Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr!

So sieht es aus, wenn wir aus dem Urlaub heimkommen. Überquellende Koffer, stinkende Schmutzwäsche, Sand zwischen zerknickten Buchseiten, feuchte Badeanzüge, wucherndes Gras im Garten, sehr hungrige und vorwurfsvolle Katze.

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Wie lange habe ich mich auf diese faule Mallorca-Auszeit gefreut! Nach langen Wochen mit viel Arbeit sehnte ich mich nach Tagen ohne Agenda und Haushalt und To-Do-Listen. Aber es fiel mir anfangs nicht leicht mich umzustellen. Ich brauche immer meine Zeit in einen neuen Rhythmus zu finden. Mein Alltag mit Kindern ist mir in den letzten fünf Jahren zu einem Korsett geworden. Anfangs schnürte es mir oft die Luft ab und ich fühlte mich regelrecht beschnitten von festen Tagesabläufen, häuslichem Rhythmus und Bedürfnissen der Kinder. Aber irgendwann während dieser Jahre passte das Korsett besser und es wurde mir zum Halt. Deshalb bin ich die ersten Tage im Urlaub immer ein wenig von der Rolle, wenn ich mein Dauerkorsett abnehme und mich erstmal unwohl ohne fühle.

Auf dem Hinflug war ich also eine meckrige deutsche Meckerziege. „Fliegen und Service schließt sich heutzutage echt aus,“ meckerte ich und biss in ein staubiges, lieblos zusammengepapptes Air-Berlin-Sandwich. Ich war missmutig. Der Flug war mit Verspätung gestartet, was 90 Prozent der Passagiere dazu ermunterte, die Wartezeit mit morgendlichem Biertrinken zu überbrücken. Im Flugzeug schwappte die Fröhlichkeit durch die Sitzreihen. „Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr!!“ So tönte ein badischer Weiberverein in den Sitzreihen hinter mir und bestellte die nächste Runde. Ich verdrehte die Augen und hoffte, dass uns der Rückenwind etwas schneller nach Palma brachte.

Ich brauchte tatsächlich zwei Tage um mich ganz aufs Faulenzen und Genießen einlassen zu können. Als ich mich dann an das Leben ohne Korsett gewöhnt hatte, wurde ich regelrecht spanisch. Ach, lassen wir die Kinder doch noch ein Eis / Pommes / Pizza / Popcorn essen! Feste Bettzeiten? Gehen wir lieber noch zur Kinderdisco/ an den Strand. Lass uns lieber ein schickes Cabrio für unseren Ausflug mieten statt eines praktischen Kleinwagens (was sich dann prompt bei der Durchfahrt winziger süßer spanischer Gässchen rächte)! Zu hohe Wellen heute? Super, wo ist mein Badeanzug!!

Die Tage flogen vorbei und auf dem Heimflug fühlte es sich an, als wären wir ewig weg gewesen. Jetzt habe ich die letzte Ladung Wäsche gewaschen, den Sand aus allen Schuhen geschüttelt, Sandalen und Sommersachen in den Keller gepackt. Meeresrauschen, fröhliches Kinderlachen im Pool, Pinienduft, laue Abende auf dem Balkon mit kaltem Weißwein klingen noch nach. Allein wenn ich den letzten Satz lese, muss ich lächeln. Aus lauter Dankbarkeit.

Jetzt ziehe ich wieder gerne mein Korsett an. Ich schnüre es nur nicht so fest. Da soll noch Platz bleiben.

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Endlich wieder mein Meer. Eine unendliche Liebesgeschichte zwischen mir und den Wellen….

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 …in die ich mich stürzte und einen gefühlten Liter Salzwasser schluckte.

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 Ich war fasziniert davon, den Himmel zu fotografieren.

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Chillen am Pool….

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 …ab und zu unterbrochen vom obligatorischen Gang zu meinem Kaffeedealer.

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Dieses Buch war kurios, abgedreht, lustig, bayerisch. Weitere Bücher, die mich im Urlaub sehr sehr sehr begeisterten:
A Year Of Biblical Womanhood“ und „Expressive Photography

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 Nach dem Abendessen Popcorn? Klar!!!

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Ich wage mich aufs Schiff und blicke zurück auf unsere Bucht.

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Ganz vergessen, dass ich leicht seekrank werde!!!!

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Ich finde soviel Faszination in kleinen Dingen, an denen ich ohne meine Kamera einfach vorbeigehen würde.

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