Übergangszeiten

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Ungewöhnlich still ist es hier. Nein, ich habe mich nicht nach dem letzten Blogbeitrag eingeschüchtert von so manchem Gegenwind eingeigelt. Es ist einfach das ganz normale Leben passiert. Das Leben, welches du auch kennst und welches dir und mir so manches Mal kräftigen Gegenwind beschert.

Wir stecken noch mittendrin in einer Übergangszeit. Von Grundschule zu Gymnasium. Von Sommer zu Herbst. Von einem langsamen Lebensrhythmus zu einer schnelleren Gangart. Ich merke, wie mich das aufreibt. Weil – so bemerkte eine Freundin am Montagabend in unserem Bookclub – ich meine Erwartungen an das Leben und sowieso an meine Familie und mich nicht angepasst habe. Ich hatte geklagt, dass ich so gar nicht mehr zum Schreiben käme und mich wunderte, wie ich es bisher geschafft hatte, einmal pro Jahr ein Buch rauszuhauen. Es wäre doch zu schön gewesen, wenn alles so am Schnürchen weitergelaufen wäre wie bisher.

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Übergangszeiten bemerke ich immer erst, wenn ich verbissen meinem Leben hinterher hechte und es nicht zu fassen bekomme. Und dann mich müde, immer müder im Kreis drehe und mich wundere, warum ich kaum vom Fleck komme und warum ich mich kaum mehr an dem freuen kann, was direkt vor Augen und Händen ist. Vielleicht erfordert eine Übergangszeit ein Stehenbleiben. Sich neu ausrichten. Das anschauen was ist. Das feiern, was bereits erreicht wurde. Und was nicht ist, das darf ich getrost aufs Wartebänkchen schieben.

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Was ich brauche, ist keine effizientere Zeitplanung, kein „Jetzt-erst-recht“. Das ist, als würde ich gegen den Wind anbrüllen, ihn zwingen, die Richtung zu ändern. Was ich brauche, sind windgeschützte Nischen, in denen ich aufatme. Neue Kräfte sammele. Den Wind abwarte.

Raus, raus in die Natur und von den Bäumen lernen. Sie lassen los und kehren sich nach innen.

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Weg, weg mit unnötigen Terminen und Sorgen und Projekten. Als klassischer Over-Achiever komme ich immer wieder an diesen Punkt und lerne es immer wieder neu (ich verlerne es aber doppelt so schnell wieder).

Schluss, schluss mit sozialen Netzwerken. Zumindest stunden- und tageweise.

Und dann können sich meine verkrampften Hände öffnen und alles auf der offenen Handfläche tragen, was ich in letzter Zeit so energisch festhielt.

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4 Kommentare zu „Übergangszeiten

  1. Hallo Veronika,
    ich lese seit einigen Jahren deinen Blog und bin immer wieder erstaunt, wie du es schaffst mit einfachen Worten das auszudrücken, was ich denke und fühle.
    Durch deinen Blog bin ich dem christlichen Gedanken etwas näher gerückt. Was mir gut tat und tut. Wie bei so vielen (stillen) Lesern freue ich mich daher immer sehr, wenn ich von einem neuen Blogeintrag lese. Ich wünsche dir und deinen Lieben eine schöne Herbstzeit.
    Viele Grüße
    Claudia

  2. Liebe Veronika, das spricht gerade sehr in meine Situation. Ich merke auch, dass es diese Übergangszeiten gibt und braucht, auch wenn ich gern am liebsten ohne sie in die neue Lebensphase wollte😄. Danke für deine Worte. „Von den Bäumen lernen“ ist ein toller Vergleich. Liebe Grüße, Johanna

  3. Tief berührt von deinen in Worte gefassten Gedanken, die mir gerade die Augen öffnen in meinen Alltag hinein sprechen und mich ermutigen, die Hände zu öffnen. Herzlich Dank dafür, Gott segne dich
    M.

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