So geht es mir zwei Jahre nach der Trennung / plus: Granny-Lifestyle

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Gestern Abend saß ich mit dem Strickzeug auf dem Sofa. Mein Kopf war nach einem langen Tag nur noch zum stumpfen Zählen in der Lage: Vier Maschen beige, eine Masche grau, vier Maschen beige, eine Masche grau….

Neben mir saß die große Tochter, sah sich die Rede von Trump auf dem Weltwirtschaftsgipfel an und lachte verzweifelt über seine dreisten Lügen. Ich warf mit dem Kissen nach ihr: „Schau doch lieber was Erbauliches. Die neue Staffel Queer Eye ist auf Netflix.“ Sie reagierte mit einem übertriebenen Side Eye. 

Die andere Tochter werkelte mit einer Freundin in der Küche an einer vielschichtigen Geburtstagstorte als Überraschung für eine andere Freundin. Irgendeine Musicalmelodie dudelte im Hintergrund. Jede Kalorie dieses bombastischen Kunstwerks aus Schokolade, Raffaelo und Himbeeren: Ausdruck von Liebe. Jede Schokospur an weißen Küchenschränken: Ein To Do für die Mutter.

Im Ofen brannte ein Feuer. Die Kälte drängte an die Fenster, wollte hinein.

Diese häusliche Szene war echt. Genauso echt wie meine Gefühlsexplosion ein paar Stunden zuvor. Ein paar dreckige Müslischüsseln auf der Spülmaschine, eine achtlos hingeworfene Jacke, Wasserflaschen im Wohnzimmer, vergessene Pflichten waren die Tropfen, die mein emotionales Fass zum Überlaufen brauchten.

Ich wurde deutlich (und laut): Wir sind hier ein Team. Ich erwarte, dass sich jeder an Absprachen hält. Ich kann nicht die ganze Last allein tragen. (Diesen letzten Satz verkniff ich mir, ich dachte ihn nur).

Ich kann nicht die ganze Last allein tragen. 

Auf diesem schmalen Grat bewege ich mich seit zwei Jahren. 

Unsere Trennung ist tatsächlich schon zwei Jahre her! Und siehe da: Ich habe es bis hierher besser geschafft als gedacht. 

Wenn ich genauer darüber nachdenke, dann erkenne ich: Schon in der Ehe trug ich eine große Last allein. Und vielleicht habe ich es an der einen oder anderen Stelle bereits anklingen lassen: Nach der Trennung wurde die Last nicht größer, sondern tatsächlich kleiner, obwohl ich plötzlich mit vielem allein war. Ein Phänomen, das viele Frauen nach der Trennung erleben.

Wenn das „Mitmanagen“ für einen Partner wegfällt.

Wenn man nicht mehr um „Mithilfe“ bitten und die häufig daraus resultierenden Enttäuschungen verarbeiten muss.

Wenn man nicht mehr der nörgelnde Partner ist und sich heimlich fragen muss, was mit einem selbst nicht stimmt.

Stehe ich jetzt partnerlos mit einem P…

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