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Gelobt seist Du, unser Gott, Herrscher des Universums, der uns das Leben geschenkt und uns erhalten hat und uns befähigt hat, diese Zeit zu erreichen.
(Chanukka-Segen, der in der ersten Nacht des jüdischen Lichterfestes gesprochen wird)
Zwei Kerzen brennen auf dem Tisch. Daneben ein frisch gebackener Hefezopf und der kleine silberne Salzstreuer. Die Kinder und ich stehen feierlich und etwas ungeübt am Tisch, es ist Freitagabend.
Wir haben einen israelischen Hausgast – sie feiert mit uns Shabbat. Auch sie ist ungeübt. Sie liest den Shabbatsegen, dann reißt jeder ein Stück des Hefezopfs ab, dippt ihn in etwas Salz. Wir spülen das Gebäck mit einem Schluck Rotwein runter. „Wie beim Abendmahl,“ lache ich. Wir staunen wie Christen- und Judentum ineinander verflochten sind. Wie der Hefezopf. Wie die Challah.
Seit einer Woche wohnt die junge Frau bei uns, sie reist um die Welt und hat sich über die Plattform Workaway bei mir gemeldet: „Ich will Single-Mütter unterstützen.“ Wow. Dafür möchte ich ihr eine Medaille umhängen. Aber sie ist mit Kost und Logis zufrieden, im Tausch dafür putzt sie die Fenster, kocht Mejadrah, lehrt uns die Kunst eines gefüllten Hefezopfs (mit Knoblauchbutter, Tomaten, Zwiebeln und viel Käse) und recht im Garten das Laub zusammen.
In den letzten Tagen hatten wir beim Erzählen und Zuhören immer wieder Tränen in den Augen. „Ich muss darauf achten, dass ich an sicheren Orten wohnen kann. Auf meiner Reise gebe ich mich als Griechin aus.“ Es ist dieser Tage ein Spießrutenlauf, sich als Israelin zu outen.
Ein neuer Mensch im Haus verändert die Atmosphäre und Dynamik. Und in diesem Fall bringt er neue Rituale mit: Das Freitagabend-Shabbatdinner, welches das Wochenende einläutet. Und ab morgen werden wir jeden Abend eine Kerze des Chanukka-Leuchters anzünden, der dann neben den drei Kerzen des Adventskranzes leuchten darf.
Wir backen gemeinsam Plätzchen, Lebkuchen und Challah.


Und wir reden viel. Über die kleinen Dinge …
Hallo Veronika,
alsooooo erstmal muss ich dir sagen, wie toll ich diese Plattform finde. Habe mich eben etwas umgeschaut. Was für Möglichkeiten. Super.
Und wie schön, dass Menschen doch immer wieder zusammen finden und Nähe suchen.
Mein Mann und ich waren hier in Köln zu dem Chanukka Fest und haben es sehr genossen. Es war der Tag des Anschlags und ich habe kurz überlegt, ob es vielleicht zu gefährlich ist.
Aber wenn wir jetzt alle zuhause bleiben, ist das auch überhaupt keine Lösung. Es waren viel da….
Ich habe das mit den Ritualen langsam auch verstanden….lach…
Sie sind sehr wertvoll, gerade jetzt.
Mein größtes Ritual sind die Kerzen nachmittags. Ich liebe es. Und genieße dann die ruhige Zeit.
Auf die blaue Stunde zu warten find ich eine sehr schöne Idee. Vielleicht werde ich das auch mal versuchen.
Gestern habe ich versucht Haferplätzchen zu backen. Sie sind steinhart geworden….:) Deine sehen soooooo schön aus.
Ich habe mich an die Backzeit gehalten…man sagt mir nach, dass das Backen nicht meine größte Stärke ist. 😉
Ganz liebe Grüße auch an deinen Gast 🙂
Susanne