Einfach Advent :: Teil 4

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Meditation

Egal, ich lass das jetzt so!

Diese Karte hat mir vor langer Zeit eine Freundin geschenkt, als ich tief in meinem zweiten Buchprojekt steckte. Die Arbeit des Schreibens ist mir eine schwerfällige. Wenn es dann aber an die Überarbeitung geht, ans Korrigieren und Noch-bessere-Wörter-finden und Absätze streichen und Überschriften-finden, dann finde ich kein Ende. Dann blühe ich auf und höre die Vöglein singen und liebe das Leben wieder.

Es geht immer noch ein bisschen besser. Oder anders ausgedrückt: Ich wollte das perfekte Buch schreiben. Unter anderem auch, damit mir auf Amazon und anderen Portalen niemand weniger als fünf Sterne ans Revers heften würde. Denn weniger als fünf Sterne wäre mittelmäßig! Beschämend für einen High-Achiever wie mich. Ich muss mir selbst immer schon einen Schritt voraus sein, damit mich das Versagen nicht einholen kann.

Die Karte stellte ich mir auf den Schreibtisch und zwei Wochen später klappte ich meinen Laptop zu, warf die Hände in die Luft und rief: „Egal, ich lass das jetzt so!“

Ich hätte sicherlich noch viel mehr feilen können. Aber meine Buchprojekte lehren mich dies: An einem Punkt muss ich Frieden schließen mit allem Unfertigen und mit mir selbst. 

Und Frieden mit mir selbst bedeutet ja nicht, dass ich ihm erst Eintritt gewähre, wenn alles fein und sauber und richtig und ordentlich ist. Nein, wir dürfen Friedensmacher sein, mit uns selbst und unseren Mitmenschen und unserem Gott, auch wenn noch so vieles im Argen liegt. Gerade, wenn so vieles im Argen liegt!

Vielleicht hast du wie jedes Jahr nicht alles erledigen können vor den Feiertagen.

Vielleicht weißt du nicht wohin mit den vielen losen Enden deines Lebens in dieser Zeit.

Vielleicht hast du dir vorgenommen, diesen Advent besinnlicher und entschleunigter zu verbringen und es ist dir nur punktuell gelungen.

Vielleicht treibst du dich gerade unbarmherzig an, weil du an den Feiertagen alles fein und sauber und richtig und ordentlich haben willst. Du hast keinen Atem mehr. 

Vielleicht hattest du deine perfekte Vorstellung von der Adventszeit und das Leben kam deinen Plänen in die Quere. 

Vor zwei Stunden saß ich an der Nähmaschine. Ich nähte an einer Ordnerhülle für meine Große, die am Sonntag Geburtstag hat. Sie soll ein Fotoalbum erhalten, es ist schon fertig – wie immer ein Leitzordner voller wunderbarer, kostbarer Erinnerungen. Nun fehlte nur noch ein hübsche Hülle. Ich nähte in Rekordzeit und war sehr stolz, wie flink und kreativ ich doch war. Nur hatte ich die Rechnung ohne meine schlampige Eile beim Messen gemacht. Wie ich sie auch drehte und wendete, die Hülle war zu klein.

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Egal, ich lass das jetzt so!

Und glaube mir, es fällt mir schwer! Aber nun bekommt das Kind den Ordner ohne Hülle. Diese reiche ich irgendwann nach. Oder auch nie. Ihr ist es sicher weit weniger wichtig als mir.

Diese ganze Sache erinnert mich an mich selbst. Ich bin doch selbst eine unfertige Person, weit davon entfernt fein und sauber und richtig und ordentlich zu sein. Und das sage ich ganz ohne Selbstanklage, sondern mit der Akzeptanz, dass dieses eine Leben, das wir leben eine schöne Bescherung ist, ein Knäuel aus Freuden und Traurigkeiten, aus Zerbruch und Heilung, aus Chaos und Lachen. Und egal, an welchem Ende dieses Knäuels ich ziehe, es wird sich nie auflösen.

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Vor 2000 Jahren trugen die Hirten und Weisen und selbst Maria und Joseph ihr eigenes Knäuel zur Krippe, weil darin die Hoffnung lag und liegt, die ihre und unsere Unfertigkeit aushält und liebt und zu Ende bringt. Dieses Kind in der Krippe raunt dir zu: „Egal, lass das jetzt so! Ich kümmere mich darum. “


 

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Danke, dass Du und ich die letzten vier Wochen ein Stück weit gemeinsam gehen konnten. Nun wünsche ich Dir ein frohes und gesegnetes Weihnachten, an dem du das Unfertige in Frieden hinnimmst und nachts, wenn die Sterne am Himmel stehen hinaufblicken und sagen kannst:

Egal, ich lass das jetzt so. Kümmere du dich um den Rest. 


Inspiration

Du brauchst noch ein Last-Minute-DIY-Geschenk?

Ich klaue diese Idee aus meinem Heiligen-Alltag-Planer
(übrigens auch ein schönes Last-Minute-Geschenk ;))

Karamell-Zimt-Sirup

Du brauchst:
200 g Zucker
2 Zimtstangen
1 sterilisierte Flasche.

Zucker karamellisieren, vorsichtig 250 ml Wasser zugießen. Karamell bei großer Hitze loskochen, Zimstangen rein. 8-10 Minuten weiterkochen, rühren bis die Flüssigkeit sirupartig wird. In die Flasche füllen, Zimtstange dazu, fertig!

 

Fasten

Ich habe keine neue Fasten-Challenge. Aber ich werde auch die nächsten Tage meinen Medien- und Zuckerkonsum zügeln. Denn die letzten Wochen haben mir so unfassbar gut getan mit meinem Verzicht. Ich will den Verzichtsgedanken als Selbstfürsorge mit ins Neue Jahr nehmen und gute Regeln für mich aufstellen.

 

Entertainment-Ecke

 

Love is a gift!

 

Das hat nix mit Weihnachten zu tun, ist aber ein Klassiker für JEDE Jahreszeit.

2 Kommentare zu „Einfach Advent :: Teil 4

  1. Liebe Veronika,
    vielen Dank für Deine schönen Adventsgedanken an den letzten 4 Sonntagen! Sie haben mir so gutgetan! 🙂
    Zum Thema „Ich lass das jetzt so“ hatte heute eine Bekannte von mir folgenden Spruch in ihrem WhatsApp-Status: „Für alle, die wegen der Feiertage putzen wie irre: Es kommt das Christkind, nicht das Gesundheitsamt …“ 😉
    Also erst mal Füße hochlegen und durchatmen und lieber auf das Christkind vorbereiten als auf das Gesundheitsamt … 🙂
    Dir und Euch allen, die das lest, auch von Herzen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!
    Liebe Grüße,
    Daniela

  2. Liebe VVeronika
    ich hin deine Blogleserin seit Jahren und freue ich mich jedes mal wenn du postest über dein Leben
    ich möchte dir und deine Familie eine gesegnete Weihnachtszeit
    Gott segnet dich
    Liebe Grüße
    Ellen

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