Feministin und Homemaker (+ 15 Homemaking-Tipps für Berufstätige)

Dieser Blogpost ist in voller Länger AbonnentInnen zugänglich.
Bis Ende Juni hast du noch die Möglichkeit, ein kostenloses Probeabo abzuschließen!

AbonnentInnen können wie immer den Beitrag auf Spotify anhören

Und: Komm am 5. Juli um 19 Uhr zum Kleinkunst-Openair zur Bernhardsmühle! Ich werde dort sein. Mit kleiner Lesung und Büchertisch. Mehr Infos hier.

Gelächter schallt so laut über die Wiese, dass die Nachbarin mir eine Whatsapp schickt: „Es ist so schön, deine Mädchen lachen zu hören!“ 

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der Rückkehr meiner Ältesten aus den USA. Wir empfingen sie am Flughafen mit einem Plakat, das wir mit deutschen Memes gepflastert hatten. Und im Auto wartete eine ofenfrische Laugenbrezel auf sie. Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie glücklich ich bin! Das Mädchen ist gesund und wohlbehalten zurück. Ein Teil von ihr ist sicherlich in Texas geblieben, bei ihren Freunden, ihrer Gastfamilie. So wird sie nun immer in verschiedenen Welten zu Hause sein, was ich als passionierte Weltenbürgerin und Reisende sehr begrüße. 

Da stand sie plötzlich wieder vor uns mit ihren zwei großen Koffern und den hellblau lackierten Fingernägeln und den Freundschaftsbändern am Handgelenk. Immer noch dieselbe, aber eine erwachsenere, gereiftere Person. Zu Hause packte sie ihre Koffer aus, sie enthielten mehr Bücher als Kleider. Nun brauchen wir ein neues Bücherregal für ihr Zimmer, denn ihre Sammlung wächst rasend schnell. Es gibt schlimmere Probleme….

Wir verbrachten fast jeden Abend im Garten, redeten, spielten, aßen, tranken Eiskaffee, lachten.  Mit der Tochter kehrte auch eine gewisse Energie zurück ins Haus und ich begrüße das sehr. Ich liebe ein Haus voller Teenager. Und das sage ich aus tiefster Überzeugung. 

Nun sind die Kinder für ein paar Tage mit ihrem Vater unterwegs. Nach einem halben Tag Abschiedsschmerz und Trauer, habe ich mich aufgerafft und eine Liste geschrieben. Es gibt viel zu tun. Vor allem in diesen Sommermonaten. Ich schrieb und schrieb und dabei überfiel mich eine Vorfreude auf all diese Tätigkeiten: Bagels auf Vorrat backen. Zwiebeln und Knoblauch ernten, Kirschgelee kochen, Beete gießen, Terrasse fegen, Bügeln, Betten frisch beziehen, Rechnungen bezahlen, Kleidung reparieren. 

Hausarbeit als Selbstwirksamkeit

Du weißt ja, wie sehr ich das Herumwerkeln in Haus und Garten liebe. Ein Tag ohne Termine und Verabredungen ist der Himmel: Ich kann mich in Ruhe um meine Pflanzen und den Sauerteig kümmern. Einen Blogeintrag schreiben und das neue Puzzle anfangen. Eine Runde durch den Wald laufen und im See schwimmen. Meinen Schreibtisch aufräumen und Wäsche waschen. Zwiebeln einlegen und Chilisauce kochen. 

Der us-amerikanische Dichter Walt Whitman schrieb in einem seiner Gedichte den berühmten Satz: 

„Do I contradict myself?

Very well then, I contradict myself. 

(I am large, I contain multitudes.)“

Widerspreche ich mir selbst? Nun gut, dann widerspreche ich mir selbst
(ich bin groß, ich enthalte Vielfalt).

Ich trage diesen Satz seit Jahren in mir, weil er mein Lebensgefühl und Persönlichkeit widerspiegelt. Ich bin nicht nur eines, sondern vieles. 

Und genau das fällt mir beim Erstellen der Liste wieder ein: I contain multitudes. Ich bin Schreibende und Mutter. Feministin und Hausfrau. Gärtnerin und kreativer Kopf. Reisende und Heimatliebende. 

Feminismus und Wahlfreiheit

Es mag eine unpopuläre Meinung sein: Aber ja, ich kann Feministin sein und zugleich die Tätigkeiten lieben, die man traditionell der Frau zuspricht. Ich habe den Eindruck, dass man mittlerweile fürchtet, dem Spektrum der Tradwives* zugeordnet zu werden, wenn einen die Hausarbeit erfüllt. Aber nichts kann ferner von der Wahrheit liegen. Ich kann mich von den Tradewives abgrenzen, für die Rechte von Frauen einstehen, von Männern mehr Beteiligung an der Hausarbeit einfordern und mit Liebe Wäsche aufhängen, Böden fegen und Essen kochen. 

Kommentar verfassen