Tipps für Quarantäne-Zeiten

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(Unbeauftragte Werbung!)

Ein kurzes Hallo aus unserem Corona-Haushalt!

Uns hat es leider erwischt. Nicht die komplette Familie, sondern ein uns sehr liebes und junges Familienmitglied. Die ersten Tage waren heftig mit Begleiterscheinungen, die mir noch gar nicht bekannt waren. Aber man lernt nie aus und am Ende dieser Pandemie werden wir alle Experten sein. Wenn sich unsere Enkel im Jahr 2050 über einen Reizhusten beklagen, werden wir mit einem stählernen Ausdruck in den Augen murmeln: „Du hast 2020 bis 2022 nicht mitgemacht. Du hast keinen Grund zu jammern. Das haben wir damals auch nicht.“ Der Enkel wird mit den Augen rollen und sich mit folgenden Worten verabschieden: „Oma, ich muss los. Mein Flugtaxi wartet vor der I-Door.“

Nun weilt besagtes Familienmitglied in seinem Zimmer, zu dem nur ich Zutritt habe. Man könnte meinen, die Isolation würde ihm aufs Gemüt schlagen, aber die Wahrheit ist, dass es bisher ganz ordentlich läuft. Wir verbringen als Familie unterm Strich sogar mehr Zeit miteinander. Weil uns wieder bewusst wird, wie wertvoll das Zusammensein ist. You know what you’ve got til it’s gone. 

Dieser Tage habe ich auf Instagram einige Tipps bekommen, wie man Zimmerisolation eines Kindes gestalten kann. (Nein, ich lasse mich auf keine Diskussion über das Für und Wider dieser Praxis aus. Hier gibt es kein eindeutiges Falsch und Richtig. Jede Familie muss einen guten Weg finden, der stimmig fürs Kind ist.)

Hier einige der Insta-Ratschläge sowie eigene Ideen: 

  • Unbeschränkter Zugang zu Hörbüchern und Mediatheken
    Unser Kind liebt die Kika-Sendereihe „Schau in meine Welt“ und „Anna und die wilden Tiere“. Auch schön: Die „Triff-Reihe“.
  • Die ersten Frühblüher wie Schneeglöckchen und Winterlinge pflücken und ins Zimmer stellen.
  • Per Videocall (wir machen das per WhatsApp) gemeinsam essen. Ich stelle unser Handystativ auf, bringe dem Kind sein Essen aufs Zimmer, dann Videocall an, gemeinsames Tischgebet sprechen und essen und erzählen und lachen.
  • Man kann ganz wunderbar per Videocall miteinander spielen. Unsere Töchter haben bereits gemeinsam auf diese Weise „Schiffe versenken“ gespielt. Und wir als Familie „Stadt Land Fluss“ und „Scharade“. Weitere Spielmöglichkeiten:
    Black Stories, Wer bin ich?, Kniffel und Ich packe meinen Koffer.
  • Dem Kind jeden Tag ein paar alte Urlaubsfotos aufs Handy schicken. Oder die Katze / den Hund / die Hasen filmen und das Filmmaterial ans Kind schicken.
  • Einen Onlinekreativ-Kurs buchen. Oder Youtube-Tutorials ansehen (Unser Kind bastelt gerade auf diese Weise eine Trense aus Moosgummi für sein Hobby Horse. Fragt nicht.)
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  • Fotobuch gestalten. Fotos, Album (das kann auch ein leeres Notizheft sein), Washi-Tape und Kleber dem Kind geben und dann darf es loslegen.
  • Mit Kreidestiften das Fenster gestalten.
  • Eine Kurzgeschichte schreiben.
  • Ein Corona-Tagebuch führen.
  • Dem Kind per Videocall Witze erzählen.
  • Puzzeln
  • Tolle, neue Bücher besorgen. Auf dem Nachttisch meiner Tochter finden sich diese Bücher:
    Good Night Stories for Rebel Girls
    Die Windvögel – Sturm über Berlin
    Lisa – Im Zeichen der Weißen Rose
  • Und Bastelbücher, aus denen sie sich Anregungen holen können. Unsere Top zwei:
    Einfach Basteln
    Mädchensachen zum Selbermachen

Wenn ihr von der neuesten Corona-Welle betroffen seid, dann haltet durch. Nehmt Tag für Tag. Macht das Beste daraus. Werdet schnell und ohne Spätfolgen gesund.

Und jammert eine Runde. Oder auch zwei. Nur erzählt davon euren Enkeln später nichts. Wir wollen sie ruhig in dem Glauben lassen, wie tapfer und knallhart wir einst waren. Nicht wahr?

Hast du Ideen und Erfahrungen, die du mit uns teilen magst?

9 Kommentare zu „Tipps für Quarantäne-Zeiten

  1. Liebe Veronika, viel Kraft euch. Bei uns geht es an den Schulen gerade auch rund. Gefühlt ist es ein tägliches Zittern ob Kinder abgeholt werden müssen oder der Test doch positiv ist.
    Haltet durch und gute Besserung an das betroffene Kind und euch allen starke Nerven.
    Herzliche Grüße Cathrin

  2. Liebe Veronika!
    Das sind ja geniale Anregungen!Vielen Dank fürs Teilen!
    Wir haben als Großeltern unseren Enkeln ein Corona -Freude-Paket geschenkt ,als sie in Quarantäne mussten ,und für jeden Tag eine kleine Überraschung verpackt.(Wiitzebuch,Stifte,kleine Taschenlampen …)
    Freude euch!!
    Elisabeth

  3. So eine Zimmerquarantäne will ich mir lieber gar nicht vorstellen, aber deinem Mädchen scheint es ja noch gut zu gehen.
    Gute Besserung!
    In der Reha, in der ich bis vor 1,5 Wochen war, ist jetzt auch diese K*ckbr*tze Corona eingezogen, und nach den Nachrichten, die mich von den Ex-Rehakollegen erreichen, bin ich heilfroh, dass ich schon weg war, als sie kam.
    Reha mit Corona ist nämlich keine Reha, sondern testen – Testergebnis abwarten – nach Hause fahren – zum nächsten Test wieder erscheinen, so lange, bis alle wieder negativ sind. Ist man depressiv-soziophob, ist man ja ohnehin negativ, aber das hilft in der Situation überhaupt nicht.
    Bestünde Aussicht auf Enkel, würde ich ihnen vielleicht doch davon erzählen — so bleibt es an den Nichten kleben 😀

  4. Oh, von einer Zimmerquarantäne höre ich hier das erste mal. Was es nicht alles gibt! Während Corona lernt man wohl nie aus….danke für die Ideen, wie immer genial. Viel Kraft und Freude und liebe Grüße

  5. Hi!
    Wir warten gerade auf die PCR Ergebnisse unserer Töchter (5J + 7J) … angespannte Stimmung … 😏
    Da kommt dein Eintrag gerade richtig! Vielen Dank! 😚
    LG Kirstin

  6. Ich wünsche euch schnelle und gute Genesung.
    Bei unserer Großen wäre Zimmerquarantäne gar kein Problem.
    So haben wir es aber anders gehalten. Es war unser Weg. Ich bin aus der Quarantäne raus, der Herr TAC und die Große hatten erst später den positiven Test, sie haben noch paar Tage. Wir hatten/haben zum Glück alle leichte Verläufe.
    Wir haben gespielt, gemalt, gepuzzelt, Filme geschaut, und gestritten, waren im Garten (zum Glück haben wir ein Haus mit Garten), haben Gitarre und Keyboard geübt und generell die Medienzeiten ausgedehnt.
    LG von TAC

  7. Gute Besserung! Ich hab Zimmerquarantäne gerade hinter mir. Bin natürlich erwachsen und kann damit anders umgehen, aber es scheint ja gut zu gehen bei euch. Ich habe mich oft gefragt, wie das gewesen wäre jetzt, wenn unsere Kinder noch klein gewesen wären. Toi toi toi weiterhin.

  8. Oh, wie passend… Uns geht es gerade genauso. Allerdings hat der Schnelltest so spät angeschlagen, dass ich nicht weiß, ob sich der eine oder andere nicht schon vorher angesteckt hat. Kind war seit Sonntag krank, wir haben jeden Tag getestet und Mittwoch war er positiv… Was für ein Leben! Aber wie gut, dass wir dieses Leiden auch teilen können und dass es anderen in dieser verrückten Zeit genauso geht. Danke für die Tipps.

  9. Liebe Veronika, wir haben das als Familie zwei mal durch. Bei uns hat ein Quarantäne-Countdown an der Wand geholfen. Ich habe alle Tage auf ein Blatt geschrieben, die wir (vermutlich-das Gesundheitsamt war damals stark überlastet und sehr verspätet mit Informationen und Anordnungen) in Quarantäne bleiben mussten. Dann konnten wir jeden Abend einen abhaken. Außerdem habe ich für jeden Tag versucht ein Highlight mit drauf zu schreiben, z.b. Lieblingsessen kochen, schon lange gewünschten Film gucken, Videoanruf mit XY, … . So hatte diese Zeit auch etwas positives (oh, wie ich es hasse, dass die Bedeutung dieses Wortes so unklar geworden ist). Alles Gute für Euch und schnelle Genesung!

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