssigem Wachs tränken. Wir haben zuviel Wachs benutzt und werden das nächste Mal so verfahren, dass das Trockenmaterial nur damit überzogen wird, nicht darin ERSÄUFT.

Trocknen lassen und dann als Anzünder in deinem Ofen nutzen.

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Die weltbesten Lebkuchen (ca. 30 bis 40 Stück)


Dieses Rezept stammt aus dem tiefsten Franken und landete vor vielen Jahren in meinem Rezeptordner. Ich backe sie jedes Jahr, weil sie über alle anderen Lebkuchen dieses Landes und des gesamten Universums triumphieren.

Zutaten:

  • 500 g Zucker
  • 150 g Marzipan
  • 10 Eiweiß
  • 400 g Nüsse, gemahlen
  • 100 g Zitronat
  • 100 g Orangeat
  • 15 g Lebkuchengewürz
  • 150 g Mehl (ich verwende Dinkelvollkorn)
  • Abrieb von einer Zitrone
  • 10 g Hirschhornsalz
  • Oblaten

Zubereitung:

Eiweiß steif schlagen, Zucker einrieseln lassen und weiter schlagen bis der Eischnee glänzt. Das Marzipan zerkleinern und hineinbröseln. Anschließend Nüsse, Zitronat, Orangeat, Zitronenabrieb, Lebkuchengewürz und Mehl unterrühren. Das Hirschornsalz in wenig Wasser auflösen, beifügen und vermengen.

Die Oblaten mit etwas Abstand auf einem Brett oder Backblechen verteilen. Die Teigmasse mit einem Löffel auf die Oblaten streichen. Über Nacht kalt stellen (Kellertemperatur reicht).

Am nächsten Tag den Ofen auf 210 Grad vorheizen (Ober-/Unterhitze), die Lebkuchen 10 Minuten backen. Anschließend nach Belieben mit Schokolade oder Zuckerguss überziehen.

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Du MUSST diesen Rosmarin-Heidesand probieren. Ich weiß. Rosmarin in Plätzchen? Klingt komisch. Aber vertrau mir. Süßgebäck und Rosmarin passen zusammen wie Rudi Carell und Herzblatt. Jeder bei uns ist komplett verrückt danach.

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Und während du deine Karten schreibst und die WELTBESTEN Lebkuchen backst, hör dieses Christmas Coffeeshop Ambience (welches mein Mann abfällig als Fahrstuhlmusik betitelt. Banause).

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Am Sonntag startet Focus Online seinen zweiten Zuhause-Sonntag.

Und ich bin dabei!

9 Stunden lang laufen spannende Beiträge – vor allem für Familien. Mein Thema lautet:

„Wie können wir als Familie in diesem Jahr Weihnachten gestalten“.

Du wirst mich im Wald, in der Küche und im Wohnzimmer sehen. Schalte dich mit rein: Ich bin um 12.50 Uhr am Start. Und ca. 40 Minuten später bietet Daniel Kallauch ein tolles Kinder-Familien-Weihnachtskonzert.

Bücher, Bilder, Dankbarkeit, DIY, Familie, Garten, Gedanken, Glaube, Listen, Reisen, Renovierung, Schreiben

Meine Zehnerjahre

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Ich – mit Durchblick und skinny Schal- vor zehn Jahren

Zeit ist etwas Wunderbares, wenn ich sie vertrödeln kann. Wenn sie sich dehnen lässt und am Ende immer noch genug übrig ist, um mit der Familie Brettspiele zu spielen oder Filme zu sehen. Nach Weihnachten verlangsamt sich die Zeit und folgt damit einem mysteriösen Naturgesetz, das keiner beweisen aber doch jeder fühlen kann. Es sind mir die schönsten Tage im ganzen Jahr.

Ich habe mein Arbeitszimmer ausgemistet (nicht weil ich es plante, sondern weil ich plötzlich richtig Lust darauf hatte). Stunden verbrachte ich mit Büchern und Strickzeug auf der Couch. Ein Puzzle liegt angefangen auf unserem Esstisch. In den Kinderzimmern spielen Wollmäuse Verstecken unter den Betten. Das Putzen habe ich auf die erste Schulwoche verschoben. Zwischen den Jahren plagt mich kein schlechtes Gewissen. Lieber fülle ich Seite um Seite in meinem Tagebuch mit Rückschau. Mit Staunen habe ich bemerkt, dass ein weiteres Jahrzehnt dem Ende zugeht und die 20er Jahre anklopfen.

Global betrachtet war dies ein Jahrzehnt, in dem die Weltordnung ins Wanken geriet. Das Gefühl am Ende dieser Dekade ist eines, das sich wie Götterspeise schwer fassen lässt. Man möchte Weltenflucht betreiben, vorher aber noch kurz der AfD und Donald Trump ans Schienbein treten und empfindet doch eine sehr große Verwirrung über die guten alten Werte „richtig“ und „falsch“, die vor meinen Augen verschwimmen, wie die Buchstaben auf meiner Tastatur (ich finde meine Brille diesen Morgen nicht).

Aber die Zehnerjahre privat betrachtet – nun, das ist eine ganz andere Geschichte. Wir erleben viele Tage und Lebensabschnitte so, als würden wir auf der Stelle treten. Als würde sich nie etwas ändern! Und erst in der Retrospektive siehst du die Berge, die du gemeistert hast, die Täler, aus denen du wieder herausfandest, die fruchtbaren Gärten, in denen dir Rast geboten wurde. Magst du mit mir zurückblicken?

Ohne Plan und mit vielen Fragen stand ich da im Dezember 2009, absolut ahnungslos, was mich erwarten würde. Ich bin kein großer Planer, sondern lasse das Leben passieren und greife zu, wenn eine Idee vorbeiflattert und sich Möglichkeiten bieten. Das Scheitern, ja das darf auch eine Möglichkeit sein, denn das Hinfallen tut weit weniger weh als ewiger Stillstand.

Mein Rückblick:

Ich bin Mutter einer zweiten Tochter geworden UND habe die Baby- und Kleinkindphase mit einen Minimum an Schlaf überlebt.

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Unsere Ehe ist bewahrt geblieben durch Stürme und Täler hindurch.

Ich habe 20 Kilo ab- und wieder zugenommen. Den Teufelskreis der Diäten habe ich für immer hinter mich gelassen, wie auch meine Waage und übe mich in radikaler Selbstliebe.

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Wirklich gute neue Freunde sind in mein Leben getreten. Und siehst du, das hätte ich nie zu träumen gewagt.

Freunde haben mein Leben verlassen.

Wir haben ein Haus gekauft und renoviert und schlagen zarte Wurzeln an einem neuen Ort.

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Mir wurde die Kolumne in der Family angeboten, die ich nun seit sieben Jahren schreibe.

Ich habe vier Bücher geschrieben (wann, so frage ich mich, WANN und WIE??). Und einen Jahresplaner konzipiert.

Meine extreme Bühnenphobie ist verschwunden und nun bin ich als Referentin unterwegs und liebe es.

Ich habe ein gut gehendes Fotobusiness aufgebaut und nach ein paar Jahren wieder eingestampft.

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Es war ein Jahrzehnt des großes Lernens.
Stricken, Nähen, Quilten, Sticken, Brot backen, Einwecken, einen neuen Garten anlegen, Kleidung reparieren, Photoshop, meine eigene Businessfrau sein, Kosmetik selber machen, reden vor vielen Menschen, Yoga.

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Ich habe unendlich viel Zeit mit meiner größten Liebe verbracht: Bücher. Diese Autoren hatten es mir angetan: Henri Nouwen, Ruth Pfau, Anselm Grün, Anne Lamott, Wendell Berry, Sarah Bessey, Frederick Buechner, Jen Hatmaker, Amanda Soule, Donald Miller, Rachel Held-Evans, Shauna Nieqist, Tomas Sjödin, Martin Schleske, Christina Schöffler, Jennifer Zimmermann und so viele andere!

Ich bin trotz und mit Kindern viel gereist: Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, USA, Israel, Holland.

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Mein Glaube hat sich gewandelt. Ich bin  ausgestiegen aus meiner alten evangelikalen Welt und einiger ihrer Weltanschauungen. Früher war ich mir so sicher, wie Gott ist und wie er zu wirken hat. Heute bin ich das nicht mehr und mein Glaube hat sich auf Jesusliebe reduziert.

 

Wo auch immer du heute bist – innerlich und äußerlich – so wünsche ich dir, dass du mit hoch erhobenem Kopf und Hoffnung im Herzen in das neue Jahrzehnt gehst. Dass du bewahrt bleibst vor großem Schaden und harten Herzen und Humorlosigkeit. Gott segne deine Wege über Berge und durch Täler. Durch Wüsten und fruchtbare Gärten. Bis du endlich dort bist, wo du wirklich hingehörst.

 

Ich kenne dein zurückliegendes Jahrzehnt nicht, aber ich würde mich freuen, wenn du mir in den Kommentaren ein paar Schlaglichter nennst. 

 

 

 

 

DIY, Haushalt, Plastikfreier leben

Bienenwachstücher DIY

Das Internet ist eine Fundgrube. Waschmaschine kaputt? Du findest sicher ein Tutorial, dass dir Schritt für Schritt zeigt, sie wieder fit zu machen. Du kommst bei den Mathehausaufgaben deines Sohnes nicht weiter? Irgendwo in den Tiefen des Netzes wirst du den Lösungsweg finden. Im Hals kratzt es? Dr. Google wird dir verraten, dass es sich um eine bisweilen tödliche Krankheit handeln könnte, dessen Erreger aus Zentralafrika stammt.

Aber man kann auch Freunde im Internet finden. So richtige aus Fleisch und Blut. Ist mir bereits passiert. Kein Witz! Sonja ist so ein wertvolles „Internet-Fundstück“, bei der ich letzte Woche zwei Tage in Zürich verbracht hatte. Wir saßen also bei einem Cupcake-Frühstück und redeten über dies und das. So auch übers Bloggen, das uns beide verbindet. „Schade, dass es deinen Kreativen Freitag nicht mehr gibt,“ meinte sie. „Das hat auch jemand letztens in meine Kommentare geschrieben!“ gab ich zurück. Eine kurze Weile schwiegen wir und ich vertiefte mich in die Eingeweide des überaus köstlichen Cupcakes (Sonja hat nicht nur die Gabe des Schreibens, sondern ist auch eine ausgesprochen begnadete Bäckerin).

Ja, ich könnte tatsächlich ab und zu wieder etwas Kreatives posten! Nicht regelmäßig, sonst setzt mich das zu sehr unter Druck. Aber wenn ich über etwas stolpere, das unseren Alltag schöner oder leichter oder ökologischer macht….dann will ich das hier kundtun.

Heute war unser kreativer Sonntag – völlig ungeplant. Und was macht man so an einem verregneten grauen Oktobertag? Wachstücher!

Du willst deinen Plastikverbrauch in der Küche senken und Plastikfolie verbannen? Wachstücher sind dein Freund. Ich habe ein großes Wachstuch bereits seit fünf Jahren und es ist immer noch in Gebrauch. Es hält Brot und angeschnittene Melonen frisch. Es deckt Schüsseln und Krüge ab und Sandwiches kann man auch wunderbar darin einpacken. Nach Gebrauch nur kurz lauwarm abwaschen und es ist bereit für den nächsten Gebrauch. 

Anleitung Wachstuch

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Du brauchst:

  • Baumwollstoff (ich verwende für die Wachstücher Stoffreste)
  • Bienenwachspastillen
  • Eine alte Backform mit flachem Boden
    ….oder ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech

Oh, es ist so einfach! Ich liebe schnelle und erfolgreiche Projekte und dies ist eines. 

  1. Heize deinen Backofen auf 120 Grad Ober/Unterhitze vor. Bügle den Stoff, falls er knittrig ist. Schön glatt soll er sein!IMG_2032_edited-1
  2. Stell die Backform auf den Stoff, zieh mit dem Stift einen Kreis.IMG_2037_edited-1
  3. Schneide den Kreis innerhalb der Markierung mit einer Stoffschere aus (ich benutze gerne meine Zickzack-Schere), so dass der Stoff gut in die Form passt.

  4. Nun lege den Stoff in die Backform und verteile darauf gleichmäßig die Pastillen.
    Anfangs kann es passieren, dass du zu viele oder zu wenige verwendest, aber mit der Zeit bekommst du ein Gefühl für die richtige Menge.IMG_2040_edited-1
  5. Stell die Form in den Backofen und warte bis das Bienenwachs geschmolzen ist. Das dauert ca. 4-5 Minuten. Prüfe, ob das flüssige Wachs alle Stellen erreicht hat. Wenn nicht, dann platziere auf die trockenen Stellen ein paar wenige Pastillen und lass die Form weitere ca. 2 Minuten im Ofen.

  6. Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, dann nimm die Form aus dem Ofen. Mit einer Kochzange (oder den bloßen Fingern, wenn du dich traust) nimm das noch heiße Wachstuch aus der Form. Halte es ca. eine halbe Minute in der Luft bis das Wachs leicht angetrocknet ist und lege es dann zum Trocknen auf Backpapier.IMG_2042_edited-1IMG_2043_edited-1IMG_2044_edited-1

Das Ganze kannst du auch ohne Backform auf einem Backblech machen. Da ist es nur wichtig, dass das Backpapier die Ränder ganz bedeckt. Nicht, dass dir das flüssige Bienenwachs dein Backblech versaut….

 

 

 

Bücher, DIY, Familie, Garten, Haushalt, Listen, Renovierung

9 Dinge

Es ist mal wieder Zeit für eine Liste, nicht wahr? Kurz und knackig?  Haha, schaff ich nicht, weil ich ja doch wieder ins Labern komme und tausend Bilder hochlade. Ich hoffe, ihr verzeiht. Macht euch einen schönen Kaffee und setzt euch ein paar Minuten zu mir, ja? Aber dann nichts wie weg vom Bildschirm! Der Sommer wartet draußen auf uns und unsere Kinder und unsere Arbeit.

  1. :Schule und Kiddies:IMG_7105_edited-1Die letzten Schulwochen ziehen sich wie Kaugummi. Amelie ist im Schullandheim und ich hoffe, dass ich heute Mittag ein dreckiges, übermüdetes, mit Erlebnissen vollgestopftes Kind wiederbekomme. Aber ein bisschen habe ich die ruhigen Tage mit nur einem Kind auch sehr genossen. Was für ein Geschenk, sich ganz meiner kleinen Tochter widmen zu können, mit ihr zu schwimmen, endlos am Abend zu lesen und zu puzzeln.

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  2. :Meine Küche: IMG_7090_edited-1…. ist phasenweise ein geschäftiger Ort. Die Vorratsregale füllen sich. Ich wecke ein, koche wenig (zu heiß und zu wenige Familienmitglieder, als dass es sich lohnen würde). Aus dem Backofen hüpfen Zucchini-Haferflocken-Muffins und das superschnelle, überraschend leckere Dinkelvollkornbrot von Uta (Danke für dieses Mega-Rezept!!).  Und ich probiere mich an der Herstellung von Shrubs: Das ist ein Getränke-Sirup, der aus Früchten, Essig und Ahornsirup gezogen wird. Meine Shrubs ziehen bereits seit zwei Wochen und duften ganz fantastisch nuancenreich.

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  3. :Baustelle:
    Armin und ich plagen uns jeden Samstag auf unserer Dauerbaustelle Dachboden. Es geht quälend langsam voran, aber die Vision von einem weiteren ausgebauten Raum in diesem Haus beflügelt uns. Aber manchmal hab ich die Befürchtung, unsere Flügel könnten erlahmen….


  4. :Garten: IMG_7117_edited-1Er wirft seinen ersten Gewinn ab! Da, wo letztes Jahr noch Wüste und Wildnis war, herrscht jetzt saftig-grüne Disziplin: Gurken, Kohlrabi, Broccoli, Blumenkohl, Bohnen sind momentan an der Reihe. Und auf der wilden Wiese hinterm Haus suche ich die Obstbäume auf, um die sich niemand kümmert: Mirabellen, Kirschen und Klaräpfel.

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    Mein Vorgarten ist mein Augapfel und ich kann immer noch kaum glauben, dass mein Permakultur-Experiment fürs Erste funktioniert hat! Jetzt blüht es, wo im letzten Jahr noch Disteln und Liguster und Efeu rankten.

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  5. :Arbeit:
    Ich möchte meine Vortragsthemen erweitern. Leute, dazu brauch ich euren Input! Wenn ihr mich einladen würdet – zu einem Frauenfrühstück, einer Predigt, einem Vortrag – was würdet ihr gerne von mir hören?


  6. :Bücher:
    Mann! Ich bin wieder in so einer Phase gelandet, in der ich kein Buch zu Ende lesen kann. Weil sie mich alle ab Seite 3 furchtbar langweilen. Ich habe ungelogen 10 angefangene Bücher auf dem Nachttisch liegen und habe null Motivation. Mich zieht es momentan eher Richtung Biographien, Erlebnisberichte, Sachbücher etc. Tipps für eine packende Sommerlektüre? 



  7. :Handarbeiten:
    Auch hier trifft mich das ähnliche Phänomen wie beim Lesen. Soviel angefangene Projekte und so wenig Motivation, sie auch zu Ende zu führen. Also halte ich den Ball flach. Und stricke schnelle, kleine Sachen. Wie zum Beispiel einen Pullover für Amelies Kuschelkätzchen.IMG_7082_edited-1


  8. :Gemeinde:
    Für uns ist das weiterhin unser wunderbarer Hauskreis. Wir fahren keine Programme, keine Projekte, nur gemeinsames Bibellesen, Reden, Beten, füreinander da sein. Genau das, was wir in unser jetzigen Lebensphase brauchen.


  9. :Familienzeit:
    IMG_7037Sehr dosiert (weil Baustelle und moderner Stress und so). Aber der Sonntag ist für UNS reserviert. Wir als Familie! Letzten Sonntag sind wir wieder in den Wald, haben dort an unseren Eichhörnchen-Häusern weitergebaut, die die Kinder seit Jahren erweitern oder neu errichten. Waldzeit ist für mich immer die schönste Zeit. Die Ruhe wäscht allen Baustellen-Stress ab, wir bauen gemeinsam KLEINE Projekte und atmen durch.IMG_7076_edited-1IMG_7046_edited-1IMG_7069_edited-1IMG_7075_edited-1IMG_7048_edited-1

 

 

 

Bücher, DIY, Familie, Garten, Hausrenovierung

Arbeit satt

Abends sinke ich todmüde auf die Couch, jede Faser meines Körpers jammert ein bisschen. Es ist eine zufriedene Müdigkeit, die mich früh ins Bett treibt. Dann schlafe ich wie ein Stein bei offenem Fenster, grabe ein paar Träume aus den Tiefen meines Unterbewusstseins und werde beim Morgengrauen von unserer Haus- und Hofamsel geweckt.

Manchmal sehne ich mich nach Urlaub, nach einer Mutter-Kind-Kur, nach dem Ruhestand. Aber andererseits mag ich meine Arbeit. Sie fordert mich zurzeit an allen Ecken und Enden: Ich liebe es, Menschen zu fotografieren. Über das Leben zu schreiben. Ich liebe das Kochen und Wäschewaschen und meine Hände in der frühlingskühlen Erde zu versenken. Ich liebe das Werkeln am Haus und im Garten. Ich liebe es, früh am Morgen Pläne zu schmieden. Ich liebe es, mit meinem Mann an Projekten zu arbeiten. Ich liebe es, neue Menschen hier am Ort kennenzulernen. Alles das füllt momentan meinen Kalender, mein Herz, meine Gedanken. Und ja, manchmal wird mir angesichts der Fülle an Aufgaben schwindlig und auch ein bisschen übel.

Unser Umzug ist fast ein Jahr her. Manches ging schnell. Manches ist unerledigt. Manches wächst nur langsam. Manches ist anders als erwartet.

Erwartet hatte ich, dass wir zügig fertig sind. Ein paar mal die Ärmel hochkrempeln und zack: Gemüsegarten, Hausanstrich, Blumenrabatten, Dachboden erledigt. Aber unser Haus, unser Garten bremsen uns, verlangen von uns: Macht langsam. Macht einen Schritt. Und dann schaut euch an, was ihr heute geleistet habt. Feiert ein bisschen. Schlaft. Spielt mit den Kindern. Und dann arbeitet weiter.

Könnte es sein, dass die Arbeit lohnender ist als das angestrebte Ziel? Sie ist der Weg, unserem Zuhause ein Gesicht zu geben. Sie drückt aus, wie wir leben wollen. Sie schenkt Zufriedenheit und Selbstvertrauen.

Die Arbeit ist seit unserem Umzug nie erledigt, selbst wenn wir abends den Hammer, den Pinsel, die Wäscheklammern und den Stift fallen lassen. Aber dafür gibts dann mal ein neues Gemüsebeet. Eine neue Wäscheleine. Eine Mini-Bücherei (auch so ein überflüssiges Projekt, das mir so viel Freude gemacht hat). Ein neues Buch. Eine gestrichene Wand.

Leute, mir fallen hier gleich die Augen zu und ich hoffe, ich hab in meinem Halbschlaf nicht völligen Murks geschrieben. Meine Tochter steht just in diesem Moment neben mir und möchte ein zweites Mal ins Bett gebracht werden. Ich glaub, ich leg mich direkt dazu…..Dann mal Gute Nacht, ihr Lieben!

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Aufatmen im Advent, DIY, Einfache Adventszeit, Familie, Weihnachten

Dinge, die wir im Dezember lieben

…Geheimnisse. Zimmertüren, die sonst sperrangelweit offen stehen, bleiben verschlossen. „Komm bloß nicht rein“, ruft eine panische Amelie, wenn ich mich ihrem Zimmer nähere.

…Tee. Jeden Morgen mache ich Amelie eine große Thermoskanne voll Tee, den sie dann später in ihrer Klasse verdealt. Sie liebt Spekulatius-Tee, Schoko-Chai und Bergkräuter-Tee. Jeden Nachmittag, wenn um vier Uhr die Dämmerung einsetzt, machen wir eine weitere Tee-Stunde.

img_4889…Karten schreiben. Jedes Jahr am 1. Dezember behaupte ich laut: „Dieses Jahr geb ich mir keinen Weihnachtskarten-Stress!“ Spätestens zu Nikolaus habe ich einen Stapel Karten besorgt oder selbst bedruckt. Ich sitze am Esstisch, ganz altmodisch mit Adressbuch und Füllfederhalter, und verweile mit jeder Karte bei einer Person, die ich gern habe.

…Backen. Diese Woche hab ich einen großen Brotbacktag eingeschoben und ein paar Laibe Sauerteigbrot für die Feiertage eingefroren. Eine letzte Fuhre schlesische Pfefferkuchen haben heute die Kinder alleine gebacken. Ich staune….sind sie wirklich schon so groß, dass ich kaffeetrinkend und zeitungslesend daneben sitzen kann und keinen Finger rühren muss (bis aufs Aufräumen natürlich)??

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…Kürbis, Kohl, Bohnen, Wurzelgemüse – am liebsten alles zusammen in Eintöpfen. Das wärmt von innen heraus und „erdet“ mich.

…Das Buch „Hannah Coulter“ von Wendell Berry, das wir für unseren Book-Club lesen. Ich habe es im Sommer für mich entdeckt und lese es jetzt begeistert und heulend zum zweiten Mal.

…Pläne machen fürs neue Jahr. Gute Pläne. Große Pläne.

…Geburtstagspläne schmieden und Einladungen schreiben und von Geschenken träumen. img_4886

…Heimliche Näh-Sessions am Abend. Amelie wünscht sich neue Leggins. Mit diesem Schnittmuster geht das ratz-fatz und die Leggins sitzen wie angegossen.

…Gemeinsam in alten Fotoalben blättern.

…bei Frost durch den Wald joggen.

…Geschenkpapier bestempeln. Das hält meine gelangweilte Josefine auf Trab. img_4904

…Vorfreude auf gemeinsame Zeit mit Schwiegereltern, Eltern und Geschwistern.

…Üben fürs Krippenspiel – und dabei die Aufregung der Kinder beobachten.

…Die Lichterketten IM Haus. Wir haben uns dieses Jahr gefragt, warum wir eigentlich Lichterketten außen anbringen, wo wir sie gar nicht sehen. Ja, warum eigentlich?? Also haben wir sie innen aufgehängt. Mein Favorit: Lichterkette im Schlafzimmer.

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Und was liebt ihr im Dezember?

 

Bücher, DIY, Ernährung, Familie, Freundschaften, Gedanken, Listen, Nähen, Schreiben, USA

10 Dinge

Eine aufwühlende Woche liegt hinter mir. Das unerwartete Wahlergebnis in den USA. Die damit verknüpfte Sinnkrise („Wenn so viele Evangelikale Trump gewählt haben, bin ich ab jetzt nicht mehr evangelikal!“). Dann hat sich auch noch mein liebster Leonard Cohen verabschiedet. Meine Stimmung war trüb und ich fühlte mich zutiefst verwirrt. Wem fühle ich mich zugehörig, wenn ich die christliche Welt nicht mehr verstehe? Und wer macht heute noch gute Musik?

Ich ließ mich einige Tage brodeln und wüten und trauern und eine Menge schwieriger Fragen stellen. Antworten habe ich keine. Aber 10 Dinge, die mir und uns in den letzten Tagen geholfen haben, den Fokus auf das zu lenken, was wir tatsächlich in der Hand haben. img_4841_edited-11. Gemeinschaft mit Menschen, die mir gut tun. Auch wenn ich dafür eine Autofahrt bei Sturzfluten auf mich nehme. Ich frühstückte mit Christina bei IKEA (unsere Tradition), sprach mit ihr übers Bücherschreiben, über Trump, unsere Kinder. Und dann kauften wir tatsächlich nur die Dinge ein, die auf unserem Einkaufszettel standen. Erfolg auf ganzer Linie.

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Ist er nicht herzallerliebst, unser neuer IKEA-Lampenschirm? Ein bisschen wie Urgroßmutter Schlüpfer, nicht wahr?

 

2. Knusper-Müsli backen. Meine Kinder und ich fressen das Zeug schneller weg, als ich Chia-Samen sagen kann. Es tut gut, die Kontrolle darüber zu haben, was und wie wir essen. img_4859

3. Mit meinen Händen arbeiten. Ich – die weltschlechteste Strickerin – stricke, was das Zeug hält. Meine Nadeln klappern wie ein frierender Yeti im Himalaya. Jetzt sind Stulpen für Amelie an der Reihe. Ihr wird immer so schnell an den Beinen kalt .
Wir stehen kurz vor dem alljährlichen Geburtstags-Adventsmarkt-Weihnachts-Marathon. Da hab ich natürlich nichts Besseres zu tun, als Igel-Täschchen für kleine Geburtstagsgäste zu nähen. Die Idee ist meinem Plastikvermeidungs-Wahn entsprungen (ein Blog-Beitrag zu dem Thema hau ich euch demnächst um die Ohren). Ich bin ja völlig bekloppt. Aber ganz ehrlich? Ich liebe solche kleinen Sinnlos-Projekte.

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4. Bewusst Atmen. Meinem Körper Raum geben. Nickerchen machen. Eine Runde Yoga mit  Adriene (meiner neuen „besten Freundin“ aus Austin, USA).

IMG_4846.jpg5. Amelies Freundin braucht bei jedem Besuch eine Ladung Waffeln mit Apfelgelee. Dann sitzen die Mädchen um den Tisch, kichern, essen und machen Pläne für den Rest des Nachmittags. Und ich steh in der Küche, lausche neugierig und freue mich so sehr über ihre Freundschaft und das Leben rund um unseren Tisch.

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6. Ich lese mit wachsender Neugier „Hochsensible Mütter“ von Brigitte Schorr. Früher hätte ich mich über diese Mode-Diagnose ein wenig lustig gemacht. Aber seitdem mir eine Therapeutin den Hinweis gab, dass ich seelisch in genau diesem Bereich angesiedelt bin, lerne ich mich zum ersten Mal richtig kennen. Und durch das Buch nochmal viel mehr. Ich fühle mich, als würde jemand einen 100-Liter-Eimer Heilung über mir auskippen.

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7. Jeden Tag ins Freie. Bei jedem Wetter, dick eingepackt in Wollschals und Gummistiefel. Und wenn es nur fünf Minuten sind. Dabei die Augen offen halten für subtile November-Schönheiten.
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8. Gemeinsam Gemüsesuppe kochen. Erinnert mich an lang vergangene Jugendfreizeiten, wenn gemeinsam gekocht wurde. Das birgt ein sehr heimeliges, verbindendes Element in sich. Und eine Suppe auf dem Herd ist wie ein kleiner Tröster, bei dem man sich jederzeit an einem kalten Tag Nachschlag holen kann. img_4861

9. Freundlichkeit wie Konfetti in die Luft schmeißen. Beide Mädchen habe ein Paket für Weihnachten im Schuhkarton gepackt. Und dann gefühlte 89 Mal umgepackt. Die Begeisterung hielt mehrere Tage lang an. „Mama, ich stell mir gerade den Jungen vor, wenn er mein Päckchen aufmacht!“. 
Seit letzter Woche stehe ich jeden Dienstag etwas früher auf, um mich in der Schule mit einem syrischen Jungen zu treffen. Gemeinsam lesen wir Bücher und spielen Spiele. Ich radebreche ein paar arabische Wörter und er lacht sich halbtot über meinen fürchterlichen Akzent. Nach 45 Minuten geht er dann in seinen regulären Unterricht und ich wieder nach Hause. Es ist nichts Sensationelles passiert, außer dass wir kleine Brücken bauen. Von einer Sprache zur anderen. img_4856

10. Im Rahmen unserer Möglichkeiten (kre-)aktiv werden. Zuerst mochte Amelie nur eine Geschichte schreiben. Dann wollte Josefine die Bilder dazu beisteuern. Und dann ein Buch daraus binden. Heute Morgen meinte Amelie, sie wolle das Buch übers Internet verkaufen. Dann kam uns die Idee, dass sie vom Erlös ein Stück Regenwald kaufen könnte. Denn das Stück spielt am Amazonas. Obwohl ich müde war, half ich den begeisterten Mädchen bei ihrem Projekt. Und kurz vor dem Abendessen war der Prototyp des Kinderbuchs „Ein Abenteuer“ fertig. Mehr zu der Aktion (mit Kaufmöglichkeit) in Kürze!

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DIY, Ernährung, Familie, Gedanken, Glaube, Rezepte

Von Wut und Waffeln

IMG_3345_edited-1IMG_3348IMG_3356_edited-1IMG_3367IMG_3362_edited-1Mein Herz wiegt tausend Kilo. Ich bin wütend. Auf Psychopathen, auf das amerikanische Waffengesetz, auf Donald Trump (auf den bin ich eh dauerwütend), auf AFD-Wähler, auf muslimische Extremisten, auf den IS, auf unsere Gleichgültigkeit gegenüber ertrinkender Afrikaner, auf den Rechthaber-Reflex von uns Christen, auf Homophobie und Islamophobie, auf deutschen Dauerregen.

Ich habe das Gefühl, ich ecke immer mehr an. Weil ich den Liberalen zu konservativ bin. Und den Konservativen zu liberal. Weil ich manchmal mein Maul nicht halten kann. Weil ich oft zu viel sage….und dann wieder viel zu wenig. Weil ich an manchen Tagen so müde bin und meine Familie anmaule. Und weil ich mich mit einfachen Antworten von Christen gerade nicht mehr zufrieden geben kann, die meinen zu wissen, wie Gott ist und wie er handelt und was er von uns will.

Aber dann sitze ich Mittwochabend im Arbeitskreis Flüchtlingshilfe und sehe dort ganz normale Bürger (die ich vielleicht auf den ersten Blick als Afd-Wähler abstempeln würde). Eine Handvoll süßer Teenie-Mädchen, Hausfrauen und Mütter, Opas und Fußball-Trainer. Die Teenies haben einen Spielkreis für syrische Kinder auf die Beine gestellt, eine Oma fährt jeden Tag am Flüchtlingsheim vorbei und schaut nach dem Rechten, ein Rentner geht mit den syrischen Familien spazieren, eine ältere Dame hilft den Kindern bei den Hausaufgaben. Eine Mutter kümmert sich um die syrischen Frauen. Ein großer Brocken Wut fällt von mir ab.

Am nächsten Tag erreicht mich diese Meldung. Pakistanische Moslems, die eine Kirche für ihre christlichen Nachbarn bauen. Ich muss weinen. Und ein weiterer Brocken Wut bröckelt von mir ab.

Wir brauchen mehr solcher Nachrichten. Überall gibt es Zeichen der Hoffnung und Nächstenliebe, aber um sie sehen zu können, muss ich meinen Blick von nutzlosen Facebook-Debatten und Negativ-Schlagzeilen lösen.

Manchmal muss ich nur auf das sehen, was direkt vor mir ist.

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Ich kann den Dauerregen sehen. Oder das Wachstum, das er hervorbringt.

Ich kann mich über Christen ärgern, die sich wie Anwälte Gottes benehmen. Oder die Christen sehen, die demütig und still unter Obdachlosen, Flüchtlingen und Sterbenden dienen (ich gehöre eher zur Rechthaber-Fraktion).

Ich kann ängstlich die Straßenseite wechseln, wenn mir eine verschleierte Frau entgegenkommt. Oder ich kann anfangen, meinen muslimischen Nachbarn Fragen zu stellen.

Ich kann mich über komasaufende Jugendliche aufregen, oder engagierte Punk-Mädels sehen, die syrischen Kindern das deutsche ABC beibringen.

Ich kann einen rechthaberischen, zornigen, urteilenden Gott sehen….oder einen Gott, dessen Herz bricht. Und dessen Ruf an uns Menschen in der Not Anderer, in unserem Versagen, in unserer Schuld, in der Schönheit dieser Welt widerhallt.

Hm. Eigentlich wollte ich jetzt sehr geschickt überleiten zu unserem häuslichen Leben. Gelingt mir aber nicht. Deshalb abrupter Szenenwechsel.

Ich habe diese Woche genäht wie eine Blöde.

IMG_3330Das Kleid links hatte ich für meine Nichte zum Geburtstag gestrickt. Allerdings ist es viel zu klein geworden. Also habe ich noch ganz schnell ein Kleid in ihrer Größe an der Nähmaschine gezaubert.

Da ich einen Näh-Flash hatte und die Maschine eh gerade auf dem Tisch stand, habe ich noch neue Stuhlkissen für den Balkon genäht. Aus alter Retro-Bettwäsche.

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Und Abdeckhauben, um unseren Plastikmüll zu reduzieren.

Wir versinken in Nässe und Sommerkälte. Bei uns sind warmer Tee und heiße Waffeln statt Eis und Smoothies angesagt. Ich bin auf DAS perfekte Waffelrezept gestoßen. Seitdem ist unser Waffeleisen im Dauereinsatz. Vor allem im nassen, kalten Morgengrauen. Und der Morgen ist gerettet!

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Vollkorn-Buttermilch-Waffeln (ergibt 16 Waffeln)

120g Vollkornmehl
225g weißes Mehl
50g Haferflocken
110g Maisstärke
1 gute Prise Salz
2 TL Backpulver
1 TL Natron
1l Buttermilch
115 g geschmolzene Butter
4 Eier, getrennt

Die trockenen Zutaten miteinander vermischen. Das Eigelb mit der Buttermilch und der Butter vermengen. Dann zu der Mehlmischung geben und unterrühren. Das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterheben. Den Teig im Waffeleisen ausbacken, bis die Waffeln goldbraun und knusprig sind.

TIP: Ich habe die doppelte Menge an trockenen Zutaten gemischt und in einen Vorratsbehälter gegeben. So kann ich mir jeden Morgen einfach schnell 125g der Mehlmischung abwiegen, dazu kommen 1 Ei, 250 ml Buttermilch und 30 g Butter. Geht ganz fix und ergibt sechs Waffeln. 

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DIY

Tutorial T-Shirt Stencil-Druck

IMG_2180_edited-1Ok, die Ferien sind vorbei und ich bin ein bisschen wehmütig. Das bin ich immer am letzten Ferientag. Wirklich, ich genieße die Zeit mit meinen Kindern, unsere Aktionen, die ruhigen Stunden Zuhause, honigzähe Frühsommertage, DIY-Projekte. Jetzt stehe ich in der Küche und backe meine Alltags-Muffins als kleine Pausenversüßung für den ersten Schul- und Kindergartentag. Allerdings wollen meine Kinder nicht ins Bett aus Angst vor diesem massiven Gewitter, das gerade durchzieht (DANKE Gewitter – super Timing!!!!!).

Unser Lieblings-DIY-Projekt während der Pfingstferien?

T-Shirts bedrucken!

Seit einem Jahr wollte ich mich an das Projekt wagen, aber hatte zuviel Respekt davor. Und jetzt? Pf! Warum hab ich überhaupt solange gewartet?

Wir konnten gar nicht mehr aufhören, weil die Ergebnisse so toll waren!

Du brauchst:

  • T-Shirt, unifarben
  • Freezer Paper (erhältlich bei Amazon)
  • Bleistift
  • Textilfarben und Pinsel
  • Bügeleisen
  • scharfes Teppichmesser, kleine Skalpell-Cutter für feinere Schnitte (wie bei dem Wolf…)
  • Eine Unterlage zum Schneiden
  • Ein Motiv

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    Zuerst suchen wir das Motiv aus. Am einfachsten sind simple Silhouetten. Josefine wünscht sich z.B. ein Meerschweinchen-Motiv. Also gebe ich in die Suchmaschine „Silhouette Meerschweinchen“ ein. Josefine wählt eines aus, ich übertrage es in ein Word-Dokument und drucke es aus. (Hier gibt es übrigens jede Menge Vorlagen!)

    Nun kommt das Freezer-Paper zum Einsatz. Ich schneide ein entsprechend großes Stück ab und lege es mit der nicht-glänzenden Seite nach oben. Das Motiv schiebe ich unter das Freezer-Paper, fixiere es ggf. mit Washi-Tape und pause es mit einem Bleistift ab. Dann lege ich das Paper auf die Unterlage und schneide vorsichtig an den Linien entlang. Je nach Alter des Kindes kann es Abpausen und Schneiden selber übernehmen. Allerdings sind die Teppichmesser und Skalpelle extrem scharf – also Vorsicht! Ein Erwachsener sollte immer dabei sein.

    Nun platziere ich die entstandene Schablone auf dem T-Shirt und bügele sie fest. Das Paper haftet gut und lässt sich später ohne Probleme wieder abziehen. Ich schiebe in das T-Shirt ebenfalls ein Stück Freezer-Paper mit der glänzenden Seite nach oben. Das verhindert, dass Farbe durchdrückt.

    Jetzt kommt der Part, den meine Kids lieben. Sie wählen eine Textilfarbe und malen mit dem Pinsel die Schablone sorgfältig aus. Wir warten 12 Stunden, bis die Farbe komplett getrocknet ist. Dann ziehen wir das Paper ab. Das ist der allerallerbeste Augenblick, der uns immer extrem glücklich macht!

    Jetzt nur noch nach Textilfarben-Anweisung bügeln, um die Farbe zu fixieren. Fertig ist das stylische Stück, das sofort am ersten Schultag getragen werden möchte!

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