10 Wege, wie du dir den Advent versaust

img_6704Ich hab hier schon oft über unsere Adventszeit geschrieben. So oft, dass ich befürchte, ich nerve euch ganz gehörig mit dem Thema. Aber da ich hier in erster Linie für mich selbst schreibe, muss ich jedes Jahr mit mir schimpfen, da ich immer in die gleichen Advents-Fallen trete. Ich leide unter adventlicher Lernresistenz. Heute – ganz alleine für mich (und dich??) – meine 10 Wege, wie ich mir am besten den Advent versauen kann.

  1. Verplane den Advent
    Mann!!! Jedes Jahr tappe ich in diese Falle. Immer vergesse ich, dass es zu wenig Adventszeit für zuviele Weihnachtsfeiern und -märkte und -events gibt. Und ich sag auch noch zu allem Ja! Wenn ich unseren Kalender anschaue, wird mir schlecht. Kaum Platz für das, was mir wirklich wichtig ist: Zeit mit Familie und Freunden. Eine Bitte an alle Vereine dort draußen: Schafft eure Weihnachtsfeiern ab. Ich weiß, ihr meint es gut – aber damit stehlt ihr Familien das bisschen Zeit, die so unendlich wertvoll ist.


  2. Schau, was die Nachbarin macht
    Die Nachbarin hat schon die Beleuchtung angebracht? Und die Deko? Plätzchen gebacken? Für jedes Familienmitglied einen Adventskalender gebastelt? Das ist die beste Art, um mir noch mehr Druck zu machen. Wir sind immer die letzten, die ihre Beleuchtung aufhängen. Mitte Dezember sozusagen. Manchmal hab ich ein schlechtes Gewissen. Bescheuert, oder?img_6754
  3. Achte darauf, dass jede Minute adventlich verbracht wird
    Die Kerzen müssen brennen, der Plätzchenteller muss auf dem Tisch stehen, wir musizieren gemeinsam und lesen uns Geschichten vor. Unser aller Bullerbü-Ideal-Vorstellung. Aber wir leben in einer realen Welt mit ihrem ganz normalen Alltag. Den dürfen wir annehmen, ohne Angst zu haben, wir könnten die adventlichen Momente verpassen. Die sind auch mal da, aber nicht ständig. Machen wir uns mal locker….


  4. Habe hohe Erwartungen an deine Familie
    Muss ich nicht viel zu schreiben, oder? Eine meiner Lieblingsfallen, mit der ich meine Kinder und meinen Mann ordentlich stressen kann. Bekomm ich genau die Geschenke, die ich mir gewünscht habe? Sind auch alle ordentlich angezogen und popeln in der Kirche nicht in der Nase? Haben die Kinder den Text fürs Krippenspiel gut gelernt? Steht der Christbaum rechtzeitig? Sind alle gut gelaunt und frisch gewaschen? Wird auch niemand am Heilig Abend krank (so wie jedes Jahr)?

    img_7938klein

  5. Sei die dauergestresste Back-Bastel-Mama
    Pinterest und Vorzeigeblogs können schöne Inspirationsquellen sein. Aber ich muss realistisch bleiben. Ich mach mir nicht den Stress, ihnen nachzueifern. Steh ich wirklich sooooo auf Basteln und Backen? Manchmal ja. Manchmal überhaupt nicht. Dieses Jahr hab ich zum Beispiel noch keine Plätzchen und Lebkuchen gebacken. Wir sind eh so überfüttert, dass wir im Moment noch gar nichts brauchen. Gebastelt haben wir auch noch nichts. Machen wir vielleicht noch, vielleicht auch nicht.


  6. Halte Traditionen auf Biegen und Brechen aufrecht
    „Das machen wir jedes Jahr so!“ Manche Traditionen waren eine Zeit lang schön, aber können auf Dauer zur Last werden. Weil sie nicht mehr zu uns passen. Deshalb sollten wir sie von Zeit zu Zeit überprüfen. Wir sind zum Beispiel jahrelang supergern auf Weihnachtsmärkte gegangen. Aber wir können heute dem Gedränge und Konsum wenig abgewinnen. Lieber gehen wir in den Wald oder bleiben daheim. img_7301klein
  7. Gehe in große Kaufhäuser und shoppe bis die Kreditkarte glüht
    Kaufhäuser machen mich krank mit ihrer Reizüberflutung. Mir gehts nach einem Rundgang durch die Konsumtempel körperlich ganz elend. Ich mag auch immer weniger die großen Konzerne mit meinem hart verdienten Geld unterstützen. Lieber gehe ich in kleine Läden vor Ort. Oder ins Internet – ganz bequem auf meiner Couch.


  8. Verschenke irgendwas
    Hauptsache, ich habe ein Geschenk für xy! Egal was. Eigentlich suche ich total gerne Geschenke aus – aber es kann zur Belastung werden, wenn es nur noch darum geht, „dass man sich halt was schenkt“. Mich stresst es, wenn ich massig Geschenke bekomme – zuviel Kram belastet mich enorm.Da muss man offene Worte finden und neu evaluieren: Müssen wir uns Kram schenken, den keiner braucht? Wollen wir aufs Schenken ganz verzichten? Kleinere Geschenke machen? Zeit statt Zeug schenken (mein persönlicher Favorit)?

    Armin und ich habe beschlossen, uns dieses Jahr gegenseitig nichts zu schenken und dafür lieber nächstes Jahr ein Wochenende in Lissabon zu verbringen.


  9. Mache es jedem unbedingt recht
    Sag ja zu allen Terminen. Sag ja zu allen Besuchsanfragen. Sag ja zu allen Mithelf-Aktionen. Sag ja zu allen Wünschen deiner Familie. Das ist der Sargnagel zu deiner Adventszeit.


  10. Verliere den Sinn von Advent aus den Augen
    Wir Menschen machen einen Heidenlärm, ein Konsumtheater, eine Mords-Show um den Advent. Weil wir nie etwas so schlicht und still belassen können, wie es eigentlich ursprünglich war. Unsere Falle ist Höherweiterbesser. Daran scheitert die Menschheit immer und immer wieder.Wir wäre es mit einer Revolution der Stille, indem wir den Fallen ausweichen und nicht jeden Zirkus mitmachen? Ich werde sicher immer wieder rückfällig. Aber dann will ich mich aufrappeln, Termine absagen, meine Familie um mich versammeln und den feiern, der in diese kaputte Welt gekommen ist, um uns aus dem ganzen Theater zu befreien.

    img_6705

 

 

9 Kommentare zu „10 Wege, wie du dir den Advent versaust

  1. Ich füge hinzu: Nimm dir als Bloggerin vor, im Advent täglich zu bloggen und zwar so innovativ, dass du es mit all den bunten Hochglanzblogs, die das wahrscheinlich ein Jahr lang im Voraus vorbereiten, mithalten kannst :-D.
    Meine Weihnachtsdeko ist auch noch nicht fertig, falls es dich beruhigt.
    Darf ich dich, weil es so wunderbar passt, an dieser Stelle auf eine Aktion von mir hinweisen, bei der du gern mitmachen kannst oder die du gern weiterverbreiten darfst, falls du selbst nicht nochmal darüber schreiben willst?
    https://familieleben.wordpress.com/2016/11/30/advent-hinter-schmutzigen-fenstern/

      1. Unverblümt ehrlich direkt gesagt wie es ist oder auch nicht ist.
        Ich hinke mit vielem ebenso hinterher und will mich zudem gar nicht erst einreihen in das laute und schillernde Vorweihnachtschaos.
        Oft denke ich: “ Hallo Leute, Weihnachten ist Party für Jesus nicht eure“ !!
        Man stelle sich eine Geburt umrahmt mit dem hierzulande herrschenden Weihnachtsgetöse vor. Geht gar nicht !

  2. Ich möchte mich auch nicht stressen oder unter Druck setzen lassen. Aber so ein bisschen Trubel genieße ich. In Maßen. Was ich nicht schaffe, lasse ich weg oder finde einfachere Lösungen. Jeden Tag entscheiden wir, ob wir etwas unternehmen oder ob wir es uns zu Hause gemütlich machen. Sicher sind einige Termine festgelegt, aber die halten sich in Grenzen, da haben wir drauf geachtet.

    Für den Blog habe ich mir mehr vorgenommen als in den letzten Monaten, aber nur, weil ich es vermisse zu schreiben und im Dezember mehr Zeit dafür habe. Wenn ich merke, dass es mir doch zu viel wird, dann lasse ich es.

    Mein Mann und ich machen es übrigens genauso! Wohin es im nächsten Jahr geht, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall endlich mal wieder zu zweit! Das ist wertvoller als jedes Geschenkt unter dem Tannenbaum.

  3. Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe dieses Jahr auch einen Knall bekommen als ich den November und Dezember im Kalender angeguckt habe. Und habe mittlerweile schon ein paar kleine Konsequenzen gezogen und Dinge abgesagt. Das fühlt sich ganz gut an, ist aber nur ein kleiner Anfang ;-).

  4. Liebe Veronika,
    ich musste so schmunzeln und mehrmals mit dem Kopf zustimmend nicken, als ich deine Ausführungen zum versauen des Advents gelesen habe! Ich kann mich so gut darin wiederfinden! Wir haben auch noch keine Beleuchtung draußen (bei mir liegen sogar noch Zierkürbisse auf der Fensterbank)…und die meisten Nachbarn schon!
    Natürlich hab ich auch schon längst im Kopf welche Dekoration wohin soll (z.B. schöne Faltsterne aus Transparentpapier an die Fenster)… aber irgendwie hat mich dein Eintrag „runter“ geholt und ich fühle mich besser… bin nicht die Einzige, der es so geht…
    Und die ganzen „Weihnachtsfeiern“ stressen mich auch total… dazu das Plätzchenbacken für Schule und Kindergarten… wenn man überall mitmachen würde und zu allem Ja sagen würde, wäre man echt nur noch am durchdrehen (also ich zumindest)! Aber „Nein“ sagen fällt auch mir immer wieder schwer!
    Zumindest haben wir dieses Jahr schon den Tannenbaum gekauft und wahrscheinlich wird sich das dann rächen mit einem baldigen Nadelregen… 🙂

    Eine schöne, ruhige Adventszeit wünsche ich dir und deiner Familie!
    Das mit den Weihnachtsmärkten ist bei uns ganz genau so wie bei Euch!

    LG Judith

  5. Was mir dieses Jahr hilft nicht in die falsche Richtung zu laufen ist der Adventskalender von den Marburger Medien. Richtig gut gemacht http://advent.4me.media/
    Diese Fallen kenne ich nur allzu gut selbst – oft genug reingetapst – jedes Jahr aufs neue eine Herausforderung.
    Liebe Grüße Irene

  6. Du sprichst mir aus der Seele. Ähnlich lief es bei uns auch immer ab. Dieses Jahr haben wir die Reisleine gezogen. Mussten wir auch.
    Hab trotz allem ein besinnliche Advents Zeit.
    Liebe grüße Marnie

Kommentar verfassen