Jetzt geht’s rund hier!

Mit der Hausrenovierung ist es wie mit dem Babykriegen. Ich frage mich, wie es jemals irgendjemand geschafft hat, Handwerker, Materialwahl, Küchen- und Badplanung (von der Gartengestaltung ganz zu schweigen!), Wandgestaltung, Budgeteinhaltung zu überleben. Ich konnte mir auch damals beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein Baby aus mir rauskommen soll. Gibt es Frauen, die das jemals geschafft haben? Ja es gibt sie. Und es gibt Millionen Menschen, die bereits ein Haus gebaut oder renoviert haben und dabei nicht ihren Verstand verloren haben. Wir sind zu weit mehr fähig, als wir je für möglich halten.

Ich bin übrigens überhaupt nicht wegen der spontanen Demo-Teilnahme am Samstag in Verzug geraten. Erst war ich für Frauenrechte demonstrieren, dann plante ich meine Küche fertig. Die kleine Feministin in mir sagt, dass ich das Recht habe, mein Leben als Frau so zu führen, wie ich es möchte. Und das ist dieser Tage zwischen Herd, Garten, Schreibtisch und Kinderzimmer.

Seit Beginn der Woche bin ich mega-diszipliniert. Schreibe jeden Morgen detaillierte Pläne. Meine freie Zeit ist auf eine müde Stunde am Abend zusammengeschrumpft, in der ich entweder lese oder meine Herz- und Seelen-Serie Call the Midwife anschaue.

Ich werde hier nicht so oft wie sonst bloggen. Auch die versprochene Plastikfortsetzung muss noch warten. Die schieb ich mal rein, wenn ich mehr Zeit habe. Aber im Moment passiert viel Gutes. Die Handwerker schuften wie verrückt. Mein Schwiegervater plant und verhandelt und kauft Baumaterial. Ich freue mich wie ein Schnitzel, dass jeden Tag etwas neues Form gewinnt. Das Haus wird mega, wenn es fertig ist…und uns vorher das Budget nicht davon gerannt ist.

So, jetzt muss das Essen auf den Tisch, sagt die kleine Feministin in mir. Ich will essen. Und der Rest der Truppe auch.

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3 Kommentare zu „Jetzt geht’s rund hier!

  1. Hach….Hätte ich doch nur Feministinnen wie dich eher kennengelernt, dann hätte ich mich nie von den Schwestern abgewandt. Leider zählen für die Feministinnen, die derzeit laut sind, nur diejenigen, die Garten, Küche und Kinderzimmer gegen Chefetage getauscht haben und die Frauen nur so lange zugestehen, dass sid frei sind, wie diese freie Entscheidungen nach ihrem Geschmack treffen. Alle anderen Frauen werden dort hingeschickt, wo man sie doch angeblich wegholen wollte – in die Armut, in Verhältnisse, die nicht wertschätzend sind, sie dürfen veralbert und belächelt werden. Du siehst, das Wort Feministin ist gerade irgendwie meine Reizwort geworden. Dabei kenne ich selbst so tolle Feministinnen, die gar nicht gegen, sondern für uns sind- aber sie sind nicht laut genug. Gegen die Allmendingers und Badinters kommen sie nicht an. Und die Netzfeministinnen? Von denen kommt nicht mehr als Sternchen und Bindestriche und die Anbiderei an jeden, der sich einen Touch gibt, der nur links genug ist. Hilfreich sind die auch nicht. Wo sind die stolzen Hausfrauen, die für den Wert Ihrer Tätigkeit streiten, für ihr Recht und ihre Selbstbestimmung?
    Ich finde es toll, dass eine Frau wie du sich Feministin nennt – ich kann es nicht mehr. Dabei bin ich im Herzen bei so vielem dabei.
    Puuuuh – eigentlich wollte ich doch nur sagen, dass man eine Haussanierung tatsächlich überleben kann. Glaube mir – aber davor kommen…Naja du weißt schon, Blut und so 😉

  2. WIe cool- es geht los!!!!! Das sieht ja schon richtig nach Fortschritt aus auf der Baustelle. Ach, ich bin so gespannt wie es wird, ich liebe vorher/nachher BIlder ! Ich denk an dich- Kraft und Segen und essen und ausruhen nicht vergessen – you`ll push that baby out! 🙂

  3. Liebe Veronika,
    bitte niemals, niemals die Hoffnung verlieren – egal was passiert!
    Wir haben vor nicht allzu langer Zeit auch ein Haus renoviert.
    Die Baustellenzeit dauerte viiiiel länger als ich ursprünglich in meiner blauäugigen Vorstellung dachte. (Mein Mann war da von Anfang an etwas realistischer als ich.) Es kam eins zum anderen: „Na, wenn wir das jetzt schon angehen, dann sollten wir auch noch dieses und jenes gleich mitmachen, sonst machen wir’s nie.“ oder allerhand sonstige ungeplante Verzögerungen. Mehr als einmal stand ich heulend auf der Baustelle und dachte: „In dieses Haus werde ich niemals einziehen …“
    Und jetzt wohnen wir schon über ein Jahr hier und ich kann’s mir fast gar nicht mehr anders vorstellen. Die Baustellenzeit hat mich innerlich (gerade auch durch die ungeplanten Dinge – Stichworte: „Geduld“ und „Vertrauen“) und auch durch neu erlernte Fähigkeiten (z.B. tapezieren!) wachsen lassen und die „Schock-Momente“ sind nur noch eine Top-Ten-Liste, über die wir herzlich lachen können! 😉
    Und ansonsten hat mir dieser Spruch ganz oft weitergeholfen:
    „Was du mit Glauben und Mut begonnen hat, das hilft dir Gott vollenden.“ (Christoph Martin Wieland)
    Viele liebe Grüße,
    Daniela

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