Fun

Jugendsünden Part I

Ich konnte an diesem Buchtitel im Laden nicht vorbeigehen!:

„Wir waren jung und brauchten das Gel“ – Das Lexikon der Jugendsünden

Dieses Buch lud mich ein, mich einige vergnügliche Stunden in meinen schlimmsten Jugendsünden zu wälzen und die späten 80er und 90er Jahre Revue passieren zu lassen. Von leichter Melancholie umwölkt, erinnerte ich mich seufzend an meine erste Levi’s 501 (DAS Must-have der 90er), die Cliff-Werbung und an Riesenhandys.

Inspiriert davon, werde ich nun einen mutigen Schritt gehen und meine größten Jugendsünden offenbaren. Es wird mir unendlich peinlich sein, aber nur wenn ich heute darüber lachen kann, bin ich mit der peinlichen Vergangenheit versöhnt.

A – Arschgeweih
GOTT. SEI. DANK. Dieser Trend ging haarscharf an mir vorüber! Ich hatte zwar schon eine Zeichnung für ein oberhässliches Tattoo entworfen, es aber nie in die Tat umgesetzt. Dafür mussten Schulter und Unterbauch als Tätowierunterlage herhalten. Seufz.

B – Brieffreundschaften
In der Zeit vor Internet, Handy, Facebook, dienten Brieffreundschaften als langweilige und nichtssagende Vorstufe des Social Networking. Aufgrund von Annoncen in diversen Pferdezeitschriften (Wendy, Conny) entstand so manche Brieffreundschaft, deren Briefwechsel im Allgemeinen so aussah:

„Hallo Vroni, wie geht es dir? Mir geht es gut. In Mathe haben wir heute eine Ex geschrieben. Am letzten Wochenende war ich auf dem Warendorfer Reitturnier. Ich habe eine braune Plakette in der E-Dressur gewonnen. Anschließend durfte ich feiern gehen und bis halb zehn in der Pizzeria sein. Das war echt toll. Ich freu mich, wenn ich bald Post von dir kriege. Tschüß, Deine Zenzi.“

C – Clearasil
Scheißpickel gingen davon auch nicht weg.

D – Derbes Schuhwerk
Oh ja, auch ich besaß sie. Die unsagbaren Buffalos, die sich bis heute – unverständlicherweise – eine Fangemeinde erhalten haben. Was habe ich sie geliebt! Ich hatte sie in den Variationen weiß (hinten offen), im Tigerlook und mit zehn Zentimeter dicken Sohlen und in schwarz.

 

E – Eastpak
Meinen ersten (und einzigen) Eastpak-Rucksack hatte ich mir auf ebay ersteigert. Das waren meine ersten Gehversuche im Internet. Den Rucksack habe ich heute noch. Vielleicht finden ihn irgendwann meine Töchter voll retro und wollen ihn erben.

F – Flaschendrehen
Hab plötzlich eine akute Gedächtnisschwäche

G – Girlie
Wollte ich offiziell nie sein, kaufte mir aber dann doch heimlich die Spice-Girls- und Tic-Tac-Toe-CD. Und ich fand Heike Makatsch toll.

H – Hardrock Cafe
Auch ich war stolze Besitzerin diverser Hardrock-Cafe-T-Shirts. Ohne zum Teil einen Fuß in die jeweilige Stadt gesetzt zu haben. Meine lauteten: Hardrock Cafe Jerusalem, Hardrock Cafe Tel Aviv und Hardrock Cafe Patpong. Letzteres ist zum Schreien, denn ich trug es mit größtem Stolz und erst viele Jahre später erfuhr ich, dass es sich bei der mysteriösen“Stadt“ Patpong um Bangkoks Rotlichtviertel handelt! Ein absolutes Must für mich: an allen T-Shirts den Kragen rausschneiden (diesen Modefimmel hatte ich von den Israelis übernommen. Dort überlebte kein T-Shirt die Schere.).

I – Israel
Dort verbrachte ich das gefühlte halbe Jahrzehnt zwischen 1991 und 2000. In Israel kaufte ich mir dann auch meine erste Levi’s 501 (gefälscht und damit erschwinglich), brachte unzählige israelische Mixtapes in meinen Besitz, schaute Beverly Hills 90210 mit hebräischem Untertitel, tanzte in Discos zu Eurodance und MTV London mit Ray Cokes war mein täglich Brot.

Mit Levi's 501, Nasenpiercing und Girlie-Shirt in Israel, 1996. Sorry für den Bitch-Blick.

J – Jeans zerstören
Waren alle meine T-Shirts zerstört, kamen die Jeans dran. Je zerlöcherter, desto besser. Mit Graus erinnere ich mich an die Kämpfe mit meiner Mutter. „So gehst du heute nicht mit in die Kirche. Zieh dir eine anständige Hose an!“ „Mann Mutti, das trägt man heute so! Wenn es die Leute in der Kirche stört, sind sie selbst schuld.“ „Nein, entweder du ziehst dich anständig an oder du kannst zu Hause bleiben.“ „Dann bleib ich eben zu Hause.“ Und somit hatte ich ich ein weiteres Mal um den lästigen Kirchgang gedrückt.

K – Kuschelrock
Ich kann mit Stolz und Recht behaupten, dass ich nie auch nur eine Kuschelrock-CD besaß. Bis ich heiratete und Armin seinen großen Fundus mit in die Ehe brachte. Trotzdem fand ich ja heimlich Lieder wie „Especially for you“ (Kylie Minogue, Jason Donovan) oder „To be with you“ (Mr. Big) ganz cool.

L – Liste wird in Kürze erweitert

Und was waren Eure Jugendsünden?

2 Gedanken zu „Jugendsünden Part I“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s