Die Kliniken sind voll.

IMG_0939_edited-1Mein Ohr ist noch ganz heiß vom Telefonat mit der Mutter-Kind-Kur-Dame. Jawoll, ich habe eine Kur beantragt. Und die wurde auch genehmigt! Jetzt gehts darum, einen Termin zu finden und eine Klinik auszuwählen. Eigentlich hatte ich eine Sommerkur am Meer geplant. So richtig schön mit langen Strandspaziergängen, Sonnenuntergängen, Sommerlaune. Aber die nette MKK-Dame hat ihn platzen lassen, den Meerestraum. „Alles ausgebucht bis Weihnachten.“

Äh.

Ok.

„Wir und die Kliniken sind völlig überlastet.“ (Hm, vielleicht braucht es Kuren für Kurmitarbeiter?).

Meine Neugier war geweckt.

„Wieso?“ (Ich kann leider manchmal unhöflich direkt sein).

MKK-Dame: „Tja, vor 16 Jahren haben Kliniken noch Insolvenz angemeldet und heute platzen sie aus allen Nähten mit erschöpften Müttern. Die Mehrfachbelastung zeigt sich seit einigen Jahren ganz enorm. Seitdem die Mütter in die Berufstätigkeit zurückgetrieben werden, kommen wir gar nicht mehr nach. Die halten das auf Dauer nicht durch, dieses Lebenstempo. Und die Kassen winken die Anträge fast alle nur noch durch, weil sie Einzelfälle nicht mehr überprüfen können. Ich schätze, dass mittlerweile jede zweite Mutter kurbedürftig ist.“

Ich lasse ihre Aussage kurz wirken und habe ein schlechtes Gewissen. Eigentlich geht es mir ja nicht dramatisch schlecht. Die Renovierung und mein inneres Getriebensein haben mich im letzten Jahr ziemlich erschöpft. Und ich will lernen, mit meinen Ressourcen und Grenzen gut zu leben. Deshalb mein Kurantrag. Aber jetzt erscheint mir meine Erschöpfung nicht mehr gravierend genug.

In mir klingt das Gespräch nach. Es bestätigt meine Ahnung, dass die angebliche Vereinbarkeit von Beruf, Kindern und Haushalt eine bittere Pille ist, die unsere Gesellschaft klaglos geschluckt hat und nun die Mütter schleichend vergiftet. Wir züchten eine Generation von überlasteten, ausgebrannten, gehetzten Müttern heran und vermitteln unseren Kindern, dass das der Normalstand von uns Erwachsenen ist.

Wie oft haben meine Kindern schon hören müssen: „Ich bin SO gestresst – nein, ich habe jetzt keine Zeit für dich.“? Und dabei sind meine Arbeitszeiten flexibel!

Leben wir unseren Kindern ein attraktives Erwachsenenleben vor? Eines, das gute, harte Arbeit, Lachen, Gemeinschaft umfasst? Eines, in das sie selber gerne hineinwachsen möchten? Oder werden sie sich entschließen, lieber bis 35  Spaß zu haben, bevor sie „in die Versklavung gehen“?

Die Kliniken sind voll mit kranken Müttern. Und ich möchte nicht wissen, wie viele trotz völliger Erschöpfung in ihren Büros und hübschen Neubau-Häusern weiterhin funktionieren. Das hat sicherlich nicht immer mit einer Mehrfachbelastung zu tun. Aber können wir heute kurz anhalten, die Warnsignale ernst nehmen und unser Leben neu überdenken? Unsere Erschöpfung Gott hinhalten und erkennen, dass unsere Lebensentwürfe vielleicht gar nicht kompatibel mit seinem Schöpfungsgedanken sind? Sind wir bereit, um Hilfe zu bitten? Tagesabläufe zu entzerren? Aufgaben abzugeben?

Leute, ich bin am Ende meiner Gedankenkette. Sie ließe sich ewig weiterspinnen. Aber den Rest des Weiterdenkens überlasse ich an dieser Stelle lieber euch. Ich hab heute noch so viel zu tun…..

Wie sind eure Erfahrungen?

Wie geht ihr mit Erschöpfungszuständen um?

Könnt ihr der MKK-Dame zustimmen?

Oder lebt ihr euer Elternsein ganz anders?

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30 Kommentare zu „Die Kliniken sind voll.

  1. Hallo Veronika,
    Erstmal muss ich sagen dass ich deine Kolumne in der Family immer gerne lese :).
    Zu deinem Artikel – wo sind da die Väter? Wieso ist das „nur“ Schuld der Gesellschaft wenn Mütter ausbrennen?
    Zur Geschichte meiner Mutter – als Hausfrau in die Erschöpfungsdepression, als sie dann mit drei Kindern wieder angefangen hat zu arbeiten hat sie das gerettet – die typischen Hausfrauentätigkeiten machen ihr keinen Spaß.. Dafür hat meine Vater dann jeden morgen den Jüngsten in den Kindergarten gebracht, eine ganz besondere Exklusiv-Zeit für die beiden. Auch ich werde wenn mein Kind in ein paar Monaten ein Jahr alt ist wieder Teilzeit arbeiten gehen – weil ich meinen Job sehr gerne mache und vermisse. Dafür muss mein Mann dann wieder mehr übernehmen. Auch jetzt unterstützt er mich sehr und vor allem erwartet er nicht dass daheim immer alles Tipp Topp ist. Natürlich löst das nicht immer alle Probleme, aber mir ist die Rolle der Männer in deinem Text etwas zu kurz gekommen ;).

    1. Danke für deine wichtige Ergänzung! Du hast völlig recht. Ich erlebe es in meinem Umfeld so, dass die Männer beruflich so stark eingebunden sind, dass sie selbst keine Freiräume haben und das bisschen wenige Zeit, das ihnen bleibt, mit der Familie und Haushaltsaufgaben verbringen. Da bleibt dann kein Spielraum und die Frauen versuchen zusätzlich zu ihrem eigenen Pensum noch den Mann zu entlasten. Ist natürlich von Familie zu Familie auch unterschiedlich 🙂

      1. Hallo Veronika,
        Mein Mann ist selbständig und ebenfalls beruflich sehr stark eingebunden (50-60 Stunden Woche je nachdem was los ist). Aber trotzdem sprechen wir viel darüber, wie er mich auch mal entlasten kann, z.B. diese Woche erst dass er Mittags in seiner Pause für uns kocht während unser Sohn schläft und ich in der Zeit ausruhen kann. Ich sehe meinen Job als Mutter auch als wichtige Aufgabe (wie mein Mann auch) und wir versuchen uns die freie Zeit die wir haben fair aufzuteilen, so wie jeder es für sich braucht. Dafür halte ich ihm auch den Rücken frei wenn er wieder mal bis 10 im Geschäft ist oder auch am Wochenende arbeiten muss. Und wenn viel los ist bleibt die Wohnung dreckig und das Essen kommt vom Chinese oder Döner. Aber wir haben ja auch nur ein Kind und ich arbeite im Moment noch nicht.. also wer weiß was auf uns noch so zukommt.. und
        vielleicht habe ich auch ein überdurchschnittlich belastbares Exemplar abbekommen 😉

  2. Ich kann dem nur zustimmen. Ich bin zwar Hausfrau und Pflegemutter mit 64 Jahren. Aber die Pflegemütter werden genau so verheitzt wie die arbeitenden Mütter. Die Kinder sind meist geschädigt, durch Mißbrauch, Verlustängste und Alkohol im Mutterleib. Sie benötigen deutlich mehr Aufmerksamkeit. Aber eine Kur zu bekommen vielleicht für die ganzè Familie ist aussichtslos. Dabei ist einer unserer Pflegekinder frühkindlicher Autist und braucht eine1:1 Betreuung, und die jüngste ist mittlerweile 14 Jahre alt. Die anderen beiden sind mittlerweile erwachsen. Aber wenn wir nicht für sie da wären, hätten sie niemand zur Seite. Ich hatte es versucht, als die Kinder noch jünger waren aber wir müssen um so vieles kämpfen, dass ich dafür keine Kraft mehr hatte.

    1. Ja, genau so hier. Wir haben zwei Pflegekinder, beide inzwischen erwachsen, aber sie brauchen und nach wie vor. Und sie haben immer viel mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung und Einsatz gebraucht. Bei uns hat es nur geklappt, weil mein Mann nachts arbeitet und ich halbtags. So könnten wir viel teilen und unsere Kräfte schonen, wenn es nötig war. Und es war nötig!

  3. Hallo. Mutter-Kind-Kuren klingen toll! Das kennen wir in der Schweiz leider nicht (ich hab neulich erstmals in der Family davon gelesen).
    Es stimmt, Familie, Erwerbstätigkeit, Freunde, Gemeinde, Hobbys etc. unter einen Hut zu bringen, ist immer ein Balanceakt. Meine Schlüssel dazu: als Partner verhandeln, verhandeln, verhandeln. Wer macht wann was resp. wie teilen wir die Arbeit auf? Wir teilen uns Erwrbs- und Familienarbeit, und das finde ich klasse. Mein Mann ist einer jener 5% oder was der Väter, die in der Schweiz Teilzeit arbeiten (80% resp 4 Tage) und ich 40%. Das heisst, dass wir idealerweise auch zuhause eine Zweidrittel:Eindrittel Aufteilung haben (waschen, kochen, putzen etc.) Dann verhandeln wir immer wieder unsere wertvollste Ressource: Zeit. Wer hat wann Zeit für sich und seine Hobbys, wann Zeit als Paar, Zeit mit einem Kind alleine, Zeit alle zusammen?
    wichtig finde ich auch, die eigenen Grenzen gut zu spüren und etwas abzusagen, wenn es zuviel wird. Da unsere Kinder noch relativ jung sind und wir beide teilweise unregelmässig arbeiten (auch abends und an den Wochenenden), ist unser Puzzle auch ohne ausserschulische Aktivitäten der Kinder kompliziert genug. Babyschwimmen, Cello-Unterricht, Reitstunden, Jungschar? Im Moment nicht. Dafür nachmittagelag playmobilen, mit den Nachbarskindern spielen, das Planschbecken aufstellen. Zimmerstunden und Mittagsschlaf gehören fest ins Programm. Ups, und jetzt ist Zeit fürs Mittagessen… Wenn mir noch was Geistreiches einfällt, schreib ich nachher nochmal was 🙂

  4. Liebe Veronika,
    Dein Artikel spricht mir aus dem Herzen!
    Ich bin sooooo dankbar, dass ich mit meinen nun schon erwachsenen Kindern (21+19) damals ohne schlechtes Gewissen vom Staat bezahlt 3! Jahre zu hause sein durfte!!! Nachher hatte ich den perfekten Job zum kontrollierten Wiedereinstieg ins Berufsleben, ich bin soooo dankbar!
    Ich begegne in meinem Alltag vielen Müttern, deren Herz eigentlich gegen Arbeit außer Haus schreit, die sich das aber nicht trauen:( und die Folge hast Du gut beschrieben. Manchmal stelle ich mir die Frage, was da auf uns zurollt, welche Probleme das nach sich zieht…
    Und übrigens: mein Sohn ist gerade Bufti in einer Kurklinik, kam jetzt mal mit der Frage nach Hause: „Waren wir eigentlich mal zur Mutter- Kind- Kur?“ Nein waren wir nie, ich hatte damals den Haushalt meines Schweigervaters mit zu versorgen und 3 Wochen Kur hätten das Arbeitspensum vergrößert und den Kurerfolg minimiert…
    Ich wünsche Dir, dass Ihr einen guten Zeitpunkt für Eure Kur findet!
    Herzliche Grüße,
    Birgit

  5. Hallo Veronika,
    Mein Mann ist selbständig und ebenfalls beruflich sehr stark eingebunden (50-60 Stunden Woche je nachdem was los ist). Aber trotzdem sprechen wir viel darüber, wie er mich auch mal entlasten kann, z.B. diese Woche erst dass er Mittags in seiner Pause für uns kocht während unser Sohn schläft und ich in der Zeit ausruhen kann. Ich sehe meinen Job als Mutter auch als wichtige Aufgabe (wie mein Mann auch) und wir versuchen uns die freie Zeit die wir haben fair aufzuteilen, so wie jeder es für sich braucht. Dafür halte ich ihm auch den Rücken frei wenn er wieder mal bis 10 im Geschäft ist oder auch am Wochenende arbeiten muss. Und wenn viel los ist bleibt die Wohnung dreckig und das Essen kommt vom Chinese oder Döner. Aber wir haben ja auch nur ein Kind und ich arbeite im Moment noch nicht.. also wer weiß was auf uns noch so zukommt.. und
    vielleicht habe ich auch ein überdurchschnittlich belastbares Exemplar abbekommen 😉

  6. Fortsetzung: Was mir persönlich schwer fällt und vielleicht ein Problem unserer Generation ist: verstehen, dass man nicht alles haben kann. Oft ist es entweder-oder. Eine steile Karriere oder einen fixen Papatag mit den Kindern, ein geputzes Haus oder eingekochte Marmelade, einen Mittagsschlaf oder selbstgebackenes Brot…Geld für eine Putzhilfe oder für den Pilateskurs. Zeit, Energie und Geld sind endliche Ressourcen. Wir dürfen Prioritäten setzen und auch fröhlich dazu stehen, dass nicht alles drinliegt. Gottes Gnade dafür, die ist jeden Morgen frisch. Da können wir eine unendliche Ressource anzapfen.

    1. Hallo Daniela, wie wahr! Wie oft denke ich, ich kann beides haben – und dabei geht es nicht einmal um überhöhte Ansprüche, sondern um Alltäglichkeiten wie Marmelade einkochen oder putzen, Brot backen oder ausruhen. Danke für diese so naheliegenden und darum so eindrücklichen Beispiele! Herzliche Grüsse aus Zürich! Sonja

  7. Liebe Veronika,
    du spricht mir aus dem Herzen. Ich empfinde es genauso wie du.
    Arbeite gerade bis zu den Sommerferien teilzeit als Lehrerin. Mein Mann unterstützt das und wir putzen z.B. am Wochenende oder kochen abends gemeinsam……. Das Ergebnis ist allerdings, dass unser Leben in einem Tempo rennt, das ich für uns nicht möchte. Mir ist es einfach wichtig,dass ich Zeit habe gesund zu kochen, unser Hause in ein gemütliches Heim zu verwandeln, unseren Gemüsegarten zu bebauen. Das bleibt alles auf der Strecke. Außerdem merke ich, dass wenn ich auch noch Termine und Zeitdruck mitbringe, das schlecht für uns alle ist und unsere Ehe schnell nur noch Arbeitsgemeinschaft ist. Die Wochenenden sind dann dazu da, einigermaßen das gemeinsam weg zu arbeiten was unter der Woche liegen geblieben ist. Uns ist dieses Tempo zu schnell und ich freue mich, wenn ich im Herbst wieder ganz zu Hause bin (obwohl ich meinen Beruf gerne mache und mein Mann mich unterstützt hätte, wenn ich weiter arbeiten hätte wollen). Wobei ich empfinde, dass es sehr viel Mut gekostet hat die Entscheidung so zu treffen und immer wieder dazu zu stehen.
    Liebe Grüße

  8. Und dem Punkt von Daniela mit den Ressourcen, die nicht unendlich sind Stimme ich völlig zu. Es gibt einfach nicht das eine Modell. Es hat einfach alles einen Preis. Man muss sich überlegen, welchen Preis man bereit ist zu bezahlen.
    Das ist die Erfahrung, die wir immer wieder machen. Man muss seine Entscheidung treffen und dazu stehen auch wenn es gesellschaftlich nicht anerkannt ist.
    Das ist das Schwierige – finde ich und macht auch manchmal einsam.

  9. Wir waren kürzlich auf einem Familienfest, und da kam ich mit der nächsten Generation zusammen, die schon wieder Kinder hat (- unsere Kinder sind noch nicht verheiratet und haben selbst noch keine Kinder). Da gingen die Mütter der Kleinkinder ab 1 Jahr, alle wieder arbeiten. (Von einer weiß ich, dass es 30 Stunden sind, das finde ich schon viel). Auf meine Frage hin, wieso sie nicht noch bei ihren Kindern blieben, bekam ich zur Antwort, dass sie das Geld bräuchten und bei weiterer Nachfrage, dass man einen gewissen Lebensstandard haben oder halten möchte.
    Natürlich kann es jeder machen wie er will, aber ich frage mich schon, ob es das wert ist.
    Wir hatten die klassische Rollenteilung und nur einen Verdiener, hatten nicht viel Geld, aber ich war immer zu Hause bei den Kindern und habe ihnen so viel Nestwärme geben können, zusammen mit meinem Mann natürlich – ich denke, das ist das wichtigste für die Kinder.zur Vorbereitung auf’s Leben! Wir hatten allerdings das Glück, Großeltern im Haus zu haben, die uns doch gewisse Freiräume verschafft haben, z.B. wenn ich manchmal in unserem Geschäft mithelfen musste/durfte oder wenn wir abends einmal ausgehen wollten.
    Es geht so schnell, dass die Kinder groß sind! Heute kann ich wieder stundenweise arbeiten gehen, wenn ich möchte oder sonst was tun, und wir können uns wieder mehr leisten, weil auch das Familieneinkommen mit den Jahren gestiegen ist. Aber wir haben die Familienzeit, bei der viel gespart, improvisiert und gebraucht gekauft wurde, alle in guter Erinnerung und haben noch immer einen guten Zusammenhalt.

  10. Hallo Veronika,
    die Berufstätigkeit ist nur ein Teil der Belastung. Ich sehe aber auch das wir in der Zwischenzeit in einer Welt leben in der JEDER Bereich so anspruchsvoll ist.
    Früher konnten Kinder in der Schule lernen- und die Eltern waren kaum als Nachhilfe benötigt. Heute bleiben da so viele Lücken in die du als Eltern zu springen hast oder Dein Kind ist ein Genie oder ziemlich verlassen. Ich habe kein Abitur und meine Tochter auf dem Gymnasium muss sich oft anderweitig Hilfe holen weil die ungebildete Mama ihr nicht mehr helfen kann….
    Der Elternbeirat braucht Unterstützung.
    Der Handballverein Mithilfe….
    Im Berufsleben dürfen keine Fehler vorkommen….
    Ernährung soll gesund und ausgewogen sein…
    Der Körper verlangt Ausgleich und Bewegung…..
    Die Gemeinde braucht dringend ehrenamtliche engagierte mitreißende Mithilfe………..
    Jeder Einkauf sollte nach wirtschaftlichen/ökologischen /faire Arbeitsbedingungen und Testberichten gecheckt und sorgfältig ausgewählt werden- egal ob Jeans, Müsli, Auto oder Waschmaschine….
    Und dann funktioniert ja die eigene Seele auch nicht wie gewünscht…. Depressive Gedanken ziehen durch und hinterlassen ihre Spuren…….
    Ich begegne einem pubertierenden Kind nicht ausgeglichen und entspannt sondern bin gereizt und laut und ungerecht….. trotz Ratgeberliteratur und Entspannungsmusik….
    ————
    Auch ich war jetzt erst zu MuKiKur und habe die Zeit genützt um durchzuschnaufen, Standortbestimmung zu machen und neue Wege in Kleinigkeiten anzugehen.
    In 3-4 Wochen kann dir niemand dein Leben wieder in Ordnung bringen- sie können dir nur Impulse geben und etwas Hilfe zur Selbsthilfe anschubsen.
    Das wirst du- so klug habe ich dich bisher kennengelernt- bestimmt auch mitnehmen können!
    Manchmal braucht man Abstand zu seinem Alltag um eine neue Sicht auf manches zu bekommen.

    Und Gottes Zeitplan ist perfekt- ihr werdet zur richtigen Zeit weg sein!
    Liebe Grüße
    Esther

  11. Das Thema überlastete Mütter spricht mich sehr an. Seit unser ältestes Kind auf der Welt ist, bin ich im Prozess drin mir ein OK geben zu können zur Situation „Mutter“… Dass eben nicht mehr so viel drin liegt, wie ich will, und auch wie ich kann oder wie ich angeblich müsste… 2 Sachen sind mir immer wieder hilfreich zur Erinnerung: Ein Kind zu bekommen ist ein riesen Geschenk von Gott an mich und Er überlässt mir die Verantwortung, wie ich damit umgehen will. Das zweite ist: Schaue auf das Kleine. Da hat C. Hilty eine tolle Aussage: Achte auf das Kleine in der Welt, das macht das Leben reicher und zufriedener. Der selbstgebackene Kirschenkuchen ist mir heute genug an Haushaltsarbeit (hoffe, ich sehe das heute Abend immer noch so…). Ich finde es stark, sich eine Auszeit geben zu können. Ich hoffe, dass Du dir diese bald gönnen kannst! lg Gaby

  12. Nachtrag:
    Ich war auch mit unseren 2 jüngeren Kindern einmal auf Mutter-Kind-Kur. Die 2 waren mir noch zu klein (2 und 5), um sie 3 Wochen alleine zu Hause zu lassen. Der Drittgeborene hatte Neurodermitis und bekam dort Ölbäder und die Seeluft tat gut. Die 2 Großen blieben daheim.
    Die Kur hat mir nicht so viel gebracht. Zum Glück gingen zwar meine 2 Kinder gerne in die Kindergruppen, wenn ich Anwendungen o.ä. hatte, doch meine damalige Erschöpfung ging dort auch nicht weg. (Die neu erlernte Serviettentechnik machte ich auch nur dort und dann nie wieder). 😉
    Die psychologischen Gespräche brachten mir auch nichts, denn dort sagte man mir, dass es – nach Schilderung von kleineren Ehediskussionen – 50:50 stehe, dass unsere Ehe auseinander ginge!!! Ich hatte nicht den Eindruck, dass dort Ehen gestärkt werden! Wir sind jetzt 30 Jahre verheiratet und das glücklich!
    Außerdem hatten meine Kinder dort 1 Woche lang Brechdurchfall!

  13. Hallo Veronika, danke für diesen aufrüttelnden Text. So ein schwieriges Thema – ich habe nicht EINE Meinung dazu, sondern einen ganzen Wust aus Gedanken und Gefühlen. Wie wissen wir eigentlich wirklich, was wir (Frauen) wollen? Wo wollen wir Ansprüchen (von aussen oder von uns selber) gerecht werden, und was sind unsere wirklichen Bedürfnisse? Ich persönlich merke, dass ich total anfällig auf Ansprüche bin – Ansprüche der Gesellschaft („Das ist doch Verschwendung, wenn Frauen ihre Ausbildung nicht nutzen!“); Ansprüche aus dem Umfeld („Wie, du arbeitest nicht?“ resp. „Wie, du arbeitest so viel?“, je nach Kontext); eigene Ansprüche („das kriege ich auch noch auf die Reihe“).
    Ich habe mal einen Cartoon gesehen: Mutter arbeitet Vollzeit -> schlechtes Gewissen; Mutter ist nicht erwerbstätig -> schlechtes Gewissen; Mutter arbeitet Teilzeit -> schlechtes Gewissen. Egal wie man sich entscheidet, meist hat man das unbestimmte Gefühl, nicht an allen Fronten zu genügen. Wie das lösbar ist, weiss ich auch nicht. Der Anfang ist wohl, im Kleinen wie im Grossen ehrlich zu sich selber zu sein und mutig dazu zu stehen. Und im Gegenzug auch andere Lebens-Entwürfe zu respektieren. Liebe Grüsse, Sonja

  14. Ich war vor zwei Wochen auf Mutter-Kind-Kur und habe fast ein Jahr vorher eine Klinik gesucht (EIN JAHR!) und mir viel Mühe gemacht mit der Auswahl… Es hat sich gelohnt, es war wirklich, wirklich gut und ich zehre noch heute davon. Mein Jüngster war erst zwei und war sehr krank am Anfang. Das ist die einzige Empfehlung, die ich weitergeben kann: Möglichst nicht mit U-3-Kindern fahren. Man hat später mehr davon… Dennoch: Eine Kur darf und soll auch präventiv sein. Der Vollständigkeit halber muss man sagen: Die Gesetzeslage hat sich in den letzten Jahren auch geändert. Im Grunde kann die Krankenkasse einen Kurantrag nicht ablehnen, wenn das richtig drin steht. (Dafür sorgt entweder ein Arzt, der sich auskennt – oder man erscheint wie ich mit einem Spickzettel mit den richtigen Begriffen beim Arzt und diktiert…). Ich würde mir helfen lassen von einer Beratungsstelle, die wissen, worauf es ankommt. Eine Mutter-Kind-Kur steht hierzulande dem Grunde nach jeder Mutter zu und auch darum ist die Lage in den Kliniken so wie ist… Wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt bleibt natürlich abzuwarten. Meine Kur war übrigens wirklich nachhaltig, das merkt man, wenn man das Nach-der-Kur-Tief überwunden hat, wenn der Alltag wieder über einen hereinbricht… (Schon krass, wie schnell man sich an Nicht-kochen-undputzen-müssen gewöhnt… aber allein das tut so gut!!!). Ich hab einiges für meine „Selbstfürsorge“ gelernt… Alles Gute dafür, dass du noch einen Platz bekommst, manchmal kann man ja kurzfristig irgendwo nachrücken, wenn jemand absagt (jeder Klinik regelt diese Anmeldungsdetails anders). Ums telefonieren kommt man nicht herum… Ich denke immer: Wie soll das jemand schaffen, der wirklich total auf dem Zahnfleisch geht. Wahrscheinlich gar nicht! Auch darum macht es Sinn, nicht so lange zu warten und präventiv zu handeln! Liebe Grüße, Martha

  15. Liebe Veronika
    Vor einem reichlichen Jahr war ich zur Mutter-Kind-Kur, ich musste in Widerspruch gehen,weil die in erster Linie abgelehnt worden war… ich bin dreifache Mutter und arbeite 25 Stunden in der Woche. Und ich war ehrlich gesagt schockiert über die Ablehnung, aber es hat doch noch geklappt und ich war drei Wochen auf einer Insel an der Nordsee…es war phänomenal ich habe dort gelernt allein zu sein habe die Ruhe genossen und bin dankbar dass es Kurkliniken gibt, in denen Kinder erst ab 3 Jahren mitfahren dürfen….
    Da habe ich unter anderem ( mal wieder) gelernt, dass das wichtigste Zeit für mich ist und dass ich auch dann wieder gut für meine Kinder da sein kann…
    Ich betone immer wieder die erste Priorität ist MEINE FAMILIE und es ist immer wieder wichtig auch Nein zu sagen, gerade wenn man nicht so belastbar ist….ich zehre heute noch sehr davon und dieses Gefühl, dass ich es nicht so nötig hatte zur Kur zu fahren, das kenne ich und ist da oben ziemlich schnell verflogen…es ist so wichtig Mal drei Wochen Abstand vom Alltag zu haben, ich kann dir da eine kleine feine Einrichtung empfehlen….war dort übrigens die einzige aus den neuen Bundesländern ; ) …
    Es war ein absolutes Geschenk von Gott, schon die lange Zugfahrt dahin und überhaupt das ganze drumherum…
    Ich wünsche dir von Herzen, dass du bald einen Platz bekommst und du kannst drauf vertrauen, unser Vater im Himmel bereitet das alles schon vor und hat dich im Blick.
    Danke für deinen tollen Blog, ich mag deine Art zu schreiben! Liebe Grüße von Hanna

  16. Hallo liebe Veronika, vielen Dank für diesen Beitrag. Die Resonanz der Kommentare zeigt das du (wieder einmal) den Nerv von uns Müttern getroffen hast! Vor wenigen Wochen habe ich meine (unbefristete, durchaus gut bezahlte Teilzeitarbeit) gekündigt. Einen Anstoß dafür haben mir unter anderem deine Blogbeiträge gegeben! Es gibt nicht den richtigen Weg und man kann dies nicht verallgemeinern aber ich habe gemerkt – ich will es einfach nicht mehr schaffen (müssen), Arbeit, Kinder (bald 3), Ehe, Familie, Gemeinde, Hausausbau auch noch so nebenbei … unter einen Hut zu bringen. Es gibt durchaus ein Zuviel und es ist gut wenn es irgend möglich ist die Bremse vorher zu ziehen. Es ist auch gut eine Kur vorher zu nehmen bevor man selber nicht mehr kann. Dann ist nämlich keinem mehr geholfen. Ich freue mich für dich und wünsche Dir alles Gute und eine echt gesegnete Zeit! Ich persönlich war noch auf keiner Kur, freue mich aber auf die Zeit ab Juli wo ich einfach zu Hause sein kann, mit den Kindern (Ferien), etwas Urlaub und danach v.a. auch nochmal Zeit für mich. Liebe Grüße Nadja

  17. Hallo Veronika,

    Jetzt haben schon so viele vor mit geantwortet …. aber diese Thema ist so schwierig und bewegt mich so sehr.
    Ich habe mal den Spruch gehört und finde ihn passend zu dem was Sonja geschrieben hat: was haben alle Mütter gemeinsam: ein schlechtes Gewissen.
    ..
    Für mich ist mein Beruf teil meiner Persönlichkeit, meines Profils, aber ein Maß zu finden, mit dem wir als Familie gut klar kommen ist eine hohe Kunst.
    Ich habe angefangen zu studieren als meine Tochter zwei Jahre alt war und meinen Sohn während des Studiums bekommen. Auf der einen Seite war das eine gute Lösung, weil ich auch mal einen Tag zuhause sein konnte, wenn was war und mir das Studieren sehr viel Spaß gemacht hat.

    Auf der anderen Seite kann ich mich an die Babyzeit meines Sohnes sehr wenig erinnern, weil ich immer im Stress und unter Druck war. Er ist mit einem Jahr halbtags in eine sehr gute behütete, liebvolle Krippe gekommen, ich war damals erleichtert, dass da noch mehr Menschen sind, die mit mir die Erziehung und Versorgung diese Kindes teilten, weil mein Mann zu dieser Zeit sehr stark depressiv war. Gleichzeitig geht es mir so, dass wenn meine Freundinnen jetzt ihre Kinder mit einem Jahr in eine Krippe tun, möchte ich „tut das nicht“ schreien, weil mir die Zeit mit meinem Sohn fehlt, ich kann mich an vieles nicht erinnern, denn ich war nicht da ….
    Diese Thema ist so ambivalent und so wahnsinnig schwierig.

    Irgendwann habe ich eines verstanden: ich bin nicht perfekt und ich muss keine perfekte Entscheidung treffen, ich darf eine unperfekte Entscheidung treffen, wenn die scheinbar perfekte Lösung für mich nicht (mehr) funktioniert.
    Ich darf mich ganz bewusst für eine unperfekte Lösung entscheiden.
    Dass sieht so aus: bis vor Kurzem habe ich 20 Stunden gearbeitet (das war meiner Meinung nach die perfekte „das- muss- doch- gehen- Lösung“), aber jetzt habe ich zwei Schulkinder, die sich beide nicht so leicht tun und Unterstützung von mir brauchen. Jetzt arbeite ich nur noch 15 Stunden, das sind drei Vormittag. Ich zahle viel zu wenig in die Rentenkasse und verdiene einen Hungerlohn, für die harte Arbeit, die ich mache, aber ich habe ein super Team, einen kurzen Arbeitsweg, kann mal mit einem kranken Kind zuhause bleiben und so viele Überstunden sammeln, dass ich einen großen Teil der Ferien frei nehmen kann. Es ist eine Lösung für „JETZT“ keine die mich zukünftig absichern wird …

    Ich glaube, dass ist genau der Punkt, wir wollen zu viele Prämissen erfüllen, und tun uns schwer zu sagen, das ist mir wichtig und ich verstehe, dass das auch wichtig sein kann, aber das ist für mich eben nicht an erster Stelle.
    Studieren mit Kindern hat nur funktioniert, wenn ich ganz klare Prioritäten gesetzt habe und mir bewusst gemacht: es muss nicht alles JETZT sein, ich darf auch warten, bis die Zeit kommt sich zu engangieren oder mehr selber zu machen oder was auch immer ….

    So viel zu mir zu diesem schwierigen Thema. Alle Beiträge waren so verschieden und so interessant.
    liebe Grüße
    Catherine

  18. Wir Frauen aus der Schweiz schauen etwas neidisch auf eure Mutter-Kind-Kuren. Sowas gibt es bei uns nicht! Toll, dass Deutschland ein solches Angebot hat, das würde uns auch gut tun.

    Dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kein Honigschlecken ist, bezweifelt wohl niemand. Aber die Kurbedürftigkeit nur auf das abzuschieben, finde ich zu einfach. Ich kenne zwei Frauen mit Burnout, die Vollzeitmütter sind. Wäre ich Vollzeitmutter, würde ich mit schönen Cupcakes, selber genähten Kleidern, gesundem Food, Vorzeigekindern stressen. Als Teilzeitmama stresse ich mich damit, dass ich mich sowohl im Beruf wie auch privat mit den je Vollzeitern vergleiche. Mein Stress kommt deutlich mehr von meinen Ansprüchen (im Beruf so gut sein wie Vollzeitarbeitende, fit, schön gekleidet, tolle Kinder, gut gelaunt, gute Ehefrau, gute Christin sein, selber putzen, schön einrichten, Brot selber backen usw. -> ich erfülle das nicht alles, aber die Ansprüche gibt es in mir als Idee meines Lebens) wie von der zeitlichen „Teilzeit“-Belastung und dem Teilzeit-Jobsharing mit meinem Mann. Ich glaube, wir Frauen stressen uns selber unglaublich stark mit unseren eigenen Ansprüchen! Ist es nicht der Job, sind es andere Dinge!

    Ich wünsche uns allen viel Gelassenheit, eine Eigenständigkeit die erlaubt, nein zu sagen zu eigenen und fremden Ansprüchen und tolle Männer, die mit uns diesen Weg gehen.

  19. Ja so ein Telefonat hatte ich auch, allerdings mit einer Dame von der Krankenkasse (nach unserer Bauphase). Letztlich hat sie mir zu verstehen gegeben, dass mein Fall nicht schlimm genug ist (Ich glaub, ich habe während des Gesprächs sogar geheult) – ich hab es dann gar nicht erst versucht.
    Im Nachhinein bereue ich es nicht, habe auch so (gut) “ überlebt“.

    Besser als solche Einmal- Interventionen wie Kuren fände ich dauerhafter Maßnahmen besser. Z.B. reduzierte Arbeitszeiten in der Familienphase für alle (nicht nur Mamas, auch Papas), ansprechendere familienbildende Angebote, so was.

  20. Beruflich wie privat begegnen mir inzwischen immer wieder die gleichen Beschreibungen: überfordert, erschöpft, einsam, besorgt, unzufrieden, verängstigt. Dieses Problem ist in allen Gruppen festzustellen- nicht nur bei euch Eltern, sondern auch bei Singles, bei Jung und Alt, Männern und Frauen, Berufstätigen und Arbeitslosen…
    Ich schätze, es ist der Zeitgeist unserer Welt. Haltungen, Werte und Ansprüche. In wie weit wir uns damit und mit uns persönlich auseinandersetzen (wollen), ob wir es genug tun oder damit völlig übertreiben. Wir suchen Lösungen in der Literatur, in Beratungen, Auf Kuren oder in Spiritualität.
    Ich selbst habe keine universelle Antwort gefunden, aber für mich einen Weg mit dem ich mal mehr, mal weniger zufrieden bin. Das ist dann eine Mischung aus Selbstmitgefühl, Feierabendbiere/ Kaffee mit Jesus, den Alltag aufzuräumen, mir selbst einen (entschuldigung) Arschtritt zu verpassen und das Leben und die Menschen in manchen Momenten nicht zu Ernst zu nehmen. Leben ist, wenn man trotzdem lacht 😉

  21. Sehr spannend, dein Beitrag, alle die verschiedenen Kommentare! Vielleicht noch ein ergänzender Gedanke, Grade auch zu dem „Zeitgeist“, was Rita so gut geschrieben hat: ich denke wir drehen uns heute auch mehr um unsere Bedürfnisse als die Generationen vor uns. Ohne das zu werten. Ist halt so. Meine Mutter wäre niemals zum Psychologen, trotz Kriegstrauma, Doppelbelastung, Pflege ihrer Mutter … Irgendwie denke ich, die Generationen vor uns waren in vielem zäher (keine Ahnung ob es stimmt). Zumindest haben sie mit einem harten Leben gerechnet. Ich rege mich schon auf wenn ich zu lange an der Kasse warten muss…
    Keine Ahnung ob und wie das zum Thema passt. Aber das fiel mir noch ein.lg!!! (Und eine Kur ist ne tolle Sache, wenn deine Kinder alt genug sind!)

  22. Guten Morgen
    seit einiger Zeit lese ich mit und nehme immer wieder wertvolle Gedanken mit. Der aktuelle Beitrag hat mich irritiert und beschäftigt.
    Wieso irritiert? Nun 2-3 Beiträge vorher lese ich von einem grandiosen Urlaub, davon würden viele sicher träumen und kurz darauf Kur-Bedarf?
    Als Schweizerin kenne ich das Kur-Angebot nicht und vielleicht stellt sich mir deshalb die Frage, ob es denn nicht in meiner Verantwortung liegt, dass ich mir die Ferien (und Freizeitgestaltung)so einteile und gestalte, dass ich da die Kraft für den Alltag wieder aufbaue?

    Dies einfach ein (frecher?) Gedanke am Rande.

    Spannend fand ich die Kommentare und Ansichten. Vielen Dank.
    Immer wieder wird erwähnt, dass egal wie wir uns Familie und Arbeit einteilen, das schlechte Gewissen scheint zu bleiben. Aber wieso? Wem gegenüber? Wer prägt unser Bild von „Richtig“? Drehen wir uns da nicht vielleicht auch in Gedanken zu viel um uns selber? Könnte es nicht auch sein, dass diese Bilder/ Vorstellungen und Erwartungen gar nicht immer so stark sind wie wir das meinen?
    Ich denke wir laufen manchmal Gefahr immer alles zu reflektieren und analysieren und setzen uns da vielleicht ab und zu selber zu viel Druck auf….
    …und vielleicht hilft es da auch mal den Blick von sich weg auf den Nächsten zu lenken. Nicht im Sinne von „noch einem Dienst“ aber könnte es nicht sein, dass 2-3 Stunden in „den Nächsten“ (Sturmfamilie, Seniorenhilfe, Flüchtlinge etc ) investiert zwar „Arbeit“ ist, aber würde mir helfen, „meine Situation“ wieder in einem anderen Licht zu sehen. „wenn wir alle unsere Probleme nebeneinander sehen, würden die Meisten wohl wieder ihren „Rucksack“ zurück nehmen“, diesen Satz las ich letzthin. ja, wenn ich mein Blick von mir abwende, meinen Ansprüchen von „perfektem Haushalt, Zeit- Familienmanagement etc“ und mal alles betrachtet rund um sich- geht es mir dann nicht „Gut“? Habe ich nicht so viel Grund dankbar zu sein?
    … und wer sagt, dass ich dieses „Lebenstempo“ mitmachen muss? Kinder am Spielen zu Hause, statt in X- Kurse chauffiert, eine Feldblume in einem Glas, statt „schöner-Wohnen-Deko-Ansprüche“ und ein gekaufter Kuchen statt eine Insta-würdige-Torte….dafür eine offene Tür wenn unerwartet jemand da steht oder Zeit einfach mal um sich zu Blicken und Danke zu sagen!
    …und vielleicht ist der Wechsel auf die Dankbarkeitsbrille und den Blick weg von sich schon sehr heilsam. Jedenfalls ist es das, was ich meinem Kind vorleben will!

  23. Ein schöner Beitrag zu einem Thema, dass und Mütter so umtreibt. Ich selbst habe drei Kinder (zwischen 7 und 12) und arbeite Teilzeit als Lehrerin, was manchmal wirklich sehr fordernd ist, denn auch wenn ich Kinder über alle Maßen mag, ist es manchmal doch recht anstrengend morgen zu „geben“ und gleich mittags auf die eigenen Kinder zu treffen. Mein Mann unterstütze mich so gut er kann, er ist aber sehr eingepannt, so dass sich mein Leben unter der Woche oft nicht von dem meiner alleinerziehenden Freundin unterscheidet.
    Nach fast fünf Jahren Berufstätigkeit mit KIndern kann ich ja schon ein bisschen zurückblicken und mir hilft:
    eine klare Mittagspause mit Zimmerzeit für die KInder
    ein Essensplan und jede Art von Liste , die meinen Kopf entlastet
    Offenheit gegenüber anderen Müttern (da hört man im Gegenzug, dass alle das gleich Thema umtreibt)
    „Nach unten schauen, nicht nach oben “ (hat meine Oma immer gesagt), wenn es ums Vergleichen geht.
    Samstags in den Gottesdienst und die Ruhe beten, statt sonntags hinzustressen
    Jeden Morgen 30 Minuten Yoga , danach kurz Tee und lesen (muss dafür um 5.30 raus, aber das ist es wert)
    Früh ins Bett
    Alle sechs Wochen ein Sonntag alleine zu Hause. Da schau ich dann Jane Austen :o)
    Auf Lehrer -Vorurteile nicht mehr hören (das ist ja noch Zusatzstress bei meinem Beruf) und stattdessen alle „Überstunden“ aufschreiben. Die rechne ich dann für mich alleine mit den Ferien gegen und schon geht das Ganze Null auf Null aus . Der Neid hört auch schnell auf, wenn jemand klar wird, dass ich JEDEN meiner freien Tage mit drei Kindern verbringe :o)))
    Akzeptieren, dass immer alles unfertig ist – mal ist das Haus okay, dann sind die Aufsätze nicht fertig, dann ist der Unterricht großartig und die Wäsche stapelt sich – das ist meine größte Herausforderung

    Eine Kur habe ich noch nicht beantragt (bekomme ich aber als Privatversicherte eh nicht), da ´viele meine Freundinnen durch die vielen Eindrücke und den Lärmpegel in den Essensräumen noch gestresster zurückkamen. Das hat mich bisher eher abgeschreckt…

  24. Mir fehlt im Beitrag ungeachtet der Tatsache, dass viele Frauen gerne ihrem außerhäulichen Job nachgehen und darin auch Erfüllung finden, der Aspekt der fehlenden Wahlfreiheit in vielen Familien. Selbst ohne einen gehobenen Lebensstandard, nicht im „hübschen Neubau-Haus“ und mit nur einem Urlaub pro Jahr wenn überhaupt, ist es den meisten Familien heutzutage schlichtweg nicht möglich, mit nur einem Gehalt auszukommen.
    Kreativ und selbstständig von zu Hause aus tätig zu sein, finde ich toll, liegt aber auch längst nicht für jede Frau im Bereich des Möglichen. Über das notwendige Maß der (Teilzeit-)arbeit in der heißen Familienphase lässt sich streiten. Doch den Gedanken möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass den meisten Frauen keine andere Möglichkeit bleibt, als die „Pille der Vereinbarung von Beruf, Kindern und Haushalt“ zu schlucken und bestmöglich zu verdauen, es sei denn, der Mann verdient überdurchschnittilch gut.

  25. Viele Interessante Kommentare.

    Uns geht es sehr ähnlich wie Dir, liebe Veronika. Wir hatten auch auf Sommer am Meer mit 3 Wochen Kur gehofft. Antrag und alles war bereits Anfang März weg und ebenfalls recht schnell genehmigt… aber Platz gibt es erst wieder ab frühestens Oktober und da kommt bei uns Nachwuchs und somit muss die Kur erst mal auf die lange Bank geschoben werden.

    Wegen Kind mit Down Syndrom ist die Auswahl der Kurkliniken zusätzlich eingeschränkt. Mein Mann hat viele Telefonate deswegen geführt und man muss erst Einrichtungen finden, die für diese Kinder offen sind. Naja, der Betreuungsaufwand ist eben in den meisten Fälle deutlich erhöht, was ich hier im Alltag konstant selbst erlebe.

    Das Gute an der Sache: wenn Du die Genehmingung hast, dann ist die auch bis zu 1 Jahr gültig – so hieß es zumindest bei unserer Kasse.
    Wir planen nun also hinsichtlich Pfingsten im kommenden Jahr, da es wegen der größeren Kinder wichtig ist, dass der Hauptteil der Zeit in irgendwelche Ferien fällt.
    Besser später als gar nicht!
    Kannst Dich ja anschließen 🙂

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