Gelassenheit ist eine Kunst, die ich schon fast beherrsche!

Meine Gedanken zur Schwangerschaft vor einem Monat: „Also, viel dicker KANN mein Bauch nicht mehr werden!“

Doch, er kann. Faszinierend! Und er hat tatsächlich noch ca. 7 Wochen, um weiter in die Unendlichkeit zu wachsen. Ich verneige mich voller Ehrfurcht vor der Leistungsfähigkeit des weiblichen Körpers! Bin sehr sehr froh, dass ich bisher „nur“ 12 Kilo zugenommen habe. Trotz Nacho-Schokoladen-Trüffel-Pizza-Gelage! Und heute packt mein Mann mit selbstgemachter Mousse au Chocolat in drei Varationen noch eins oben drauf. Ist das nicht einfach im wahrsten Sinne des Wortes süß?

Ich versuche ja in jeder Situation immer das Beste zu sehen, auch wenn ich als erste Impulshandlung im Selbstmitleid badend die Bettdecke über den Kopf ziehen möchte. Hebamme und Frauenarzt haben mich einstimmig von meinem Aktivitätswahn zwangsweise entbunden: ich muss aufgrund vorzeitiger Wehen und fieser Hüftschmerzen die Couch hüten. Die ersten Tage habe ich still vor mich hingejammert. Na toll, wie soll ich mich um mein Kind kümmern? Und die Wäsche, die macht sich auch nicht von alleine. Die Wollmäuse unterm Sofa…ok, die kann ich verkraften. Und das Essen? Das zaubert sich wohl von gaaaaanz alleine auf den Tisch! Ich habe mich richtiggehend in dieses Gedankenkarussell verstrickt und man konnte förmlich meinen Kopf rauchen sehen. Ich fühlte, wie mich dieser selbstgemachte Druck fast zerquetschte.
Dann habe ich mit dem Druck Schluss gemacht: „Zwischen uns ist es aus und vorbei! Du machst mir das Leben zur Hölle, ich will mit dir nichts mehr zu tun haben! Wir beide gehen jetzt getrennte Wege.“ Leider hat der Druck eine sehr üble Eigenschaft: er klammert. Deshalb musste und muss ich diesem elenden Stalker tagtäglich klare Absagen erteilen.

So versuche ich nun die gute Seite der Zwangsruhe zu genießen. Ich lese mal wieder unfassbar viel. Und schreibe. Und klebe Fotos ein. Und nähe. Und lese Kinderbücher bis zum Erbrechen vor (mein Kind MUSS ein Sprachgenie werden!).

Der Haushalt? Nun, die Heinzelmännchen haben sich zwar noch nicht angemeldet. Aber ich teile meine Zeit so ein, dass ich vormittags das Nötigste mache und mich ab mittags flachlege. Ich übe mich darin, Staub und Unordnung großzügig zu übersehen. Ist ja nur für eine Weile…

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