Bücher, Bilder, Dankbarkeit, DIY, Familie, Garten, Gedanken, Glaube, Listen, Reisen, Renovierung, Schreiben

Meine Zehnerjahre

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Ich – mit Durchblick und skinny Schal- vor zehn Jahren

Zeit ist etwas Wunderbares, wenn ich sie vertrödeln kann. Wenn sie sich dehnen lässt und am Ende immer noch genug übrig ist, um mit der Familie Brettspiele zu spielen oder Filme zu sehen. Nach Weihnachten verlangsamt sich die Zeit und folgt damit einem mysteriösen Naturgesetz, das keiner beweisen aber doch jeder fühlen kann. Es sind mir die schönsten Tage im ganzen Jahr.

Ich habe mein Arbeitszimmer ausgemistet (nicht weil ich es plante, sondern weil ich plötzlich richtig Lust darauf hatte). Stunden verbrachte ich mit Büchern und Strickzeug auf der Couch. Ein Puzzle liegt angefangen auf unserem Esstisch. In den Kinderzimmern spielen Wollmäuse Verstecken unter den Betten. Das Putzen habe ich auf die erste Schulwoche verschoben. Zwischen den Jahren plagt mich kein schlechtes Gewissen. Lieber fülle ich Seite um Seite in meinem Tagebuch mit Rückschau. Mit Staunen habe ich bemerkt, dass ein weiteres Jahrzehnt dem Ende zugeht und die 20er Jahre anklopfen.

Global betrachtet war dies ein Jahrzehnt, in dem die Weltordnung ins Wanken geriet. Das Gefühl am Ende dieser Dekade ist eines, das sich wie Götterspeise schwer fassen lässt. Man möchte Weltenflucht betreiben, vorher aber noch kurz der AfD und Donald Trump ans Schienbein treten und empfindet doch eine sehr große Verwirrung über die guten alten Werte „richtig“ und „falsch“, die vor meinen Augen verschwimmen, wie die Buchstaben auf meiner Tastatur (ich finde meine Brille diesen Morgen nicht).

Aber die Zehnerjahre privat betrachtet – nun, das ist eine ganz andere Geschichte. Wir erleben viele Tage und Lebensabschnitte so, als würden wir auf der Stelle treten. Als würde sich nie etwas ändern! Und erst in der Retrospektive siehst du die Berge, die du gemeistert hast, die Täler, aus denen du wieder herausfandest, die fruchtbaren Gärten, in denen dir Rast geboten wurde. Magst du mit mir zurückblicken?

Ohne Plan und mit vielen Fragen stand ich da im Dezember 2009, absolut ahnungslos, was mich erwarten würde. Ich bin kein großer Planer, sondern lasse das Leben passieren und greife zu, wenn eine Idee vorbeiflattert und sich Möglichkeiten bieten. Das Scheitern, ja das darf auch eine Möglichkeit sein, denn das Hinfallen tut weit weniger weh als ewiger Stillstand.

Mein Rückblick:

Ich bin Mutter einer zweiten Tochter geworden UND habe die Baby- und Kleinkindphase mit einen Minimum an Schlaf überlebt.

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Unsere Ehe ist bewahrt geblieben durch Stürme und Täler hindurch.

Ich habe 20 Kilo ab- und wieder zugenommen. Den Teufelskreis der Diäten habe ich für immer hinter mich gelassen, wie auch meine Waage und übe mich in radikaler Selbstliebe.

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Wirklich gute neue Freunde sind in mein Leben getreten. Und siehst du, das hätte ich nie zu träumen gewagt.

Freunde haben mein Leben verlassen.

Wir haben ein Haus gekauft und renoviert und schlagen zarte Wurzeln an einem neuen Ort.

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Mir wurde die Kolumne in der Family angeboten, die ich nun seit sieben Jahren schreibe.

Ich habe vier Bücher geschrieben (wann, so frage ich mich, WANN und WIE??). Und einen Jahresplaner konzipiert.

Meine extreme Bühnenphobie ist verschwunden und nun bin ich als Referentin unterwegs und liebe es.

Ich habe ein gut gehendes Fotobusiness aufgebaut und nach ein paar Jahren wieder eingestampft.

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Es war ein Jahrzehnt des großes Lernens.
Stricken, Nähen, Quilten, Sticken, Brot backen, Einwecken, einen neuen Garten anlegen, Kleidung reparieren, Photoshop, meine eigene Businessfrau sein, Kosmetik selber machen, reden vor vielen Menschen, Yoga.

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Ich habe unendlich viel Zeit mit meiner größten Liebe verbracht: Bücher. Diese Autoren hatten es mir angetan: Henri Nouwen, Ruth Pfau, Anselm Grün, Anne Lamott, Wendell Berry, Sarah Bessey, Frederick Buechner, Jen Hatmaker, Amanda Soule, Donald Miller, Rachel Held-Evans, Shauna Nieqist, Tomas Sjödin, Martin Schleske, Christina Schöffler, Jennifer Zimmermann und so viele andere!

Ich bin trotz und mit Kindern viel gereist: Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, USA, Israel, Holland.

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Mein Glaube hat sich gewandelt. Ich bin  ausgestiegen aus meiner alten evangelikalen Welt und einiger ihrer Weltanschauungen. Früher war ich mir so sicher, wie Gott ist und wie er zu wirken hat. Heute bin ich das nicht mehr und mein Glaube hat sich auf Jesusliebe reduziert.

 

Wo auch immer du heute bist – innerlich und äußerlich – so wünsche ich dir, dass du mit hoch erhobenem Kopf und Hoffnung im Herzen in das neue Jahrzehnt gehst. Dass du bewahrt bleibst vor großem Schaden und harten Herzen und Humorlosigkeit. Gott segne deine Wege über Berge und durch Täler. Durch Wüsten und fruchtbare Gärten. Bis du endlich dort bist, wo du wirklich hingehörst.

 

Ich kenne dein zurückliegendes Jahrzehnt nicht, aber ich würde mich freuen, wenn du mir in den Kommentaren ein paar Schlaglichter nennst. 

 

 

 

 

Aufatmen im Advent, Einfach Advent, Einfache Adventszeit, Gedanken, Glaube, Weihnachten

Einfach Advent :: Teil 4

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Meditation

Egal, ich lass das jetzt so!

Diese Karte hat mir vor langer Zeit eine Freundin geschenkt, als ich tief in meinem zweiten Buchprojekt steckte. Die Arbeit des Schreibens ist mir eine schwerfällige. Wenn es dann aber an die Überarbeitung geht, ans Korrigieren und Noch-bessere-Wörter-finden und Absätze streichen und Überschriften-finden, dann finde ich kein Ende. Dann blühe ich auf und höre die Vöglein singen und liebe das Leben wieder.

Es geht immer noch ein bisschen besser. Oder anders ausgedrückt: Ich wollte das perfekte Buch schreiben. Unter anderem auch, damit mir auf Amazon und anderen Portalen niemand weniger als fünf Sterne ans Revers heften würde. Denn weniger als fünf Sterne wäre mittelmäßig! Beschämend für einen High-Achiever wie mich. Ich muss mir selbst immer schon einen Schritt voraus sein, damit mich das Versagen nicht einholen kann.

Die Karte stellte ich mir auf den Schreibtisch und zwei Wochen später klappte ich meinen Laptop zu, warf die Hände in die Luft und rief: „Egal, ich lass das jetzt so!“

Ich hätte sicherlich noch viel mehr feilen können. Aber meine Buchprojekte lehren mich dies: An einem Punkt muss ich Frieden schließen mit allem Unfertigen und mit mir selbst. 

Und Frieden mit mir selbst bedeutet ja nicht, dass ich ihm erst Eintritt gewähre, wenn alles fein und sauber und richtig und ordentlich ist. Nein, wir dürfen Friedensmacher sein, mit uns selbst und unseren Mitmenschen und unserem Gott, auch wenn noch so vieles im Argen liegt. Gerade, wenn so vieles im Argen liegt!

Vielleicht hast du wie jedes Jahr nicht alles erledigen können vor den Feiertagen.

Vielleicht weißt du nicht wohin mit den vielen losen Enden deines Lebens in dieser Zeit.

Vielleicht hast du dir vorgenommen, diesen Advent besinnlicher und entschleunigter zu verbringen und es ist dir nur punktuell gelungen.

Vielleicht treibst du dich gerade unbarmherzig an, weil du an den Feiertagen alles fein und sauber und richtig und ordentlich haben willst. Du hast keinen Atem mehr. 

Vielleicht hattest du deine perfekte Vorstellung von der Adventszeit und das Leben kam deinen Plänen in die Quere. 

Vor zwei Stunden saß ich an der Nähmaschine. Ich nähte an einer Ordnerhülle für meine Große, die am Sonntag Geburtstag hat. Sie soll ein Fotoalbum erhalten, es ist schon fertig – wie immer ein Leitzordner voller wunderbarer, kostbarer Erinnerungen. Nun fehlte nur noch ein hübsche Hülle. Ich nähte in Rekordzeit und war sehr stolz, wie flink und kreativ ich doch war. Nur hatte ich die Rechnung ohne meine schlampige Eile beim Messen gemacht. Wie ich sie auch drehte und wendete, die Hülle war zu klein.

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Egal, ich lass das jetzt so!

Und glaube mir, es fällt mir schwer! Aber nun bekommt das Kind den Ordner ohne Hülle. Diese reiche ich irgendwann nach. Oder auch nie. Ihr ist es sicher weit weniger wichtig als mir.

Diese ganze Sache erinnert mich an mich selbst. Ich bin doch selbst eine unfertige Person, weit davon entfernt fein und sauber und richtig und ordentlich zu sein. Und das sage ich ganz ohne Selbstanklage, sondern mit der Akzeptanz, dass dieses eine Leben, das wir leben eine schöne Bescherung ist, ein Knäuel aus Freuden und Traurigkeiten, aus Zerbruch und Heilung, aus Chaos und Lachen. Und egal, an welchem Ende dieses Knäuels ich ziehe, es wird sich nie auflösen.

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Vor 2000 Jahren trugen die Hirten und Weisen und selbst Maria und Joseph ihr eigenes Knäuel zur Krippe, weil darin die Hoffnung lag und liegt, die ihre und unsere Unfertigkeit aushält und liebt und zu Ende bringt. Dieses Kind in der Krippe raunt dir zu: „Egal, lass das jetzt so! Ich kümmere mich darum. “


 

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Danke, dass Du und ich die letzten vier Wochen ein Stück weit gemeinsam gehen konnten. Nun wünsche ich Dir ein frohes und gesegnetes Weihnachten, an dem du das Unfertige in Frieden hinnimmst und nachts, wenn die Sterne am Himmel stehen hinaufblicken und sagen kannst:

Egal, ich lass das jetzt so. Kümmere du dich um den Rest. 


Inspiration

Du brauchst noch ein Last-Minute-DIY-Geschenk?

Ich klaue diese Idee aus meinem Heiligen-Alltag-Planer
(übrigens auch ein schönes Last-Minute-Geschenk ;))

Karamell-Zimt-Sirup

Du brauchst:
200 g Zucker
2 Zimtstangen
1 sterilisierte Flasche.

Zucker karamellisieren, vorsichtig 250 ml Wasser zugießen. Karamell bei großer Hitze loskochen, Zimstangen rein. 8-10 Minuten weiterkochen, rühren bis die Flüssigkeit sirupartig wird. In die Flasche füllen, Zimtstange dazu, fertig!

 

Fasten

Ich habe keine neue Fasten-Challenge. Aber ich werde auch die nächsten Tage meinen Medien- und Zuckerkonsum zügeln. Denn die letzten Wochen haben mir so unfassbar gut getan mit meinem Verzicht. Ich will den Verzichtsgedanken als Selbstfürsorge mit ins Neue Jahr nehmen und gute Regeln für mich aufstellen.

 

Entertainment-Ecke

 

Love is a gift!

 

Das hat nix mit Weihnachten zu tun, ist aber ein Klassiker für JEDE Jahreszeit.

Aufatmen im Advent, Einfach Advent, Einfache Adventszeit, Fasten, Fun, Gedanken, Weihnachten

Einfach Advent :: Teil 3

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Meditation

Vor einigen Tagen las ich irgendwo: Das alte Jahrzehnt geht zu Ende.

WHAT???

Diese einfache Wahrheit sinkt erst jetzt in mein Bewusstsein! In meinem Alltagstrott übersah ich die simple Tatsache, dass sich eine Dekade dem Ende zuneigt und eine neue vor der Tür steht. Wo war ich vor zehn Jahren? Wo warst du vor zehn Jahren?

Ich lebte an einem anderen Ort.  Mit einem fröhlichen Baby im Arm und ungewisser beruflicher Zukunft im Herzen. Meine Tage fanden zwischen Wickelkommode, Kinderwagenrunden, Müttercafe und der Toilette statt (in der ich mich regelmäßig einschloss um a) zu heulen b) heimlich Schokolade zu essen und c) meinen Verstand zurecht zu rücken). Meine Welt war sehr klein geworden und die Welt dort draußen drehte sich ungerührt von meiner Müdigkeit und Ignoranz weiter.

In Italien bebte die Erde. Die Folgen der Finanzkrise belasteten die Wirtschaft und trotz Regulationsversuchen lernte der Mensch nichts aus den Folgen zügelloser Gier. Patrick Swayze starb und Barack Obama wurde zum Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. In Winnenden und Umgebung tötete ein Teenie 15 Menschen.

Und ich fragte mich: In welcher Welt wächst mein zartes unbekümmertes Baby auf?

Die Welt ist in den letzten zehn Jahren nicht besser geworden. Aber auch nicht schlechter. Sie ist in diesen Tagen das, was sie ist und schon immer war: ein Planet voller Menschen, die zerbrochen und erlösungsbedürftig und streitsüchtig und sehnsuchtsvoll und verbittert und hoffnungsfroh sind. Ein Planet, auf dem Menschen leben, die die Ärmel hochkrempeln und Lieder singen und Babies füttern und für Gerechtigkeit kämpfen.

Das war vor 2000 Jahren nicht anders. Nur dass die Hirten auf dem Felde keine Nikes trugen und das Geschehen rund um Betlehem nicht livestreamen konnten. Diese Menschen damals – die frierenden Hirten ohne große Zukunftsperspektiven, die Teenies aus Nazareth, die im Viehstall gerade Eltern wurden, ausländische Elite-Astronomen auf der Suche nach Wahrheit – reichen hinein in unser eigenes Leben. Denn uns verbindet eines mit ihnen: die Hoffnung.

Die Hoffnung auf eine bessere Welt. Auf die Ankunft des Einen, der alles erlöst hin zu einer neuen Erde, auf der nichts anderes herrschen wird als Friede.

Hoffnung ist nichts, was uns einfach in den Schoß fällt – sie ist ein aktiver Zustand. Zur Hoffnung muss du dich entschließen, wieder und wieder. In der Dunkelheit der Nacht. Im Voranstasten durch dein wildes Leben.

Hoffnung entfaltete sich paradoxerweise in Momenten und Phasen meines Lebens, in denen ich keine Hoffnung mehr sah. In denen ich aufgeben wollte. In denen ich zerschmettert am Boden lag. Dieses Durchschreiten von Talsohlen in tiefster Finsternis ist Geburtstort für neue Hoffnung. Dort, wo wir überhaupt nichts spüren können außer Verzweiflung. Dort, wo wir glauben, es wird nie mehr anders werden. Dort, wo alles zerbricht. An diesen Orten sind wir Gottes Herz immer am nähesten. An diesen Orten suchen wir ihn, klagen ihn an, klammern uns an ihn. Hoffnung ist keine rosa Wolke aus optimistischen Gedanken. Manchmal reicht Hoffnung nur von Minute zu Minute, von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag. Sie ist kein billiges Versprechen, dass am Ende alles gut wird, aber sie ist eine Kapitulation vor der Liebe Gottes, die mein Leben immer und immer wieder auf Seine Weise rettet.

Und der Retter ist nah. So nah, dass er deinen Herzschlag kennt und achtet. So nah, dass er mit dir auf der Toilette heult und die Tafel Schokolade teilt . So nah, dass er deine widersprüchlichen Gefühle aushält. So nah, dass er deine Sorgen von deinem Herz ablesen kann. So nah, dass er zusammen mit dir wütend ist über den Zustand der Welt. So nah, dass er das Flickzeug bereit hält, um diese Welt und dein Herz und deine Beziehungen zu reparieren. Wieder und wieder.

Heute. Und auch noch in zehn Jahren.

 

Inspiration

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Alternativen für Adventsstressoren
(Weihnachtsmärkte, Feiern, Bastel- und Backmarathons):

  • Macht einen Winterspaziergang durch den Wald
  • Stell ein Vogelfutterhaus auf und beobachte die Vögel
  • Holt Weihnachtsbücher raus und macht eine Vorlesestunde
  • Kocht gemeinsam
  • Lade Freunde ein und bestellt Pizza
  • Erzählt Geschichten aus eurer Kindheit: Wie war Weihnachten damals?
  • Geht abends raus und seht euch die Weihnachtsbeleuchtungen an
  • Mach einen Kinoabend daheim
  • Schaue alte Fotoalben an (von vor 10 Jahren!)
  • Geh durch deine Vorräte und pack Päckchen für bedürftige Familien (Infos für die Aktion im Heilbronner Raum hier)

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Ausmisten::

Jetzt magst du mich fragen: Bist du komplett wahnsinnig geworden? Vor den Feiertagen ausmisten?

Yes, my friend – auch wenn ich kein Marie-Kondo-Fan bin: Du hast richtig gelesen!

Schnapp dir einen Wäschekorb und gehe damit zügig durch die Zimmer: Alte Bücher und CDs, verstaubte Bastelarbeiten, kaputte Stifte, ausgemalte Malbücher, ungenutztes Spielzeug – sammle alles ein. Stell dir das Handy, gib dir eine halbe Stunde. Wenn deine Kinder bereits größer sind und damit vernünftiger, beteilige sie an der Aktion.
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Demnächst liegen neue Schätze unter dem Christbaum und sie können keinen Ehrenplatz einnehmen, wenn sie in der Masse unseres angehäuften Besitzes verschwinden.

Fasten-Challenge

Ich lade Dich zur Fasten-Challenge in der dritten Adventswoche ein und dieses Mal wird es richtig hart. Das ist eine Nummer für die Hardcore-Faster unter uns: Zucker.

Jedes Jahr kann ich an Heilig Abend Plätzchen und Lebkuchen nicht mehr sehen. Dieses Jahr will ich mir den Appetit aufheben und deshalb in  der folgenden Woche auf Süßes verzichten. Bist du dabei?

 

Entertainment-Ecke

Für alle Fans von Tatsächlich Liebe…..Where are they now?

 

 


Einfach Advent

Aufatmen im Advent, Einfach Advent, Einfache Adventszeit, Weihnachten

Einfach Advent :: Teil 2

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Meditation

Zu jener Zeit ordnete der römische Kaiser Augustus an, dass alle Bewohner des Römischen Reiches behördlich erfasst werden sollten. Diese Erhebung geschah zum ersten Mal, und zwar, als Quirinius Statthalter von Syrien war.  Alle Menschen reisten in ihre betreffende Stadt, um sich für die Zählung eintragen zu lassen.
Lukas 2, 1-3

Wie mag es Dir wohl seit dem letzten Freitag ergangen sein? Als wir uns schworen, wir würden unseren Advent entzerren, entschleunigen und ein wenig revolutionieren? Vielleicht hast du öfter innegehalten. Deinen eigenen Herzschlag gespürt, deine Gedanken gehört, die Menschen um dich herum gesehen. Vielleicht fällt es dir noch schwer, loszulassen.

Ich will dir von meiner Woche berichten.

Sie war voll, laut, hochemotional und stressig.

Alles war ganz anders, als ich es geplant hatte. Und mein Handy hat in der letzten halben Stunde zehnmal BING gemacht, weil ich die Vorbereitung unseres Hauskreisabends versemmelt habe. Gott sein Dank sind wir ein spontaner Haufen mit hoher Frustrationstoleranz.

Während sich draußen Väterchen Frost alle Mühe gibt, mich im Turbogang in Weihnachtsstimmung zu versetzen, tobt in diesen hübsch geschmückten vier Wänden der ganz normale Wahnsinn mit Sahnehäubchen:  Plätzchen backen, einen Kindergeburtstag wuppen, Englischvokabeln pauken, Wutanfälle abfangen, Tränen abwischen, Dreck wegwischen, Emails auf die lange Bank schieben, verloren gegangene Reithandschuhe suchen. Und sich zwischendrin literweise Erkältungstee hinter die Binde kippen. Die lieben Infekte haben sich die falsche Jahreszeit rausgesucht. Muttersein mit dem verrückten Mental Load in der Adventszeit ist eine Sache, die wir gerade noch so zusammen mit Vanillekipferln und Heidesand gebacken bekommen. Aber dann noch on top ein Infekt ist…. nun tja…..eine Zwangsentschleunigung.

Aber da gab es die Zwischenräume:

Als ich spontan auf dem Heimweg bei einer Freundin klingelte. Ich wollte ihr nur kurz ein Päckchen Plätzchen vorbeibringen und daraus wurden 20 Minuten, die wir mit einem sehr gehaltvollen Gespräch und Kaffee füllten.

Als wir den gestrigen Kindergeburtstag bei klirrendem Frost mit einem Lagerfeuer beschlossen und die abholenden Eltern zum Glühwein einluden. Alle blieben länger ……

Als ich früher ins Bett ging und in eines meiner Lieblingsbücher versank.

Als ich vorgestern durch den Garten ging und Zweige vom Kirsch-, Apfel- und Quittenbaum pflückte und sie in eine Vase an mein Küchenfenster stellte.

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Als meine Kinder beschlossen, ihre alten Flötenkenntnisse zu entstauben und Weihnachtslieder zu spielen, bis uns die Ohren abfielen.

Als wir nach einem vollen, anstrengenden Tag abends nicht den Fernseher einschalteten, sondern „Hilfe, die Herdmanns“vorlasen.

Als ich am Wochenende in meiner alten Heimat mit Armin einen ausgedehnten Waldspaziergang machte.

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Als ich an selbigem Nachmittag mit Geschwistern, Nichten und Neffen um den alten Esstisch meiner Eltern saß und meine Mutter Plätzchenteller füllte und saure Gurken und Leberwurstbrote auf den Tisch stellte.

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Als ich heute früh realisierte, dass mein Instagram-Fasten das großartigste Geschenk dieser Adventszeit für mich ist, weil mein Kopf Klarheit gewinnt, mein Leben trotz seiner Fülle ruhiger und mein Herz weniger gehetzt ist. (Diese kleine App hat mein Leben stärker kontrolliert als ich es wahrhaben wollte. Sie hat mich vom richtigen Leben zu oft ferngehalten, weil ich damit beschäftigt war, mein Leben bühnenreif für Insta zu präsentieren.)

Der Gedanke der Zwischenräume stammt nicht von mir, sondern von dem Kalender: Der Andere Advent. Dort kam am letzten Sonntag Quirinius, der syrische Statthalter zu Wort. Von ihm wissen wir kaum etwas, nur dass er wohl eine Menge um die Ohren hatte mit Zahlen und Verwaltung und Ordnungsfragen und Druck von oben.

Man legte ihm u.a. folgende Worte in den Mund:

Verliert euch nicht! Oder anders gesagt: Findet euch wieder. Die Aufgaben werden nicht verschwinden. Aber die Zwischenräume könnt ihr weiten. Dass genug Raum ist für dich. Wie Gott dich gewollt hat. Mensch mit menschlichem Antlitz. Mit einem Herz, das hüpft vor Liebe. Mit Seele, richtig Seele. Und wachsendem Mut, den Frieden auszurufen und dass ein guter Stern über allem steht. 

Trotz bester Vorsätze passiert es uns, dass wir uns verlieren in den verwirrenden und engen Gassen unseres Adventsalltags. Wir dürfen aufhören, uns deshalb zu stressen, uns zu verurteilen. Es passiert uns allen. Aber gehen wir nicht achtlos an den kleinen Lücken vorbei, die sich auftun. So wie in engen Gassen sich manchmal ein kleiner Platz auftut, der einlädt zum Verweilen. Richtig schöne kleine Plätze mit einem Café und Geranien in Blumentöpfen und einem Straßenmusikanten. Lass dich für ein paar Minuten nieder. Lausche der Musik. Bestelle einen starken Kaffee und bitteschön auch das Stück Torte das dich anlacht. Nein, und lass das Handy stecken. Das ist kein Moment, den du mit der Welt teilen musst, denn er ist nur für dich.

Sauge dich voll mit Gottesgüte. Weite deinen Zwischenraum.

Und dann stürz dich wieder ins Getümmel.

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Backen::

Backen kann ein wunderbarer Zwischenraum sein. Mach dir Musik an, schenke dir einen Kaffe ein. Aber zu kompliziert und ausgefallen sollte es nicht sein, sonst verliere ich sofort die Lust. Auf eine Generalsanierung der Küche nach einer Backaktion kann ich ebenfalls verzichten. Und du sicher auch.

Ich verrate dir mein Lieblingsrezept, für das ich eine neue Methode gefunden habe:

Heidesand
250 g Butter
200 g Zucker
1 ordentliche Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
375 g Mehl

Zerlass die Butter in einem Topf bis sie braun wird. Abkühlen lassen (darf ruhig noch warm sein, aber nicht heiß). Dann mit Zucker und Salz cremig rühren. Am Ende esslöffelweise das gesiebte Mehl unterrühren.

So. An dieser Stelle formt man normalerweise Rollen, legt sie in den Kühlschrank und nach 3-4 Stunden schneidest du Scheiben ab und backst sie. Hier verliere ich die Nerven. Denn Heidesand bröselt. Und ich bin keine Feinmotorikerin. Du verstehst das Problem?

Ich verarbeite den Teig sofort ohne Kühlung: Nimm eine walnussgroße Portion, rolle sie zu einer kleinen Kugel, leg sie aufs Backblech und drück sie platt. Voila. Sozusagen eine Kreuzung aus alter deutscher Backtradition und amerikanischer Cookieherstellung.

Bei 170 Grad ca. 20 Minuten backen.

Dieser Heidesand ist GÖTTLICH!!

 

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Hand aufs Herz. Unsere Kinder ertrinken in Spielzeug („Mama, ich hab mal gezählt: wir haben jetzt 39 Schleichpferde!“). Wir können entweder verstärkt spielzeugfrei schenken oder gut erhaltenes Spielzeug z.B. in der Verwandtschaft zu Weihnachten weiter verschenken.

Hier meine spielzeugfreien Geschenketipps für Kinder:

  • Gutschein für Restaurant, Kino, Ballett, Theater, Zirkus
  • Zeitschriften-Abo
  • Gutschein für eine Übernachtungsparty
  • Gärtnerset (Samen, Schaufel, Pflanztöpfchen)
  • Schlittschuhe
  • Blumenpresse
  • Stirnleuchte
  • Rucksack
  • Bastelsachen: Knete, Fimo, Washi-Tape, Farben, Kalligraphie-Stifte, Stickset, etc.
  • Schal, Hausschuhe, Mütze, Handschuhe
  • Fotobuch
  • Taschenmesser, Schnitzmesser
  • Hängematte
  • Vogelfutterhäuschen
  • TrinkflascheIMG_2280_edited-1

 

Fasten-Challenge::
Ich lade dich zur  Challenge in der zweiten Adventswoche ein: Social Media.

Ich!kann!es!nicht!genug!empfehlen!

Deine Zwischenräume werden sich nicht mehr mit gehirnaufweichendem Scrollen füllen, sondern mit Freiheit und Ruhe. Versprochen!

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Motto der Woche

Erfreue dich an den Zwischenräumen::

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Einfach Advent