
- Puzzles
Vor einigen Jahren erwischte mich ein intellektueller Freund beim Puzzeln. Der Spott war vorprogrammiert. „Du bist doch noch nicht 60!“ Damals beschloss ich, dass ich mich niemals für nerdige Hobbys und Leidenschaften schämen würde. Ganz im Gegenteil. Sie gehören zu mir. Und wenn ich schon beim Outen bin: Ich habe als Kind Briefmarken und Heilkräuter gesammelt und ich lese gerne Kochbücher. Aber heute ist Puzzeln auf einmal total trendig. Die Puzzlehersteller haben während der Coronazeit fette Umsätze gemacht. Auch mit uns, liebe Leute, auch mit uns. Hier liegt immer ein angefangenes Puzzle rum, an dem wir gerade arbeiten. Es ist therapeutisch und lockt die Kinder weg von irgendwelchen Bildschirmen. Dieses Puzzle habe ich hier bestellt.

2. Bücher
Muss ich das Lesen überhaupt erwähnen? Ja, muss ich. Unsere Bücherei hat leider geschlossen, aber die Kinder haben sich Lesematerial bei unserer Buchhandlung bestellt. Und ich habe alle Bücher ausgelesen, die ich zu Weihnachten bekam. Jetzt ist mein Nachttischchen leer und ich hole alte, geliebte Bücher hervor und lese sie ein zweites Mal. Das ist ganz wunderbar, denn anstatt wild ständig neues Lesematerial zu konsumieren und nur kurz bei den Worten zu verweilen, begrüße ich die alten Bücher wie lange nicht gesehene Freunde. Und wenn ich meine echten Freunde schon nicht im wahren Leben sehen kann, dann hole ich sie mir eben aus dem Bücherregal.


3. Spazieren
Meine Liste wird leider echt extrem nerdig. Aber auch das Spazieren oder Flanieren erlebt ein Revival. Ich mache es uns zur Pflicht, jeden Tag – und seien es nur fünf Minuten – an die frische Luft zu gehen. Beim Gehen entspannt sich etwas, man wird empfänglich für die Schönheit der Januarnatur. Man kann stumm nebeneinander hergehen, sich gegenseitig Schnee in den Kragen stecken, sich angeregt unterhalten oder die Sorgen mit ausgelassenen Albernheiten vertreiben.

4. Loslassen
Ach, ist der Lockdown eine gute und schmerzhafte Übung im Loslassen. Manche Dinge, die uns über Jahre wertvoll waren, erfahren einen langsamen, leisen Tod. Ich muss jeden Tag die Vorstellung loslassen, wie ich das Leben gerne hätte. (WIE WENIG WIR DOCH ALLE DAS JAHR 2015 ZU SCHÄTZEN WUSSTEN!!!!) Ich lasse meine Präsenz in den sozialen Medien an den meisten Tagen los. Ich lasse meine Zukunftspläne los. Aber das Loslassen birgt ein leises Versprechen: Hier wird Raum für etwas Neues und Zartes. Es wird vielleicht jetzt, ohne dass wir es merken, bereits geboren.
5. Gute Serien
Da sind wir uns einig, nicht wahr? Gutes Fernsehen ist ein Schatz. Wie zum Beispiel „The Crown“. Aber wenn ich in leisen Selbstgesprächen mich selbst in royalem britischem Englisch frage, ob ich noch einen Tee möchte, muss ich mich fragen, ob es nicht langsam zuviel des Guten wird.
Welche Serien suchtet ihr gerade? Welche Filme könnt ihr empfehlen?
6. Briefe schreiben
Ich beginne wieder mit dem Briefeschreiben. Oh, ich habe ganz vergessen wie schön das ist! Die Gedanken haben auf dem Papier Platz sich zu räkeln, in schwungvollen Buchstaben sprechen sie dem Empfänger Mut und Liebe zu. Ein Brief ist sattes Essen, eine WhatsApp Fast Food.
7. Spiele
Wir sind momentan nach SkyJo süchtig – ein geniales und einfaches Kartenspiel. Und außerdem lieben wir „Die Schule der magischen Tiere – Nicht zu fassen“ und das gute, alte Twister.
8. Ordnung schaffen
In den eigenen Schränken Ordnung zu schaffen, hat etwas zutiefst Therapeutisches. Wenn ich schon nicht die Kontrolle über das Weltgeschehen habe (haha), so habe ich zumindest Kontrolle über den Inhalt meiner Schränke. Anfangs fühlte ich mich abgeschreckt, denn das Ausmisten erschien mir als enorme Aufgabe. Aber man muss nur anfangen, dann gewinnt man an Momentum, dann mag man gar nicht mehr aufhören. Neue, übersichtliche Schränke und Arbeitsflächen inspirieren mich. Zum Beispiel zum Briefeschreiben, weil ich das alte Briefpapier beim Ausmisten gefunden haben.


9. Schlitten fahren
Hier in der Gegend ist es bergig und wir haben Schnee. Schlittenfahren schenkt uns ein Gefühl von Normalität. Wir brauchen Aktivitäten, die das innere Kind herauslocken und uns zum Lachen und Jubeln bringen, bis uns der Bauch wehtut.


10. Schreiben
Ich versuche jeden Tag zu schreiben. Tagebuch. Briefe. Blog. Instagram. Und an einem neuen Buchprojekt. Schreiben schenkt meinem Tag Struktur. Und meinem Leben Zielstrebigkeit und Sinn. Ohne Schreiben würde ich wie ein faules Gemüse im Schlafanzug den ganzen Tag vor mich hinvegetieren und Nutellatoast in mich hineinstopfen. Und das will ja nun wirklich niemand.
Ich habe „The Queen‘s Gambit“ vor kurzem fertig geschaut… gibt es bei Netflix auch auf Spanisch und ist echt gut synchronisiert. Für alle, die ihr Spanisch auffrischen wollen 😉
An Spielen kann ich noch „Castro“ vom Noris-Verlag empfehlen und (besonders wenn man 4 Spieler hat) natürlich „Dog“ vom Schmidt-Verlag.
Ich liebe die „Coal Valley Saga“ von Janet Oke. Die gibt’s bei Netflix. Zwar sind es oft widrige Umstände aber dennoch eine so positive Herangehensweise. Und geprägt vom christlichen Glauben 😇
Das ist eine gute Auflistung, vieles davon gehört auch bei uns regelmäßig dazu.
Ich fiebere derzeit jeder neuen Folge von „AnnE with an E“ entgegen. Eine Netflix-Produktion, die derzeit auf Bibel TV läuft. Wir haben kein Netflix.
Leider hab ich gelesen, dass nach Staffel 3 Ende ist, obwohl so vieles noch nicht erzählt ist.
Unser Spielefavourit ist momentan HiLo, auch ein genial einfaches Kartenspiel.
LG von TAC
Oh ja, süchtig nach Skyjo sind wir auch… Aber ganz ehrlich: Es frustriert mich immer, wenn ich von jemandem lese oder höre, dass er den Lockdown so wunderbar nutzen konnte, um Ordnung zu schaffen oder endlich das machen konnte, wovon er schon lange träumte. Ich versinke in aufgelaufenen Pendenzen und würde wohl nach 6 Monaten totalem Lockdown erst an diesen Punkt kommen… Frühestens ;-)…
Liebe Nicole, vielen Dank für deinen Kommentar. Bei uns gibt es gerade auch viel mehr als genug zu tun und wenn ich Feierabend mache, juckt die Sorge, ob der Tag morgen ausreicht, um die noch nicht erledigten Sachen alle zu bearbeiten. Dazu kommt das ungute Gefühl, wenn die jugendlichen Kids sehr schnell mit ihren Aufgaben fertig sind … und ich einfach keine Kraft mehr habe, mich dafür zu interessieren, dass die Schule garantiert nicht (!) so wenig Aufgaben gestellt haben kann.
Danke Danke Danke… für deine guten Gedanken und Inspirationen…
Wir haben gerade gestern die letzte Folge von 4 Staffeln „Weißensee“ als Familie angeschaut. Ist zwar schon etwas älter, kennst du aber vielleicht nocht nicht. Ein spannendes Stück Zeitgeschichte.
Zu Weihnachten haben wir das Kartenspiel „Stadt, Land, Vollpfosten“ bekommen, was wir momentan auch sehr gerne spielen. Skyo mag ich auch sehr gerne!
Eine wunderbare Liste, vielen Dank! Vieles mache ich (machen wir) ebenso 🙂 Briefe schreiben hatte ich schon lange im Kopf, jetzt hast du mich motiviert wirklich damit zu beginnen.
Zu den Büchern kann ich noch Musik hinzufügen. Neue, alte, uralte… 😀 oder natürlich selber machen!
Liebe Veronika, seit längerem bin ich schon eine stille Mitleserin hier, nun möchte ich auch mal kommentieren. Vielen Dank für diesen wundervollen Blog, es tut gut hier zu lesen. Loslassen ist ein guter Punkt. Wir lassen auch gerade einige von den großen sozialen Medien los…und puzzeln klingt cool, müssen wir hier auch mal wieder machen! Liebe Grüße von Mama Langsam
….so herrlich normal und einfach liebe veronika….das tut mir gerade gut…
herzlichst
annette
Hallo Veronika, toll deine Liste. Bei uns haben auch diverse neue Spiele Einzug gehalten und auch das Puzzeln fängt wieder an. Das mit dem Briefe schreiben hatte ich auch schon im Sinn, nur an der Umsetzung hapert es. Danke für deine Inspiration. Liebe Grüße Sabine
Die neue Charite-Staffel auf der ARD Mediathek oder auch die beiden älteren. Und „The undoing'“ auf Netflix – Krimi-Serie mit Nicole Kidman und Hugh Grant. Als Spiel ist „Drop it“ zu empfehlen.
Auf Arte gibt es in der Mediathek noch bis März die BBC-Serie „Mum“ zu sehen, 3 Staffeln mit je 6 Episoden, jede knapp unter einer halben Stunde. Deutsch untertitelt, viel Situationskomik. Ich amüsiere mich köstlich dabei.