Honigsüß

IMG_3036_edited-1Die letzten Ferientage! Der freiheitsliebende Teil von mir möchte sich daran festklammern. Und der routineliebende Teil von mir sehnt sich ein wenig nach Strukturen, die der Schulalltag mit sich bringt. Aber nein, NEIN! Nichts ist so schön wie ausschlafen zu können – schreit die Erinnerung. Die Jahre des Schlafentzugs liegen nicht weit zurück. Ich kann ihre bittere Süße noch schmecken.

Heute morgen ist es kühl und die Hitze der letzten Monate ist nur noch eine schwache Erinnerung. Vorgestern zeigte sie sich nochmal. Wir packten spontan unsere Badesachen und fuhren an den See, den wir fast für uns alleine hatten. Das Wasser war ruhiger und dunkler als sonst. Die Luft roch nach September. Das Schwimmen war bittersüß. Ein letztes Mal für diesen Sommer.

Nächste Woche wird Josefine eingeschult. Wenn ich sie frage, welchen Kuchen ich ihr zur Einschulung backen soll, dann kommt wir aus der Pistole geschossen: Honigkuchen! Wie könnte sie ihn auch nicht lieben. Dieses Kind, das in alles Süße verschossen ist. Von der Birne über Honig hin zu Vanilleeis. Wir haben den Honigkuchen diesen Sommer oft gebacken. Und Josefine war immer dabei. Sie ist mein wandelnder Schatten, mein treuer Side-Kick in der Küche. Beziehungsmensch durch und durch, der immer wissen will, wie alles funktioniert.

Wie recht sie hat: Ein neuer Lebensabschnitt soll mit Süßem gefeiert werden. Mit etwas, das so lecker ist, dass wir uns hinterher alle zehn Finger abschlecken und verzückt den Bauch reiben und uns immer daran erinnern, dass dieser neue Lebensabschnitt mit dem Geschmack nach Honig begann.

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Rezept Honigkuchen 

Teig:

  • 150g Butter
  • 50g brauner Zucker
  • 175g Honig
  • 200g Mehl
  • 1 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/2 TL fein gehackter Rosmarin (ja, Rosmarin! Vertraut mir – er schmeckt Bombe im Kuchen. Wer mutig ist, nimmt einen ganzen TL)
  • 2 verquirlte Eier

Buttercreme:

  • 250g Puderzucker
  • 100g weiche Butter
  • 1 TL geriebene Zitronenschale
  • 2 EL Zitronensaft

Eine runde Backform mit 22 cm Durchmesser einfetten. Butter, Zucker und Honig in einem kleinen Topf solange vorsichtig erhitzen, bis sich alles aufgelöst hat. 15 Minuten abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- /Unterhitze).

Mehl, Backpulver und Zimt in eine Schüssel sieben. Den Rosmarin hinzufügen. Die Honig-Buttermischung sowie die Eier unterrühren bis ein glatter Teig entsteht.

In die Backform geben und ca. eine halbe Stunde backen. Vorsicht: er wird schnell braun. Also immer schön unter Beobachtung halten und ggf. die Temperatur runterschalten.

Für die Buttercreme den Puderzucker in eine Schüssel sieben. Butter, Zitronenschale und -saft dazu. Solange mit dem Handrührer oder Standmixer schlagen, bis eine lockere Creme entstanden ist. Auf dem abgekühlten Kuchen verteilen.

Ich garniere den Kuchen immer noch gerne mit ein paar hübschen Blüten aus dem Garten.

Guten süßen Appetit!

 

 

9 Kommentare zu „Honigsüß

  1. Hallo liebe Veronika,
    …wie schön du wieder deine Gedanken und Gefühle formuliert hast und damit auch mal wieder meine innere Gefühlswelt beschrieben hast…bzw. unseren Familienzustand… auch wir beginnen nächste Woche mit der 1. Klasse …natürlich meine jüngere Tochter 🙂 auch sie ist total der „Süßmensch“ und weicht mir auch nicht von der Seite…ist auch immer bei mir in der Küche usw…. (deiner sehr ähnlich :-)…. Und die Große kommt in die 4. Klasse… bekommt auch eine neue Lehrerin (ja, leider vor dem Übertritt…finde ich nicht so prickelnd… vor allem weil schon das Gerücht rum geht, dass es eine nicht so Nette werden soll)… alles wieder neue Herausforderungen… ich halte auch noch die letzten Ferientage fest… und koste sie voll aus, was das Ausschlafen angeht… ansonsten muss ich noch die Schultüte füllen (gebastelt ist sie zum Glück schon)…und eine kleine Tüte für die Große muss auch noch beschafft werden… da besteht sie drauf 😉
    Alles Liebe euch Allen! Und einen ganz schönen ersten Schultag nächste Woche!
    Ich glaube an diesem Tag gibt es bei uns deinen Honigkuchen!!! Das Rezept und das Bild sind einfach klasse, …da will ich gleich in ein Stück reinbeißen!

    LG Judith

  2. Danke für das Rezept, liebe Veronika (ich hab nach deiner Ankündigung darauf sehnsüchtig gewartet ;))! Der Kuchen sieht superlecker aus! Werde ihn ganz bald ausprobieren! Einen guten Start in die Schule für deine Josefine (und alle die mitfiebern) wünscht euch the

  3. Hallo Veronika, den Kuchen werde ich in nächster Zeit gerne ausprobieren. Derzeit ist bei uns Banane-Kokos Kuchen angesagt, weil interessanterweise weniger Bananen so gegessen werden- Mal hab ich zuviel, dann wieder zu wenig…. Darf ich dich außerdem etwas fragen? Wie groß ist dein Eßzimmertisch und wie viele Personen kannst du zum Essen bei dir unterbringen? Überlege mir nämlich gerade die Neuanschaffung eines größeren Tisches, da bei uns die Familie noch“wächst“ ( Töchter 18 und 16 bringen den Freund mit) und das „Willkommen an meinem Tisch“ sehr in meinem Kopf herumspukt. AL Karoline

    1. Hallo liebe Karoline, wir haben leider einen nicht ganz so großen Esstisch. Sechs Personen passen gut dran, acht Personen geht auch noch gerade mit Müh und Not. Jetzt ist aber unser neues Esszimmer so groß, dass wir einfach noch einen Tisch anbauen, wenn es mehr Leute werden. Liebe Grüße!

  4. Hallo Veronika, ich habe den Kuchen jetzt ausprobiert. Kann es sein, dass du dich du mit dem Verhältnis Butter zu Puderzucker vertan hast? Bei mir ist es unessbar süß geworden. Viele Grüße Anna

    1. Hallo Anna, Danke dir für den Hinweis! Die Mengenangaben stimmen soweit. Allerdings ist natürlich die Buttercreme sehr süß (ich geb immer ordentlich Zitrone rein) – man kann sie gut auf die Hälfte reduzieren. Liebe Grüße

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