Bücher, Sally, Musik und warum unsere Stimmen so wichtig sind

Schade, dass Wochen keine Überschriften haben. Letzte Woche hieße dann nämlich: „Ich-treffe-lauter-kreative-Menschen-und-gehe-jeden-Abend-zu-spät-ins-Bett.“

Es war tatsächlich so. Montagabend traf sich unser englischer Book Club. Wir diskutierten also über unser aktuelles Buch, obwohl es niemand von uns verstanden hatte. Bis auf unsere ehemalige Oxford-Studentin. Aber vielleicht hat sie auch nur so getan als ob. Immerhin, wir klangen alle furchtbar schlau und artsy.

Dienstagabend nähte ich mit einer Freundin. Wir nähten, bis mir fast die Finger bluteten. Ich leide nämlich seit geraumer Zeit unter Näh-Sucht. Am Ende des Abends hatte ich einen ollen Bettbezug in zuckersüße Nachthemdchen verwandelt. Denn der Sommer ist fast da. (Unglaublich: letztes Jahr gab es statt Frühling Winter. Dieses Jahr statt Frühling Sommer. Hä?)

Mittwoch ein Baby-Foto-Shooting.

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Donnerstagabend dann ein Höhepunkt der Woche: Wohnzimmer-Konzert mit Sally Grayson von der Band Blackswift.
Als ich Sally das erste Mal traf, fiel mir als erstes ihr Lächeln auf, das selbst den kältesten Eisklotz zum Schmelzen bringt. Ich habe bei ihr immer das Gefühl, dass in ihr ein Feuer brennt. Sie brennt, wenn wir über Bücher und Gott diskutieren (sie hat unseren Book Club gegründet), wenn sie singt und Collagen formt. Sie brennt, wenn sie über ihre Musik, ihre zwei Kinder, ihre Kunst spricht. Sie brennt, wenn sie fragt: „So how have you been?“ Sally packt Erlebtes, Gefühle und Fragen in ihre Musik. Das ist kein Main-Stream und kein süßliches Lobpreis-Gedudel. Ich finde, sie ist eine Mischung aus Tom Waits, Alanis Morisette und Johnny Cash

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Nach dem Konzert bekniete ich sie: „Sally, hör bitte nicht auf Musik zu machen. Sie ist wichtig.“

Manchmal brauchen wir die Stimme eines Künstlers, die genau das ausdrücken kann, was wir fühlen und selbst nicht in Worte packen können. Das passiert mir ganz oft mit Büchern. Und es passierte letzten Donnerstag in einem voll besetzten Wohnzimmer mit Sally.

Sie produziert ihr erstes Album. Und Leute, sie braucht dafür ein kleines bisschen Kohle! Sally stemmt das alles ohne Label, ohne Manager.

Deshalb bitte ich euch, sie zu unterstützen. Bis morgen abend läuft noch ihre Crowd-Funding-Kampagne. Das bedeutet, ihr könnt schon jetzt ihr Album kaufen. Mit eurem Geld produziert sie es dann und lässt es euch zukommen, sobald es fertig ist. Klingt komisch, ist aber eine prima Sache! Auf diesem Link könnt ihr das Album vorbestellen:

https://www.indiegogo.com/projects/black-swift-s-first-full-length-album-the-world-howls

So. In meiner Wochen-Aufzählung fehlen noch Freitag und Samstag. Da hockte ich gemeinsam mit dem freien Redaktions-Team der family-Zeitschrift zusammen. Wir spannen Ideen, redeten übers Schreiben, tranken Unmengen Kaffee.

Ich fühl mich müde, bereichert, inspiriert.

Am besten nenne ich die aktuelle Woche: „Ich-chill-mal-in-der-Sonne-und-finde-das-Leben-großartig“

 

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