Familie, Freundschaften, Garten, Schreiben

Zuckerguss

Es ist 20:30 Uhr Sonntagabend. Ich weiß, der Rest der Republik klebt am TV-Bildschirm um Til Schweiger als neuen Tatort-Kommisar grandios scheitern zu sehen. Aber ich schaue ja in der Fastenzeit kein Fernsehen. Also muss ich schweren Herzens auf den Til verzichten und mich stattdessen mit Worten herumärgern. Es ist nämlich überhaupt nicht einfach, die letzte Woche mit den angemessenen Worten zu beschreiben. Am liebsten würde ich eine Reihe von rosamundepilchrigen Adjektiven benutzen. So wunderbar, aufregend, nervenaufreibend, herzerfrischend waren die letzten 7 Tage. Jeder  von diesen Tagen hat neu und süß geschmeckt. Als hätte jemand eine Riesenportion Zuckerguss über mir ausgegossen.

Die erste Portion Zuckerguss traf mich, als endlich ENDLICH die neue Family im Briefkasten lag. Mein Herz kam fast ins Stolpern, als ich die Seite mit meiner ersten Kolumne aufschlug. Wie häufig träumte ich davon, dass irgendwann mal mein Geschreibsel veröffentlicht wird! Früher war ich ja schon zufrieden, wenn mein selbst verfasstes Wohnungsgesuch im Anzeigenteil einer Tageszeitung erschien. Und jetzt eine ganze DIN A4-Seite auf der ich meine Ein- und Ansichten mit dem Rest der Welt teile. Mein Gefühl für diese Kolumne: ich schwanke zwischen heilloser Panik, Scham, Stolz und unbändiger Freude hin und her.

Dann kam endlich der Samstag. Im Kalender stand fett und schwarz: Dinnerpartyyyyyy! Um unseren Esszimmertisch versammelte sich wie schon so oft eine bunte Truppe von Frauen, die sich teilweise nicht kannten und die wir ganz willkürlich eingeladen hatten. Wie immer war es auch eine Zitterpartie: Verstehen sich alle? Wird es peinliche Stille am Tisch geben? Schmeckt das Essen? Werden meine Kinder trotz Chrissis 130-Dezibel-Lache schlafen können? Alle Bedenken wurden von unserem Gelächter, unseren Gesprächen und den wonnigen Wohlfühlseufzern weggewischt. An diesem Abend haben wir neue Kontakte geknüpft, Freundschaften vertieft und an diesem Tisch eine Auszeit von der Alltagshektik genossen.

Noch ein bisschen mehr Zuckerguss? Yes, please! Ohne Jacke im Garten sitzen, den noch fast kaum wahrnehmbaren Frühlingsduft inhalieren, den vergnügten Jauchzern meiner Töchter lauschen, liebe SMS, Gebetserhörungen, produktives Arbeiten.

Und dann kam das lang gefürchtete Wochenende. Wieder kündigte mein Kalender fett und schwarz gleich zwei lange Termine an. Freitag und Samstag: Teamsitzung der Family-Redaktion. Sonntag: Vorbereitungstreffen Familienfreizeit. Mein Hirn schrie auf: OBACHT!! ÜBERFORDERUNGSGEFAHR!!! Normalerweise hat mein Hirn immer Recht. Immer. Aber dieses Mal nicht. Ich fands richtig spannend, einige meiner Mitautoren bei der Family kennenzulernen und in die Arbeit mit eingebunden zu sein. Auch wenn ich mir die meiste Zeit dabei wie ein Fake vorkam (Was will ich Anfänger hier unter lauter Profis??). Ich wurde sehr nett aufgenommen, lernte ganz wunderbare Menschen kennen und bin beglückt-müde aus dem Ruhrpott heimgekehrt.

Nach all dem Brainstormen befürchtete ich eine akute Hirnlähmung. Aber mein Hirn ist zu Wunderleistungen fähig. Genauso wie es ja auch immer Recht hat. Heute also Freizeitvorbereitungstreffen. Der Plan steht!! Und er fühlt sich gut an. Jetzt brauchen wir nur noch zwei Mitarbeiter für die Kids und zwei Familien, die Bock haben, mit uns eine Woche nach Österreich zu fahren. (http://www.marburger-kreis.de/seminare/kleinwalsertal)

Nun ist das gefürchtete Wochenende vorbei. Aber statt totaler Erschöpfung blicke ich staunend zurück auf die letzten Tage. Soviel Zuckerguss!

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4 Gedanken zu „Zuckerguss“

  1. Hab mich auch gefreut dich in der „family“ zu entdecken! Da haben sie sich die Richtige geangelt um ihre Zeitschrift zu bereichern:) Freu mich immer über einen neuen Blogeintrag – fühl mich jedes Mal inspiriert, amüsiert, zum Nachdenken angeregt oder einfach verstanden. Vielen Dank!

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