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Wie sehr ich diese eine Woche Herbsturlaub als Reset gebraucht habe!
Ich muss nicht wegfliegen oder ein Wellness-Hotel besuchen, um mich zu erholen. Alles, was ich brauche sind ein paar Tage, an denen ich nicht von Pflichten unterbrochen werde. Wenn ich am Morgen durch die Wälder streifen kann ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was als nächstes auf meiner To-Do-Liste steht. Das ist für mich mehr Luxus eine Woche Pauschalurlaub Türkei. Obwohl ich auch diesen nicht verschmähen würde.

So habe ich meine Schwester besucht, ein paar Tage bei meiner Mutter verbracht. Im Wald habe ich die letzten Steinpilze gefunden und eine so massive Krause Glucke, dass mein Korb allein damit schon gut gefüllt war (Ich befinde mich noch immer in meiner ungehemmten Pilz-Ära). Ich habe an einem kreativen Projekt gearbeitet und einige Bücher gelesen (mehr dazu unten).







Der Mond stand tief in den letzten Nächten, der erste Frost kam und hat die empfindlichen Pflanzen dahingerafft. Noch leuchtet der Herbst – ein letztes Aufbäumen – aber die dunkle Kahlheit kriecht unaufhaltsam in Gärten und Wälder.

Aber ich will heute nicht mit euch über den November – den ich ja bekanntlich sehr liebe – plaudern. Vielleicht hole ich das in den nächsten Wochen nach.
Ich denke viel über „Grenzen“ nach.
Ausgelöst durch dieses Ereignis:
Vor einigen Wochen befand ich mich in einer verzwickten Lage. Das passiert mir als Single-Mutter des Öfteren. Es ist ein Leben ohne Netz und doppelten Boden. Das Netz muss ich mir selbst halten. Oder jemand anderen bitten, es für mich aufzuspannen.
Ich bin leider nicht besonders gut darin, um Hilfe zu bitten. Wenn es dafür Noten gäbe, bekäme ich eine 6-.
Lieber gehe ich zur Wurzelbehandlung, als andere Menschen um Hilfe zu bitten. Das hat vielerlei Gründe. Einer davon: Ich will niemandem zur Last fallen. Ein anderer: Ich will nicht abgewiesen werden. Da ist noch viel Ungeheiltes in mir, Enttäuschungen, Ablehnungen. Ach, all das Menschliche, das wir doch alle mit uns herumtragen. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Denken und Handeln von hyperindividualistischer Kultur durchtränkt ist. Unser Massenwohlstand hat uns aus Überlebensgemeinschaften herausgelöst. Wir sind weniger aufeinander angewiesen. Bringt das unter dem Strich mehr Segen oder Fluch?
Aber zurück zu meiner verzwickten Lage. Mir blieb nichts anderes übrig, als jemanden zähneknirschend um Hilfe zu bitten. Das Gegenüber war wenig erfreut, ließ mich das spüren. Ich kam mir vor wie eine lästige Bittstellerin, fast kamen mir die Tränen. Was ich heraushörte: „Du bist eine Belastung.“ Was hinter dieser harschen Aussage stand: „Ich habe schon einen Plan für diesen Tag, du durchkreuzt ihn, ich würde gerne eine Grenze ziehen, kann aber nicht, deshalb greife ich an.“
In den letzten zehn Jahren sind viele von uns besser im Grenzenziehen geworden, das Thema hat an großer Präsenz gewonnen. Das war überfällig! Vor allem für diejenigen unter uns, die aus einem christlichen Umfeld stammen, wo Aufopferung erwartet wird. Meine Initialzündung war das Buch .“Boundaries„, welches ich vor vielen Jahren las: Aha! Ich darf meine eigene Fürsp…
