Glaube, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 11 – Heute bete ich um Weisheit für den Umgang mit meinen Kindern}

Es gibt eine Oase. Ein Kurzzeit-Shangri-La in meinem Alltag. Das Auge im Sturm.

Es ist mein Badezimmer.

Wenn der Sturm tobt, die Wellen hoch schlagen und ich das Gefühl habe, zu ertrinken, dann sag ich drei Worte: „Ich geh duschen.“
Ich schließe die Badezimmertür hinter mir wohlweislich ab. Jetzt spul ich erstmal mein persönliches Wohlfühlprogramm ab: Augenbrauen zupfen (Leute, das ist so entspannend, das glaubt ihr nicht!), Pony glätten, Zähne putzen, bis das Zahnfleisch blutet. Anschließend tu ich so, als würde ich duschen gehen und dreh das Wasser auf. Aber statt brav der Körperpflege zu huldigen, lass ich mich erschöpft auf einen Hocker fallen. Durch das Rauschen des Wassers wird der äußere Lärm ausgeschaltet und ich komme zur Ruhe. Kostbare Minuten. Dann fang ich meistens an zu beten. Heute hab ich also um Weisheit gebetet. Die Challenge kam mir gerade recht. Heute ist nämlich so ein Tag, an dem sich unsere Kindern abgesprochen zu haben scheinen, wie sie uns am effektivsten an den Rand des Nervenzusammenbruchs treiben können. Also, da sitz ich neben der dampfenden Dusche, bete um Weisheit und vor allem um inneren Frieden. Gleichzeitig bin ich so dankbar, dass ich überall beten kann, zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit. Und dass Gott sich nicht daran stört, wenn der Ort unpassend ist, meine Worte keinen Sinn ergeben und ich Wasserkosten verplempere. Als Mutter muss man jede Gelegenheit am Schopfe packen!

Ich hatte später keine direkten Auswirkungen meines Gebets gespürt. Ich habe genervt und gereizt reagiert, habe geschimpft und meinen armen Mann angeschnauzt. Sind also meine Worte an Gott irgendwo im Nirgends verhallt? Ich weiß nur eines: In dem Moment, wenn ich bete, wirklich mein Herz ausschütte, dann gebe ich auf. Dann muss ich nicht mehr so tun, als hätte ich alles unter Kontrolle. Ich darf mich auskotzen, anlehnen und erfahren, dass ich nicht alleine bin. Und dass es einen Ort gibt, an dem ich merke, dass ich geliebt und angenommen bin, auch wenn ich als Mutter, Ehefrau, Tochter, Schwester und Freundin tausend Mal versage. Dieser Ort ist immer da, wo ich gerade mit Gott rede.

Und ja, dieser Ort ist auch manchmal mein Badezimmer.

 

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