Einfache Adventszeit, Familie, Freundschaften, Gedanken, Weihnachten, What would Grandma do

Was wir 2022 unbedingt tun sollten

 

IMG_6091Gefühlt schreibt jeder Anfang Januar über Vorsätze. Tja. Ihr wisst ja, was ich von guten Vorsätzen halte. Ich schaffe es fünf Minuten, den Bauch einzuziehen. Spätestens Mitte Januar lasse ich ihn wieder hängen. In der Form, wie Gott  Schokolade  Wechseljahre ihn formten. Ich halte gar nichts von New Year, New Me! Ich bin ein Fan von New Year, Old me. 

In allen Lebenslagen hilft mein Leitsatz: What would Grandma do? Grandma hält nichts von Detox, sondern kocht dir eine Hühnersuppe und nimmt dir das Handy aus der Hand, mit dem du symbiotisch verwachsen bist. „Kind, jetzt iss erstmal was und verbring Zeit mit mir.“ 

Hühnersuppe und Menschen. Nähren und Nähe. Früh ins Bett gehen. Gute Bücher lesen. Die Vernunft in allen Lebenslagen walten lassen. Mit dem auskommen, was man hat. Kuchen essen mit Menschen, die man liebt. Briefe schreiben. 

Apropos Briefe schreiben. Zum neuen Jahr kitzelt es mich in den Fingern, alten Besitz los zu werden. Kennt ihr das?

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Ich habe seit meiner Kindheit alle Briefe aufgehoben, die ich jemals erhalten habe. Drei große Boxen füll(t)en sie. Das war ein Vergnügen zwischen den Jahren, jeden Brief nochmal in die Hand zu nehmen, manche davon zu lesen, Vergessenes wieder aufleben zu lassen und dann auszusortieren. Zeitzeugnisse sind dabei. Der Briefwechsel in den 80er Jahren mit einer Brieffreundin aus der DDR, die ich dann mit 15 Jahren (!!) alleine mitten in den Umbruchswirren in ihrer „Platte“ besuchte. Der Austausch mit einer Freundin 1993 über Klimawandel, Solingen und Neonazis (hat sich wenig geändert seit damals). Die Briefe, die mir meine Eltern in alle Welt sandten. Und meine allerersten Emails, die ich mir Ende der 90er Jahre am klobigen Arbeitscomputer ausdruckte, weil ich sie wie wertvolle Briefe behandelte. 

Manche Absender sind mir heute noch liebe, teure Menschen. Da schließt sich der Kreis. Hier, dreißig Jahre später. Dankbar, dass sie geblieben sind. Menschen, mit denen ich mir keine Briefe mehr schreibe, aber für die ich anderweitig Platz mache in meinem Leben. 

Pflegen wir in der Schnelllebigkeit der modernen Kommunikation die altmodischen Wege: Laden wir an unseren Tisch ein, backen wir einen Kuchen, rufen wir an, interessieren wir uns für das Leben des anderen. Denken wir an Geburtstage, schreiben wir Postkarten aus dem Urlaub. Sind wir zur Stelle, wenn wir Trost und Hühnersuppe vorbeibringen können. Verabreden wir uns für einen Abend oder ein ganzes Wochenende. 

Räumen wir 2022 ein Eckchen in unserem Leben frei, das wir für die Menschen reservieren, die uns lieb und teuer sind. Verschieben wir es nicht auf später.

Grandma wäre stolz auf uns! 

 

(P.S.: Wenn du mehr von „Grandma“ lesen willst, dann empfehle ich dir meinen Insta-Account @whatwouldgrandmado)

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So fängt der Januar schön an. Wiedersehen mit einer Freundin, die 17 Jahre in der Versenkung verschwunden war. 

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Silvester mit meiner Freundin Sally…..

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….und mit meiner Familie.

Familie

Bestandsaufnahme

Das Wichtigste ist erledigt: 

Die Aktionen rund um Weihnachten sind geplant! Da wäre ein Kindergeburtstag. Eine Einladung. Verwandtschaftsbesuche. Und die leidige Frage: was machen wir Silvester? Der Pokal für die lahmste Silvesterfeier geht auch im Jahr 2021 an uns: Raclette, Dinner for One und um 11 Uhr ins Bett. Gähn. 

Ich ziehe den Hut vor euch Frauen, die ihr viele Stunden außer Haus arbeitet UND dann noch Weihnachten managt. Wie macht ihr das? Und warum managen hauptsächlich wir Frauen Weihnachten? Mein Kopf implodiert leise. 

Meine Listen, die hier überall herumflattern, sind meine Rettungsanker. Aber zwischendrin nehme ich mir Zeit für eine Liste, die ich nicht abarbeiten, sondern mit Dankbarkeit anschaue. 

 

Bekommen: Jeden Morgen ein kleine Gabe aus meinem Freundinnen-Adventskalender. Heute: Nordmanntannen zum Selbstziehen. Mein Mann: Wird das noch was bis Weihnachten?

 

Denken: Dass euch mein Auftritt beim ERF Talkwerk interessieren könnte? Ganz großartig in der Talkrunde waren auch der Autor Titus Müller und Esther Theumert, die ein Frauenhaus führt.

 

(Verrückt, dass ich den Beitrag gar nicht schauen möchte, weil ich mich da nicht ansehen mag. Das spricht für die ganze weirde Komplexität meines Menschseins)

Kochen: Nicht viel. Schell muss es gehen. Curry Ramen zum Beispiel. 

Trinken: Kaffee mit Hafermilch. Yep, die Kids und ich stellen um auf pflanzliche Milch. 

Lesen: The Bible tells me so. Das rote Adressbuch. Tanz unter Sternen. Und ganz herrlich-schnulzig-sommerlich: Im Garten deiner Sehnsucht

Machen: Linoldruck auf Weihnachtskarten. 

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Erinnern: Ich bin vor fast 13 Jahren Mutter geworden. Die nächsten Tage werde ich ganz fürchterliche Sentimentalitätsanfälle bekommen. 

Sehen: Ich habe mir heute ein Abbruchgebäude angesehen. Tja. Was man nicht alles in der Adventszeit macht. Seit Ewigkeiten suche ich nach alten Sandsteinen. Geduld zahlt sich immer aus: Ich bin fündig geworden! Ich muss nur die Anlieferung zahlen. Der Frühling und neue Gartenprojekte aka Gartenmauer können kommen. 

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Finden: Und beim Besichtigen des Abbruchhauses zog ich ein paar Schätzchen aus dem Dreck. 

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Hören: Meine Weihnachtsplaylist. Ein Gang durch die Jahrzehnte meiner diversen Musikgeschmäcker. Da ist mal alles dabei von Country, Hiphop, Soul, Klassik etc. 

https://open.spotify.com/embed/playlist/4JLhWWtw2ZRi3qMiCb0oUa

Wünschen: Einen Termin zu Boosterimpfung. Und richtig gute, feine Lino-Cutter. 

Genießen: Nachmittags, wenn es dunkel wird, Kerzen anzünden. Kaffee trinken. Nichts tun. 

Anerkennen: Die Leistung der Lehrer*innen an der Schule meiner Kinder. 

Essen: Ich würde hier zu gerne schreiben, dass ich mich dieser Tage nur von gesunden Salaten ernähre. Das ist ein Teil meiner Ernährung. Der andere Teil besteht aus Pfeffernüssen und Lebkuchen. 

Fertigstellen: Mein Endlos-Stickprojekt, das ich nun in ein Kissen verwandle. 

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Lieben: Das Zusammensein mit meiner fast 13-jährigen. Sie ist einfach cool. Sie geht mit mir in den evangelischen Gottesdienst. Freiwillig! Sie diskutiert mit mir über Rassismus und Vorurteile und hat bereits verstanden, dass diese Denkmuster durch unser System automatisch in die Köpfe rutscht. „Ich will so nicht denken, aber dann passiert es einfach. Ich glaube, man müsste in den Kindergärten Kinder aller Religionen und Hautfarben und mit Behinderung zusammenbringen.“ Bäm. 

Und ich liebeliebeliebe meine instafreie Zeit. Ich kann es nicht häufig genug wiederholen. Auch wenn ich euch damit auf die Nerven gehe. 

Kaufen: Irischen Whiskey. Ich will Baileys selber machen. Als Geschenk für meinen Mann. Pst, nicht verraten!

Anschauen: Bloß nichts Düsteres. Gilmore Girls. Landfrauenküche. Lebenslinien (Sehr empfehlenswert in der BR Mediathek). Familie Stone. Bo und der Weihnachtsstern. 

Und die YouTube-Videos meiner Tochter. Wie zum Beispiel diesen Vlog , in dem ich staunend erfahre, dass das Kind am Samstag freiwillig um halb sieben Uhr morgens aufsteht. Da schläft die Mutter noch, während der Spross Videos dreht. (Lasst ein Daumenhoch, ein Abo und/oder einen Kommentar da. Das Mädchen freut sich!). 

Hoffen: Dass nächstes Jahr wieder ein anderer Advent möglich sein wird. Einer, in dem wir viel mehr Freunde und Familie treffen werden!

Tragen: Auf jeden Fall nicht meinen neuen Beanie, den ich mir genäht habe (Anleitung hier). Den okkupiert meine Jüngste. Egal. Ich habe haufenweise Bündchenstoff bestellt und werde einen ganzen Stapel nähen. Super Lastminute-Geschenk! 

Bemerken: Die vielen kleinen Weihnachtsecken in den Zimmern meiner Töchter. 

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Glauben: Dass nichts mich von der Liebe Gottes trennen kann. Ja, auch nicht die Zweifel, die Einsamkeit, das Zerbröckeln alter Glaubensgewissheiten. 

Warten: Auf ein neues Schreibprojekt

Fühlen: Dankbarkeit. Für euch grandiose Leser*innen. Für diesen kleinen Ort im Internet. 

 

Und jetzt seid ihr dran. Übernehmt die Liste in euren eigenen Blog. Oder schreibt dazu was in die Kommentare: 

 

Bekommen: 

Denken: 

Kochen:

Trinken: 

Lesen:

Machen: 

Erinnern: 

Sehen: 

Finden:

Hören: 

Wünschen:

Genießen:

Anerkennen:

Essen:

Fertigstellen:

Lieben:

Kaufen:

Anschauen:

Hoffen:

Tragen:

Bemerken:

Glauben:

Warten:

Fühlen: