Mutig handeln?

Seit wir uns dieses charmante 50er-Jahre-Haus angesehen haben, geht es uns nicht mehr aus dem Kopf.IMG_9270

Ich habe es bereits renoviert und eingerichtet, in Gedanken. Jetzt bin ich gerade bei den Vorhängen und Tapeten. Die Sessel bleiben. Die Lampen auch. Aber ich bin wie immer schon 1000 Schritte voraus. Wir wissen noch gar nichts. Die Bank weiß auch noch gar nichts. Und ob der Verkäufer uns das Haus geben möchte, steht ebenfalls in den Sternen. Vielleicht wird er uns einfach nur auslachen, wenn wir ihm unsere Preisvorstellungen nennen.

Nachts plagen mich panikartige Gedanken. Wollen wir wirklich Hausbesitzer werden? Uns so stark finanziell und örtlich binden? Sollten wir nicht doch lieber alles in ein Hausboot oder Wohnmobil investieren und um die Welt gondeln? Wollten wir nicht eine Kommune gründen? Schaffen wir die Renovierungsarbeiten (und das wird jede Menge sein)? Haben wir Freunde, die uns helfen können?

Ich hasse es, eine so weichenstellende Entscheidung treffen zu müssen. Was, wenn wir es kaufen und dann sehe ich zwei Monate später auf Immo-Scout meine absolute Traumimmobilie? Aber so ist es doch immer im Leben. Irgendwann müssen wir uns festlegen. Auf einen Job. Einen Partner. Einen Lebensentwurf. Und wenn wir es doch nicht tun, dann tut es das Leben automatisch für uns. Sich nicht festlegen, ist ja auch eine Entscheidung. Lieber gestalte ich mein Leben aktiv und mache dabei Fehler, als mich gelähmt dahin treiben zu lassen aus Angst vor Fehlern oder falschen Entscheidungen. Mutig beten, mutig dem Bauchgefühl trauen, mutig handeln. Was morgen oder in zehn Jahren sein wird, habe ich eh nicht in der Hand.

Also, hinein ins Leben. Und vielleicht in dieses Haus. In einigen Tagen wissen wir mehr…..

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Garagen-Hinteransicht. Garten. Angrenzender Schlosspark.
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Die Wandschränke! Das Küchenbüffet!
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Das Parkett!
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Die viele Arbeit!!!!

15 Kommentare zu „Mutig handeln?

  1. Liebe Veronika!
    Ja, das ist ein mutiger Schritt! Wir haben vor 7 Jahren auch so ein altes Schätzchen gekauft und es ist damit viel Arbeit auf uns zugekommen.Nun bin ich, sind wir, auch schon ein paar Takte älter als du/ihr, von wegen Power….!
    Mein Leitspruch in diesen anstrengenden Zeiten war mir in Form einer Karte zugefallen: Sei stark und entschlossen! Lass dich durch nichts entmutigen und fürchte dich nicht! 1.Chronik 22, 13
    Daran habe ich mich immer mal wieder festgehalten.
    Wir sind ziemlich chaotisch eingezogen, haben immer noch kleine „Jahresprojekte“, aber es hat sich gelohnt. So gerne, wie in diesem Haus habe ich noch nirgendwo anders gewohnt. Es ist „mein“ Haus:-)!!
    Ich wünsch‘ dir alles Gute, besonders emotionale Bewahrung, so dass du ein JA in dir hast, wenn alle andern ( Bank,…) dir ein JA geben. Das möge Gott in dir wirken!
    Ganz liebe Grüße,
    Petra

  2. Wir standen 2011 vor dieser Entscheidung und haben es getan. Es war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Eine unglaublich anstrengende Zeit, die Renovierung, die bei uns eher einer Kernsanierung gleich kam. Aber es hat sich gelohnt, wir sind glücklich in unserem kunterbunten Reihenhaus. Wir fühlen uns total angekommen . Es ist unser Zuhause. Das hindert mich aber nicht daran, ab und zu von einem alten Bauernhof tagzuträumen. Ich glaube, bei unruhigen Geistern gehört das dazu. Solange das Aufwachen im eigenen Leben sich danach noch gut anfühlt, ist das ja auch schön. Und wer weiß schon, was im Leben noch kommt.

  3. oh, das sind wirklich wunderschön aus!!! Sehe es schon vor mir, wie du das Schatzkästchen einrichtest… Ich bete dafür, dass ihr die richtige Entscheidung treffen könnt. Und – wie es C.S. Lewis sagte: „wir sind hier nur auf Durchreise“. Auch ein Haus ist immer nur vorübergehend. VIelleicht hilft der Gedanke, damit die Entscheidung nicht so eine totale Schwere hat. (und- auch wenn ich im renovieren eine totale Niete bin: ich kann Vesper bringen und irgendwo mit anpacken:-)). Liebste Grüße!!!!

  4. Wir bauen auch gerade. Und ich habe immer wieder Momente wo ich wirklich nur auf die Knie sinken und beten kann, dass Gott alles gut macht. Es ist wirklich ein Riesenprojekt. Aber wenn man es nicht macht: Würde man es nicht bereuen, es nicht gemacht zu haben?

  5. Liebe Verkonika,
    mein Senf kommt jetzt auch noch dazu.
    Von Deinen Fotos aus würde ich sagen, dass das Häuschen echt Potential hat und Du bestimmt in der Lage bist, etwas wirklich Schönes daraus zu machen.
    Bei Entscheidungen hilft es mir immer, nach klaren Fakten mit dem Bauchgefühl zu entscheiden.
    Was ich damit meine… Ist für die Renovierungsarbeiten genügend Zeit, Geld, Energie, Enthusiamus da? (Mit meinem Mann hätte ich so ein Projekt nicht stemmen können, der Mann meiner Freundin ist unglücklich, wenn er nichts am Haus zu puzzeln hat.)
    Wie sind die Nachbarn, wie ist die Infrastruktur usw.
    Und wenn ich das alles weiß (und mein Mann nicht: „Geht gar nicht!“ schreit) dann setze ich mich hin und träume und höre auf meine Bauchgefühl (Freude und Kribbeln…).
    Das heißt, wir wohnen jetzt in einem Reihenmittelhaus (aber nicht sooo schmal), welches keinen Renovierungsstau hatte, mit netten Nachbarn in einem netten ruhigen Sträßchen und prima Infrastruktur in der Nähe, aber nicht in einem romantischen, verwinkelten Altbau, von dem ich manchmal immer noch träume. Wir fühlen uns aber wohl und geborgen dort.
    Ach ja, noch eine kleine Anekdote zu: Manchmal bekommt man nicht was man sich wünscht, aber eingentlich ist das, was man bekommt noch besser.
    Ich hatte mir gewünscht in einem bestimmten Stadtteil zu wohnen, der mir gut gefällt und neben dran ist eine hübsche Auenlandschaft. Das konnten wir uns aber nicht leisten. Jetzt wohnen wir einen Vorort weiter und ich „muss“ jeden Morgen durch diese Auenlandschaft zu Arbeit fahren.
    Ich wünsche Dir die richtige (kribbelnde) Entscheidung und ganz viel Freude dabei
    Rosalina

  6. Wir haben auch ein Haus aus den 50igern gekauft und stehen jetzt auch vor dem renovieren. Das wird Arbeit. Aber ist ein Haus nicht immer eine Lebensaufgabe??
    Zum Preis: Nennt ihn einfach den Verkäufern! Hab den Mut. Das haben wir auch gemacht und wurden sogar um einiges überboten. Aber aus Sympathie (und Gottes Segen) haben WIR es bekommen. Ich bin gespannt, denn wenn es klappt, dann freue ich mich schon riesig über die Berichte (und ein kleiner Austausch über Renovierungsarbeiten :-)).
    Liebe Grüße aus dem Raum Ludwigsburg

    1. Das ist echt eine Lebensaufgabe, aber soll halt nicht lebensbestimmend werden. Das ist ein schmaler Grat, vor dem ich recht Respekt habe. Falls es konkret wird, dann werde ich hier auf jeden Fall unsere Erfahrungen mitteilen! Bin dankbar für jeden Tipp 🙂

  7. Ich wäre dem Haus schon beim Anblick der gelben Lampe verfallen ;o) Wir haben vor drei Jahren gebaut und ich fand’s stressig aber auch toll und ich finde, wir sind da richtig dran gewachsen. Ich bin sehr gerne Häuslebesitzer und dabei bin ich nicht mal ein „echter“ Schwabe, sondern nur „neigeschmeckt“. Das Bauchgefühl ist meistens das beste – das sage ich mir jetzt auch die ganze Zeit, jetzt wo ich mein größtes Kind , trotz eindeutiger Gymnasialempfehlung ganz mutig auf die frisch gegründete Gemeinschaftsschule schicke (okay, da ich Lehrerin bin, hatte ich auch ein bisschen Vorerfahrung, zusätzlich zum Bauchgefühl…).
    Ich drücke euch feste die Daumen und wenn ihr die Zusage kriegt, ist es auch ganz sicher das richtige Haus!

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