Familie

Zehn Dinge im November

Wenn man längere Zeit nicht bloggt, dann wird man überwältigt von der Frage, den richtigen Einstiegspunkt zu finden. Das Leben ist voll und bunt und überhaupt wo soll man anfangen.

Ich habe mir überlegt, dich heute mal wieder in meinen Alltag mit hineinzunehmen. Durch die verschiedenen Bereiche gehen und schauen, was sich da so tut. Und was mich bewegt.

1. Bücher
Ich wünschte, ich wäre eine Leserin, der es völlig genügt, nur ein Buch auf dem Nachtisch zu haben. Aber in dieser Hinsicht bin ich leider un-er-sätt-lich. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich eine sogenannte „Scannerin“ bin (Die Erkenntnis sprang mich in dem Buch an mit dem bescheuerten Titel „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast. Mehr dazu unter Punkt 2).
Die letzten Bücher, die ich las und für wirklich, wirklich gut befunden habe:

2. Scanner-Persönlichkeit
Du findest das Wort „Scanner-Persönlichkeit“ befremdlich? Ich auch. Aber dahinter verbirgt sich eine sehr befreiende Erkenntnis, mit der ich mich selbst besser verstehe. Die Kurzdefinition: Die Scanner-Persönlichkeit ist vielseitig interessiert und langweilt sich schnell. Sie kann sich schnell in verschiedenste Bereiche einarbeiten und wenn sie einmal etwas für sich erschlossen hat, dann wird’s für sie uninteressant. Sie gerät vor allem in der Berufsfindungsphase in größte Nöte, kann sich nicht entscheiden.

Vielleicht leben wir im Zeitalter übertriebener Selbstanalysen. Aber: Ich kann hinter jeden Satz ein Ausrufezeichen setzen, so sehr definiere ich mich damit. Und hey, manche Kategorien führen zu mutigerem Selbstverständnis. Das bin ich. So bin ich gestrickt. Und es ist überhaupt nichts verkehrt daran, dass ich tausend Bälle in der Luft habe.

Verkehrt habe ich mich gefühlt, als ich vor der Berufswahl stand wie ein Äffchen vor einem Korb mit tausend leckeren Obstsorten. Wonach soll ich zuerst greifen? Und dann hab ich mich (typisch Scanner) für nichts Wirkliches entschieden. Mal hier ein bisschen Kibbuz, mal dort ein bisschen Fliegerei, mal hier ne Ausbildung und dann – haha! – reise ich um die Welt und werde Bloggerin.
Und genau aus dem Grund habe ich nicht das EINE Thema, dem ich mein ganzes Schreiben widme. Deshalb werde ich mich immer den Themen widmen, die mich anspringen. Seien es Nachhaltigkeit, Kreativität mit Kindern, Feminismus, Gastfreundschaft, Alltägliches oder Reisen.
Ich kann mich nicht nicht nur einer Sache widmen. Das geht gegen meine ganze Persönlichkeit. Deshalb wirst du hier immer einen bunten Blumenstrauß an ALLEM finden. Oder eine Liste von zehn random Dingen.

3. Sticken
Ich habe das Sticken wieder für mich entdeckt. Kreuzstich. Love it. Macht süchtig. Nicht nur mich, sondern ich habe auch meine Tochter angestickt….äh…..steckt.


4. Draußen
Der Garten legt sich zur Ruhe. Es gibt noch ein paar letzte Herbsthimbeeren und mein obligatorisches Wintergemüse: Lauch, verschieden Kohlsorten, Rote Beete, Sellerie und Feldsalat. Ich liebe den Novembergarten. Ein letztes Aufbäumen der Farben, bevor alles im stillen Braun versinkt.

5. Declutter
Ich habe so unendlich viel ausgemistet in den letzten zwei Monaten. Meine Güte, wieviel kann ein Mensch horten, der sich theoretisch dem Minimalismus verpflichtet hat? In Zukunft werde ich noch stärker wie ein Luchs aufpassen, was mir ins Haus kommt. Denn Besitz bindet Zeit, Geld und Energie. Stundenlang stellte ich Kram bei Ebay Kleinanzeigen ein, machte einen Instagram-Flohmarkt. Das ist keine Nebenbeschäftigung, sondern gefühlt eine 40-Stunden-Woche! By the way, braucht irgendjemand ein Dia-Lichtpult? Nein? Klar. Kein Mensch schießt mehr Dias. Ich hätte da auch noch eine Alt-Blockflöte.

6. Krank
Die letzte Woche lag ich ausgeknockt im Bett oder auf dem Sofa. Nein, Gott sei Dank kein Corona. Nur eine gute alte Erkältung. Genug Zeit, um das neue Buch von Caroline Kebekus auf Spotify zu hören.

7. Pandemie
Echt? Schon wieder? Um mich herum erkranken immer mehr Leute an Corona. Die Zahlen machen nicht wirklich Freude. Ich wägte mich in falscher Sicherheit. Dachte, wir hätten unser kollektives Trauma hinter uns gelassen. Stattdessen kickt es uns gerade dorthin, wo es richtig weh tut. Wenn du noch nicht geimpft bist, dann bitte ich dich hiermit inständigst, es zu tun. Zum Wohle aller. Danke.

8. Es will noch nicht so recht weihnachten….
Ich versuche mich im Strohsternebasteln. Aber ich check es nicht. Das hier ist alles, was bei meinem kläglichen Versuch entstand.


9. Nähen
Noch ein Fail der letzten Wochen: Ich wollte mir aus diesem Stoff ein T-Shirtkleid nach einem Burda-Schnitt nähen.

Burda, ist das dein Ernst? Mir ist noch nie so eine katastrophale, lückenhafte, unverständliche Anleitung in die Finger gekommen. Da sind selbst Freebooks aus dem Netz tausendmal besser! Nun sitze ich hier mit einem halbangefangenem Kleid, komme nicht weiter, traue mich nicht weiter. Und dabei wollte ich doch so gerne Blumen im November tragen.


10. Seelentröster


Was immer gelingt: Rosinen-Zimt-Sauerteigbrot (Zutaten für 2 Brote)

Zutaten Teig:
125 g Sauerteig
500 ml warmes Wasser
200 ml Milch
1 Ei
1100 g Mehl (ich nehme halb Dinkelvollkorn und halb Weizenmehl)
70 g weiche Buttter
1 1/2 TL Salz

Füllung:
1 Tasse Rosinen
Orangensaft
1 Tasse Zimtzucker

Stelle aus allen Zutaten einen Teig her. Er sollte in der Küchenmaschine ca. 10 Minuten lang kneten. Wundere dich nicht: er ist sehr weich. Soll so sein. Wenn er doch noch etwas zu flüssig ist, dann füg noch mehr Mehl hinzu.

Jetzt lässt du den Teig zugedeckt an einem warmen Ort 3-5 Stunden stehen.

In der Zwischenzeit weichst du die Rosinen ein. Gebe sie in eine Schüssel und gieße Orangensaft dazu, so dass die Rosinen knapp bedeckt sind. (Ich stelle die Füllung nach Gefühl her, deshalb hab ich hier auch keine genauen Angaben. Du kannst das nach Geschmack abändern. Z.B. Cranberries oder getrocknete Birnenstückchen statt Rosinen verwenden)

Nimm zwei Kastenformen und fette sie ordentlich ein.

Nach der der Ruhezeit gibst du großzügig Mehl auf deine Arbeitsfläche ein und kippst den Teig darauf. Den teilst du in zwei Stücke. Nimm das eine Stück, ziehe und drücke es in die Breite und Länge, so dass du am Ende ein Rechteck vor dir liegen hast. Muss nicht superordentlich und supergenau sein. Die Teigbreite sollte der Breite deiner Kastenformen entsprechen.

Jetzt bestreue die Oberfläche mit der Hälfte der abgetropften Rosinen und des Zimtzuckers. Rolle das Rechteck der Länge nach vorsichtig auf. Mir hilft dabei ein Teigspatel. Behutsam wie ein Baby in die Kastenform legen.
Mit der anderen Teighälfte ebenso verfahren.

Zudecken und an einem warmen Ort weitere zwei Stunden ruhen lassen.

Den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ca. 1 Stunde backen.

Schmeckt besonders gut getoastet!


6 Gedanken zu „Zehn Dinge im November“

  1. Ich sitze müde auf dem Sofa, hab heute schon mindestens einmal deinen Blog angeklickt und habe den Post gerade verschlungen. Ich liebe diese Listen-Beiträge. Die Buch-Tipps (Danke! <3). Den Seelentröster. Deine Fotos. Ha – und die Scanner-Definition!!! Das Buch muss ich unbedingt lesen! Alles Liebe!!!

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  2. Bin auch ein Scanner mit vielen Bücherstapeln, wahrscheinlich lese ich deshalb hier so gern. ;o)
    (Und Burda und ich werden auch keine Freunde mehr. Mittlerweile habe ich alle Burda-Schnittmuster sogar aus meinem Fundus verbannt, denn entweder kapiere ich sie nicht oder sie passen nicht gut…schade.)

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  3. Eine Altblockflöte käme uns hier genau richtig… Meine Tochter könnte demnächst ihr Sopranblockföterei erweitern und parallel Alt lernen. Wir haben uns aber noch nicht getraut, eine zu kaufen…
    Ist das wirklich wirklich ernst gemeint?
    Beste Grüße
    K.

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  4. Danke für deine frischen Worte!und die Bücherlisten, das finde ich echt hilfreich!Das Rezept klingt super und ich werde es gleich morgen ausprobieren,
    Reichlich Segen dich!
    Liebe Grüße,Elisabeth

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  5. Liebe Veronika. Vielleicht magst du ja mit unterschreiben?
    https://www.initiativefamilien.de/aktuelles/bayern-kein-2g-fuer-jugendliche-offener-brief/

    Ich habe 4 Kinder (5,7,11,12) und lebe in Bayern.
    Die Kinder brauchen es jetzt dass wir unsere Stimmen erheben. Lange genug ausgehalten.
    Danke für deine Worte im Blog. Man hört deinen Frust raus und ich verstehe es gut. Ich habe gerade die letzten Tage die gleichen Apelle auf der Zunge.
    Liebe Erwachsene impft euch endlich!
    Liebe Grüße

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