Familie, Gedanken

Ein Gespräch in meinem Kopf

Zwei Vronis unterhalten sich in meinem Kopf.

V1: „Es gibt nichts Schöneres auf der Welt als Mutter zu sein. Nein, mein früheres Leben vermisse ich kein bisschen. All diese Aktivitäten wie Ausgehen, Kino, Kneipentouren, Städtetrips, Museumsbesuche, Konzerte, Mädelsabende, Fitnessstudiobesuche: Alles nur Oberflächensanierung, um  Unzufriedenheit zu kaschieren. Die wahre Erfüllung offenbart sich einem erst mit der Mutterschaft!“

V2: „Hmmm ja, klingt ja plausibel und ich versuche mir das auch ständig einzureden. Aber da wir gerade von Unzufriedenheit sprechen. Tut mir leid, aber die ist leider nicht wie von Zauberhand seit der Entbindung verschwunden.“

V1 vorwurfsvoll: „Meine Liebe, du hast anscheinend Schwierigkeiten, dich mit deiner Mutterrolle zu identifizieren!“

V2: „Oh nein gar nicht. Ich liebe es, meiner Tochter beim Spielen und Schlafen zuzusehen und alle ihre Fortschritte begleiten zu dürfen. Selbst an das Windelwechseln habe ich mich gewöhnt und wenn sie nachts einmal schreiend aufwacht, hab ich kein Problem damit, sie wieder in den Schlaf zu wiegen. Aber an was ich mich nicht gewöhnen kann und will, ist die Veränderung meines Körpers. Um Himmels Willen, ich war nie die Schlankeste, aber seit wann bin ich BITTESCHÖN glücklich darüber, wenn auf der Waage eine 7 erscheint?? Und nun blasen sich alle meine weiblichen Rundungen schon wieder in alle unmöglichen Richtungen aus. Um sie in Schach zu halten, muss ich unförmige Wäscheteile tragen, die so sexy Namen wie „Anita“ oder „Format“ haben. Alles, was mir mal an schönen Sachen in grauer Vorzeit gepasst hat, zersetzt sich langsam zu Staub.“

V1 überzeugt: „Du weißt, dass doch nur die inneren Werte zählen.“

V2 gibt Würgegeräusche von sich angesichts dieses ausgelutschten Klischees

V1: beleidigt: „Eines Tages, wenn du mal die 40 überschritten hast, dann wird es dir sowieso egal sein. Denn dann hat dich der Alterungsprozess gnadenlos eingeholt mit seinen Krähenfüßen, Besenreisern und grauen Haaren. Und was bleibt dir, wenn die Schönheit flöten geht? Zumindest deine Kinder.“

V2 weinerlich: „Und warum kann ich nicht alles haben? Schönheit UND Kinder UND Städtetrips UND Kinobesuche UND Kneipentouren??“

V1 :“Weil das Leben kein Wunschkonzert ist. Also find dich damit ab und akzeptiere die Veränderungen in deinem Leben.  Kannst du dich denn noch an deinen letzten Kinobesuch erinnern? Nein? Aber das erste Lächeln, das erste Wort deines Kindes wirst du deinen Lebtag nicht vergessen.“

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