Aufatmen im Advent

Aufatmen im Advent – Einen langsamen Schritt nach dem anderen

Mein Blogeintrag am Freitag fiel flach. Zuviel zu tun! Von wegen Aufatmen. Tief durchatmen vor dem großen Wochenende! Wie jedes Jahr fand ein Adventsmarkt auf dem Hof meiner Eltern statt. Und ich konnte es nicht lassen, Pralinen zu verkaufen. Die Idee wurde vor einigen Jahren geboren und seitdem hält meine Pralinen-Manufaktur nichts auf (bis auf Josefines Geburt vor drei Jahren just an diesem Termin…).

Aber wenn nach all dem Trubel mein Stand in der Werkstatt meines Vaters eingerichtet ist, dann atme ich durch. Dann habe ich Zeit zum Beobachten, Reden, Genießen. Ich sehe den Hof meiner Eltern, eingehüllt in winterliche Nebelschwaden und in den Rauch von Feuerpfannen. Ich höre die aufgeregten Stimmen der Kinder, wenn der Nikolaus erscheint und seine Gaben verteilt. Ich rieche Holzfeuer und Glühwein und Kälte. In diesen Momenten zieht jedes Jahr in mir Weihnachtsstimmung ein.

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 Ich weiß, unsere Wochen vor Weihnachten sind voll. Und unsere Erwartungen sind hoch. Die Erwartungen anderer an uns sind hoch. Da wächst eine Menge Druck in mir. Wenn ich ständig dagegenhalte, dann kommt es zu schlagartigen Explosionen und Zusammenbrüchen. Ich möchte nicht nur irgendwie funktionieren und irgendwie alles schaffen und irgendwie dabei auch noch ständig in euphorischer Weihnachtsstimmung schweben. Ich will ganz hier sein. In diesem Moment. Einen Schritt langsam nach dem anderen gehen. Stehen bleiben. Tief durchatmen. Achtsam sein für all die Kleinigkeiten und großen Gesten und dem Verlangen nach Ruhe. Ich übe das gerade ein. Letzte Woche hat das prima funktioniert, obwohl ich echt alle Hände übervoll zu tun hatte. Eines nach dem anderen. Ruhepausen einlegen. Bewusst Zeit mit den Kindern verbringen. Und siehe da, ich habe alles gut geschafft und dabei eine richtig gute Zeit mit meinen Liebsten gehabt.

Heute hingegen: totale Weihnachtsdeko-Plätzchenback-Panik. Ich hatte keinen Adventskranz und null Plätzchen und null Weihnachtsdeko. Ich kam ins Wirbeln. Und wirbelte mit Tannengrün, Engeln, Teig, Kerzen und Strohsternen durchs Haus. Dann hatte ich auch noch das Pech, dass die Sonne durchs Fenster schien. Ach herrje, Staub auf dem Boden. Ich konnte nicht anders, mich zog es magisch in Richtung Staubsauger. Also fing ich parallel zum Dekorieren und Backen mit dem Putzen an. Mittags, als ich wie ein geprügelter Nikolaus über meinem Omelett saß, wurde mir wieder bewusst, dass ich nicht zur Hektik und zum Multitasken geschaffen bin.

Ich bin geschaffen zum Leben, zum Dienen, zum Lieben, zur Freude. Und dieses Leben kann ich nur so leben: langsam, achtsam, einen Schritt nach dem anderen.

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