Wie wir es unserem Körper leichter machen können

Kleiner Hinweis vorab: Dieser Blogpost ist in voller Länge exklusiv für Abonnent*innen verfügbar. Du möchtest ihn in ganzer Länge lesen oder anhören?

Schon mit einem kleinen Beitrag unterstützt du meine Arbeit und machst weitere Texte möglich.

Danke von Herzen für deinen Support! 

Mitte Januar schrieb ich in mein Tagebuch: „Ich bin wieder auf dem aufsteigenden Ast! Mir geht es rundum gut, ich fühle mich, als möchte ich morgen einen Baum ausreißen.“

Der aufsteigende Ast brach. Der Baum wartet immer noch darauf, ausgerissen zu werden. 

Seit zwei Monaten hänge ich zumeist angeknackst auf der Couch herum. Das Leben bastele ich um die Bedürfnisse und Beschränkungen meines Körpers herum. 

Seit zwei Monaten drängelt sich mein Körper in den Vordergrund, hüpft und streckt den Arm in die Höhe wie ein kleines Kind, das endlich zur Kenntnis genommen werden möchte. 

Er macht ja wirklich fürchterliche Fisimatenten. Und nun hat er sich auch noch einen Noro-Virus an Land gezogen, dieser Körper, der doch sonst wie ein Schweizer Uhrwerk läuft. 

Aber die Uhr will nicht mehr wie früher.  Zuweilen bleibt sie stehen. Das macht mich orientierungslos. Und ich fühle mich ein wenig, als würde ich benommen neben mir stehen. 

Ich gönne meinem Körper Zeit. Er bekommt Vitamine und Sonnenlicht, Bewegung und Bettruhe, gutes Zureden und Wärme. Und doch entzieht er sich der Kontrolle. 

Vielleicht ist das dieses Älterwerden, von dem immer alle sprechen. 

Dieser Körper stampft jetzt mit irritierender Vehemenz auf den Boden. Zu lange habe ich ihn wie ein lästiges Anhängsel zur Seite geschoben.

Die ganze Nacht in verrauchten Clubs auf High Heels durchtanzen? Klar! Mich von einem halben Teller Spaghetti pro Tag ernähren? Wenn es zu Gewichtsverlust führt? Immer doch! Den Workload und die Ansprechbarkeit erhöhen, bis die Schultern kreischen und der Schlaf ausbleibt?  Alles für den Herrn. Die eigenen Grenzen missachten, weil man die eigene Bedürftigkeit mit Egoismus verwechselt? Yep. 

Zwei Kinder auf die Welt bringen, wie eine Soldatin durch die Menopause marschieren, Schlafmangel mit Rotwein kurieren? Easy. Den Mental Load einer Familie, einer Trennung, einer Trauer tragen? Puh. Langsam geht’s an die Grenzen. 

Letzte Woche sagte eine Freundin in einer Sprachnachricht sinngemäß Folgendes:

„Früher stand das geistliche Leben im Vordergrund, da habe ich gar nicht auf meinen Körper geachtet. Aber jetzt mit Anfang 50 ist er plötzlich da. Und das bedeutet, dass er jetzt mal an erster Stelle stehen darf und alles andere zurücktreten muss.“

Mir ging eine kleine Lampe im Oberstübchen an. Natürlich ist die Wichtigkeit der Balance zwischen Körper, Seele und Geist ein alter Schuh. Aber die gelebte Wirklichkeit von vielen Christinnen und Christen einer hochanforderungsreichen Religion ist nach wie vor oft diese: In der Dreifaltigkeit von Körper, Seele, Geist nimmt …

Ein Kommentar zu „Wie wir es unserem Körper leichter machen können

  1. Liebe Veronika,
    du sprichst mir so aus meiner Seele.

    Auch ich habe immer funktioniert, viel zu viel gegeben….Aber es gab eben Zeiten in denen
    kein anderer da war.
    Und dann machst du eben.
    Und ich musste auch lernen auf meinen Körper zu achten. Mittlerweile steht er an erster Stelle, aber nur weil sonst nix geht. 🙂 Wenn ich mal wieder drüber gehe, dann bekomme ich am nächsten Tag die Quittung. Und ich finde diese Unzuverlässigkeit ganz furchtbar. Ich kann z.Zt. nur mit Einschränkung Termine machen, kann auch sein, dass ich sie wieder absagen muss.
    Zuletzt hatte ich einen Lagerungsschwindel.
    Habe ich vorher noch nie etwas von gehört. 10 Minuten bevor wir schwimmen gehen wollten. Puh….

    Norovirus ist natürlich ganz, ganz übel. Da kann ich dir nur wünschen, dass du da schnell durch bist. Das ist ja sooooo fies….Gute, gute, schnelle Besserung.

    So, ich gehe jetzt auf unseren Wochenmarkt. Ja, es regnet hier ganz doof. Ich hasse Regen. Also bei diesen Temperaturen. Sommerregen nichts dagegen.
    Aber mir tut der Mark am Samstag gut und außerdem gibt es da einen furchtbar guten Platz.
    Ich kämpfe schon seit Monaten mit Magenbeschwerden, von einem Magengeschwür bis zur Magenschleimhautentzündung.
    Ich glaube ich habe mich jetzt endlich an Tee gewöhnt. ….lach… Also mein Liebling ist immer noch Cappuccino.

    Gute Besserung und seit alle gut zu euch.
    Ich versuche es auch.
    Lieben Gruß
    Susanne

Kommentar verfassen