Ehe

Ehe-Abende sind schon irgendwie wichtig

Gestern Abend haben Armin und ich lange geredet. Das ist ungewöhnlich. Zumindest für uns. Normalerweise verkriecht sich jeder von uns abends hinter seinem Laptop. Oder er werkelt in seiner Werkstatt und ich schaue Gilmore Girls / stricke die 30. Mütze / brüte über Blogbeiträgen und der neuesten Mode (Wir stecken unsere Shirts wieder in die Hose? Wirklich? Haben wir nichts aus den Fashion-Desastern der 80er gelernt?).

Also, wir haben geredet. Über unsere Arbeit. Und dann auch darüber, wie sehr man sich gegenseitig als selbstverständlich ansieht und den anderen über diese trügerische Tatsache vernachlässigt. Wenn man nicht aufpasst, sagt man demnächst zum Ehepartner: „Hey, du WG-Genosse!“ Ich rege mich über liegen gelassene Socken auf. Er ermahnt mich, das Katzenklo sauber zu machen. Ich rufe ihn an. Nicht, um ihm heiße Liebesschwüre ins Telefon zu hauchen, sondern solche oder ähnliche Worte: „Schaaaaatz, ich stör doch nicht, oder? Kannst du heute noch Katzenfutter und Tampons mitbringen? Ok, ich hab’s eilig. Der Milchreis brennt an.Tschüss.“ Wenn ich besonders gut drauf bin, hänge ich noch ein schnelles ichliebedich hinten dran.

Wir haben noch ein bisschen weitergeredet. Darüber, dass wir beide unfertige, kantige Menschen sind, die aneinander schuldig werden. Wie sehr wir die Vergebung des anderen brauchen und uns nicht in dem Unrecht suhlen wollen, das uns der Partner manchmal antut.

Und dann beschlossen wir, dass wir wieder regelmäßige Eheabende brauchen. Haha, meinte Armin. Das haben wir schon so oft versucht und jedes Mal haben wir es schleifen lassen.

Haha, sagte ich ein wenig rechthaberisch, das ist kein Grund es nicht wieder zu versuchen. Wenn ich zum Beispiel mit meiner Ernährungsumstellung scheitere und wieder scheitere, dann gebe ich auch nicht auf, weil ich nicht irgendwann die 150-Kilo-Frau sein möchte. Wenn wir nicht zu WG-Genossen mutieren wollen, dann müssen wir uns wieder einen Abend in der Woche nur für uns nehmen. Hinfallen dürfen wir. Vielleicht dürfen wir auch noch ein paar Minuten liegen bleiben und uns in unserem Versagen suhlen. Aber dann stehen wir wieder auf. Punkt. 

Eheabende sind eigentlich ganz wunderbar. Ich weiß gar nicht, warum wir uns so zieren. Es sei denn, ich will Scrabble spielen. Dann verdreht Armin die Augen, schenkt sich ein Glas Rotwein ein und gewinnt am Ende auch noch. Mein lieber schlauer Mann, mit dem man kein Brettspiel spielen kann.

Dieses Wochenende gehen wir Cous-Cous essen und Casablanca ansehen (ich habe noch nie Casablanca gesehen – Asche über mein cineastisches Haupt!). Und das Wochenende drauf steht Amsterdam nur für uns zwei auf dem Plan. Das klingt doch nach einer ziemlich gloriösen Auferstehung unserer Ehe-Abende, oder?

9 Gedanken zu „Ehe-Abende sind schon irgendwie wichtig“

  1. Ich nenne es ja tatsächlich immernoch Date ☺. Es klingt irgendwie aufregender als Eheabend. Unser letztes Date liegt über ein Jahr zurück, fürchte ich. Sowie Kind 3 abgestillt ist, muss sich das ändern. Liebe Grüße und viel Spaß mit Casablanca – das könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden 😅

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  2. Liebe Veronika, das ist doch ein Supervorsatz – und einer, den wir auch gerade neu gefasst haben! Ich musste echt schmunzeln, als ich den „Telefon-Mitschnitt“ las – ich glaub, so höre ich mich auch meistens an… So, aber jetzt muss ich den PC ausschalten, mein Mitbewohner alias Ehemann braucht meine volle Aufmerksamkeit!
    Danke dir für deinen wunderbaren Blog!!!

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  3. Wir haben auch gerade festgestellt, dass Eheabende wichtig sind. Die Kinder sind aus dem Haus, im 35. Ehejahr kennt man vieles vom Partner (denkt man zumindest) und die Routine stellt sich ein. Aber im Leben gibt es keinen Stillstand – entweder man geht vorwärts oder fällt zurück. Darum haben wir den Eheabend jetzt wieder in die Wochenplanung aufgenommen.

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  4. Bleibt dran! Die Ehe ist etwas sehr wertvolles und der Feind versucht alles, um sie zu zerstören! Es gibt nichts mächtigeres als ein Ehepaar das gemeinsam den Weg geht.

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  5. Das ist super! Wir fangen damit auch gerade wieder an. Wir haben den Tipp bekommen Gast und Gastgeber zu „spielen“. Das heißt der eine lädt zu etwas ein und der andere (Gast) darf nicht meckern, z.B. über das Essen, dass der Gastgeber gekocht hat. Diese Zeit ist so wichtig, vorallem wenn man 2 kleine Kinder hat und man so gar keine Zeit für sich hat.
    Ich wünsche euch viel Spaß bei euren Abenden!

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  6. Guten Abend Veronika,
    macht das.Eheabende oder Wochenenden sind wichtig.Wir haben gerade ein wundershönes Wochenende in Münster unserer alten Heimat verbracht.da ging es dann los,weißt du noch,da haben wir das gemacht.Dies ist nicht mehr.Wir haben viel gelacht und hatten Spaß.Mein Mann sagt:“,jetzt sind wir wirklich alt,sitzen da und sagen weißt du noch.Bei unseren Eltern haben wir geschmunzelt.“Aber gerade solche Erebnisse verbinden und tun der Beziehung gut,auch nach 26 Jahren.Also viel Spaß euch 2 mit Casablanca,genau das richtige für einen romantischen Abend zu zweit.Und dran bleiben:)
    Liebe Grüße Pippi

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  7. Danke Veronika und allen anderen Kommentarschreibern! Diese Impulse hab ich, ähm haben wir, gerade gebraucht. Ja, es lohnt sich in die Ehe zu investieren!
    Liebe Grüße und tolle Dates euch allen,

    Judith

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  8. Liebe Veronika, Eheabende planen wir schon eine Weile in unseren Alltag ein … und dann mal wieder ein paar Wochen nicht … und dann wieder regelmäßig. So ist es halt, wir müssen immer wieder dran bleiben. Bei uns hat sich bewährt, dass wir einen Abend in der Woche nach dem Abendessen uns abwechselnd was ausdenken – mal ein Spieleabend, mal ist ein Gespräch nötig, mal ein Film, mal wird gekocht oder auch nur zusammen Musik gehört. Tut einfach gut, klappt aber nicht immer. Trotzdem versuchen wir es immer wieder. Als neuestes haben wir einen Tanzkurs angefangen und das ist jetzt mal richtig schön – zwischen all den jungen Studenten und zukünftigen Schwiegereltern zu schöner Musik in einem schönen Tanzsaal einmal pro Woche den Blues, Foxtrott oder Cha-Cha-Cha zu lernen – unsere Mädels sind aber auch inzwischen alt genug, allein ins Bett zu gehen. Und – ohne Quatsch – nach dem Tanzabend kann mich zwei Tage lang nix mehr aus der Ruhe bringen … einfach weils so schöööön war!

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