7 Dinge

Innerhalb weniger Tage hat sich unser Garten von Herbstfeuerwerk in nackte Kälte verwandelt. Die Bäume haben ihr buntes Kleid abgeschüttelt und stehen nun standesgemäß dezemberig kahl da. Auch im Haus hat sich binnen weniger Tage viel getan. Ein Kind hatte Geburtstag. Tannenzweige und rote Kugeln hängen an Fenstern, verdecken Fruchtfliegenhinterlassenschaften. Der Dachboden ähnelt mit jedem Tag mehr einer bewohnbaren Fläche. Neue Bewohner haben sich eingenistet.
Mein Herz stolpert hinterher, mein Puls geht so manches Mal an die Obergrenze, meine Organisationsfähigkeiten sind ausgeleiert wie mein alter Lieblings-BH. Ich kann an einer Hand nicht abzählen, was in den letzten zwei Wochen in unseren vier Wänden stattgefunden hat. Deshalb wird es mal wieder Zeit für eine Liste:

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1. Unsere Kleine ist groß. Acht Jahre ist sie geworden und wir haben das erstmal nur im Kreis unserer Kleinfamilie gefeiert. Denn sie ist pünktlich zum Ehrentag krank geworden. Aber nein, unser Mädchen war nicht traurig, denn an ihrem Geburtstagsmorgen stand ein Pferd mitten im Wohnzimmer. Prächtig mit Sattel und geflochtener Mähne und glänzendem „Fell“. Unser krankes Mädchen verbrachte ihren Ehrentag auf dem Rücken ihres Lieblingstieres. Nur zum Geburtstagskuchen und Malen stieg sie kurz ab.

Clara, das Holzpferd ist übrigens selbstgebaut. Mein Schwiegervater hat sie gezimmert (nach dieser Bauanleitung), ich hab ihr Farbe, Mähne und Schweif (aus aufgedröseltem Seil) verpasst.

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2. Am selben Abend durfte das kleine große Mädchen dann im Igelkrankenhaus Stocksberg ihren eigenen Pflegeigel mit nach Hause nehmen. Igel sind mittlerweile sehr bedroht, da sie aufgrund des Insektenmangels erkranken und somit den Winter nicht überstehen. Wir haben nun ein kleines, verrotztes Igelchen daheim, das wir mit Liebe und Hingabe gesund pflegen wollen. Die Idee kam Armin, der sich vehement gegen Haustiere wehrt – aber ein Pflegeigel ist ein prima Kompromiss. Der muss ja nach einigen Wochen wieder ausgewildert werden. Unser Igel, von dem wir nicht wissen ob Mann oder Frau, haben wir kurzerhand Naddel getauft.

Positiver Nebeneffekt: „Kinder, wenn ihr laut seid, streitet, tobt und mit den Türen schlagt, dann könnte der Igel am Stress sterben.“ Himmlische Ruhe herrscht in Smoorschen Gefilden. 

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3. Dachboden. Vor grauer Urzeit planten zwei unwissende Mittvierziger einen neuen Raum in ihrem Haus und veranschlagten dafür so ca. 3 Wochen Arbeit. Hahaha. Nach fast einem Jahr sind uns graue Haare gewachsen. Bei manchen Projekten, die sich unerträglich lange hinziehen, hilft manchmal nur die Getting-Shit-Done-Methode. Urlaub nehmen, Ärmel hochkrempeln und ranklotzen. Mein armer Mann pfeift zwar nun aus dem letzten Loch – und ich auch – aber dafür ist der Dachboden nun fast bezugsfertig. Gut, es fehlen noch Bodenleisten, Steckdosen und Fensterbretter – aber das sind Projekte fürs übernächste Jahr. Denn ehrlich: wir können Spachtelmasse, Kappsäge und Farbeimer nicht mehr SEHEN!

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4. Und weil mir die Plackerei auf dem Dachboden anscheinend nicht ausreichte, verausgabte ich mich nach Feierabend auch noch an den Stricknadeln. Aber dieser Pullover musste vor dem nächsten Wachstumsschub meiner Kleinen fertig werden. Ich liebe ihn an ihr! Nur lässt sie sich partout nicht fotografieren. Tja. Ganz die Mutter.

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5. Unsere persönliche Weihnachtswerkstatt ist offiziell eröffnet. Das Schöne daran: die Kinder machen mit jedem Jahr mehr alleine. Mama muss hinterher nur noch staubsaugen und die Küche sanieren. An diesem Samstag findet der alljährliche Adventsmarkt in Sendelbach statt, über den ich bereits zur Genüge hier schrieb. Nun, die Kinder wollen wieder ihren eigenen Stand machen und Cash eintreiben. Deshalb basteln und backen sie hier um die Wette.

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6. In meinem Denken und Fühlen nehmen Freunde viel Platz ein. Ihr Leiden, ihre Sorgen und Verstrickungen. Immer wieder werde ich konfrontiert mit Krisen, die schon so lange im Untergrund schwelten und die dann anschwellen, alles mit sich reißen und „heile Welten“ in Höllen verwandeln. Ich frage mich, wie ich Hoffnung schenken kann.
Kann ich das überhaupt?
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7. Der Dezember naht. Und damit auch meine Mutter-Kind-Kur. Ich sag euch: In mir lechzt alles nach dieser Zeit der Erholung und Neuorientierung.

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Ein Kommentar zu „7 Dinge

  1. Alles Gute für deine Kur. Meine geht morgen zu Ende und deine wird vermutlich morgen beginnen? Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass sich eine Erwartungen erfüllen.

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