Danke, ich verzichte…

Puh, komme gerade kaum zum Schreiben. Zeit wäre zwar schon da. Zum Beispiel nach 19 Uhr. Aber wenn man 13 Stunden nonstop im Einsatz war, dann steht einem nur noch der Sinn nach: Couch! DVD (hab mich mittlerweile zur 9. Friends-Staffel durchgearbeitet)! Gläschen Rotwein! Mein Hirn ist also nach 13 Stunden Ameliedauerbeschuss totally dead.

Apropos Rotwein. Haha. Asche(rmittwoch) über mein Haupt! Habe ganz tapfer zum Aschermittwoch mit dem Fasten begonnen. Das klappt jedes Jahr richtig gut. Mal verzichte ich bis Ostern aufs Fernsehen, was meinen Beziehungen extrem gut tut oder auf Süßigkeiten, was meinen Hüften extrem gut tut. Dieses Jahr hab ich das Kombipaket „Alkohol und Süßigkeiten“ gewählt. Die ersten Tage hab ich mich richtig heroisch und auch eine Spur asketisch gefühlt. Zur abendlichen DVD-Session gabs also nur Kräutertee und nix.

Und dann klingelte der Postbote. Überreichte mir ein geheimnisvolles Päckchen, dessen grellorangener Aufkleber schon von Weitem einen edlen Inhalt und Armins schlechtes Gewissen ankündigte. Der hatte nämlich den Valentinstag vergessen. Gut, zu seiner Verteidigung: Ich hatte letztes Jahr zynisch abgewunken, Valentinstag sei ja ein weiterer Feiertag, den wir ungeprüft von den Amis übernommen hätten. Die einzigen, die davon profitieren, seien Gastronomie und Blumengeschäfte. Aber unter all dem Zynismus bin ich halt doch Frau, die eine zärtliche Geste erwartet hat. Armer Armin. Am Valentinstag um 15 Uhr brach es beleidigt aus mir heraus: „Du bist sohohohoooo gemein!!! Alle Frauen haben heute einen Liebesbeweis bekommen. Nur ICH NICHT!!!“

Nun schlag ich wieder den Bogen zum Postboten aka Liebesboten, der mir die erste Sendung eines Pralinenabos überreichte. Jeden Monat eine Kiste randvoll mit den edelsten Werken der besten Praliniers Deutschlands! Da stand ich nun in der Tür, hin- und hergerissen zwischen meinen Fastenprinzipien und dieser Schachtel, die mir sirenenmäßig zuzuflüstern schien: „Na komm. Nur eine. Nur mal probieren. Eine schadet doch nicht!“ Ich Schwächling gab nach. Probierte eine. Ich war angefixt. Es folgte eine weitere. Ach, und die mit Pistazie-Himbeerfüllung musste ich auch noch kosten.

Abends dachte ich: „Jetzt ist’s eh scheißegal. Mach ich halt noch die Flasche Dornfelder dazu auf.“

Ich krieg jetzt überhaupt nicht mehr die Kurve zum Fasten hin. Und das nervt mich! Ich habe die letzten Jahre immer so tolle Erfahrungen damit gemacht und für mich gelernt: Durch Verzicht gewinne ich. Aber gestern drückte mir die Postbotin mit einem neidischen Lächeln die nächste Pralinenschachtel in die Hand.

Ich bin machtlos. Warum ist so ein winziges braunes Ding stärker als mein Wille??

Vielleicht sollte ich dieses Jahr einfach mal aufs Verzichten verzichten.

Das bin ich in einem meiner schwachen Momenten....
Veröffentlicht unter Fasten.

Ein Kommentar zu „Danke, ich verzichte…

  1. Oh mann, Vroni….das Foto von dir ist ja echt klassisch…schaust aus als ob dir noch schlecht vom Suff vom Vortag wäre und du gleich kotzen müsstest…und die Dose zum Abaschen…saugeiles Bild. Erinnert mich an alte Zeiten. Und irgendwie hab ich erst durch deinen Link auf Facebook gecheckt, das du nach Amiland Urlaub deinen Blog weitergeführt hast, und schmökere mich jetzt hier durch…deshalb bitte ich um Entschuldigung für verspätete Kommentare.

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