Februar

Ich…..

….starte: morgen meine erste Online-Schreibwerkstatt. Bin ich nervös? Ja. Bin ich voller Vorfreude? JA! Werden unsere Stifte und Köpfe und Herzen glühen? Ganz bestimmt. 

…fühle: mich von den letzten Wochen gelinde gesagt überwältigt. Es ist viel auf mich eingestürmt. Eine OP, die mich emotional aus der Bahn warf (im Sommer steht eine Folge-OP an….zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht mehr dazu). Intensive Therapiestunden. Veränderungen. Ich fühle mich wie von einer Lawine überrollt. Aber es ist gut – die Lebensmitte erfordert gründliche Inventur.

…entferne: die letzte Winter-Deko. Und räume endgültig meine geliebte Weihnachtstasse bis November weg. 

…schmecke: die ersten Wildkräuter. Als ich letzte Woche den Garten absuchte, war noch alles kahl. Jetzt zeigen sich zarte Gierschblättchen, Schnittlauchspitzen, Scharbockskrautblätter.

…plane: die nächsten Monate. Als Fan eines leeren Terminkalenders gerate ich ein wenig in Panik. Das Jahr ist bis zum Sommer krass verplant. Die meisten Termine betreffen meine Kinder und nun jongliere ich alle Bedürfnisse und Wünsche: Wann ist Zeit für Papawochenenden, für Besuche bei Freunden, Oma, Opa? Wollten wir nicht irgendwann wandern gehen? Vielleicht doch eher im Herbst? Und wann fahren wir mal gemeinsam in den Urlaub? Ich habe das Gefühl, mir entgleitet die Zeit. Ist das die Torschlusspanik, wenn die Kids Richtung Schulabschluss drängen?

…genieße: die Folgen der Fastenzeit. Kein Social Media (bis auf meine wöchentlichen Blog-Updates). Keine Süßigkeiten. Im Kopf kehrt Ruhe ein. Mein Schlaf verbessert sich schlagartig. Die Laune auch. 

…verbringe: die meiste Zeit im Garten. Es gibt so unendlich viel zu tun. Ich erobere mir Stück für Stück zurück. Gestern habe ich einen Baum, der vor Wochen bei einem Sturm in meinen Garten gestürzt ist, zersägt und beseitigt. Die Stauden und Bäume zurückgeschnitten. Unkraut aus dem Boden gezogen. Die erste Voranzucht gestartet. Und dabei dem kreisenden Milan zugesehen, die erste Hummel angefeuert, die Krokusse angehimmelt, den Amseln zugehört. 

…beende: diesen Pullover! Gestern habe ich die Fäden vernäht und ihn vorsichtig von Hand gewaschen. Jetzt liegt er zum Trocknen vor dem Ofen. Die reisewütige Tochter wird ihn morgen in den Koffer packen, wenn sie am Samstag für zwei Wochen zum Austausch nach Frankreich fährt. 

…kaufe: nichts. Diesen Monat wird die Hausversicherung fällig. Warum steigt die jedes Jahr exorbitant an? Vielleicht ziehe ich doch irgendwann in eine Waldhütte ohne Strom und fließend Wasser. Letztens rechnete ich meine monatlichen Nebenkosten aus und dabei habe ich fast den Kaffee auf mein Excel-Sheet gespuckt.

…hänge: die erste Wäsche des Jahres im Freien auf. Ich habe den Frische-Luft-Duft von Kleidung vermisst!

…staune: über die Fähigkeit meines Körpers, sich in rasender Geschwindigkeit zu erholen. Er ist wirklich ein Wunderwerk. 

…hoffe: dass ich in diesem Jahr intensive Zeit mit meinen Kindern, Familie, Freunden verbringen darf. Alles andere ist mir völlig wurscht.

…höre: ein ständiges hohes Pfeifen. Mein neuer Dauersoundtrack namens Tina. So habe ich den Tinnitus getauft, der mich seit Januar begleitet. Ich rede des Öfteren mit Tina. Vielleicht freunden wir uns an. Aber eigentlich wäre es schön, wenn sie wieder auszieht. 

…esse: den Chiapudding, den meine Tochter zum Frühstück gemacht hat. Und den herrlich-stinkigen Käse, den sie mir von ihrem Paristrip mit ihrem Papa mitgebracht hat (ich bin der Überzeugung: je schlimmer ein Käse riecht, desto besser ist er). 

…frage: die große Tochter abends für ihren Wirtschaftstest ab. Und lerne dabei etwas über den Happy Planet und Human Development Index. Never stop learning….

…sehe: Frühling überall. Die jährlich wiederkehrende Metapher, dass auch der längste Winter irgendwann zu Ende geht. Im Garten jagen sich die Eichhörnchen. Das Rotkehlchen kommt mich jeden Tag besuchen. Es riecht nach nasser, fruchtbarer Erde. 

…schreibe: Gedichte. Meine neue Leidenschaft. 

…arbeite: mit Hochdruck an meinem neuen Buch. Jetzt geht’s an die Covergestaltung. Oh, es ist ein absolutes Herzensprojekt! Demnächst stelle ich es euch hier vor. 

…feiere: morgen in aller Stille den 91. Geburtstag meines Vaters. Ich vermisse ihn. Sehr. Sehr. Sehr.

…lese: kreuz und quer. Lesen ist unverhandelbare, tägliche Aktion. Mein Signal: Du hast jetzt Pause. 

…wünsche: mir einen Hüttentour mit meinen Kindern. Habt ihr Erfahrung? Was könnt ihr für ein Wochenende empfehlen?

5 Kommentare zu „Februar

  1. Hallo Veronika, ich feiere ja dein Nadelbüchlein. Habe fast exakt das selbe, auf jeden Fall zum Verwechseln ähnlich.
    Bin auch in Baden Württemberg in die Schule gegangen. Da stand das wohl für die Grundschüler allesamt auf dem Lehrplan. Wie krass. Benutze meines auch immer noch.
    Ausserdem bin ich von deinen Ausführungen inspiriert auch das Leben weiter leichter zu gestalten.
    Viele liebe Frühlingsgrüße, Irene

  2. Liebe Veronika- bei deinem Blog fühl ich mich immer so, als würde ich bei dir am
    Sofa (oder Terasse) sitzen, einen Tee trinken und mit dir plaudern und stricken.
    Ich feiere diese Blogeinträge immer!

    Ich sehe… Chaos noch und nöcher. Im Moment wähle ich draußen-Zeit mit Kindern, statt aufgeräumtes Haus.
    Ich lese… Apostelgeschichte und ein Buch über Mutterschaft und Depression.
    Ich mache… nichts großartiges. Außer Chili für unsere Nachbarin, die gerade ein Baby bekommen hat.
    Ich kaufe… homeschool supplies.
    Ich hoffe… dass meine kranken Babies schnell wieder gesund sind… mein Mamaherz leidet, wenn die Kleinen krank sind.
    Ich feiere- unseren 10. Hochzeitstag!
    Ich höre… viel zu viel Geraunze von den Kindern und True Crime Podcasts.
    Ich plane… den Besuch meiner Schwester mit ihrer Familie und die nächsten Wochen mit homeschooling und sämtliche Aktivitäten.
    Ich genieße… dass unsere Nachbarskinder und meine Kinder so viel draußen spielen- was für ein Geschenk!
    Ich fühle… mich überfordert mit meiner to-do Liste. Drum schalt ich das Handy jetzt aus, leg die to-do Liste weg und gehe raus in den Garten Kinder auslüften!
    Ich schick dir eine Umarmung und bringe in Gedanken eine Gemüsesuppe vorbei- die wärmt und stärkt!
    Lisa

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