Gedanken, Wochenende

Heavy Metal oder Ohrwurm

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Ich komme gerade vom Walken zurück. Nein, ich bin keine Sportskanone. Auch nicht sonderlich diszipliniert. Aber nach einem Wochenende in Seminarräumen – ohne den Hauch eines Sonnenstrahls auf meinem Gesicht – musste ich raus. Ich habe keine Böcke, an Vitamin-D-Mangel unaufhaltsam dahinzusiechen.

Nun, der Mangel an frischer Luft und Sonne war der einzige Minuspunkt unseres Bloggertreffens (das Christina, der SCM-Verlag und ich organisiert hatten). Das….und die Gemeinschaftsdusche, deren Duschvorhänge sich elektrostatisch aufluden und unangenehm während des Duschvorgangs am Körper klebten und sich nicht wegzupfen ließen. („Keimalarm“ schrie es unablässig in meinem Kopf, während ich im Rekordtempo duschte….)

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Aber ansonsten war alles Bombe. So lange hatten wir auf dieses Wochenende hingearbeitet. Workshops und Predigt und Programme ausgearbeitet. Nervositäten und Unsicherheiten weggedrückt. Zeit freigeschaufelt. Und nun ist das Treffen bereits vorbeigefegt. Wie ein Tornado, der meine Gefühlswelt mal komplett von dunkel nach hell umgekrempelt hat.

Ich bin gestern mit übervollem Herzen und Hirn zurückgekommen. In mein Zuhause, wo mich Kinder und Mann nicht übermäßig vermisst hatten und das Wochenende mit Junkfood und Kristallexperimenten und ohne Aufräumzwang in vollen Zügen genossen hatten. Heute morgen stapeln sich Listen. Dreckwäsche. Gartenprojekte. Emails. Elternbeiratgedöns. Alles kreischt mich an: „Hier, kümmere dich um mich zuerst!!!!“

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Ach, denke ich, haltet eure doofe Klappe. Wenn ich mich eurem Geschrei ergebe, dann übertönt ihr ja alles, was so Wertvolles an diesem Wochenende in mein Herz, in meinen Geist gesät wurde. Dann ist keine Zeit zum Nachdenken und Nachspüren und Aufschreiben, was ich den gerne vertiefen möchte. Welche Menschen ich da kennenlernte. Was ich weiterhin pflegen will. Welche Erkenntnisse ich in mein Schreiben übersetzen möchte.

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Die Geschäftigkeit ist Teil unseres Lebens, die wir nicht ausklammern können. Aber wenn wir sie nicht einzäunen, dann frisst sie auf, was gerade als kleines Pflänzchen in uns aufgeht. Manchmal sind das die ersten zarten Banden einer Freundschaft. Manchmal ein richtig guter Vortrag. Manchmal ein tiefes Gespräch mitten in der Nacht. Manchmal die Worte eines Buches oder eines Freundes, die ich wie eine Verdurstende trinke. Manchmal ein Bloggerwochenende, an dem alle diese Punkte vertreten waren. So schnell lassen wir diese Dinge von den auf uns einprasselnden Anforderungen überlagern.

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Mir steht eine stressige Woche bevor. Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann das: Lass das Wichtige nicht vom Dringenden übertönen. Das Wichtige formt uns, schenkt uns Leben, schenkt anderen Leben. Wenn wir ihm keinen Platz einräumen, verlieren wir unser Licht.

Ich hab heute eine Melodie in mir, die ich noch eine Weile singen möchte, damit sie sich als Ohrwurm in mir breitmacht. Eine Melodie aus Dankbarkeit und neuen Ideen und Freundschaften und Schaffenslust.

Bis dann halt doch das Heavy Metal meiner To-Do-Listen die kleine Melodie zur Seite drängt. Aber hey, ein kleiner Ohrwurm hat die Angewohnheit sich für immer einzunisten.Schni-schna-Schnappi.

 

 

 

 

6 Gedanken zu „Heavy Metal oder Ohrwurm“

  1. Liebe Veronika! Danke für die Mitorganisation und Gestaltung dieses Wochenendes. Ihr alle habt das einfach genial gemacht. Ich schicke dir noch eine Riesenportion vom Segen Gottes. So kannst du auch mit Schwung den Haushalt wieder in die gewohnten Bahnen schicken. Deine Sandra aus dem Sommerzimmer

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  2. Liebe Veronika, ich war am Wochenende bei der ICF Ladies Lounge Karlsruhe. Bin auch reich beschenkt und erfüllt zurückgekommen. Ich hab von dort 2 Ohrwürmer mitgenommen, die sofort bis in mein Herz und meine Seele durchgekrabbelt sind.
    Wenn du also von Schni-schna-schnappi genug hast ( unglaublich dass das mit dem Ohrwurm so einfach funktioniert … 🐊) gibts hier 2 Ersatzwürmer 😊🎶

    Liebe Grüße von Sonja A.

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  3. Liebe Veronika,
    Danke. „Eine Melodie aus Dankbarkeit und neuen Ideen und Freundschaften und Schaffenslust.“ – das ist Musik für meine Seele und ein wunderbares Bild wohin ich derzeit geführt werde. Lieber präsent als perfekt sein. Das Lernen, das ToBe oft soviel besser als ToDo ist, wird mir auch durch Dich und Deine Lebens-Worte immer wieder bewusst. Mein Ohrwurm ist auch vom Lauren Daigle – Trust in You.
    Segensreiche Wünsche und Grüße aus Stuttgart
    Michael

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