Ich wähle Freude

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Ich habe mir die Freude verboten. Wie kann man sich freuen in Zeiten, die einen niederdrücken wollen?

Freude? Nein, die war in meinem Gefühlsrepertoire der letzten Wochen nicht enthalten. Nur Angst, Sorge, sehr viel Negativität und vor allem Wut. „Dieses Mal fühlt es sich aussichtsloser an,“ so konstatierten wir gestern in unserem Book Club, der nun wieder per Zoom stattfindet. Denn ja – wir beschränken unsere Kontakte freiwillig – und hoffen auf eine starke Zunahme von Impfungen, Vernunft und Besonnenheit.

Am Ende unserer Zoom-Sitzung überwog aber der Entschluss zur trotzigen Freude.
„Wir sollten gerade in diesen Zeiten das tun, was uns Freude bringt!“

Und das schließt ja das Dunkle, das Schwere, das Unsichere nicht aus. Es darf beides nebeneinander stehen. Ich kann blubbernde Freude über den fallenden Schnee vor dem Fenster empfinden und am Abend die kalten Sorgen vor Gott ausschütten. Ich kann mir einen opulenten Adventskalender gönnen und Trauer über das empfinden, was nicht ist. Wir dürfen Kerzen anzünden, die kitschige Weihnachtsplaylist lauthals mitsingen, Plätzchen backen und unser Herz von den Nachrichten bewegen lassen.

Gerade jetzt brauchen wir Freude. Und wenn es nur winzige Freudenmomente sind. Komm, wir stehlen sie uns einfach! Und dann teilen wir sie großzügig mit anderen!

Seit einigen Tagen bereits bleibe ich den sozialen Medien fern und ich kann wieder atmen, mich fokussieren und vor allem das: Freude und Kreativität und Freiheit empfinden. Ich muss mich nicht mehr über alles und jeden aufregen und überall mitreden und überhaupt die Welt retten. Ich rette mich selbst. Und meine Freude.

All diese Dinge, oh ja, sie haben mein Herz auftauen lassen:

  • Die Vorbereitungen und das Feiern des 11. Geburtstags unserer Jüngsten.
  • Der Besuch des Wildparks Mergentheim.
  • Puzzeln
  • Sticken (unsere Tochter hat zum Geburtstag einen eigenen Stickkorb bekommen)
  • Kerzendrehen
  • Weihnachtliche Heimlichkeiten in allen Zimmern
  • Viele viele Tassen Kaffee aus meiner Weihnachtstasse
  • Dem Schnee zuschauen
  • Sarah Besseys Advent Book
  • Linoldruck
  • Pakete für die Diakonie packen
  • Freunden das eigene Herz ausschütten und sich von ihnen wieder zusammensetzen lassen
  • Kitschige Heile-Welt-Bücher und kernige Theologie
  • Flanellbettwäsche

Und was rettet deine Freude in diesen Zeiten?

14 Kommentare zu „Ich wähle Freude

  1. So schön, so wahr! Ich lese dein Buch „Heiliger Alltag“ zum 2. Mal und kann nicht genug bekommen. Das ist für mich Freude. Deine Fotos in diesem und deinen anderen Büchern. Deine Rote-Beete-Brownies.

    Ich habe es mit kleinem Kind noch nicht ansatzweise geschafft, weihnachtlich zu schmücken und zu backen.. Da tut das Vergleichen auch nicht gut auf den sozialen Netzwerken. Denn dort hab ich das Gefühl, jeder bekommt es hin und hat zum 1. Advent die perfekte Weihnachtsstimmung.

    Dafür haben mein Mann und ich am Sonntag Weihnachtslieder laufen lassen und spontan Waffeln gebacken & mit Zucker und Zimt genossen – schmeckte auch weihnachtlich 😊 Und meiner Tochter ihren ersten Schnee zu zeigen, das war Freude 🤗

    Danke wieder einmal für deine Worte. Manchmal klicke ich per Zufallsgenerator einen deiner alten Blogeinträge an, wenn ich ein bisschen mehr von deinen Worten gebrauchen kann 😄

    Alles Liebe,
    Rahel

  2. Ja, auch ich entscheide mich bewusst für die Freude, obwohl es oft echt schwer fällt…
    Mir wurde Nehemia 8,10 aus der Elberfelder Bibel wichtig:
    „Und seid nicht bekümmert, denn die FREUDE AM HERRN, SIE IST EURE BERGFESTUNG.“
    Damit herzliche Grüße an alle, die sich zurzeit nach Freude sehnen! Tina

  3. Kleine Farm am Ofen schauen. Puzzeln, Kerzenschein, lesen, mit den Kids kniffeln, das eigene Bett, der ausgelassene Hund im Schnee, Vogelgezwitscher trotz Sturm. Wenn die Heizung wieder geht….

    Danke fürs erinnern und frohe Zeiten <3

  4. Yes!

    Hab heute früh beim Frühstück gesessen und konnte mich so gar nicht an dem Überfluss freuen, den wir haben. Wo es so vielen Menschen auf der Welt an Grundlegendem mangelt. Und dann hab ich vorhin gerade mal die tägliche Bibellese aufgeschlagen, wo den Israeliten Wohlstand und Überfluss von Gott versprochen wird. Das hat mich erstmal wieder gerade gerückt: Ich darf mich freuen an Gottes überfließender Liebe (die sich auch materiell ausdrückt).

    Was es bei mir gerade ist:
    – ebenfalls Insta-Abstinenz, durch dich und Lena inspiriert
    – stattdessen jeden Abend das Youtube-Abendgebet mit unserem tollen Bischof (https://www.youtube.com/watch?v=xjIwopCPkpk&list=PLbhS8ElVaYldtT_pqNLdLG-bzLuucnRus)
    – wieder weniger Termine haben (tut mir als Introvertierter gut)
    – dicke Flocken
    – lichteln
    – Bastel- und Spiele-Schränke ausräumen und wieder einräumen und dabei längst Vergessenes entdecken
    – der Mann im Homeoffice
    – in der Küche die Musik laut drehen und mal zwei Minuten tanzen

    Sei gesegnet, liebe Veronika!

  5. In unserer WG ist derzeit eine wichtige Frage: Was stärkt – was nährt – was freut uns. Musik ist ganz wichtig, backen, kochen, rausgehen, basteln, dekorieren, feiern: Die Adventssonntage, Chanukka, Nikolaus zweimal, weil unser orthodoxer Mitbewohner das am 19. Dezember feiert …

  6. Du hast immer so tolle Fotos Veronika und gute Gedanken und Ideen die passen. Du freust dich an einfachen Dingen. Mit macht Freude: Wie der Schnee fällt, der Lichterglanz, der Adventskalender für die Tochter, daheim sein zu können, wenn Ungerades gerade gemacht wird, wenn man sich hilft und andere sich in einen rein denken. Wenn Worte von andren Menschen und aus christlichen Büchern so gut passen und man liebevoll miteinander umgeht. GLG

  7. Danke.♥️
    Alle 3 Kinder liegen mit Corona flach. Die Angst war groß. Und gerade Abends klopft sie immer wieder an. Aber trotzdem gibt es Dinge über die ich mich freue. Das mein Großer ab und zu doch was essen kann und der eklige Geschmack ganz langsam weniger wird. Das die Kinder sich trotz allem so sehr auf das erste Türchen morgen freuen. Über das gute Gespräch mit der Lehrerin. Ganz viele Hilfsangebote. Ein Adventsgeschenk von einer lieben Freundin. Das der Impfschutz von meinem Mann und mir das tut was er tun soll.
    Und dein Blog. Denn ich bin deinem Beispiel gefolgt und hab FB und Instagram deinstalliert (ok, gerade Instagram hab ich schon ein paar Mal wieder installiert. Aber gerade heute merke ich wieder so deutlich, wie schlecht es mir danach geht und ich einfach mit dem scrollen nicht aufhören kann, also hab ich es vor zwei Stunden wieder deinstalliert😅) und damit ich trotzdem was zu lesen hab, les ich mich jetzt durch deinen Blog. Da geht’s mir viel besser, auch wenn ich da ebenfalls nicht mit dem Scrollen aufhören kann. 😊
    Und ich freue mich, dass gerade trotz allem Advent ist. Die Kerzen, die Musik, die Vorfreude und natürlich das Christkind. Das alles brauch ich gerade so sehr.

    1. Danke Christina.Und Glückwunsch zum Schritt aus den sozialen Meiden! Ich wünsch deinen Kindern schnelle Genesung, dass der Geschmack zurückkommt und sie sich an der Adventszeit aus vollem Herzen freuen können ❤️

  8. Haben am ersten Advent spontan mit der ganzen Familie Adventslieder gesungen, Großeltern, Schwager und Schwägerin, Nichte, mein Mann, ich und unsere 3 Jungs. Das war Adventsfreude pur in diesem ganzen Chaos um uns herum.
    Den Wildpark habe ich sofort erkannt, als unsere Jungs klein waren hatten wir immer eine Jahreskarte und haben jedes Jahr den „Weihnachtsmarkt“ besucht, einschließlich Stockbrot. Ich glaube ich weiß was am zweiten Advent auf dem Familienprogramm steht…..
    LG und dir und deiner Familie eine gesegnete Adventszeit
    Kathrin

    1. Wie ich das nachfühlen kann! Ich habe Insta nach einem knappen halben Jahr im Sommer wieder deinstalliert, da es mich immer trauriger und wütender gemacht hat – und es ging mir schlagartig (!) besser. Seitdem nutze ich meine Zeit, um selber kreativ zu sein anstatt mir die Kreativität anderer anzusehen. Ich nutze sie, um mit meiner Familie Zeit zu verbringen, anstatt mir die perfekten Familien anderer anzusehen. Und ich war in meinem ganzen Leben noch nie so geerdet und glücklich, weil ich gerade die Freiheit habe, nur das zu tun, was uns gut tut: Backen, Basteln, Bücher lesen, Singen, Kichern, Malen – und deinen Blog lesen. Danke!

  9. Hach, deine Worte! Wirklich 💗 Danke! Sie sind Balsam.
    Mir bringt gerade Freude, die vielen kleinen Lichter die überall im Haus Genütlichkeit verbreiten, die Freude auf meinen Adventskalender von meiner lieben Freundin, die Freude der Kinder über ihren Milkaadventskalender, das Zusammensitzen vorm Kamin und dabei vorlesen und Plätzchen essen, die Schneeflocken, die Überradchungen, die Gott mir immer wieder in den Weg legt und mich damit wissen lässt das er da ist.
    Eine gesegnete Adventszeit dir und deiner Familie! 💗⭐🎁
    Achja kann ich noch Bücher bei dir bestellen? 😬🙈
    Liebe Grüße Cathrin

    1. Liebe Cathrin,
      herzlichsten Dank für deine lieben Worte und die Dinge, welche dir gerade Freude bereiten.
      Du kannst tatsächlich noch Bücher bei mir bestellen. Nur die Problemzone, die ist mir ausgegangen 🙂
      Liebe Grüße
      Veronika

  10. Dachte ich mir doch, dass das der Wildtierpark in Bad Mergentheim ist! Der ist einfach wunderbar und wird hier auch sehr geliebt. Der Bub ist noch in dem Alter, in dem er die Koboldburg grandios findet! Danke für alle guten Gedanken!

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