Familie, Gedanken, Reisen, Schwangerschaft

In My Shoes

„Du hast ja einen Flip-Flop-Abdruck auf deinem Fuß!“ Diesen erstaunten Ausruf hörte ich ungezählte Male diesen Sommer (und werde ihn noch öfter hören, wenn die erfreuliche Wetterlage anhalten sollte). Man kann es ahnen. Ich trage gerne Flip-Flops. Immer. Sobald sich im Frühjahr die ersten schüchternen Sonnenstrahlen zeigen, wühle ich begeistert meine Gummizehenspalter aus der Versenkung. Und sie verschwinden dort erst bei 10 Grad Minus, denn – oh ja! – Flip Flops lassen sich auch herrlich mit Socken im Haus als Hausschuhe tragen. Sieht dämlich aus. Aber das erschüttert mich als Hardcore-Fan nicht. Selbst wenn sich Freunde, Ehemann, Kinder und Muffin angewidert abwenden.

Ich glaube, meine Leidenschaft für die Gummilatschen wurde mit meiner ersten Schwangerschaft ausgelöst. Zu jenem  Zeitpunkt befanden sich noch schwindelerregende High Heels, Clogs, Slingpumps und Ankle Boots in meinem Schrank. Datenight mit dem Liebsten in der City? Sexy auf dem Pflaster klackende High Heels, bei denen die Dollarzeichen in den Augen meines Orthopäden anfingen zu blinken. Redaktionssitzung auf Arbeit? Elegante Mules, mit denen ich versuchte Kompetenz und Seriösität zu verströmen. Shoppingtrip im Ausland? Lässige Ankle Boots, die meine Provinzherkunft verschleiern sollten.

Aber kaum  dass sich mein Körperschwerpunkt stark nach vorne verlagerte und proportional dazu mein Gewicht zunahm, stieg ich um auf Gummilatschen, Chucks, praktische Winterstiefel (das Wort praktisch im Zusammenhang mit Schuhen ist quasi das Style-Todesurteil!). War das ein Omen für mein zukünftiges Leben? Sollte ich nur noch mit praktischem Muttikurzhaarschnitt, Nicki-Hausanzügen und Birkenstock herumlaufen? Alles das, wofür bisher mein Herz schlug an den Nagel hängen? Ich weiß noch, wie ich einige Male seufzend meine High Heels zurück in den Schrank legte mit dem Gedanken:“Wozu die Mühe? Ich könnte sie eigentlich ausmisten, so selten wie ich die anziehe!“ Gleichzeitig nahm ich ein paar entzückend winzige Babybodies aus dem Trockner und mein Herz quoll mal wieder über vor Liebe zu meinem Kind. Ja, ich habe meine High Heels gegen Babybodies getauscht. Und meine Pumps wurden abgelöst von Flip Flops, in denen ich heute meinen Kindern auf dem Spielplatz nachjage oder mit ihnen zu selbsterfundenen Liedern tanze. Die Mules habe ich ausgewechselt gegen dicke Socken, die mich warmhalten beim Vorlesen eines Buches. Keine Frage, ich vermisse meine alten, eleganten Schuhe immer seltener. Irgendwann werde ich sie wieder aus dem Schrank kramen und mit ihnen stolz das Pflaster fremder, aufregender Großstädte erobern. Aber bis dahin fühle ich mich einfach zu wohl in meinen Flip Flops.

Ach ja, und die Ankle Boots lasse ich getrost hinter mir. Mein mich liebender Gatte hat mir zum Geburtstag Ugg Boots geschenkt. Für mich Landpomeranze genau das Richtige für lange Winterspaziergänge, Schneemannbauen und Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt!

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