Bilder, Familie, Garten, Gedanken

Ein kinderwahnsinniger Sonntag

Ich liebe es, wenn ein Tag gut anfängt. Am besten mit Ausschlafen. Ein seltener Luxus in unserem Haus, über den wir uns freuen wie über Geschenke unterm Weihnachtsbaum. Um halb neun weckten uns die Mädchen. Dann das sonntägliche Nutellabrötchen-Frühstück. Der Sonntagmorgen liegt vor uns wie ein unbeschriebenes Blatt, ohne Verpflichtungen, ohne Termine. Gottesdienst lassen wir heute ausfallen, weil meine Schwester mit ihren drei Orgelpfeifen (12, 2 und 5 Monate) zu Besuch kommt. Eine Sauce Bolognese schmurgelt gerade auf dem Herd für eine Lasagne, die ich später zusammenschustern werde. Mein Mann bringt mir eine Tasse Kaffee. Ich fühle mich gerade als hätte ich zum ersten Mal seit einer Woche Pause. Und doch war es eine gute Woche, in der ich viel intensive Zeit mit Menschen verbracht habe. Interview mit Freunden für einen Family-Artikel, Geburtstag feiern mit einer lieben Freundin und dabei überraschend für die Zeitung fotografiert werden, eine braungebrannte und zerzauste Amelie jeden Tag vom Waldkindergarten abholen, endlich ENDLICH meinen Gemüsegarten bepflanzen, Blumenpflanzen von einer Nachbarin geschenkt bekommen, deren Bauerngarten ich bewundere, mit den Kindern Fussball im Garten spielen, einen Glaubenskurs in unserem Hauskreis starten, beim Elternstammtisch klönen bis spät in die Nacht und tatsächlich endlich Kerzen gießen mit meinen Kindern.

Später mehr in Bild- und Wortform. Ich habe jetzt das dringende Bedürfnis, aus meinem bolognese- und nutellabefleckten Jogginganzug in etwas Tageslichttaugliches zu wechseln.

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Altes Marmeladenglas, Kerzenreste, gepresste Krokusse, Kleister, Docht. Fertig ist das stylische Frühlingslicht…

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Oder wahlweise mit katholischen Gesangsbuchseiten beklebt.

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Wenn das nicht die Grundlage der weltbesten Lasagne ist! Sie hatte gefühlte 1500 Kalorien pro Portion, aber sie war jeden Bissen wert. Und wer sich jetzt etwas verwundert am Kopf kratzt: Ja, ich habe meinem 22-jährigen Vegetariertum ein Ende gesetzt! Ich wage mich langsam wieder an Fleisch heran, solange es von artgerecht gehaltenem Geflügel oder Rind stammt. Es ist noch sehr ungewohnt und mit schlechtem Gewissen behaftet, aber ich versuche eine Ernährungs- und Lebensweise zu pflegen, die der Schöpfung sowie meinem Gaumen gerecht wird…

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Ich war noch immer in nutellbefleckter Kleidung, als meine topfitte Schwester samt Anhang vor der Tür steht. Ihr Kommentar: „Ich hab dich schon in sehr viel schlimmeren Zustand gesehen.“

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Meine Nichte. Moment mal, ich habe sie doch erst in den Armen gewiegt. Wann ist aus ihr ein bildhübscher Teenager geworden? Ich hatte heut Spaß mit ihr und ich liebe es, sie zum Lachen zu bringen.

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Meine Nichte Mia hatte großen Gefallen an unserer Katze Muffin. Umgekehrt war die Sympathie nicht ganz so enorm.

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Wie ich dieses Gesicht liebe!

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Mason blieb angesichts des weiblichen Trubels und Dramas um ihn herum erstaunlich ruhig und fröhlich. Gute Grundeinstellung für das spätere Leben und den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht…

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Apropos Drama…

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Die Vögel sind durch den langen Winter so ausgehungert, dass sie dieses Jahr das erste Mal über meinen frisch gepflanzten Salat hergefallen sind. Ich lasse ihnen das Vergnügen und hoffe, dass sich die malträtierten Pflänzchen erholen….

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Amelie spielt Verkehrspolizist, während Mia den nächsten Unsinn ausheckt (a: Traubenhyazinthen ausrupfen b: eine Sanddusche nehmen c: mit dem Elektrozaun spielen)

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„Willst du mich am Traubenhyazinthen-Ausrupfen hindern? Versuch’s doch!!“

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„Mama wäscht das gerne wieder raus!“

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Währenddessen regelt Amelie aka Supercop weiterhin den Verkehr.

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Und ich führe meinen Slow-Motion-Zieleinlauf vor, sehr zum Vergnügen meiner Nichte und zur Verwunderung meiner irritierten Nachbarn.

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Was für ein Tag! Viele kleine Momente haben sich perfekt aneinandergereiht: Kindertrubel, Schwesterngespräche, Lachen, Drama, süßes Babybrabbeln, Mittagsschläfchen, Spaziergänge, Spielen im Garten, Rumgammeln auf der Couch, Kaffeetrinken. Und Amelies erster Fahrradausflug von vier Kilometern. Sie ist vorhin völlig erschöpft ins Bett gefallen, hielt noch kurz meine Hand, bevor ich ins Wohnzimmer schlich, um endlich meinen eigenen Gedanken nachhängen zu können. Aber da sind nicht mehr viele Gedanken, nur Zufriedenheit, Müdigkeit und Vorfreude auf die neue Woche….

3 Gedanken zu „Ein kinderwahnsinniger Sonntag“

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