Glaube, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 8 – Mein heutiger Fokus: Freude}

Ich gebe es zu: Ich freue mich selten. Freude hat für mich etwas mit Unbeschwertheit zu tun. Erst wenn Probleme, Sorgen und Druck völlig von mir gewichen sind, kann ich mich aus tiefstem Herzen freuen. Ich merke das oft im Urlaub: Kein Auto mit überfälligem TÜV, kein Zuspätkommen zu Terminen, kein innerliches Abhaken von To-Do-Listen, kein gehetztes Essenkochen. Spannungen mit anderen Menschen kann ich kurzzeitig entfliehen. Unerledigte Ablage blende ich aus. Die größte Sorge gilt der Frage, ob ich am Abend einen Mojito oder eine Erdbeer-Margarita hinter die Binde kippen soll. Ach, ist eh Wurschd, ich nehm beides. Und so sind meine Urlaube oft eine Aneinanderreihung von vielen Freudenmomenten (die nicht nur aus Cocktails bestehen!), wie kleine, glänzende Perlen an einer Kette.

Als Kind bewunderte ich heimlich eine Frau aus meiner Kirchengemeinde. Sie fiel mir ganz krass auf, weil ihr Gesicht vor Freude immer strahlte. Zuerst machte es mir Angst. Denn alle anderen Menschen versprühten im Gottesdienst ihren mürrischen Charme. Heruntergezogene Mundwinkel, von Enttäuschung und Verbitterung gezeichnete Gesichter. Nur sie, Mutter von drei Kindern, konnte nicht aufhören zu strahlen. Ich habe seitdem versucht, ihr Geheimnis zu ergründen. Folgendes habe ich herausgefunden:

1. Sie glaubt, dass sie von Gott geliebt ist und hat eine Beziehung mit ihm.

2. Sie hat Sinn für Humor.

3. Sie nimmt das Leben so an, wie es in dem Moment ist.

Zu 1.
Das ist der Schlüssel – zumindest für mich, um der Freude in meinem Alltag wieder auf die Spur zu kommen. Wenn ich ganz tief in dem Bewusstsein verankert bin, dass ich geliebt bin, dann halte ich Spannungen und Konflikte aus. Dann bin ich vergebungsbereit und geduldig. Denn die Liebe, die ich erfahre, kann ich, muss ich weitergeben. Zuallererst an meine Familie und Kinder.

Zu 2.
Humor ist als Mutter überlebenswichtig! Ohne ihn werden auch wir irgendwann mit Verbitterungsfalten im Gottesdienst hocken. Und während die Predigt an uns vorbeirauscht, scannen wir missgünstig die anderen Gottesdienstbesucher und freuen uns darüber, dass Frau Meyer schon wieder zugenommen hat. Humor verhindert, dass wir alles zu ernst nehmen und uns an Kleinigkeiten aufreiben. Er hilft uns, dass Herz weit offen zu halten.

Zu 3.
Ich will den Alltag annehmen, mit all seinen Mühen, mit dem Gehetze, mit allem, was schon wieder schiefgegangen ist. Dazwischen gibt es nämlich Tausend Momente, die wie ein Geschenk an uns sind und an denen wir oft, mit starrem Blick auf die nächste Aufgabe, achtlos vorbeigehen. Josefines Windel muss heute vormittag zum sechsten Mal gewechselt werden (kein Einzelfall, Leute – mein Kind hat eine bombige Verdauung)? Ich schnaufe genervt. Aber diese fünf Minuten des unangenehmen Windelwechselprozederes sind eine wunderbare Möglichkeit mit meinem Kind zu schäkern, mit ihr ein Lied zu singen und sie zum Abschluss in die Luft zu werfen, während sie vor Freude quietscht. (Ich fange sie natürlich auch wieder auf. Keine Sorge. ).

Es ist meine Wahl. Will ich mich von den Alltagsbeschwerlichkeiten bestimmen lassen? Oder gebe ich der Freude heute eine Chance?

Freude bedeutet nicht automatisch die Abwesenheit von Problemen und Nöten.

Echte Freude ist ein trotziges „Trotzdem“.

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